[A]ntwort auf Alles

Wo wohnst du denn?

Ich hab hier diverse steilere Uphills mit 500+ Höhenmetern, die mit der klebrigen Endurobereifung gar nicht vernünftig im GA2 für mich fahrbar wären (~67kg mit ca. 3W/kg FTP), weil es keine Übersetzung gibt, die das effektiv zulassen würde (oder ich mit extrem langsamer Kadenz treten müsste).

Im Gegensatz zum früheren zwangsläufigen "abschießen" hat das neue Bike mit TQ50 die Möglichkeiten der genauen Steuerung des Bereichs hier (jedenfalls für mich) extrem erhöht.
An den Voralpen :-). Der Anstieg auf meinem Hometrail hat genau 635hm auf knappe 6km. Mein G1 mit Argotal Supersoft Bereifung kann ich in Z2 und teils Z3 da hinauftreten.

Um dem ganzen etwas Kontext zu geben doch noch ein kurzer Ausflug in die Trainingstheorie:

Man unterscheidet primär in Aerobe (Z1-Z2) und Anaerobe Ausdauer (Z3-Z4/5). Langzeitbelastungen werden primär in Z1/Z2 absolviert. @525Rainer ist primär in Z3/Z4 unterwegs. Das entspricht Belastungen wie man sie bei Wettkämpfen wie XC, Langlauf, 5-10km Läufen etc. hat.

In beiden Bereichen spielen wiederum zwei Faktoren eine Rolle. Einmal die Fähigkeit seine Muskulatur mit Energie zu versorgen, zum anderen welche Kraft die Muskeln in dem jeweiligen Bereich dauerhaft generieren können.

Die Fähigkeit der Muskulatur eine Bewegung mit hoher Intensität über einen langen Zeitraum auszuführen wird manchmal als "Muskuläre Ausdauer" beschrieben.

Nach meiner Erfahrung ist diese "Muskuläre Ausdauer" die essentielle Fähigkeit eines guten "Bergfahrers" um lange Anstiegen in Z1/Z2 absolvieren zu können.
Die Fähigkeit lässt sich leider im Gym nur bedingt trainieren. Das geht meiner Erfahrung nach am besten am Bike. Lange Anstiege, hohe Wattzahl und Leiden...

Das Ebike nimmt einem genau diesen ( für motorlose Biker wichtigen) Trainingsreiz. Wer ausschließlich Ebike fährt braucht die Fähigkeit nicht in dem Maß wie ein klassischer Biker.

Wenn man wie @525Rainer das Ebike nutzen möchte um eine bestimmte Strecke in möglichst kurzer Zeit zu absolvieren macht sein Trainingsansatz absolut Sinn. Um sich im anaeroben Bereich weiterzuentwickeln sind Intervalle das Mittel zum Zweck.

Selbstverständlich würde das ganze in Kombination mit einem umfangreichen Grundlagentraining noch besser Leistungswerte ergeben, aber dann wird das Training ein Vollzeitjob und Rainer ein Vollprofi.

@aibeekey: Ich habe meine Fitness nur mit viel langweiligen Training und Trainingsplan bekommen. Das der Weg für die meisten völlig uninteressant, bzw. gar nicht realisierbar ist, ist mir völlig klar.

Rational betrachtet macht es heute viel mehr Sinn sich ein gute Ebike zu kaufen und Spaßbiken mit gezieltem (harten) Workout im Gym sowie Intervallen auf dem Bike zu kombinieren. Das ist langfristig sicher gesünder und führt zu einer besseren Athletik als sich stundenlang auf dem Motorlosen Bike einen abzuschrubben.
 
Ich habe meine Fitness nur mit viel langweiligen Training und Trainingsplan bekommen. Das der Weg für die meisten völlig uninteressant, bzw. gar nicht realisierbar ist, ist mir völlig klar.

würde ich auch nie durchhalten. ich schau mir das gezwifte der örtlichen radvereinstrainierer an und denk mir, wie krass. jeden zweiten tag 2h rolle. auch die 6h LIT auf der strasse die die guten jetzt im Moment fahren empfände ich nicht lohnend. da fehlt mir die Motivation bzw das wäre meinen Mitmenschen schwierig zu erklären. aber Respekt wer das durchzieht.

ich weiss allerdings das mein training im winter auch keine sau fahren will.
den run auf ebikes kann ich absolut nachvollziehen.
 
ich weiss allerdings das mein training im winter auch keine sau fahren will.
☝️

Exakt, bewundere ich immer wieder auf Strava und denke mir "Alter, was stimmt mit dem nicht!?!" :D genauso @fr-andi bei jedem Wetter im Winter draußen, das muss man mental auch wollen. :anbet:

Ich habe meinen Frieden mit der Rolle gemacht, das Stichwort ist erst Akzeptanz und dann Ignoranz. Vorteil ist, ich habe diesen Winter super viele Bike Dokus gesehen, wo ich sonst weder die Zeit und Muße dazu habe. Also, wenn jemand Vorschläge für die Watchlist hat, her damit

Stichwort Strava, ich finde das vergleichen auch eher untergeordnet. Mich interessiert es aber wie Rainer was die Leute so machen... Und es ist auch super um mal dem Gefühl nen Realitätscheck zu verpassen, das geht mir auf der Rolle vollkommen flöten wenn man einfach nur Zahlen tritt, aber keinen Abgleich hat was das draußen bedeutet
 
ich denk mir so: seit wann ist die MTB Szene eigentlich so Leistungsorientiert? In meiner Wahrnehmung ging es "früher" doch drum Spass auf dem Trail alleine oder mit den Kumpels zu haben...hatte die ersten 10-12 jahre auch keinerlei tracking. Inzwischen muss bei allem gefühlt die Leistung gemessen/verglichen/bewertet werden. Wozu?
Kann nat. jeder machen wie er will, und dir @525Rainer macht es halt Spass.
Was sagen die ganzen Zahlen den am Ende des Tages aus? Was bringt es? Kein Angriff von mir, nur so Gedanken
Ich glaube, dass zwei Punkte wesentlich sind:
Es geht halt mittlerweile ziemlich leicht (wurde ja auch schon geschrieben).
Und dann gibt es sicher noch eine morbide Faszination, den eigenen Verfall und den Kampf dagegen in Echtzeit zu sehen.
 
Oder eben die Faszination daran was der eigene Körper leisten kann und sich nach und nach steigert in Relation zu der schon fast außerirdischen Leistung der Profis.
Das ist tatsächlich auch faszinierend. Ich finde z. BVideos wie von Magnus Midbö auch immer krass, wenn man sehen kann, was topp Sportler so wegwuppen.
 
https://www.instagram.com/reel/DVKC1KrE2UY/?igsh=cWlseHNzeHJ5N2h3
kontroverse meinung zu zone2. aber natürlich heavy trainingsload. soviel wird keiner schaffen in der freizeit.


zum thema verfall, ich hab keine vergleichswerte vor 5,10 oder 20 jahren.
die vergangenheit interessiert mich auch eher wenig. die zukunft auch
nicht unbedingt. aber was es dazu zu sagen gibt: ich bin gefühlt im formaufbau. und
meine aktivitäten passen sich vielleicht automatisch an das alter an.
ich sehe endurance athleten die bis in die 60er
auf einem wirklich imposanten level fahren. falls man gesund bleibt. denn sonst sind
abfallende leistungswerte eher nebensache. so wie das ganze hobby halt nebensache ist.
natürlich wirkt es auf aussenstehende so als wäre man in der reifenindustrie
wenn man so reden würde wie hier im forum über reifen diskutiert wird.
aber das ist bei jedem intensivem hobby so. ich find das grundsätzlich
positiv und wie gesagt, jeder spinnt anders.
nur weil man ahnung von zahlen hat, ist es kein grosser aufwand da diese bei
jeder fahrt automatisch erhoben werden. ich kann euch mal ein sheet von
intervals.icu hochladen. da wirds auch noch dauern bis ich es verstehe.
aber wenn, dann schaut man maximal 5min drauf und schaut sich das durch.
und weil man absolut jede zahl und jede berechnung versteht und sich
darüber austauschen kann heisst das nicht das es einen bestimmt oder
das es nur darum geht. ich kann zum beispiel keine bäume und vögel
neben den trails bestimmen. es interessiert mich einfach nicht. ich werde auch nie
die eloxalfarben an einem rad nebeneinanderhalten oder für jedes rad ein
ganz spezielles minimalistisches boardwerkzeug austüfteln und es verteilt im rad verstecken :p
 
https://www.instagram.com/reel/DVKC1KrE2UY/?igsh=cWlseHNzeHJ5N2h3
kontroverse meinung zu zone2. aber natürlich heavy trainingsload. soviel wird keiner schaffen in der freizeit.
Vor allem wird Z2 immer verallgemeinert, was auch San Millan, der es populär gemacht hat, immer wieder kritisiert. Es ist ein riesen Unterschied ob ich unteres Z2 an der Grenze zu Rekom fahre oder oberes Z2 im Fatmax Bereich. Beides Z2 aber mit krass unterschiedlicher Trainingsload und auch physiologisch anders.
 
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