Wow, vielen vielen Dank für dein großartiges Feedback und die detaillierten Tipps. Einen besseren Beitrag hätte ich mir kaum wünschen können. Ich bin schonmal froh zu hören, dass mein gewünschtes Setup nicht komplett unrealistisch ist. Und wer weiß, vielleicht schaffe ich es auch noch ein paar Kilo loszuwerden

Würde alles etwas vereinfachen.
Ich fasse mal zusammen/gebe mehr Infos:
Ich würde Waltly dann wahrscheinlich folgendes vorschlagen:
Oberrohr 34.9 x 1.2 mm (=also mehr Wanddicke)
Sitzrohr 34.9 x 0.9 mm(=bleibt gleich)
Unterrohr 50.8 x 0.9 mm oder 44.5 x 1.2 mm oval (44.5 bleibt, wird beidseitig ovalisiert)
Kettenstrebe 22.2 x 1.2 mm oval(=bleibt)
Sitzstrebe 19 x 1.2 mm(=Wanddicke erhöhen)
Steuerrohr habe ich für zs44/56 konifiziert gewählt
Mit den Verbindungsstreben zwischen den Kettenstreben bin ich mir unsicher, ob ich das reinbekomme (nächste Version der Zeichnung wird nur noch 2,6 Zoll
Reifen unterstützen)
Die Öse/Befestigung am Unterrohr (Unterseite) nahe Steuerrohr ist in deiner tech. Zeichnung sehr weit oben.
Die ist rein für die externe Kabelführung mit Bolt-on cable clamps. Da wird keine Ladung montiert.
Evtl. 2 Ösen auf dem Oberrohr, vor dem Sitzrohr? Ich habe oben auf dem Oberrohr keine Ösen und bereue es ein wenig. Unten am Oberrohr wollte ich keine, weil mit breitem Velcro sich das Volumen der Rahmentasche super regulieren lässt, auch wenn's keine volle (also Rahmendreieck füllende) Rahmentasche ist. Zudem würde ich vermutlich nicht 2 x Ösen, sondern 3 x Ösen machen lassen bei den eingezeichneten Trinkflaschen. Bist flexibler, insbesondere wenn daran eine volle Rahmentasche fixieren möchtest.
Ich habe ein wenig Sorge vor "zu vielen" Ösen und möchte die eigentlich bewusst minimal halten (viele verschwinden in Zeichnung v2 noch). Den Großteil der Taschen wollte ich eigentlich mit Daisy Chain + Seil (sowas wie AmSteel oder ähnliches) festbinden. Hattest du schonmal Probleme mit Ösen, die den Geist aufgegeben haben (abgesehen von denen für den Gepäckträger)? Ich dachte mir Ersatzseil kann ich ein bisschen mitnehmen (das ist so dünn und wiegt kaum was + könnte ne Wäscheleine sein) und die Daisy Chain müsste schon an vielen Stellen reißen, bis der Framebag Probleme bekommt. Wirkte auf mich wie die sicherere Lösung.
Selbst in die grösstmögliche, selbstgenähte Rahmeninnentasche/Unterrohrtasche/Oberrohrtaschen und mit anderen Tricks dürftest du nahe der max. Beladung (oft 25 kg) für den Gepäckträger sein.
Also die Rahmentasche soll im unteren Teil des Dreiecks einen Großteil des Wassers beherbergen, was "regulär" mitgeführt wird (optimaler Schwerpunkt etc.). Ein oversized 10L Wassersack von Ortlieb oder so soll dann immer nach Bedarf aufgefüllt werden können (aber wohl kaum ganz voll), ergänzt durch 2 Flaschen am Lenker und kleineren Wassersäcken in Mini-Panniers (Größe noch offen) sofern notwendig in extremen Umständen.
Ich habe zwar schon einige Bikepacking Trips hinter mir, aber würde nicht behaupten Erfahrung in diesen extremen Bedingungen zu haben (Arktis/Wüste). Daher sind meine Überlegungen dahingehend auch nicht besonders ausgereift. Es geht eher darum den Rahmen"future-proof" zu gestalten, sodass dieser nicht den Flaschenhals darstellt, wenn ich Ambitionen habe mal anspruchsvollere Strecken zu bewältigen. Alles andere kommt dann zu seiner Zeit. Ich will nur nicht in ein paar Jahren merken, dass es am Rahmen scheitert.
Gepäckträger hat das Schlafsetup/Zelt+bissl Techkram+bissl Sanitärkram in einem Drybag. Also eher viel Volumen/wenig Gewicht. In den Panniers kommt dann das Wasser/Essen, aber hier gilt natürlich je mehr ich davon dabei habe, desto behutsamer werde ich auch fahren. Kochkram + mehr Essen füllen den Rest des Framebags (neben dem Wasser) und Kleidung/Sanitärkram/Tech kommt nach vorn.
Werkzeug und anderer Kram ans Unterrohr. Das ist der grobe Plan. Schwere Sachen zentral und unten, leichte und voluminöse Sachen hoch und in die "großen" Taschen/Drybags.
Aber ja, der Gepäckträger (wahrscheinlich ein Tubus Vega) wird in den Extremfällen gut belastet sein.
Einige lassen sich auch noch gleich einen Lenker machen, ist natürlich auch schick, aber da kann's halt eher sein, das du die Position ändern möchtest und der Lenker dann tauscht... auf diese Gefahr hin habe ich Stangenware genutzt und dann tatsächlich auch mal gewechselt.
Lenker/Vorbau/Sattelstütze wird auch von Waltly kommen. Cockpit wird Flatbar+Innerbarends - die haben sich bei mir bewährt. Ich hänge zu 90% in den Innerbarends. Wenn ich dann doch mal was wechseln will ist es eben so, aber alle Teile sind so gewählt, dass sie auch als Upgrades auf dem alten Hardtail taugen würden.
Warum keine horizontalen Ausfallenden?
Bei welchem Typ ist die Kontaktfläche am grössten? Welche Variante ist steifer?Würde mich nach diesen Kriterien orientieren, wenn ich's heute machen lassen würde.
Ich schätze Walty hat die Rocker Dropouts gewählt, weil ich Postmount an der Kettenstrebe als Bremsmontage angegeben habe. Ich habe mit Rocker oder Sliding Dropouts keine echte Erfahrung (da vorher nie ein Pinion) und kann mich da nur auf Forendiskussionen verlassen. Da war der Tenor, dass es sich nicht viel nimmt hinsichtlich Steifigkeit und die Rocker weniger anfällig zum Verrutschen bzw. Quietschen sind, aber keine Ahnung ob das stimmt.
Übe den Rahmen zu öffnen und schliessen, damit du, falls in der Pampa den Gurt wechseln musst, dass auch erledigen kannst ohne beheizte Werkstatt. Mein Kollege hat sich auch für Pinion entschieden und in Europa noch mit dem Belt, auf grosser Reise aber dann mit Kette unterwegs. Er hatte viel recherchiert und war zu skeptisch für den Belt. Für gewisse Nutzarten ist's sicher super und kenne einige die es für den Alltag lieben, aber im Gelände, mit Matschepampe, Eis etc. dann richtig Probleme hatten (Riss).
Für die "harten" Touren werde ich Kette fahren. Singlespeedkette, extrabreit (wahrscheinlich E101 EPT) mit entsprechenden Kettenblättern. Lässt sich besser beheben wenn da mal was kaputt geht. Ich traue Riemen nicht ganz. Insbesondere der Tatsache, dass der Ersatzriemen beschädigt werden kann und man es erst merkt wenn man ihn aufzieht - dann natürlich denkbar ungünstig. Aber ich wollte mir auch nicht die Möglichkeit verbauen, das auszutesten. Von daher der Split im Rahmen, aber erstmal Kette.
Habe noch was gesehen: Leitungsführungen, da fehlt noch was rsp. die Position nochmals überdenken;
Am Unterrohr die Doppelführung für's Getriebe und am Oberrohr und Sitzstrebe für die Bremse. Ist wohl mehr Geschmacksache wo die Bremskabel/-leitung hin soll. Ich hab sie innen (Innenrohr im Oberrohr, aussen um Sattelrohr drum dann wieder innen bei Sitzstrebe, der Kollege aussen.
Gut, dass du das ansprichst. In der dargestellten Zeichnung ist der Plan alle 3 Leitungen unten am Unterrohr zu verlegen und die Bremsleitung dann oben auf der Kettenstrebe zur Bremse (die ja innerhalb des hinteren Dreiecks sitzt). Hier muss ich auch zugeben, dass mir die Optik nicht ganz egal ist
ABER ich ändere hier gefühlt im 10-Minutentakt meine Meinung und aktuell tendiere ich dazu alle 3 Leitungen an der Oberseite des Unterrohr zu führen. Kein Steinschlag, dafür Reibung mit dem Framebag, aber da der auch noch genäht werden muss (und erst nach dem Rahmen kommt) werde ich hier schon eine Lösung finden, indem man an der Unterseite der Tasche entsprechend anpasst (irgendeine Plastik- oder Carbonschiene einbauen, wo die Kabel vor Druck aus der Rahmentasche geschützt sind). So die aktuelle Überlegung. So verschwinden die Kabel unter der Rahmentasche (Optik!

) aber die Reparierbarkeit von voll externer Leitungsführung bleibt erhalten.
Bremsleitung am Oberrohr würde ich machen, wenn die Bremse an der Sattelstrebe wäre. Aber so müsste die Leitung "durch" das hintere Dreieck (von der Sattelstrebe runter zur Kettenstrebe) und läge offener als wenn man sie direkt an den Streben zur Bremse führen könnte. Das gefällt mir nicht so.
Schick mir eine Nachricht, wenn du ein paar Insidertipps suchst, wie du dein Rad bis ins Detail apokalypsetauglich, Mad Max kompatibel, zu einem Zombieschlachtschiff und tollen Reisepartner machen kannst. Oder auch für andere Reisetipps, evtl. kann ich da auch helfen.
Vielen Dank für das Angebot

Komme ich gerne drauf zurück wenn ich noch mehr Fragen haben sollte.