Titanrudel - Custom und Andere

Stahlrahmen hatte ich ein paar. Cotic BFe in verschiedenen Modellgenerationen, Ragley...
Die waren deutlich robuster gegen Dellen. Kann mich nicht erinnern an einem Stahlrahmen mal einen Bick 😜 gehabt zu haben. Waren dafür halt auch gut 0,5-1kg schwerer. Die Wandstärken davon weiß ich aber garnicht, hat mich nie interessiert, hat ja funktioniert.

PS: Halt, doch, einer fällt mir ein. An einem BFe hatte ich mal einen Daller ins Tretlagergehäuse gezimmert. Der Impact war aber auch derb, ich bin fliegen gegangen und der Taco hing im zersplitterten Kettenblatt. Damals hab ich ans Unterrohr auch noch keine Schützerli gebastelt, das kann jetzt nicht mehr passieren. Also die Delle zumindest, der Rest :ka:
 
Zwei Beispiele aus der Praxis betreffend schwerer Beladung von Titanrahmen:
Bei einem Expeditionsbeginn wog ich ca. 85 kg, dann ca. 15 kg für's Bike (custom Ti-Fatbike mit Gepäckträgern vorne/hinten, SON Dynamonabe), extrem leichte Ausrüstung für >6500 m/ -20 °C mit ca. 10 kg (Bergschuhe für Gipfelbesteigungen inkl.), Essen für 36 Tage und 16 L Wasser (für gewisse Abschnitte)
macht... ca. 150 kg gesamt beim Start.

Neben der Entwicklung für meinen Titan-Fatbikerahmen, habe ich zudem einen Freund bei der Auswahl von Rohren und dem Design unterstützt. Er musste sogar 60 Tage Verpflegung (aber weniger Wasser) mitführen und hatte eine schwerere Ausrüstung dabei (für -30 °C), ist aber mind. 10 kg leichter gewesen, als ich damals war (auf solchen Touren kann man schonmal 10 - 15 % des Körpergewichts verlieren). Gesamtgewicht zu Beginn müsste im Bereich 160 kg gewesen sein, wenn ich mich recht erinnere.

Zu den eingesetzten Rohrsätzen beider Rahmen (habe beide tech. Zeichnungen vor mir):

Oberrohr 34.9 x 1.2 mm
Sitzrohr 34.9 x 0.9 mm
Unterrohr 50.8 x 0.9 mm oder 44.5 x 1.2 mm oval
Kettenstrebe 22.2 x 1.2 mm oval
Sitzstrebe 19 x 1.2 mm
Oberrohr 34.9 x 1.2 mm
Sitzrohr 34.9 x 0.9 mm
Steuerrohr 50 mm (wenn du mit 44/44 mm für die Steuersatzschalen gehst)

Verbindungsrohrbögen zwischen beiden Seiten der Sitzstreben und Kettenstreben, sowie Bremsseite zwischen Sitz- & Kettenstrebe, 16 mm.

An meinem Rahmen liess ich ein Verstärkungsblech (Unterrohr-Steuerrohr) anbringen von ca. 80 mm an dessen längsten Kante.
Keine Ahnung ob's wirklich was nützt oder evtl. sogar gegenteiliges bewirkt…

Beide erwähnten Rahmen haben mittlerweile tausende km im Gelände hinter sich, eines nun 7 Jahre, das andere ca. 1.5 auf dem Buckel. Das Jünge reist seit über 1/2 Jahr praktisch ohne Unterbruch auf wilden Routen in Zentralasien umher. Gelände sind Grasslandschaften, mal Waschbrettpisten, mal Querfeldein über Geröllwüsten, mal Sand, oft Schnee und Eis, die letzten vier oft zusammen.
Beide Fahrer sind eher unzimperlich. Ich besonders, kam auch mal vor, dass ich mit dem beladenen Bike mit über 50 km/h über derbe Bodenwellen fuhr und abhob, oder man im Whiteout ein Sastrugi übersieht und mit 16 km/h in 0.5 m hohen windgepressten Schnee reinkesselt.
Gefahren wird natürlich nicht immer mit Verpflegung für über einen Monat, aber so 6 - 8 kg Zuladung bei mehrtätigen Touren (da zumindest bei mir diese nur im Winter) sind's schon.
Da ich meist auf weichen Untergründen fahre, zudem mit 26 x 4.8" Reifen, ist der Flex im Rahmen kaum merklich bis ca. 100 kg. Bei 150 kg rate ich zwingend von Titangabeln ab - eigentlich Grundsätzlich, auch wenn's machbar ist mit spez. Designs (sie bleiben ordentlich weich), ausser... du gehst mit einer Truss Fork. Und ja, bei 150 kg flext das Bike, die Gepäckträger, die Laufräder. Da schaukelt alles (bei jedem Rahmenmaterial). Im Falle der beiden oben genannten Rahmen/Bikes umso mehr (auf hartem Untergrund) weil Fatbikes (riesige Luftvolumina der Reifen). Scheint bei dir nicht der Fall zu sein, also alles gaaaaaanz normal 😉.
Gibt's mal Teer als Untergrund und höhere Tempi, so gibt's bei meinem Rahmen kein Flattern. Feedback diesbezüglich vom Kollegen steht noch aus.

Mein Rahmen (regulärer Antrieb) kam mit Achse auf ca. 2250 g und würde von der Grösse bei L - XL anzusiedeln sein, wäre es ein Trailbike.
Der andere Rahmen (für Pinion) kam ohne Getriebe/Achse auf ca. 2600 g (wenn ich mich recht erinnere) und würde eher Grösse M entsprechen. Beide mit 197 mm Aufnahmen und vielen speziellen Ösen, die man sich nur wünscht, wenn das Überleben vom Fahrrad abhängig gemacht wird.


Islanddurchquerung im Winter


Radeln und hohe Vulkane besuchen in der Puna de Atacama, hier mit Verpflegung/Brennstoff für noch 28 - 30 Tage.


Beide Bikes mit ihren Besitzern im Einsatz im Graubünden.
Customrahmen zu fahren macht glücklich.
 
Kann also kein ovalisiertes 50er sein, sondern irgendwas Dünneres, was an der Stelle auf 50 ovalisiert wurde.

50.8 mm hat bei mir funktioniert...
Beim Kollegen auch :daumen:

Ich werde vorne mit 100-120mm Federung fahren und erstmal mit einer Titansattelstütze (31mm) und später wahrscheinlich mit Sattelstützenfederung.
Ich rechne mal kurz...
Du hast also bis zu ca. 35 kg Beladung neben deinem Eigengewicht.
Diese Beladung wird sich aber nur beschränkt gleichmässig auf dem Rad verteilen können, da du eine Federgabel nutzen möchtest. Selbst in die grösstmögliche, selbstgenähte Rahmeninnentasche/Unterrohrtasche/Oberrohrtaschen und mit anderen Tricks dürftest du nahe der max. Beladung (oft 25 kg) für den Gepäckträger sein. Auf Dauer (mehrmonatige Reisen) bricht das Zeug fast garantiert, egal ob Tubus, Toppeak oder was überteuertes von einer USA Marke. Je mehr Gewicht gleichmässig verteilt werden kann, desto besser, auch wenn das Handling am Lenker leidet.

Denk an durchgehende Ösen für Gepäckträger und zu lange Schrauben, damit du diese bei deren Kapitulation mit einer Mutter auf der überstehenden Seite rausschrauben und ersetzen kannst.

Die Öse/Befestigung am Unterrohr (Unterseite) nahe Steuerrohr ist in deiner tech. Zeichnung sehr weit oben. Meiner Erfahrung nach wird das kaum/nicht nutzbar für z.B. eine Unterrohrtasche. Bei mir ist die oberste Öse 200 mm vom Steuerrohr entfernt. Weiter oben ginge auch, sinnvoll wohl bis ca. 100 mm Abstand.

Evtl. 2 Ösen auf dem Oberrohr, vor dem Sitzrohr? Ich habe oben auf dem Oberrohr keine Ösen und bereue es ein wenig. Unten am Oberrohr wollte ich keine, weil mit breitem Velcro sich das Volumen der Rahmentasche super regulieren lässt, auch wenn's keine volle (also Rahmendreieck füllende) Rahmentasche ist. Zudem würde ich vermutlich nicht 2 x Ösen, sondern 3 x Ösen machen lassen bei den eingezeichneten Trinkflaschen. Bist flexibler, insbesondere wenn daran eine volle Rahmentasche fixieren möchtest.

Steuerrohr für einen Steuersatz mit langem Flansch an den Lagerschalen und unten ggf. externem Lagersitz.

Wenn schon einen Rahmen machen lässt empfehle ich dazu eine 27.2 mm Stütze mit einem Kopf ähnlich der klassischen Thomsonstützen machen zu lassen und dann einen Kunststoffsleeve nutzen.
Waltly z.B. bieten sowas für keine 100 Euro an. Macht's um einiges komfortabler. Wir (meine Freundin und ich) haben insgesamt drei solcher Stützen seit 7 Jahren im Einsatz, 2 davon an unseren Alltages- & Reiserädern (Krampus); eines hat das Isländische Hochland 2 x durchquert, das andere 4 x. Gebrochene Sattelgestänge, die Stützen aber noch wie neu.

Einige lassen sich auch noch gleich einen Lenker machen, ist natürlich auch schick, aber da kann's halt eher sein, das du die Position ändern möchtest und der Lenker dann tauscht... auf diese Gefahr hin habe ich Stangenware genutzt und dann tatsächlich auch mal gewechselt.

Warum keine horizontalen Ausfallenden?
Bei welchem Typ ist die Kontaktfläche am grössten? Welche Variante ist steifer?Würde mich nach diesen Kriterien orientieren, wenn ich's heute machen lassen würde.

Übe den Rahmen zu öffnen und schliessen, damit du, falls in der Pampa den Gurt wechseln musst, dass auch erledigen kannst ohne beheizte Werkstatt. Mein Kollege hat sich auch für Pinion entschieden und in Europa noch mit dem Belt, auf grosser Reise aber dann mit Kette unterwegs. Er hatte viel recherchiert und war zu skeptisch für den Belt. Für gewisse Nutzarten ist's sicher super und kenne einige die es für den Alltag lieben, aber im Gelände, mit Matschepampe, Eis etc. dann richtig Probleme hatten (Riss).

Schick mir eine Nachricht, wenn du ein paar Insidertipps suchst, wie du dein Rad bis ins Detail apokalypsetauglich, Mad Max kompatibel, zu einem Zombieschlachtschiff und tollen Reisepartner machen kannst. Oder auch für andere Reisetipps, evtl. kann ich da auch helfen.
 
Seht ihr noch andere Kritikpunkte? Sei es Rohrdurchmesser oder anderer Art.
Habe noch was gesehen: Leitungsführungen, da fehlt noch was rsp. die Position nochmals überdenken;
Am Unterrohr die Doppelführung für's Getriebe und am Oberrohr und Sitzstrebe für die Bremse. Ist wohl mehr Geschmacksache wo die Bremskabel/-leitung hin soll. Ich hab sie innen (Innenrohr im Oberrohr, aussen um Sattelrohr drum dann wieder innen bei Sitzstrebe, der Kollege aussen.
 
Wow, vielen vielen Dank für dein großartiges Feedback und die detaillierten Tipps. Einen besseren Beitrag hätte ich mir kaum wünschen können. Ich bin schonmal froh zu hören, dass mein gewünschtes Setup nicht komplett unrealistisch ist. Und wer weiß, vielleicht schaffe ich es auch noch ein paar Kilo loszuwerden :D Würde alles etwas vereinfachen.

Ich fasse mal zusammen/gebe mehr Infos:

Ich würde Waltly dann wahrscheinlich folgendes vorschlagen:
Oberrohr 34.9 x 1.2 mm (=also mehr Wanddicke)
Sitzrohr 34.9 x 0.9 mm(=bleibt gleich)
Unterrohr 50.8 x 0.9 mm oder 44.5 x 1.2 mm oval (44.5 bleibt, wird beidseitig ovalisiert)
Kettenstrebe 22.2 x 1.2 mm oval(=bleibt)
Sitzstrebe 19 x 1.2 mm(=Wanddicke erhöhen)
Steuerrohr habe ich für zs44/56 konifiziert gewählt

Mit den Verbindungsstreben zwischen den Kettenstreben bin ich mir unsicher, ob ich das reinbekomme (nächste Version der Zeichnung wird nur noch 2,6 Zoll Reifen unterstützen)
Die Öse/Befestigung am Unterrohr (Unterseite) nahe Steuerrohr ist in deiner tech. Zeichnung sehr weit oben.
Die ist rein für die externe Kabelführung mit Bolt-on cable clamps. Da wird keine Ladung montiert.
Evtl. 2 Ösen auf dem Oberrohr, vor dem Sitzrohr? Ich habe oben auf dem Oberrohr keine Ösen und bereue es ein wenig. Unten am Oberrohr wollte ich keine, weil mit breitem Velcro sich das Volumen der Rahmentasche super regulieren lässt, auch wenn's keine volle (also Rahmendreieck füllende) Rahmentasche ist. Zudem würde ich vermutlich nicht 2 x Ösen, sondern 3 x Ösen machen lassen bei den eingezeichneten Trinkflaschen. Bist flexibler, insbesondere wenn daran eine volle Rahmentasche fixieren möchtest.
Ich habe ein wenig Sorge vor "zu vielen" Ösen und möchte die eigentlich bewusst minimal halten (viele verschwinden in Zeichnung v2 noch). Den Großteil der Taschen wollte ich eigentlich mit Daisy Chain + Seil (sowas wie AmSteel oder ähnliches) festbinden. Hattest du schonmal Probleme mit Ösen, die den Geist aufgegeben haben (abgesehen von denen für den Gepäckträger)? Ich dachte mir Ersatzseil kann ich ein bisschen mitnehmen (das ist so dünn und wiegt kaum was + könnte ne Wäscheleine sein) und die Daisy Chain müsste schon an vielen Stellen reißen, bis der Framebag Probleme bekommt. Wirkte auf mich wie die sicherere Lösung.

Selbst in die grösstmögliche, selbstgenähte Rahmeninnentasche/Unterrohrtasche/Oberrohrtaschen und mit anderen Tricks dürftest du nahe der max. Beladung (oft 25 kg) für den Gepäckträger sein.
Also die Rahmentasche soll im unteren Teil des Dreiecks einen Großteil des Wassers beherbergen, was "regulär" mitgeführt wird (optimaler Schwerpunkt etc.). Ein oversized 10L Wassersack von Ortlieb oder so soll dann immer nach Bedarf aufgefüllt werden können (aber wohl kaum ganz voll), ergänzt durch 2 Flaschen am Lenker und kleineren Wassersäcken in Mini-Panniers (Größe noch offen) sofern notwendig in extremen Umständen.

Ich habe zwar schon einige Bikepacking Trips hinter mir, aber würde nicht behaupten Erfahrung in diesen extremen Bedingungen zu haben (Arktis/Wüste). Daher sind meine Überlegungen dahingehend auch nicht besonders ausgereift. Es geht eher darum den Rahmen"future-proof" zu gestalten, sodass dieser nicht den Flaschenhals darstellt, wenn ich Ambitionen habe mal anspruchsvollere Strecken zu bewältigen. Alles andere kommt dann zu seiner Zeit. Ich will nur nicht in ein paar Jahren merken, dass es am Rahmen scheitert.

Gepäckträger hat das Schlafsetup/Zelt+bissl Techkram+bissl Sanitärkram in einem Drybag. Also eher viel Volumen/wenig Gewicht. In den Panniers kommt dann das Wasser/Essen, aber hier gilt natürlich je mehr ich davon dabei habe, desto behutsamer werde ich auch fahren. Kochkram + mehr Essen füllen den Rest des Framebags (neben dem Wasser) und Kleidung/Sanitärkram/Tech kommt nach vorn. Werkzeug und anderer Kram ans Unterrohr. Das ist der grobe Plan. Schwere Sachen zentral und unten, leichte und voluminöse Sachen hoch und in die "großen" Taschen/Drybags.

Aber ja, der Gepäckträger (wahrscheinlich ein Tubus Vega) wird in den Extremfällen gut belastet sein.


Einige lassen sich auch noch gleich einen Lenker machen, ist natürlich auch schick, aber da kann's halt eher sein, das du die Position ändern möchtest und der Lenker dann tauscht... auf diese Gefahr hin habe ich Stangenware genutzt und dann tatsächlich auch mal gewechselt.
Lenker/Vorbau/Sattelstütze wird auch von Waltly kommen. Cockpit wird Flatbar+Innerbarends - die haben sich bei mir bewährt. Ich hänge zu 90% in den Innerbarends. Wenn ich dann doch mal was wechseln will ist es eben so, aber alle Teile sind so gewählt, dass sie auch als Upgrades auf dem alten Hardtail taugen würden.

Warum keine horizontalen Ausfallenden?
Bei welchem Typ ist die Kontaktfläche am grössten? Welche Variante ist steifer?Würde mich nach diesen Kriterien orientieren, wenn ich's heute machen lassen würde.
Ich schätze Walty hat die Rocker Dropouts gewählt, weil ich Postmount an der Kettenstrebe als Bremsmontage angegeben habe. Ich habe mit Rocker oder Sliding Dropouts keine echte Erfahrung (da vorher nie ein Pinion) und kann mich da nur auf Forendiskussionen verlassen. Da war der Tenor, dass es sich nicht viel nimmt hinsichtlich Steifigkeit und die Rocker weniger anfällig zum Verrutschen bzw. Quietschen sind, aber keine Ahnung ob das stimmt.
Übe den Rahmen zu öffnen und schliessen, damit du, falls in der Pampa den Gurt wechseln musst, dass auch erledigen kannst ohne beheizte Werkstatt. Mein Kollege hat sich auch für Pinion entschieden und in Europa noch mit dem Belt, auf grosser Reise aber dann mit Kette unterwegs. Er hatte viel recherchiert und war zu skeptisch für den Belt. Für gewisse Nutzarten ist's sicher super und kenne einige die es für den Alltag lieben, aber im Gelände, mit Matschepampe, Eis etc. dann richtig Probleme hatten (Riss).
Für die "harten" Touren werde ich Kette fahren. Singlespeedkette, extrabreit (wahrscheinlich E101 EPT) mit entsprechenden Kettenblättern. Lässt sich besser beheben wenn da mal was kaputt geht. Ich traue Riemen nicht ganz. Insbesondere der Tatsache, dass der Ersatzriemen beschädigt werden kann und man es erst merkt wenn man ihn aufzieht - dann natürlich denkbar ungünstig. Aber ich wollte mir auch nicht die Möglichkeit verbauen, das auszutesten. Von daher der Split im Rahmen, aber erstmal Kette.

Habe noch was gesehen: Leitungsführungen, da fehlt noch was rsp. die Position nochmals überdenken;
Am Unterrohr die Doppelführung für's Getriebe und am Oberrohr und Sitzstrebe für die Bremse. Ist wohl mehr Geschmacksache wo die Bremskabel/-leitung hin soll. Ich hab sie innen (Innenrohr im Oberrohr, aussen um Sattelrohr drum dann wieder innen bei Sitzstrebe, der Kollege aussen.
Gut, dass du das ansprichst. In der dargestellten Zeichnung ist der Plan alle 3 Leitungen unten am Unterrohr zu verlegen und die Bremsleitung dann oben auf der Kettenstrebe zur Bremse (die ja innerhalb des hinteren Dreiecks sitzt). Hier muss ich auch zugeben, dass mir die Optik nicht ganz egal ist :P

ABER ich ändere hier gefühlt im 10-Minutentakt meine Meinung und aktuell tendiere ich dazu alle 3 Leitungen an der Oberseite des Unterrohr zu führen. Kein Steinschlag, dafür Reibung mit dem Framebag, aber da der auch noch genäht werden muss (und erst nach dem Rahmen kommt) werde ich hier schon eine Lösung finden, indem man an der Unterseite der Tasche entsprechend anpasst (irgendeine Plastik- oder Carbonschiene einbauen, wo die Kabel vor Druck aus der Rahmentasche geschützt sind). So die aktuelle Überlegung. So verschwinden die Kabel unter der Rahmentasche (Optik! :D ) aber die Reparierbarkeit von voll externer Leitungsführung bleibt erhalten.

Bremsleitung am Oberrohr würde ich machen, wenn die Bremse an der Sattelstrebe wäre. Aber so müsste die Leitung "durch" das hintere Dreieck (von der Sattelstrebe runter zur Kettenstrebe) und läge offener als wenn man sie direkt an den Streben zur Bremse führen könnte. Das gefällt mir nicht so.
Schick mir eine Nachricht, wenn du ein paar Insidertipps suchst, wie du dein Rad bis ins Detail apokalypsetauglich, Mad Max kompatibel, zu einem Zombieschlachtschiff und tollen Reisepartner machen kannst. Oder auch für andere Reisetipps, evtl. kann ich da auch helfen.
Vielen Dank für das Angebot :) Komme ich gerne drauf zurück wenn ich noch mehr Fragen haben sollte.
 
Zuletzt bearbeitet:
Wow, vielen vielen Dank für dein großartiges Feedback und die detaillierten Tipps. Einen besseren Beitrag hätte ich mir kaum wünschen können.
Super. Freut mich.


Mit den Verbindungsstreben zwischen den Kettenstreben bin ich mir unsicher, ob ich das reinbekomme (nächste Version der Zeichnung wird nur noch 2,6 Zoll Reifen unterstützen)
Stimmt. Mit der Platte für's Pinion ist's nicht möglich (gemäss deiner Zeichnung) und auch nicht nötig. Sorry, hab's im Schreibwahn nicht berücksichtigt.
29 x 2.6" finde ich super. Bis auf Touren in grossen Sandkasten oder im Schnee hatte ich noch nie das Gefühl mehr/anderes zu benötigen, aber wer weiss wie geil 32" sein wird 😉.


Die ist rein für die externe Kabelführung mit Bolt-on cable clamps. Da wird keine Ladung montiert.
:daumen: hatte noch vermutet, dass es für was anderes sein könnte.

Ich habe ein wenig Sorge vor "zu vielen" Ösen und möchte die eigentlich bewusst minimal halten
Macht schon Sinn für einen möglichst gleichmässigen Kraftfluss. Risse entstehen gerne auch mal an Ösen, wenn der Rahmen schlecht verarbeitet ist (was ja meiner Erfahrung nach und der vielen, die hier schreiben, bei Waltly nicht der Fall zu sein scheint/ist).

Den Großteil der Taschen wollte ich eigentlich mit Daisy Chain + Seil
Sieht hübsch aus und wenn die Beladung immer etwa gleich ist, dann funktionierts auch okay. Aber… Velcro finde ich mit Dreck/Sand weniger problematisch und das Volumen der Tasche ist viel schneller angepasst. Zudem kann man das Oberrohr nicht mehr umgreifen, ausser man lässt eine Handbreit schnurfrei.
Vielleicht hast du mal taube (Kälte) und wunde (eingerissene Haut – Trockenheit) Fingerspitzen, dann macht das Gefummel mit den Schnüren (diese sind natürlich irgendwann ziemlich steif weil voll Dreck und Salz oder gefroren) zum Lockern oder Anziehen der Tasche zwecks Volumenanpassung besonders Spass 😉

Nebenbei:
Schnur für Wäscheleine und Reparaturen: 1 - 1.5 mm Dyneema oder Dyneema mit PE-Mantel (von Extremtextil). Kann auch gut mit Mini Linelocs als Abspannschnur für Zelt/Tarp genutzt werden.
Im Bärenland besser eine dickere Dyneemaschnur und ohne Mantel. Die gleiten besser über Äste (zum Aufhängen der Verpflegung, Zahnbürste & -paste etc.).

Hattest du schonmal Probleme mit Ösen, die den Geist aufgegeben haben (abgesehen von denen für den Gepäckträger)?
Nein, zum Glück nicht. Aber kenne Geschichten von eingedrückten Rohren und abgerissenen Ösen, insbes. bei Alu. Früher immer wieder Fälle von ausgerissenen Ösen an Carbon-Gabeln. Gefühlt (was ich so lese auf div. Plattformen) hat sich dies aber stark gebessert. Ich stolpere über viel weniger solcher Fälle, obwohl solche Nutzung und das Angebot an solchen Gabeln sicherlich stark gestiegen ist.
Am Unterrohr (-tasche) habe ich bis zu 5 kg Gewicht, die ausschliesslich an 6 Ösen hängen. Regelmässig im Winter ist dort eine gefüllte 1L Thermos oder Topf und Kocher angebracht mit den grossen King Cages. Habe durch Blödeleien auch schon Benzinflaschen eingedrückt durch Aufsetzer auf Felsblöcken und Eis, den Ösen/Rohr passierte nichts.
Also bisher keine Probleme damit (ist aber das 44.5 x 1.2 mm oval Rohr, nicht 50.8 x 0.9 mm).
Im Zweifel einfach die Unterrohrtasche mit Velcrolaschen oder Schnur (jaja, ich weiss... aber hier nutze ich die Volumenanpassung viel seltener) am Unterrohr anbringen.


Ein oversized 10L Wassersack von Ortlieb oder so
Mir gefällt das "oder so..."
Teile das Wasser auf eher kleinere Behälter, da du bei einem Defekt sonst einen Supergau hast. Wenn von z.B. 20 L plötzlich ca. 10 L fehlen, weil ein Wassersack kaputt ging, haste u.U. ein echtes Problem. Selbst bei 4 L Wasser/Tag klebte mir jeden Morgen (über Wochen hinweg) die Zunge am Gaumen fest in der Atacama. Ist so eklig wie es klingt. Je nach Klima bist ganz schnell am Arsch wenn Wasser fehlt.
In Südamerika nutzte ich 2 x 2 L Platypus, 2 x 4 L MSR Dromedary und 2 x 2 L PET (da ich damals nur Flaschen aus sehr dünnem PET fand, habe ich eine Flasche halbiert und die beiden Hälften an die zwei mitgeführten geklebt als Verstärkung, damit diese nicht durchscheuerten. So kannst du flexibel das Wasser in den Taschen verteilen. Platy's sind halt nach ein paar Jahren (oder Monaten in konstanter Nutzung) durch (Falz nahe der Öffnung führt zu Lösen der Schweissnaht). Deshalb (wenn man Platypus nutzt) eine grosse Reise am besten mit neuen/wenig benutzten beginnen. Die Dromedary sind für grosse Wassermengen super (und natürlich Temperaturen über null). Die haben mich komplett überzeugt, obschon ich anfangs betreffend dem Verschluss skeptisch war.


Aber ja, der Gepäckträger (wahrscheinlich ein Tubus Vega) wird in den Extremfällen gut belastet sein.
Nichts gegen den Vega, hatten zwei (Evo's) im Einsatz; auf mehrwöchigen Reisen und im Alltag. Auch weil ich viel mit 29 x 2.6 (früher auch grösser) unterwegs bin und das eher minimalistische Desin mag. Nach ein paar Jahren waren die armen aber ordentlich verbogen – regelmässige Einkäufe im Alltag mit einer vollen Ortliebtasche auf einer Seite… Zurückbiegen nützte irgendwann kaum mehr was, die sprangen schnell wieder in Schieflage (dann Reifenkontakt). Der schwerere Grand Tour hat ja in etwa die gleiche Form (betreffend Reifenfreiheit) ist aber mit deutlich mehr Masse geprüft:
https://www.tubus.com/unternehmen#c423
https://www.tubus.com/fileadmin/use...gen/hinterradtraeger/TZ_Grand_Tour_3.0_01.pdf

Klar, sind dann auch einfach so mal 500 g mehr, 1/2 - 3/4 - Tagesration Futtern...


Lenker/Vorbau/Sattelstütze wird auch von Waltly kommen.
Cool. Wäre fetzig, wenn du's hier zeigst und besonders zum Lenker Erfahrungen teilen würdest.


weil ich Postmount
PM geht auch mit den horizontalen Ausfallenden. Die Bremsaufnahme ist dabei Teil des verschiebbaren Schlittens; das Ausfallende selbst - oft ein geschmiedetes, schwarz elox. Aluteil.


Da war der Tenor, dass es sich nicht viel nimmt hinsichtlich Steifigkeit und die Rocker weniger anfällig zum Verrutschen bzw. Quietschen sind, aber keine Ahnung ob das stimmt.
Schätze ich auch so ein (re: Steifigkeit). Das mit dem Verrutschen nicht. Das mit dem Knarzen schon, aber nur wenn bei der Montage keine (ggf. zu wenig/falsche) Paste/Fett eingesetzt wurde. Ich hatte/habe über die Jahre ... hmm... 5 Bikes mit solchen Ausfallenden und nur beim Fatbike entwickelte sich ein Knarzen - ausgerechnet auf einer 2 - Wochentour durch Island. Da war ich froh bei vielen harten Antritten im weichen Schnee den Wind als Geräuschkulisse zu haben. Dies aber auch erst nach ca 2500 km. Ich hatte schlicht im Vorbereitungsstress die Montagepaste vergessen...


Reparierbarkeit von voll externer Leitungsführung bleibt erhalten.
Habe ich mir auch überlegt, aber am Ende fand ich es sinnvoller die Leitungen innenverlegt zu haben, da sie so effizient geschützt sind. Zugang bei Leitungsenden ist ja genauso gegeben.
Mir kam einfach kein realistisches Szenario in den Sinn, bei dem es für mich einen Unterschied macht. So habe ich mich für den Schutz vor Abreissen und Durchreiben entschieden. Aber wenn dir Szenarien in den Sinn kommen, würden mich diese interessieren.

Ich schreibe dies vom Handy aus und frei ab Gedanken. Verstehe dies bitte als Gedankenanstösse/Vorschläge, auch wenn sie z.T. nicht als solche rüber kommen.
 
Ich würde bei einem Rad für dieses Gewichtsklasse auf 25,4er Kettenstreben und 22,2er Sattelstreben gehen - beides in 1,2er!

Aber die aktuelle Auslegung reicht auf Grundlage der Felderfahrung auch aus. Du hättest damit lediglich mehr Reserven und keine wesentlichen Nachteile.

Ich finde es persönlich auch stimmiger zu den wuchtigen Hauptrohren:

Draft.jpg
 
... und ich saß in meinem Leben noch nie auf einem "zu steifen" Titanrad, und etwas mehr Stabilität am Hinterbau wirst du bei den Gewichtsangaben, bzw. viel Gepäck nicht bereuen.
Ja, ich glaube auch nicht, dass es bei meinen Anforderungen "zu steif" werden kann. Entsprechend nehme ich deine Vorschläge auch gerne mit auf, Danke!

Anbei seht ihr v2 der Zeichnung. Viele der Themen, über die wir diskutiert haben, sind leider noch nicht inkludiert, aber sobald mir Sumi sagt, wie es mit den Gussets und "Verstärkungsplatten" aussieht, bekommt sie die volle (hoffentlich finale) Liste an Änderungen.

Aus meiner Sicht besteht v2-->v3 aus folgenden Änderungen:

-Sitzstreben auf 22mm x1,2mm
-Kettenstreben "eine Größe größer" auf 25mm (von mir aus tapered/ovalisiert an den Enden, was auch immer Waltly besser passt)
-Top Tube auf 1,2mm Wanddicke
-Down Tube doppelt ovalisiert an beiden Enden (38x50 sind glaube ich die gängigen Maße)
-Down Tube butted tube auf 44.5x1.3x1.0 (danach hatte ich eigentlich schon gefragt, ist wohl untergegangen oder es gibt Einsprüche)
-Gusset unter Down Tube am Steuerrohr
-Gusset oben auf die Top Tube am Sitzrohr
-Hinzufügen von Dynamo-Kabel Öffnungen (siehe unten)

Falls Waltly diese "Bridge" ähnlich dem Chiru macht (nur nicht "rundum"), kommt die auch noch dazu. Wenn nicht, dann muss es auch ohne gehen. Ich habe gesehen Waltly macht richtige "Verbindungsstreben", aber die nehmen dann wieder relativ viel Platz für die Taschen weg. Aber mal sehen was Sumi sagt.

Dann wollte ich noch Löcher für ein Dynamo betriebenes Rücklicht hinzufügen. Das Internet ist da nicht so hilfreich. Was ist denn hier der go-to Weg? Loch ins Steuerrohr, dann Weg durch Top Tube/Seat Tube und raus an der Sitzstrebe (bei der Querverbindung)?

Dann bleibt noch mein Lieblingsthema Kabelführung:
-Kabelführung oben auf der Down Tube oder in der Down Tube?
Wisst ihr ob Waltly dreifach cable ports macht? Also 2 Pinion Schaltzüge + hydraulische Bremse alle zusammen durch eine Öffnung? Falls ja, würde ich wohl das wählen. Fall nicht, bleibe ich bei voll extern und ändere (mal wieder) die Position der Ösen.

Cool. Wäre fetzig, wenn du's hier zeigst und besonders zum Lenker Erfahrungen teilen würdest.
Nach all der Hilfe ist das das Mindeste :D Das fertige Gerät werde ich euch stolz präsentieren!
Mir kam einfach kein realistisches Szenario in den Sinn, bei dem es für mich einen Unterschied macht. So habe ich mich für den Schutz vor Abreissen und Durchreiben entschieden. Aber wenn dir Szenarien in den Sinn kommen, würden mich diese interessieren.
Ja, realistisch sind meine Szenarien wohl auch nicht. Wasser/Dreck, der sich durch die Öffnung im Rohr ansammeln kann, mögliche Geräusche durch unzulänglich gesicherte Kabel im Rohr und minimal erhöhter Aufwand bei der (hoffentlich seltenen) Reparatur wären meine Kontra-Gründe, aber da kann man selbst bzw. Waltly ja gegenarbeiten. Ich denke die größte Gefahr fürs Abreißen geht immer vom Bereich Lenker-->Down Tube aus. Sowohl bei extern als auch bei semi-intern. Durch Taschen, die die Kabel zerdrücken oder Äste, die sich bei der Fahrt einhaken und an den Kabeln zerren sind wahrscheinlich 10mal mehr Schäden entstanden als im Bereich Top Tube/Down Tube.
 

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