30.03. 13:20 Val Culea, 2600m
War heute schon mit Pistenskiern auf der Sellarunde rum unterwegs. Morgens eher bewölkt und windig und der Wetterbericht eher schlecht. Aber dann reißt's halt doch noch auf... also schnell zurück zum Bus, die Ausrüstung gewechselt, und rauf auf "den richtigen Berg".
Meine Wintertage 2026 in den Dolomiten sind langsam gezählt, also nehm ich noch mit, was geht. Pisteln ohne Menschen ist zwar geil, ...
... aber offpisteln ohne Menschen ist noch besser.
Ich sprinte schnell zum Mittagstal rüber und beobachte dabei finstere Wolken über dem Alpenhaupkamm. Die dürfen gerne dort bleiben, hier oben auf der Sellahochebene seh ich schon gerne ein bisserl was. Im Nebel wäre das eher klassisches Verlaufgelände... oder zumindest war's das vor dem GPS-Zeiten.
Weiter geht's nach Westen. Die Einstiege zum Val Mesdi und zum Pisciadu/Setus bleiben heute mal rechts liegen...
... und ich quere noch dreihundert Meter weiter...
... zu einer kleinen Scharte namens Gamssattel. Knappe zwei Stunden Isogehypsle von der Pordoigondel, das kann man gerade noch tolerieren als lauffauler Seilbahnfreerider. Und hier war ich tatsächlich noch nie, das Val Culea wird ein neues Experiment für mich. Zeit wird's.
Zunächst geht's recht gemütlich runter in ein breites Tal, ...
... dann muss man ein bisserl nach rechts queren, um den richtigen Durchschlupf auf das nächste Plateau zu finden. Waren zum Glück zwei Spuren drin, sonst hätte ich hier etwas länger gesucht. Am Ausgang des Minicouloirs wird dann wieder ein ganzes Stück nach rechts gequert, ...
... bis man schließlich vor der Einfahrt zum eigentlichen Val Culea steht. Bisserl aufpassen wo man hier rumfährt sollte man schon. Längst nicht alles, was von oben gut aussieht, geht nach unten auch ohne senkrechte Felswand weiter. Und der richtige Weg geht nicht immer geradeaus.
Der Schnee im Val Culea ist hervorragend griffig und prima hart, Lawinengefahr 0, genau wie man sich's als Einzelgänger auf ner unbekannten Route bei 45 Grad wünscht. Na gut, ganz unbekannt nicht, irgendwann in grauer Vorzeit bin ich hier wohl mal hochgelaufen und dann drüben das Val Setus abgefahren. Aber mit ner Saisonkarte wäre sowas natürlich vollkommen deppert, da hat man von oben zu kommen. Ist ja auch viel besser.
Val Culea: Erstes Mal runter fahren funktioniert ganz hervorragend. Das Val Setus nebenan ist vielleicht noch einen Tick spektakulärer und länger, aber dafür jetzt halt auch schon gut verbuckelt. Durch's Culea fahren scheinbar deutlich weniger Leute.
Blick zurück... auf irgendein anderes Couloir eine kleine Ecke weiter westlich?! Sieht auch lecker aus, hab aber noch nix davon gelesen.
Ist schon genial, dass man durch solche Berge mit den Skiern runter kommt. Und zwar ohne Seil und mit Vergnügen!
Exit ist dann direkt am Grödnerpass auf dem Sellarundengewimmel. Quatsch Gewimmel, hier wimmelt Ende März gar nix mehr. Anyway, neue Abfahrt von der Sella eingetütet. Man kann ja nicht immer nur Holzer...
