Ich verstehe solche Insider-Beschwerden nicht. Ist es Naivität, Ignoranz oder Heuchelei?
Solange Sponsoren und Teams die Teilnahme an fragwürdigen Events aufgrund Werbewirkung über den sportlichen Geist stellen, selbst wenn die Reichweite, wie in diesem Fall, eher gering ist, so lange müsst Ihr nicht gegen die Veranstalter oder Verbände schimpfen, sondern gegen die Teamführungen und dahinter stehenden Sponsoren.
Erlaubt mir als Beispiel den Fußball zu nennen, da dort schon fortgeschrittener, sicher ein Vorbild für andere Sportarten.
Selbstverständlich hat das, was die FIFA und Infantino da tun schon lange die Grenzen von Moral, Ethik und Sportsgeist überschritten. Dennoch fahren alle Landesverbände zur WM, sogar nach Katar oder in die USA. Auch die Spieler entscheiden sich letztlich für die Chance, vielleicht einmal im Leben an einer WM teilzunehmen, statt moralisches Rückgrat zu zeigen. Wirtschaftlich notwendig hätten sie es nicht. Und wenn Gastgeber-Länder die Veranstaltung politisch ausnutzen, gilt auch das Argument der politischen Neutralität von Sport nicht mehr. Sport ist spätestens seit dem alten Rom nicht mehr unpolitisch. Sportler stellen also die persönlichen Ziele (die ich gut nachvollziehen kann) ebenfalls über Moral, Ethik und Sportsgeist.
Wir haben zwei Möglichkeiten: Entweder akzeptieren wir, dass Sport auf Top-Niveau bereits lange eine Wirtschaft ist, die den modernen Gladiatoren das Umfeld bietet, ihre sportlichen Erfolge massenwirksam zu präsentieren und davon auch leben zu können (auch eine wirtschaftliche Komponente), oder wir müssen den kompletten Konsum dieser "Spiele" boykottieren und damit die wirtschaftliche Grundlage entziehen.
Also, wer zieht bei sich zuerst den Stecker?