Vielleicht magst du kurz erklären, was sich auf lange Sicht daran ändern soll?
Sommer- wie Wintertourismus in Österreich schreibt jedes Jahr Rekordzahlen:
https://www.bmwet.gv.at/Presse/Archiv/BMWET-Pressemeldungen-2025/PA-BMWET-November-2025/NächtigungenMaiOktober25.html
Und selbst wenn sich das irgendwann mal einbremsen sollte, würden ein paar verärgerte Mountainbiker dieses Minus nicht auffangen können.
Die zitiere Pressemeldung fasst das ja gut zusammen: Stand heute läuft der Winter (noch) auf Hochtouren. Und dabei gibt es nur sehr wenige klassische Destinationen, bei denen der Sommerumsatz der Bergbahnen den Winterumsatz bereits übersteigt.
In Österreich liegt der Sommeranteil am Bergbahn-Umsatz im Schnitt so bei etwa 15 %, in der Schweiz sogar bereits bei ca. 25 %. Schaust du also auf den Status-Quo, dann kannst du unbesorgt die Mountainbiker verjagen.
Auf lange Sicht sieht das, insbesondere bei niedriger gelegenen Destinationen (Lermoos kann man da durchaus dazuzählen) etwas anders aus. Denn diese Alpindestinationen befinden sich auf jeden Fall in einer strukturellen Transformation (Schneerisiko, Kostenexplosion etc.).
Würden „ein paar verärgerte Mountainbiker dieses Minus auffangen?“. Antwort: Ja!
Die Zahlen zeigen deutlich, dass bei den Destinationen, die sich uns als Touristen bereits konsequent erschlossen haben (MTB-Tourismus generiert in AT übrigens rund 835 Mio. EUR direkten Jahresumsatz), hat der Sommer das Gewicht so weit erhöht, dass Sommer und Winter nahezu gleichwertige wirtschaftliche Säulen geworden sind.
Prominente Beispiele:
1. Saalfelden Leongang: Umsatzanteil Sommer (stark MTB getrieben) ca. 20 %. Leogang war dabei eines der ersten Gebiete, bei dem MTB den Sommerbetrieb erstmals in die Gewinnzone brachte!
2. Serfaus-Fiss-Ladis: leider keine Umsatzzahlen öffentlich bekannt, aber eine Studie zur regionalen Entwicklung zeigt, dass durch deren Investitionen in Sommerangebote (insb. Bikepark) die Sommernächtigungen um rund 60 % gesteigert werden konnten.
3. Reschen/ Nauders
4. Sölden
-> Auf die beiden letzten muss ich glaube nicht weiter eingehen.
Was ändert sich also meines Erachtens auf lange Sicht: irgendwann wird auch dem letzten Bergbahn-Betreiber und Bürgermeister (dem Jäger, Förster und Bauern eher nicht) klar, dass sie ein strukturelles Problem haben und Geld im sommerlichen Wald liegen lassen. Und wenn sie links und rechts schauen wird dort Ca$h gemacht. Und mit wem? Richtig, u.a. oder vielleicht sogar v.a. wegen uns Mountainbikern.
Zwar sind Wander-Touristen heute noch quantitativ in der Überzahl, aber wir MTB‑Touristen geben pro Kopf und Tag in der Regel deutlich mehr Ca$h aus als die klassische Wandersandale.
Eines Tages werden wir vielleicht auch die Wander-Bärlis quantitativ überholen. Und wen du einmal verjagt hast, kommt so schnell nicht wieder…