Vorab, ich kann jeden Biker verstehen, der sich über die 2m-Regel aufregt, bis vor einiger Zeit habe ich diese selbst eigentlich für übertrieben gehalten.
Wenn man aber viel auf diesen Wegen unterwegs ist, erlebt man leider einige Begegnungen, die den Sinn der Regel verdeutlichen.
Alleine in den letzten 2 Jahren hatte ich auf solchen Wegen 3-Situationen in denen ich als Läufer aus dem Weg ins Unterholz springen(!) musste, weil Mountainbiker auf einem für MTBs nicht freigegeben Weg an unübersichtlichen Stellen heruntergeschossen kamen, dass sie nicht mehr
bremsen konnten.
Keiner dieser Fahrer hat gehalten oder sich um mich gekümmert.
Ich bin als erfahrener Trailrunner sensibilisiert, mit solchen Situationen zu rechnen, unbedarfte Wanderer, womöglich gar ältere Leute, können unter Umständen nicht mehr reagieren und es entstehen potentiell tödliche Situationen.
Die Behörden haben eine Sorgfaltspflicht gegenüber allen Personen und richten sich im Zweifel nach den Schwächsten, ergo Fußgängern und Tieren, insbesondere dann wenn es legale Alternativen (auch wenn es nicht viele sind) gibt.
Ja, die meisten von uns nehmen Rücksicht aufeinander, aber darauf kann sich eine Behörde nicht immer verlassen.
Ich erlebe es leider oft, dass Mountainbiker sich die Erwartung erfahren, dass Wanderer aus dem Weg gehen, obwohl sie auf Wegen <2m unterwegs sind. Irgendwann reicht halt der Bremsweg nicht mehr und als Fußgänger ist man gezwungen auszuweichen, will man die Kollision vermeiden.
Ja, umgekehrt gibt es auch Fußgänger, die sich auf den freigegeben Wege wie Idioten verhalten.
Ich ärgere mich auch, dass einige Single-Trails gesperrt und unbrauchbar gemacht wurden, die ich gerne gelaufen bin, aber kann es im Rahmen des Naturschutzes auch verstehen.
Müsste ich über die 2m Regel entscheiden, würde ich sie auch beibehalten, würde aber gezielt einzelne Wege freigeben und vielleicht eher mit anderen Mitteln arbeiten, wie z.B. Schildern die MTBlern die Abfahrt in den ersten 10-30min jeder vollen Stunde erlauben, dafür keinen Aufstieg von Wanderern um so Begegnungen zu vermeiden.
Btw. ist denn wirklich jemand schon wegen einer Benutzung belangt worden? Ich habe noch nie einen Förster o.ä. im Wald getroffen, der auf so etwas geachtet hätte. Vielleicht ist der ODW aber auch zu wenig frequentiert?!
Grüße.