Ein Enduro muss her - Ist das schon High-Pivot?

Ich hab mir für die Lagerung meines nächsten Projekts Inspiration bei @Onkel_Bob und seinen Carbonhobeln geholt. Er verbaut große, gedichtete Nadellager mit 17mm Achsen und Igus Anlaufscheiben.
Schaut bei mir dann so aus:
Anhang anzeigen 2372339
Sehe ich das richtig, dass die Anlaufscheiben seitlich nach außen offen sind? Wie regelst du das mit dem Dreck an der Stelle? Die sind ja quasi selbstschmierend, was ja eigentlich nur funzt wenn es relativ sauber bleibt.

Außerdem: Sehe ich da links eine Umlenkrolle? :eek:
 
Arbeiten die IGUS Anlaufscheiben wie Axiallager?
Ja, Anlaufscheiben sind Axialgleitlager. Durch ihren größeren Durchmesser stützen sie den Hinterbau sehr gut gegen verdrehen um das Hauptlager, soll heißen, dass die Rohre schön ihre Stärke/Elastizität ausspielen können ohne viel seitliche Kräfte an den Dämpfer zu übertragen.
 
Sehe ich das richtig, dass die Anlaufscheiben seitlich nach außen offen sind? Wie regelst du das mit dem Dreck an der Stelle? Die sind ja quasi selbstschmierend, was ja eigentlich nur funzt wenn es relativ sauber bleibt.
Das Nadellager ist ein 2RS und stimmt die Anlaufscheiben sind offen aber der Spalt zwischen den Anstellflächen ist sehr klein. Bob schreibt, dass er seit 15 Jahren diese Lagerung an seinen Rädern verbaut und nie ein Lager wechseln musste also wird´s schon halten.
Außerdem: Sehe ich da links eine Umlenkrolle? :eek:
An dem Rad gibt es noch viel mehr zu sehen 😉
aber dafür wird´s zu gegebener Zeit einen Faden geben.
 
Weil ich noch nichts Vorzeigbares hab, ist hier eine Skizze vom Hinterbau-Design. Die Maße und Winkel passen natürlich nicht.
Enduro Mockup mit Hinterbau.jpg


Ja, ich hab einen Master in MS Paint. Wie habt ihr das gemerkt?
 
Da tun sich viele Fragen auf.
1. Warum nur?
2. Hat der erste, formschöne Entwurf zu Problemen mit der Kette geführt?
3. Sollen beide Seiten so sein?
4. Hast du bei dem Design an Verzug und interne Spannung gedacht?
Hoffe du kannst mit Kritik umgehen :bier:
Gruß, Thom
 
Da tun sich viele Fragen auf.
1. Warum nur?
2. Hat der erste, formschöne Entwurf zu Problemen mit der Kette geführt?
3. Sollen beide Seiten so sein?
4. Hast du bei dem Design an Verzug und interne Spannung gedacht?
Hoffe du kannst mit Kritik umgehen :bier:
Gruß, Thom
1. In erster Linie muss ich Platz für die Kette schaffen. Außerdem will ich einen relativ stumpfen Winkel bei den Streben an der Hinterachse erreichen. (Das fehlt bei den meisten Designs, deshalb sind die vertikal sehr flexy oder halt schwer, weil ein Billet-Teil verbaut wurde.) Außerdem sieht's GEIL aus! :i2:
2. Das ist tatsächlich der erste Entwurf, nur kann rattleCAD sowas nicht darstellen
3. Ja, weil die Asymmetrie durch die andere Wärmeeinwirkung mit den Maßen F*cken würde. Ansonsten wäre es tatsächlich besser die Brems-Seite direkt zu verbinden.
4. Jain :D
Also, ich habe eine neue Lehre nur für Hinterbauten und anderen kleinen Schabernack. Im Gegensatz zu meiner ersten (großen) Lehre, die Rohre nur in Position gehalten hat, ist die neue extrem Stabil und klemmt alle Teile richtig zusammen. Es braucht wohl tausende Newton um irgendwas kritisch aus der Toleranz zu ziehen. Deshalb ist Verzug kaum ein Problem.
Die Eigenspannung muss ich Wohl oder Übel in kauf nehmen, egal wie ich die Streben lege, müssen Verstärkungsohre dazwischen. Habe auch über WIG Löten nachgedacht, aber das Verfahren ist ja bei dünnem Zeug weniger geeignet.

Wie würdest du das lösen?
 
1. In erster Linie muss ich Platz für die Kette schaffen. Außerdem will ich einen relativ stumpfen Winkel bei den Streben an der Hinterachse erreichen. (Das fehlt bei den meisten Designs, deshalb sind die vertikal sehr flexy
Vertikal flexy an einem Fully versteh ich nicht :D
Außerdem sieht's GEIL aus! :i2:
Liegt im Auge des Betrachters ;)
4. Jain :D
Also, ich habe eine neue Lehre nur für Hinterbauten und anderen kleinen Schabernack. Im Gegensatz zu meiner ersten (großen) Lehre, die Rohre nur in Position gehalten hat, ist die neue extrem Stabil und klemmt alle Teile richtig zusammen. Es braucht wohl tausende Newton um irgendwas kritisch aus der Toleranz zu ziehen.
Also bleibt dann die Kraft, die sonst den Rahmen verziehen würde als interne Spannung.
Ich kenne einen Rahmenbauer, der das Konzept einer Rahmenlehre entwickelt hat, bei der sich die Punkte an denen die Rahmenteile gehalten werden verschieben mit der Längenänderung des Rahmens beim Schweißen. Das, um internen Spannungen vorzubeugen.
Die Eigenspannung muss ich Wohl oder Übel in kauf nehmen, egal wie ich die Streben lege, müssen Verstärkungsohre dazwischen.
Aber vielleicht weniger.
Mit jeder zusätzlichen Naht wächst die Spannung im Rahmen. Kleine Dreiecke mit kurzen Rohren sind besonders anfällig aufgrung von internen Spannungen zu versagen.
Habe auch über WIG Löten nachgedacht, aber das Verfahren ist ja bei dünnem Zeug weniger geeignet.
Wig löten geht eigentlich immer dann gut, wenn geringe/r Wärmeeinbringung/Verzug über maximaler Belastbarkeit stehen. Hier wär es mir zu riskant das zu empfehlen.
Wie würdest du das lösen?
Vielleicht so:
Enduro Mockup mit Hinterbau.jpg
Gruß, Thom
 
Zuletzt bearbeitet:
Vertikal flexy an einem Fully versteh ich nicht :D
Dann musst du mal ein Mini Murmur fahren. Schwer zu beschreiben, aber man hat das Gefühl, dass die Streben unabhängig voneinander nach oben flexen. Bin noch kein älteres Orange (Five) gefahren, aber die machen das vermutlich auch.
Also bleibt dann die Kraft, die sonst den Rahmen verziehen würde als interne Spannung.
Ich kenne einen Rahmenbauer, der das Konzept einer Rahmenlehre entwickelt hat, bei der sich die Punkte an denen die Rahmenteile gehalten werden verschieben mit der Längenänderung des Rahmens beim Schweißen. Das, um internen Spannungen vorzubeugen.
Dann dürfte doch das endgültige Maß nicht mehr passen? Oder werden die Teile so ausgelegt, dass die dann "richtig" schrumpfen?
Aber vielleicht weniger.
Mit jeder zusätzlichen Naht wächst die Spannung im Rahmen. Kleine Dreiecke mit kurzen Rohren sind besonders anfällig aufgrung von internen Spannungen zu versagen.
Da hast Du natürlich Recht, aber mittlerweile mache ich mir darum weniger Sorgen. Im Werkzeugbau (wo ich Beruflich unterwegs bin) schweißt man öfter mal Vollmaterial mehrlagig um einen Riss zu beseitigen. Da MUSS man theoretisch alles vorerhitzen, in einer festen Reihenfolge schweißen und dann spannungsarm glühen. Trotzdem kann ich unzählige Beispiele nennen, wo das weggelassen wurde und die Form jahrelang funktioniert hat :D
Außerdem habe ich mir viele Stahl-Bikes angesehen, die (nach meiner früheren Auffassung) direkt brechen müssten. Zig Nähte auf einem Haufen, verschiedene Stahlsorten, verschiedene Wandstärken, überall Gussets und zwischendrin noch Leitungsführungen. Die scheinen auch tadellos zu funktionieren.
Wig löten geht eigentlich immer dann gut, wenn geringe/r Wärmeeinbringung/Verzug über maximaler Belastbarkeit stehen. Hier wär es mir zu riskant das zu empfehlen.
Ja, das ist raus. Viele Rahmenbauer auf der anderen Seite des Teichs sagen, dass der Grundwerkstoff gerne etwas in die Naht einschmilzt und dann alles porös wird. Wenn man seine Ampere nicht perfekt unter Kontrolle hat, sollte man lieber Fillet-Brazen.
Funzt leider nicht, da ich von der Hinterachse aus mindestens 170mm horizontal brauche, bevor die Kettenstrebe die Kette kreuzt. In den kleinen Gängen macht es sonst bei jedem Steinchen Krach :(
 
Weil ich noch nichts Vorzeigbares hab, ist hier eine Skizze vom Hinterbau-Design. Die Maße und Winkel passen natürlich nicht.
Anhang anzeigen 2375343

Ja, ich hab einen Master in MS Paint. Wie habt ihr das gemerkt?
Ich finds mega schick. Hat so ne Mischung aus Fachwerk und doch minimalistisch. Und kein Kettenschlagen💪🏼👍
 
Dann musst du mal ein Mini Murmur fahren. Schwer zu beschreiben, aber man hat das Gefühl, dass die Streben unabhängig voneinander nach oben flexen.
Hört sich nach wenig torsionaler Steifigkeit an für mich.
Bin noch kein älteres Orange (Five) gefahren, aber die machen das vermutlich auch.
Ja, vermutlich. Wobei die Orange Bikes vor dem Sitzrohr diese fette Blechbox haben die die Schwingenseiten verbindet wo das Murmur nur das Yoke + Niro Versteifungsblech hat.
Dann dürfte doch das endgültige Maß nicht mehr passen? Oder werden die Teile so ausgelegt, dass die dann "richtig" schrumpfen?
Ein Rahmen ist nach dem Schweißen immer etwas kürzer, ja. Aber das ist so gering, dass es auf die Geo kaum Auswirkungen hat wenn die Gehrungen gut gepasst haben. Aber in Bezug auf Spannungen ist das etwas anderes.
Da hast Du natürlich Recht, aber mittlerweile mache ich mir darum weniger Sorgen. Im Werkzeugbau (wo ich Beruflich unterwegs bin) schweißt man öfter mal Vollmaterial mehrlagig um einen Riss zu beseitigen. Da MUSS man theoretisch alles vorerhitzen, in einer festen Reihenfolge schweißen und dann spannungsarm glühen. Trotzdem kann ich unzählige Beispiele nennen, wo das weggelassen wurde und die Form jahrelang funktioniert hat :D
Außerdem habe ich mir viele Stahl-Bikes angesehen, die (nach meiner früheren Auffassung) direkt brechen müssten. Zig Nähte auf einem Haufen, verschiedene Stahlsorten, verschiedene Wandstärken, überall Gussets und zwischendrin noch Leitungsführungen. Die scheinen auch tadellos zu funktionieren.
Auch du hast natürlich Recht, wenn du schreibst (zusammengefasst):
"Wird viel gemacht und hält auch die meiste Zeit"
Wenn man sich aber gebrochene Schweißkonstruktionen anschaut, wird man oft feststellen, dass mit den richtigen Maßnahmen ein Versagen verhindert/verschoben hätte werden können.
Auch dein Entwurf hält bestimmt lange genug um Spaß damit zu haben.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich finds mega schick. Hat so ne Mischung aus Fachwerk und doch minimalistisch. Und kein Kettenschlagen💪🏼👍
Wenn ich nicht gerade MTB fahre, schaue ich mir gerne Seilbahnen an. Quasi wie Trainspotting, nur autistischer :D
Gerade die selten gewordenen, alten Pendelbahnen feiere ich sehr. Wenn ihr mal die alte Eibseebahn googelt und euch die Kabine (genauer das Gehänge) anseht, versteht ihr meine Inspiration. Stahl-Fachwerk hat einfach was.
Hört sich nach wenig torsionaler Steifigkeit an für mich.
Ja, aber die Radachse kann sich ja nur verdrehen, wenn die Streben hoch und runter flexen. Jedenfalls kein geiles Gefühl.
Ein Rahmen ist nach dem Schweißen immer etwas kürzer, ja. Aber das ist so gering, dass es auf die Geo kaum Auswirkungen hat wenn die Gehrungen gut gepasst haben. Aber in Bezug auf Spannungen ist das etwas anderes.

Auch du hast natürlich Recht, wenn du schreibst (zusammengefasst):
"Wird viel gemacht und hält auch die meiste Zeit"
Wenn man sich aber gebrochene Schweißkonstruktionen anschaut, wird man oft feststellen, dass mit den richtigen Maßnahmen ein Versagen verhindert/verschoben hätte werden können.
Auch dein Entwurf hält bestimmt lange genug um Spaß damit zu haben.
Das wird sich zeigen, wenn die Kiste rollt. Aber ich würde jetzt schon einiges drauf verwetten, dass es länger hält als die meisten Alu-Bikes. :rolleyes:
 
Servus,
ich schulde euch ein Update. Während sich viele andere Rahmenbau-Fäden in theoretischen Details verlaufen habe ich mein Mopped bereits geheftet und zusammengebaut vor mir stehen. Dummerweise habe ich absolut nichts dokumentiert :D

Wenn meine Werkstatt wieder begehbar ist, mache ich ein paar Fotos vom aktuellen Baustand.
Das Problem ist gerade, dass ich eine Shimano XT Kurbel mit 172mm Spindellänge montiert habe und der Hauptlager-Aufbau ziemlich breit aufbaut. Daher habe ich nur ~8mm Luft am Ende der Kurbel bis zur Kettenstrebe. Roadies halten sich ja an die 3mm-Regel, aber das scheint mir für ein MTB etwas eng. Was sagt ihr dazu?

Falls es so nicht klappen sollte bräuchte ich ja nur eine 178er-Spindel zu ordern, oder?
 
Servus,
ich schulde euch ein Update. Während sich viele andere Rahmenbau-Fäden in theoretischen Details verlaufen habe ich mein Mopped bereits geheftet und zusammengebaut vor mir stehen. Dummerweise habe ich absolut nichts dokumentiert :D
Das ist wie wenn du einem Ertrinkendem von einem Glas Wasser erzählst, danke :D
 
Habe die Woche mal meine Garage aufgeräumt, deshalb gibt's jetzt die ersten Fotos vom Chassis. Von den Parts, die dran sind, bleibt natürlich fast nix.
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Heute baue ich mir übrigens ein DT XM 481 Hinterrad in 27.5 auf. Weil das 29er VR erstmal bleiben soll, werde ich wohl ein bisschen Mullet fahren. Mal sehen wie das läuft...
Eigentlich gehört ja eine EX 511 dran aber die 481 war echt günstig zu haben. Mal sehen wie lange das bei meiner nicht gerade materialschonenden Fahrweise hält :D



Habe auch ein paar Überlegungen zur Lackierung gemacht. Rahmenfarbe soll ein "British Racing Green" werden (die Version von Porsche finde ich geil). Sattel, Griffe und Reifen sind Braun, dazu kommen einige Bronze-Akzente. Die Felgen will ich eventuell abschleifen und polieren. Hat da jemand Erfahrung mit?

da sehich kein problem, hab am 180mm hardtail geradeso 4 mm und keinerlei kontakt.
Schließe mich Dr.Hossa an, das Hardtail muss ich sehen!
 
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