Änderung Forstgesetz Hessen

"Wobei ja "unsere" "festen Wege", im Gegensatz zu "befestigten Wegen" keine Unterhaltung benötigen, oder?"

Zum Thema "Wege" fällt mir noch eine schöne (wahre) Geschichte ein. Vor einigen Wochen bin ich eine Forststraße im Theißbachtal (zwischen Wiesbaden und Niedernhausen) entlang gerollt. Aus dem Augenwinkel sehe ich plötzlich einen perfekten Einstieg zu einem Singletrail. Der Boden war war perfekt, kein Laub, keine Äste. Eben wie auf den Hochglanzfotos in der BIKE. Ich kenne die Gegend sehr gut, aber dieser Weg war mir unbekannt. Also gedreht und abgebogen.
Zu meiner Enttäuschung endete der vielversprechende Weg nach ca. 80 Meter an einem Komfort-Hochsitz. Da hatte der betreffende Jäger doch tatsächlich mit einem Laubgebläse den Weg komplett freigepustet. Das muss eine ziemliche Arbeit gemacht haben und war bestimmt nicht in 5 Min. erledigt. Es hat nur noch der weise Kies, Bodenleuchten und der Carport für den SUV gefehlt.
Vielleicht erklärt das, warum ich gelegentlich etwas "übereagiere" wenn die Jäger von "Ruhezonen", Artenschutz und rücksichtvollem Umgang mit der Natur sprechen.

Klar, das ist wohl echt ne krasse Ausnahme, aber der "rücksichtslose MTB-Rambo" ist das eben auch.

OPEN TRAIL - Der Weg ist das Ziel

leider erst jetzt, aber trotzdem wollte ich das nochmal aufgreifen:

Bei dem "Singletrail" handelt es sich um einen Pirschweg. Die werden tatsächlich extra so angelegt/sauber gehalten damit das Wild nicht mitbekommt, wenn der Jäger zum Ansitz geht.
Hab hier auch mal sowas gefunden und mich bei der Besichtigung geärgert....
 
leider erst jetzt, aber trotzdem wollte ich das nochmal aufgreifen:

Bei dem "Singletrail" handelt es sich um einen Pirschweg. Die werden tatsächlich extra so angelegt/sauber gehalten damit das Wild nicht mitbekommt, wenn der Jäger zum Ansitz geht.
Hab hier auch mal sowas gefunden und mich bei der Besichtigung geärgert....

Ist ja im Grunde auch kein Problem und in diesem Fall stellt ein Laubbläser natürlich keine Beeinträchtigung der Natur dar
smile4.gif
.

So, ich werde jetzt mal ein paar schöne Trails fahren, solange man das noch darf.....
 
Die JU Hessen hat sich übrigens auf Facebook geoutet - sie 'kennen die Debatte' - und verweisen auf die nette FAQ des Ministeriums... Hat jemand Lust zur Nachhilfe?
 
Die JU Hessen hat sich übrigens auf Facebook geoutet - sie 'kennen die Debatte' - und verweisen auf die nette FAQ des Ministeriums... Hat jemand Lust zur Nachhilfe?


Die Mitglieder der JU kennen Fahrräder und Wald wahrscheinlich nur vom Hörensagen. Denen wurde schon als Kleinkind gesagt: "Wenn Du in die CDU gehst, wirst Du später mal wichtig und erfolgreich. Und zur Belohnung bekommst Du auch ein dickes Auto".
Da hilft auch keine Nachhilfe:heul:
 
"Sich selbst anzeigen" ist evtl. nicht so glücklich formuliert, ich meinte man sollte bei der zuständigen Ordnungsbehörde (wer ist das eigentlich ? Forstämter? ) nachfragen, ob man gegen ein Gesetz verstoßen würde, wenn man auf dem nur 1m-breiten Weg zwischen X und Y fährt.
(Oder sich selbst anzeigen im Sinne von "ich bin bislang immer den Weg X-Y gefahren, durch die aktuelle Diskussion bin ich verunsichert, ob ich das nach geltender Rechtslage überhaupt darf - Um Antwort wird gebeten.")

Dazu noch...

  • Man könnte sich auch anzeigen lassen.....
    .
  • Die Idee mit dem Nachfragen hat einen gewissen Charme :daumen:
    .
  • Wenn man zu zweit, also mit mehreren Leuten (vgl. §15 Abs.4) nachfragt, nicht das ökolgische Gutachten vergessen (wegen ggf. zu befürchtender Waldbeeinträchtigungen) :D :D
 
Bericht und dazugehörige Infobox aus dem Darmstädter Echo.
Qualitativ so lala aber im Gegensatz zu den bisherigen Artikeln um Welten besser.

Langsam nimmt man uns wohl ernst...

http://www.echo-online.de/region/suedhessen/Radler-kaempfen-fuer-Wegerecht-im-Wald;art24719,3074490


http://www.echo-online.de/region/suedhessen/Was-sind-feste-Wege-im-Wald;art24719,3074510

Bitte fleißig kommentieren!!!

Das finde ich mehr als bedenklich:

Hans Samberger, Vorsitzender des Wanderverbandes Hessens, meint: „Wir sind dagegen, dass Mountainbiker auf allen schmalen Pfaden fahren.“ Der Mann aus Roßdorf-Gundernhausen (Landkreis Darmstadt-Dieburg) betont, dass es dort immer wieder zu Konflikten zwischen Radlern und Wanderern komme."

Ich hatte definitiv vom Vorsitzenden einen größeren Weitblick erwartet.
 
Das finde ich mehr als bedenklich:

Hans Samberger, Vorsitzender des Wanderverbandes Hessens, meint: „Wir sind dagegen, dass Mountainbiker auf allen schmalen Pfaden fahren.“ Der Mann aus Roßdorf-Gundernhausen (Landkreis Darmstadt-Dieburg) betont, dass es dort immer wieder zu Konflikten zwischen Radlern und Wanderern komme."

Ich hatte definitiv vom Vorsitzenden einen größeren Weitblick erwartet.

Das kann ich mir gut Vorstellen, wie es im Umfeld des Wanderverbands Hessen zu Konflikten mit den Mountainbikern kommt. Immer wieder, wenn ein freundlich grüßender Mountainbiker langsam und respektvoll vorbei fährt, beschimpft man ihn... na, wenn das keine Konflikte bringt?
 
Das kann ich mir gut Vorstellen, wie es im Umfeld des Wanderverbands Hessen zu Konflikten mit den Mountainbikern kommt. Immer wieder, wenn ein freundlich grüßender Mountainbiker langsam und respektvoll vorbei fährt, beschimpft man ihn... na, wenn das keine Konflikte bringt?

....dann muß man zu des Wanderers Hund (wenn vorhanden) ganz freundlich sagen, daß man, wenn Herrchen nicht brav sei, mit dem Hund chinesisch essen ginge.
 
Die Anzahl der morgigen Rennteilnehmer in Albstadt sollte der Maßstab für eine Demo sein! Mit so vielen Biker zu radeln ist echt großartig.
Wann findet die Demo in Hessen statt?
 
Ich bin skeptisch. Die Argumentation der Regierung dreht mir zu sehr in Richtung "jetzt wird doch alles leichter.....das ist doch eine Verbesserung für die Radfahrer....". Ich befürchte, damit sollen Abgeordnete geködert werden. Wenn es dann passiert ist, werden sich die vereinfachten Möglichkeiten Trails genehmigen zu lassen in Luft auflösen. Wo steht das eigentlich? Soll das etwa der Passus sein "(5) Jedes Betreten und jede Benutzung des Waldes, die über das nach Abs. 1 bis 4 zulässige
Maß hinausgeht, bedarf der Zustimmung der Waldbesitzerin oder des Waldbesitzers."
Ich lach mich tod. Schon die Formulierung "bedarf" lässt klar erkennen, wohin der Hase läuft.
 
Vorsichtiger Optimismus ... ist immer gut und noch ein Grund mehr Vollgas an allen Fronten zu geben und noch lauter den Unsinn des Gesetzes auszurufen.

Die Damen und Herren der Regierung, die das jetzt durchdrücken wollen sind kühle Rechner.

35000 Unterschriften, davon 15.000 aus Hessen, davon dann vielleicht 30 % die tatsächlich ihr Wahlkreuzerl von anders hinsetzen, wenn SIe nicht vorher eh schon was anderes als CDU / FDP gewählt haben = 5000 Stimmen verloren.
Die Streichoption im Gesetz ist doch schon drin -> Reiter und Rollstuhlfahrer (die ja nun eh keinen Singletrail runterfahren können - behaupte ich jetzt mal so) werden aus dem Passus gestrichen, bzw. die Reiter kriegen Reitpfade parallel zu den Wegen (so schon teilweise bei uns) und die Dummen sind erstmal wir. Die Regierung kann dann mit Fug und Recht behaupten, dass Sie sich ja einsichtig gezeigt hat und das Gesetz angepasst hat. Sie rechnen also am Ende mit einem Stimmverlust von weniger als 5000 Stimmen und sehrwahrscheinlich mit einem Stimmgewinn >5000 druch Wanderer, Jäger etc...

Dem müssen wir einen Strich durch die Rechnung machen. Unser Vorteil - so denke ich - ist, dass wir jetzt sehr gut organisiert sind. Die Kollegen der DIMB machen hier exellente und unermüdliche Arbeit :daumen:. Wir Mountainbiker sind nicht ne Handvoll Dummbatzen die hohl durch die Gegen brettern ... Wir sind viele und können durchaus sehr intelligent im politischem Umfeld Unangenehm werden.
Also, weiter jedem der es wissen will oder auch nicht von dem Unsinn erzählen, dem Nachbarn, Kollegen, im Fitnessstudio. Meist bekomme ich als Reaktion: "Haben die nichts besseres zu tun. Was ist denn das für ein Quatsch. Da muss man doch was machen." Dann einfach antworten: "Schau mal auf DIMB.de. Da findest Du Infos zu." Hey, vielleicht gibt dann ja einer seine Stimme bei der Petition ab, oder erzählt wiederum seinen Kollegen von dem Quatsch. Ich bombe die Postfächer und Emailfächer der CDU Abgeordneten meines Kreise zu. Die Antworten nicht, egal, neuen Brief und / oder Email aufgesetzt udn ab dafür. Der DIMB und uns werden noch viele nette Sachen einfallen.

Am Ende muss aber klar werden: Mit uns gibt es gelebte Lösungen, ohne uns nur Lösungen auf dem Papier. Gesetze sind nur dann sinnvoll, wenn sie am Ende des Tages auch duchgesetzt werden können. Und wir müssen auch irgendwie deutlich machen, dass dieses Gesetz sich nicht kontrollieren lässt.
 
Das Landwirtschaftsministerium und die Forstämter scheinen mit der geplanten "Freiheitsberaubung" der Radfahrer (eigentlich der Mountainbiker) von anderen Problemen abzulenken.

RheinMain ExtraTipp
Überpopulation, weil Jäger nicht genug schießen - Hunger treibt Bambi in unseren Vorgarten

Forstamtsleiter Christian Münch, Langen, im Artikel
Auch beim Hessischen Forstamt in Langen weiß man von dem Problem. „Rehe sind Opportunisten“, sagt Forstamtsleiter Christian Münch: „Die gehen dahin, wo es das beste Futter gibt. Und dazu gehören Vorgärten mit ihrer gedüngten Bepflanzung.“ Darüber hinaus verliere das Wild im Lauf der Zeit seine natürlich Scheu vor dem Menschen. „Denn im Wald ist mittlerweile zu jeder Tages- und Nachtzeit Trubel durch Spaziergänger und Sportler.“ Laut Münch, wüssten die Tiere mittlerweile ganz genau, dass ihnen im bebauten Gebiet keine Gefahr durch Jäger droht.

FAZ - Rhein Main
Jagen - Gericht: Waldbesitzer muss Jagd nicht dulden

Auszug aus dem Artikel
Der Staatssekretär im hessischen Landwirtschaftsministerium, Mark Weinmeister (CDU), hält als Folge des Richterspruchs baldige Änderungen im Jagdgesetz für unausweichlich.
 
Je länger man im Internet recherchiert, um so eher kommt man als treibende Kraft für das neue Waldgesetzt auf das Forstamt Königstein.

In einem Schreiben vom 21.7.2009 von Ralf Heitmann, Forstdirektor erfahren wir:
Unabhängig davon werden wir aber auch in Zukunft konsequent gegen illegales Mountainbiking abseits fester Wege gemäß der forst- oder naturschutzrechtlichen Bestimmungen vorgehen. Dafür möchte ich bereit an dieser Stelle um Einsicht und Verständnis Ihrerseits bitten. Ich hoffe, Ihre Fragen damit umfassend beantwortet zu haben.

An wen das Schreiben ging, ist nicht ersichtlich. Ich vermute, dass dieses aufgesetzt wurde als Antwort auf die Proteste, die durch die Sperrung von Trails (Baumstämme mit handgemachten Verbotsschildern bei verschiedenen Singeltrails).
Das war ja damals kurz vor den Sommerferien. Die Aktion wiederholte sich ein Jahr später - auch wieder kurz vor den Sommerferien. Und nun die Anhörung der Verbände - auch wieder kurz vor den Sommerferien.

Ich frage mich, warum Ralf Heitmann nicht bereits in 2009 bis heute auf Basis vom bestehenden Waldgesetz (feste Wege) gegen illegales Mountainbiken aktiv geworden ist?

Mit der jetzt vorgesehenen Regelung meinen die Forstämter und das verantwortliche Ministerium eine Eindeutigkeit der Definition "Feste Wege" gefunden zu haben: "Radfahrer sollen nur noch Wege befahren dürfen, die fest sind und „von nicht geländegängigen, zweispurigen Kraftfahrzeugen ganzjährig befahren werden können" (siehe § 15 Abs. 2)"

Und dann Veröffentlicht das zuständige Ministerium
1. Was muss ich mir unter „festen Waldwegen“ vorstellen?
Unter einem „festen Waldweg“ kann man sich einen Weg vorstellen, der bereits von einem Kleinst-PKW, wie beispielsweise einem Smart oder Polo, befahren werden könnte. Feste Waldwege sind nicht ausschließlich die geschotterten LKW befahrbaren Holzabfuhrwege.
Feste Waldwege sind auch sogenannte „erdfeste Wege“, also Wege, die nicht ausgebaut oder befestigt sind. Bei diesen erdfesten Wegen kommt es darauf an, in welchem Zustand sie sich – je nach Witterung und Jahreszeit – befinden.
- das wiederum ist ja dann bereits eine Interpretation von einem Beamten und nicht Gesetzesgrundlage. Man rechnet nicht damit, was ein Strassen-Smart oder -Polo der Zukunft alles kann - oder wie mutig ein Fahrer oder Fahrerin sein kann :). Ach ja - ganzjährig kann ein Smart noch nicht mal vom Fuchstanz zum Feldberg hochfahren - gemäß geplantem Gesetz wäre auch diese Forststraße für Radfahrer, Reiter und sonstige Gefährte tabu.

In der Realität bedeutet das doch: Feste Wege kann und muss man nicht eindeutig definieren. Man spart unnötige Kosten einer aufgeblähten Bürokratie, wenn es bei der bisherigen Definition bleibt.

Kommt das Gesetzt in diesem Paragraphen so durch, sind wir als Bürger wieder ein weiteres Stück entmündigt. Und schon aus dem Grund muss alles in Bewegung gesetzt werden, dass wir als Bürger - durchaus im Rahmen eines Verhaltenskodexes - entscheiden, wo wir Mountainbiken dürfen. Bereits die aktuelle Regelung reicht ja laut Ralf Heitmann, Forstdirektor, aus, um Verstöße zu ahnden ...
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich versuche derzeit auch nicht Biker davon zu überzeugen, dass man sich Grundsätzlich gegen solche Eingriffe wehren muss. Es geht hier meiner Meinung nach weniger um das Mointainbiking, als um die Tatsache, dass Menschen das Begehen der Wälder schwerer gemacht werden soll. Als es um ACTA und das Internet ging haben sich alle empört - nun ist der Wald ja noch ein stück realer als das Internet und keiner rührt sich.

Wenn ich das Thema anspreche kommt häufig zurück "Ja aber es ist ja schon richtig, dass man den MTB-fahrern verbietet den Wald mit ihren Reifen zu zerstören" ... die meisten verbinden mit unserem Sport nur die extrem version des All-Out-Downhill. Dass man einfach gemütlich halt mit seinem Bike die Trails herunterfährt berücksichtigt keiner.

Zudem früher waren Menshen doch häufiger in den Wäldern utnterwegs so vor 100+ Jahren und die Tiere hat es auch nicht gestört. Was ist eigentlich derzeit das Problem. Ich verstehe nicht, warum so krass gegen harmlose Sportler vorgegangen wird.

Letztens habe ich jemand fast geschlagen als er zu mir meinte: "Was willste denn im Wald, dort ist es dreckig. Geh doch einfach ins Fitnessstudio" - Und es gibt viele, die so denken ...
 
Je länger man im Internet recherchiert, um so eher kommt man als treibende Kraft für das neue Waldgesetzt auf das Forstamt Königstein.

Nicht nur die Königsteiner, es geht landesweit um die "Wirtschaftsmacht" Forstwirtschaft. Und wenn man die hervorgehobenen Passagen des unten anhängenden Reports aufmerksam liest, ist ganz schnell der Zusammenhang zu unserer lieben Ministerin Puttrich und ihren intensiven Verflechtungen mit der Papierindustrie (Rohstofflieferant zum größten Teil der Staatsforst!) hergestellt:

Ihr Ehemann Hagen Puttrich ist z.B.
- Geschäftsführer Hera Papierverarbeitung Puttrich GmbH & Co. KG (großer Familienbetrieb!!!)
- Schatzmeister IPV Industrieverband Papier- u. Folienverpackung e.V.
- Vorsitzender IHK Gießen-Friedberg
- Vorsitzender Regionalentwicklung, Regionalmanagement Oberhessen
- Aufsichtsrat VR Bank Main-Kinzig-Büdingen eG

Da ist ganz offensichtlich, wo der Hase langläuft - es geht rein um wirtschaftliche Interessen! :mad:

Der (vorgeschobene ) Umweltschutz ist Frau (und Herrn) Puttrich nämlich total schnurz:

Bei sind Mitglieder im Fliegerclub Roter Milan e.V. Nidda (er ist da Vorstandvorsitzender) und unternehmen teils ausgedehnte Flugreisen mit Reisemotorseglern und Motorflugzeugen.

Die Dame, die den Mountainbikern, die sich per Muskelschmalz fortbewegen, den Wald verbieten möchte, belastet massiv die Umwelt - einfach so zu ihrem Vergnügen!!! :mad:

Sie und ihr Mann haben also eine hohe Affinität zum Fliegen (er ist auch Lufthansa "Frequent Traveller") - wen wundert dann noch Frau Puttrichs Einsatz für den Ausbau des Flughafens Rhein-Main, wo der Umweltschutz gänzlich Nebensache war.

Und die Dame hat sich schon einmal durch eine Gesetzesänderung ohne vernünftige Gründe hervorgetan. Auch da ging ihr der Naturschutz sonst wo vorbei. Heute Novellierung Forstgesetz in Hessen, damals war es das Jagdgesetz:

Pro Iure Animalis - Die Gesetzgebungswillkür der Lucia Puttrich

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Auszüge aus:
Report der HA Hessen Agentur GmbH (Report Nr. 712, 2007)

„Der Cluster Forst und Holz - Bestandsanalyse und Entwicklungschancen“

„Bei einem Cluster handelt es sich um eine geographische Konzentration von miteinander verbundenen Unternehmen und Institutionen in einem bestimmten Wirtschaftszweig. Er umfasst eine Reihe vernetzter Branchen und weitere für den Wettbewerb relevante Organisationseinheiten.“

Anm.: Zum Cluster Forst und Holz gehört das Papiergewerbe, z.B. Herst. v. Schreibwaren und Bürobedarf aus Papier, Karton und Pappe, Herst. von sonstigen Waren aus Papier.

„ … Vielfach unterhalten die Großunternehmen des Holzgewerbes und der Papierindustrie eigene Abteilungen, welche die wesentlichen Kontakte mit der Forstwirtschaft pflegen, um die Versorgung mit Rohstoffen sicherzustellen. Es findet also ein “Insourcing“ von Einkaufsaktivitäten statt. Die betreffenden Abteilungen betätigen sich i.d.R auch im Holzhandel. … “

„ … Bei den Standortfaktoren, die den externen Gütereinsatz, d. h. die Beschaffung von Einsatzgütern, beeinflussen, handelt es sich um das Beschaffungspotential und die Beschaffungskontakte. … “

„ … Die Forstpolitik ist für die Unternehmen der Holzbranche von hoher Relevanz, wobei vornehmlich die Waldbewirtschaftung und die Waldpflege wie auch die Belieferung der regional ansässigen holzverarbeitenden Industrie mit Rohholz im Vordergrund stehen. Die gegenwärtigen Entwicklungen in diesem Politikfeld werden von den Unternehmensvertretern sehr intensiv verfolgt. … „

„ … Im Unterschied zu diesem bundesweiten Trend wird nach Angaben von Hessen Forst der Holzbedarf regionaler Abnehmer in Hessen vorrangig abgedeckt. 41 Hessische und unmittelbar an Hessen angrenzende Abnehmer beziehen demnach derzeit 85 bis 90% der von Hessen Forst vermarkteten Holzprodukte. … „

„ … Hinsichtlich der Holzvermarktung wird nach Aussagen der Befragten die Bedeutung von lokalen und regionalen Marktbeziehungen wachsen, wobei vor allem gegenseitiges Vertrauen – welches das Bemühen um die Dauerhaftigkeit der Kooperationsbeziehungen einschließt – notwendig ist. …“

„ … Zwischen einzelnen Teilbranchen als auch innerhalb der Wertschöpfungskette sollten Kooperationen initiiert und intensiviert werden. … „

"... Oberstes Ziel der Forst-Holz-Cluster sollte nach Ansicht der Befragten die Umsetzung der Charta für Holz sein: den Holzverbrauch in Deutschland bzw. in Hessen zu steigern. Holz bietet ein Potenzial an Beschäftigung und Wertschöpfung, welches im Land gehalten und entwickelt werden sollte. Dazu ist die Schaffung positiver Rahmenbedingungen durch Politik und Verwaltung erforderlich. ..."

"... Handlungsempfehlungen

... Mit der Entwicklung des Clusters Forst und Holz in Hessen sollen positive ökonomische, ökologische und soziale Effekte erzielt werden, wie:
... - Nutzung der gesundheitlichen Funktionen der Wälder für die Bevölkerung und Ausbau der Waldpädagogik. (????? :mad:) ...

... Handlungsempfehlungen für die öffentliche Hand / das Land Hessen

... Die Handlungsempfehlungen für die öffentliche Hand beziehen sich auf die Bereiche:
... - Forstpolitik ...

... Im Hinblick auf die Unterstützung der holzverarbeitenden Unternehmen in Hessen wird die kontinuierliche Abstimmung von Wirtschafts- und Forstpolitik empfohlen. ...

... Den Verbänden und Institutionen der Forst- und Holzwirtschaft wird darüber hinaus empfohlen, Kooperationen zwischen Waldbesitzern und holzverarbeitender Industrie zu initiieren bzw. zu unterstützen. ...

... Die intensivere Verzahnung der Verbände der Forstwirtschaft mit denen der Holzwirtschaft ist ebenfalls eine Handlungsempfehlung, zu deren Umsetzung die Vorbereitungen jedoch bereits getroffen worden sind (Plattform des Deutschen Forst- und Holzwirtschaftsrates). ..."


Résumé
Grundsätzlich gilt auch für den Bereich Forst und Holz in Hessen, die Feststellung:
Cluster bestehen aus Menschen. Eine zentrale Aufgabe des Clustermanagements ist das „Loyalisieren“ von Funktionsträgern der Branche. Das heißt, eine von der Branche Forst und Holz geprägte Region muss versuchen, die Interessenvertreter dieser Branche für sich und die eigenen Projekte zu gewinnen, so dass die „Kraft einzelner Personen als bewegende Kräfte im Cluster“ regional genutzt werden kann.


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DANKE, Frau Puttrich, fürs Vorantreiben der Cluster-Entwicklung auf Kosten der Mountainbiker!
 
Zuletzt bearbeitet:
Trotzdem sichert Arnold aktive Unterstützung der Mountainbiker nach der Verabschiedung des Gesetzes zu.

Das kann er de jure nur mit Staatswald machen und das ging auch mit dem alten Forstgesetz! Es ist ein Gerücht, daß das nur mit dem neuen Waldgesetz ginge.

So viel, wie da jetzt schon versprochen wurde, wird er sich ohnehin dahingehend festnageln lassen müssen.

Wichtig: Politische Zusicherungen wie zitiert können de jure kommunalen Wald und Privatwald nicht betreffen. An den kommen in Sachen MTB-Förderung weder Lucia Puttrich noch Walter Arnold noch der Papst 'ran.
 
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