Badlands 2024 – Mitgefahren!: „Ich war nicht bereit für Badlands“

Badlands 2024 – Mitgefahren!: „Ich war nicht bereit für Badlands“

Die Route quert zwei Wüsten, man kämpft mit Temperaturen weit über 40 Grad am Tag und im einstelligen Bereich in der Nacht und das alles auf 780 km mit 16.000 Höhenmetern: Das ist das Badlands Gravel Ultracycling Event in Spanien. Und Nathalie Schneitter ließ es sich nicht nehmen, es anzutesten. Hier ist der Gastbericht von Rennrad-News.de.

Den vollständigen Artikel ansehen:
Badlands 2024 – Mitgefahren!: „Ich war nicht bereit für Badlands“
 

Anzeige

Re: Badlands 2024 – Mitgefahren!: „Ich war nicht bereit für Badlands“
Herzlichen Glückwunsch und danke für den Bericht!

Manchmal frage ich mich, als Hobby-Racer ohne Ultra-Erfahrung, ob man zumindest bei Ultra-Rennen über 24h eine Minimal-Pause pro Nacht einführen könnte um die Gefahren durch Sekundenschlaf und Halluzinationen zu verringern? Ich musste ganz schön schlucken als ich gelesen habe, dass man auf einer Abfahrt auf dem Rad einschlafen kann 😕
 
Die Gedanken hatte ich auch, sau gefährlich, ich habe nur Erfahrungen vom einschlafen beim laufen und das nicht nur wegen zu viel Alk, sondern bei dem versuch 100km in 24 Stunden zu laufen, da bin ich in den frühen Morgenstunden auch beim laufen kurz eingenickt, damit war der versuch dann auch gescheitert.
Aber hier mal riesen Respekt das durchgezogen zu haben, finde so berichte immer super interessant zu lesen, danke fürs mitnehmen.
 
Auch wenn ich meine Grenzen viel früher erreiche (Genussbiker ohne Trainingsplan und größere Ambitionen):

Ich kenne das Gefühl - ich konnte einst zum Ende eines >100KM Bike Marathons meine Umwelt nicht mehr richtig wahrnehmen. Sichtfeld nur noch bruchstückhaft und mein Hirn nicht mehr in der Lage zu entscheiden, ob nun der Chickenway oder doch der Drop zu meinen Fahrkünsten oder zu meiner Verfassung passen. Hier hat mich meine Federgabel und sicher auch das Glück vor Schlimmerem bewahrt. Mir war noch nie zuvor alles um mich herum und die Konsequenzen einer falschen Entscheidung so vollkommen egal.

Das war dann auch das letzte Mal, dass ich mich aus falschem Ehrgeiz für die Langdistanz entschieden habe. Ich war dann auch mit der mittleren Strecke zufrieden...
 
Herzlichen Glückwunsch und danke für den Bericht!

Manchmal frage ich mich, als Hobby-Racer ohne Ultra-Erfahrung, ob man zumindest bei Ultra-Rennen über 24h eine Minimal-Pause pro Nacht einführen könnte um die Gefahren durch Sekundenschlaf und Halluzinationen zu verringern? Ich musste ganz schön schlucken als ich gelesen habe, dass man auf einer Abfahrt auf dem Rad einschlafen kann 😕
Jo wusste nicht, dass das da sogar in Bewegung geht. Bin mal auf nem Festival am letzten Tag spät nachts im Stehen eingepennt, aber da war der Boden zum Glück weich :D Wenn ich dran denk, dass das auch beim Radfahren passeiren könnte...
 
Entschuldige, Nathalie Schneitter, ich will nicht über dich urteilen. Das Folgende ist nur mein Gedanke dazu:

Das willentliche Über die eigene spürbare Grenze gehen ,die angeborenen Überlebens-Signale des Gehirns zu ignorieren und den Körper so ins Minus zu fahren ist meines Erachtens grundfalsch. Was willst du dir damit beweisen? Das hat mit dem positiven Effekt des Sports auf den Körper nichts zu tun sondern schwächt nachträglich.
Man weiß ja eigentlich das extrem langes Fahren in großer Hitze nicht schlau ist. Ebenso ein starker Temperaturunterschied. Und ebenso Schlafentzug. Die Gefahr eines Sturzes bei Sekundenschlaf in der Abfahrt... Warum?
 
Ich kenne das Gefühl - ich konnte einst zum Ende eines >100KM Bike Marathons meine Umwelt nicht mehr richtig wahrnehmen.

Das bekomme ich auch schon bei normalen Ausfahrten hin, wenn der Tag und v.a. die Nacht davor stressig war und sonst noch zig Sachen im Kopf herum geistern.
Die Idee wäre ja, dass man in eine Art Flow kommt. Nur, der Flow ist nicht garantiert.


Wir haben hier in der Region einige erfolgreiche Ultra-Sportler. Was die so erzählen, lässt zumindest mich erschaudern. Eine Dame hat pro Rennen mindestens einen Nervenzusammenbruch.
 
Toller Bericht, aber was mich nachdenklich macht.
Was sagt einem der Körper, wenn er nach einer Anstrengung selbst nach 2 Monaten nicht regeneriert hat? Im Sinne des Selbstschutzes, sollten Schlafpausen in den Events zur Pflicht werden. Es kann doch nicht darum gehen, wer mit dem wenigsten Schlaf auskommt sondern wer am Schnellsten fährt.
 
Toller Bericht, aber was mich nachdenklich macht.
Was sagt einem der Körper, wenn er nach einer Anstrengung selbst nach 2 Monaten nicht regeneriert hat? Im Sinne des Selbstschutzes, sollten Schlafpausen in den Events zur Pflicht werden. Es kann doch nicht darum gehen, wer mit dem wenigsten Schlaf auskommt sondern wer am Schnellsten fährt.
das ist völlig normal nach einem 1k km ultrarennen mehrere monate zu brauchen. schau, triathlon profix machen 2 IRONMAN pro Jahr...selbst Marathonläufer laufen 2 schnell pro Jahr. Das braucht halt recht lange, bis alles repariert ist. LG
 
Entschuldige, Nathalie Schneitter, ich will nicht über dich urteilen. Das Folgende ist nur mein Gedanke dazu:

Das willentliche Über die eigene spürbare Grenze gehen ,die angeborenen Überlebens-Signale des Gehirns zu ignorieren und den Körper so ins Minus zu fahren ist meines Erachtens grundfalsch. Was willst du dir damit beweisen? Das hat mit dem positiven Effekt des Sports auf den Körper nichts zu tun sondern schwächt nachträglich.
Man weiß ja eigentlich das extrem langes Fahren in großer Hitze nicht schlau ist. Ebenso ein starker Temperaturunterschied. Und ebenso Schlafentzug. Die Gefahr eines Sturzes bei Sekundenschlaf in der Abfahrt... Warum?
Naja, das ist halt ein Ultra Event. Da geht man körperlich an die äußersten Grenzen. Ist halt Teil des Sports. Ich verstehe und akzeptiere dein Urteil, genauso wie du akzeptieren müsstest, dass es halt Leute gibt, die auf sowas stehen und es versuchen.

Genauso wenig wie du von Nathalie's Erfahrung hier, bin ich z.B. auch kein Fan vom Rampage und dem Druck, der auf die jungen Fahrer und neuerdings Fahrerinnen ausgeübt wird, sie riskieren mit jedem Run ihr leben und verdienen so lächerlich wenig vgl. mit z.B. Straßenfahrern...
Vom Everest kommen im Schnitt auch 98 von 100 (lebend) runter. Muss ich da rauf? Nein. Aber ich habe großen Respekt vor jeder Person, die es versucht!

Natürlich kann man auch ein Ultraevent so fahren, dass man diese Grenzerfahrungen nicht macht, superbe Vorbereitung, allerhöchstes Körpergefühl und sinnvolle Pausen vorausgesetzt. ( https://www.zdf.de/sport/sportstudi...as-haerteste-radrennen-der-welt-doku-100.html Joschka hat es hier super geil durchgezogen ohne Halluzinationen oder Nahtoderfahrungen ;-) ).

@Nathalie: mega ehrlicher Bericht, Chapeau! What´s next ? The Accursed Race ? 8-)
 
Einfach Unsinn, wenn gewinnt, wer am wenigsten schläft. Eine Unart, die inzwischen die Rennstrategie dieser eigentlich geilen Rennen bestimmt. Ich bin für Zwangspausen zum Schlafen.
Dann kann auch wieder die leistungsfähigste Person gewinnen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Naja, das ist halt ein Ultra Event. Da geht man körperlich an die äußersten Grenzen. Ist halt Teil des Sports. Ich verstehe und akzeptiere dein Urteil, genauso wie du akzeptieren müsstest, dass es halt Leute gibt, die auf sowas stehen und es versuchen.

Genauso wenig wie du von Nathalie's Erfahrung hier, bin ich z.B. auch kein Fan vom Rampage und dem Druck, der auf die jungen Fahrer und neuerdings Fahrerinnen ausgeübt wird, sie riskieren mit jedem Run ihr leben und verdienen so lächerlich wenig vgl. mit z.B. Straßenfahrern...
Vom Everest kommen im Schnitt auch 98 von 100 (lebend) runter. Muss ich da rauf? Nein. Aber ich habe großen Respekt vor jeder Person, die es versucht!

Natürlich kann man auch ein Ultraevent so fahren, dass man diese Grenzerfahrungen nicht macht, superbe Vorbereitung, allerhöchstes Körpergefühl und sinnvolle Pausen vorausgesetzt. ( https://www.zdf.de/sport/sportstudi...as-haerteste-radrennen-der-welt-doku-100.html Joschka hat es hier super geil durchgezogen ohne Halluzinationen oder Nahtoderfahrungen ;-) ).

@Nathalie: mega ehrlicher Bericht, Chapeau! What´s next ? The Accursed Race ? 8-)
Ist mir ja alles klar. Ultra-Event und so.
Und genau so akzeptiere ich ja auch das sie sowas macht. Warum auch nicht. Genauer gesagt ist es mir auch egal, sie ist ja nicht meine Tochter oder Freundin. Soll sie machen.
Was mich interessiert: Warum sie als erfahrene Sportlerin mit dem Wissen um die psychologischen und physiologischen Zusammenhänge im Körper sich bewusst nachhaltig schädigt.
Persönliche Herausforderungen kann man sich auch anders suchen.

Wie ich schon in meinem ersten Satz schrieb, ich will hier nicht urteilen, mich interessieren die Beweggründe.
 
Ist mir ja alles klar. Ultra-Event und so.
Und genau so akzeptiere ich ja auch das sie sowas macht. Warum auch nicht. Genauer gesagt ist es mir auch egal, sie ist ja nicht meine Tochter oder Freundin. Soll sie machen.
Was mich interessiert: Warum sie als erfahrene Sportlerin mit dem Wissen um die psychologischen und physiologischen Zusammenhänge im Körper sich bewusst nachhaltig schädigt.
Persönliche Herausforderungen kann man sich auch anders suchen.

Wie ich schon in meinem ersten Satz schrieb, ich will hier nicht urteilen, mich interessieren die Beweggründe.
Das eine ist das Wissen, das andere das eigene Handeln. Geht es nicht jedem von uns im Alltag so? Man weiß um die Schädlichkeit von bestimmten Lebensmitteln oder Genussmitteln und konsumiert sie dennoch. Die eigene Psyche können wir leider nur zum Teil bewußt steuern.

Genau deshalb sehe ich die Veranstalter in Pflicht, die Athleten sich vor sich selbst zu schützen mit Pflichtpausen
 
Das eine ist das Wissen, das andere das eigene Handeln. Geht es nicht jedem von uns im Alltag so? Man weiß um die Schädlichkeit von bestimmten Lebensmitteln oder Genussmitteln und konsumiert sie dennoch. Die eigene Psyche können wir leider nur zum Teil bewußt steuern.

Genau deshalb sehe ich die Veranstalter in Pflicht, die Athleten sich vor sich selbst zu schützen mit Pflichtpausen
Ja, natürlich.
Wenn ich mir auf Arbeit leicht unterzuckert ein Weißmehlbrötchen kaufe weiß ich das das gerade nicht gut ist. Hat aber trotzdem nicht die Auswirkung wie ein tagelanges Rennen ohne Schlaf in der Wüste bei 45 Grad. Das ist ne andere Nummer und meiner Meinung nach nicht vergleichbar.

Aber vielleicht meldet sich die Natalie ja hier und beantwortet meine Frage nach dem Warum.
 
Ja, natürlich.
Wenn ich mir auf Arbeit leicht unterzuckert ein Weißmehlbrötchen kaufe weiß ich das das gerade nicht gut ist. Hat aber trotzdem nicht die Auswirkung wie ein tagelanges Rennen ohne Schlaf in der Wüste bei 45 Grad. Das ist ne andere Nummer und meiner Meinung nach nicht vergleichbar.

Aber vielleicht meldet sich die Natalie ja hier und beantwortet meine Frage nach dem Warum.
Na weil es eine Herausforderung ist, was soll es sonst sein. Jeder Leistungssportler schädigt den Körper nachhaltig. Das ist hier auch nicht anders.
 
Der Sieger der 2024er Ausgabe des Northcape-Tarifa (7370km 78300 hm) hat nach den benötigten 21 Tagen 4:22' (es gibt kein Zeitlimit) in einem Interview gesagt: jedes Ultrarennen macht ihn körperlich ein Jahr älter.

https://www.swr.de/sport/mehr-sport/radsport/christian-englert-nordkap-tarifa-ergebnis-100.html

Mich faszinieren und reizen diese Ultraevents, aber diese Risiken der top10-Fahrer finde ich grenzwertig. Aber es scheint langsam ein Umdenken stattzufinden, zumindest schildert es Christoph Strasser im Sitzfleisch-Podcast zum TCR so.
 
Na weil es eine Herausforderung ist, was soll es sonst sein. Jeder Leistungssportler schädigt den Körper nachhaltig. Das ist hier auch nicht anders.
Ich sagte aber auch schon, das es sinnvollere Herausforderungen gibt als sich zu schädigen.
Und meines Erachtens schadet nicht jeder Leistungssportler seinem Körper.
Ich bin gerade heut ein 45-minütiges CX-Rennen gefahren. Jetzt lieg ich rum, genieße das Serotonin, meine Nudeln mit Ei, hab was schönes getrunken und gehe früh ins Bett. Spätestens übermorgen bin ich wieder topfit.
 
Ja, natürlich.
Wenn ich mir auf Arbeit leicht unterzuckert ein Weißmehlbrötchen kaufe weiß ich das das gerade nicht gut ist. Hat aber trotzdem nicht die Auswirkung wie ein tagelanges Rennen ohne Schlaf in der Wüste bei 45 Grad. Das ist ne andere Nummer und meiner Meinung nach nicht vergleichbar.

Aber vielleicht meldet sich die Natalie ja hier und beantwortet meine Frage nach dem Warum.
Leute wie du werden es niemals verstehen, ob mit oder ohne Erklärung.
 
Es gewinnt doch die leistungsfähigste Person - nur halt nicht nach deiner Definition.
Deine Formate - gewöhnliche Etappenrennen - gibts ja schon.
Und Stürze bei Radrennen sind jetzt wirklich nichts aussergewöhnliches.
Ach komm, wer auf Speed am wenigsten schlafen muss, ist vielleicht auch ein lustiger Wettbewerb, hat aber mit sportlicher Leistung nichts zu tun. Dopingtests sind auch nicht üblich. Scheunentor.
Daher wird es auch kommen: https://www.transiberica.club/sleep-deprivation/

Und generell gibt es auch viel zu tun:
https://velo.outsideonline.com/gravel/gravel-racing/gravel-racings-safety-problem-isnt-going-away/
 
Zuletzt bearbeitet:
Zurück