Bremsbeläge einbremsen

Ich habe aber doch eingebremst, jedenfalls so gut ich konnte. Habe ich ja oben geschrieben, vielleicht hast du es übersehen. Ist ja nicht so, als hätte ich nun einfach drauf gepfiffen.

Davon abgesehen bin ich grundsätzlich immer dankbar, wenn man seine Erfahrungen mit mir teilt.
 
Wenn ich aus der Autowerkstatt mit meinem 2,1t Leergewicht schweren Lieferwagen fahre, bekomm ich auch keinen Hinweis darauf, dass ich vorsichtig sein muss und erst die Beläge einbremsen bevor ich wieder auf die Autobahn darf.
Hokus Pokus. Einbremsen macht man beim Fahren und fertig.
 
Ich persönlich spüre auch keinen Unterschied zwischen Einbremsen und nicht. Einbauen und fahren, fertig.

So halbwissenschaftlich habe ich mal einen Versuch gemacht. Neue Beläge nach Anweisung eingebremst und ein paar Tage gefahren.
Gummi um Bremsgriff (gleichbleibende Bremskraft). Mit der Hand Bremse aufgehalten und eine nicht so steile Straße runterrollen lassen. Bei einer Marke Bremse losgelassen und Bremsweg markiert. Das fünfmal wiederholt.
Und dann nochmal neue Beläge eingebaut und einfach ein paar Tage gefahren und das gleich Prozedere wiederholt.
Mit dem Ergebnis, daß die Bremswege im gleichen Toleranzfeld lagen.
Vielleicht war der Aufbau schlecht, aber mir bringt das Einbremsen nicht.

Wobei ich bei neuen Beläge natürlich nicht gleich in die Doppelschwarze Steilabfahrt einbiege, sondern ein Runde auf dem gemäßigten Hometrail fahre.
mache ich aber generell so, wenn ich neue Teile ans Rad baue, einfach um erstmal sicherzustellen, daß alles funktioniert, bevor es richtig zur Sache geht.

Vielleicht ist das ja auch die Idee hinter den Einbremsvorschriften.
Es mag ja auch Leute geben, die mit neuen Belägen und Scheiben gleich das Stilfser Joch o.ä. runterbrennen. Da kann das Sinnvoll sein.
 
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Eigentlich geht es nicht so her.

Ich reagiere leider einfach allergisch darauf, wenn falsche Informationen geteilt werden, bloß weil man selber keine schlechten Erfahrungen gemacht hat, trotz Fehlbedienung. Und genau das ist jetzt passiert und du bist dankbar für die falschen Informationen. Eine Bremse ist das wichtigste Bauteil am Rad. Falsches oder gar kein Einbremsen, kann zu schlechterer Power führen...geschenkt. Allerdings kann es im Extremfall auch zum Totalausfall führen. Dieser GAU tritt bei 999 von 1000 Leuten nicht ein, aber willst du der eine sein?
was soll bei dem einen Fall passieren?
 
was soll bei dem einen Fall passieren?
Es kann im Extremfall passieren, dass die Beläge schlicht zerfallen. Das "Ausgasen" dient bei den meisten Herstellern auch dazu, dass die volatilen Bestandteile im Bindemittel entweichen, sodass der Binder dann vollständig aushärtet. Wenn jetzt die erste Bremsung im schlimmsten Fall eine Vollbremsung bei hoher Geschwindigkeit ist, kann es zum Aufall kommen, weil der Belag noch nicht so zusammenhält wie er es soll...und sprichwörtlich zerkrümelt. Vergleichbar mit ungebranntem Ton.

Wie bereits gesagt, das sind selbstverständlich Ausnahmen. Und viele Hersteller machen solch ein Scorching schon ab Werk. Aber ihr wisst, dass man auch Beläge für 2 € bekommt und dass generell nicht jeder Hersteller die Standards von Trickstuff oder Galfer erfüllt.

Ich habe einen solchen Totalausfall schon gehabt (bin Werkstoffingenieur und untersuche viele Schadensfälle). Der Betroffene kam im Rollstuhl zu uns. Wenn ihr sowas riskieren wollt, spart euch halt 5 oder 6 kontrollierte Bremsungen.

Deutlich häufiger kommt es dann noch vor, dass die Bremse vor dem richtigen Gebrauch nicht heiß genug wurde, sodass die Beläge dann gern verglasen. Dass das zu reduzierter Leistung und zum nervigen Abschleifen führt, ist wahrscheinlich bekannt.
 
Wobei ich bei neuen Beläge natürlich nicht gleich in die Doppelschwarze Steilabfahrt einbiege
Mimimi :troll:, geht , habs heut erlebt...komplett neues bike (demo) ......der trail fägt aber wie murmelbahn an , bis es wirklich zur sache geht ist jede dh bremse funktionsfähig zu bekommen.......sofern kein fett auf de scheibe war/ist......was den rest vom bike betrifft geht am thema vorbei......
vorm losfahren zu runde 2 machte er einen stoppie und meinte : so , jetzt passt auch die bremse ( guide r)
Aber ihr wisst, dass man auch Beläge für 2 € bekommt


Ein fall von an falscher stelle gespart....

Ach ja , wo? .Ali express?
 
Es kann im Extremfall passieren, dass die Beläge schlicht zerfallen. Das "Ausgasen" dient bei den meisten Herstellern auch dazu, dass die volatilen Bestandteile im Bindemittel entweichen, sodass der Binder dann vollständig aushärtet. Wenn jetzt die erste Bremsung im schlimmsten Fall eine Vollbremsung bei hoher Geschwindigkeit ist, kann es zum Aufall kommen, weil der Belag noch nicht so zusammenhält wie er es soll...und sprichwörtlich zerkrümelt. Vergleichbar mit ungebranntem Ton.

Wie bereits gesagt, das sind selbstverständlich Ausnahmen. Und viele Hersteller machen solch ein Scorching schon ab Werk. Aber ihr wisst, dass man auch Beläge für 2 € bekommt und dass generell nicht jeder Hersteller die Standards von Trickstuff oder Galfer erfüllt.

Ich habe einen solchen Totalausfall schon gehabt (bin Werkstoffingenieur und untersuche viele Schadensfälle). Der Betroffene kam im Rollstuhl zu uns. Wenn ihr sowas riskieren wollt, spart euch halt 5 oder 6 kontrollierte Bremsungen.

Deutlich häufiger kommt es dann noch vor, dass die Bremse vor dem richtigen Gebrauch nicht heiß genug wurde, sodass die Beläge dann gern verglasen. Dass das zu reduzierter Leistung und zum nervigen Abschleifen führt, ist wahrscheinlich bekannt.
Interessant.

In 40 Jahren MTB hatte ich noch keine ablösende Beläge, bin aber immer mit Shimano unterwegs gewesen und habe nie No Name gefahren. Und die erste Fahrt ist auch immer nur der gemäßigte Trail
 
Wenn ich aus der Autowerkstatt mit meinem 2,1t Leergewicht schweren Lieferwagen fahre, bekomm ich auch keinen Hinweis darauf, dass ich vorsichtig sein muss und erst die Beläge einbremsen bevor ich wieder auf die Autobahn darf.
Hokus Pokus. Einbremsen macht man beim Fahren und fertig.
Wechsel die Werkstatt. Selbst bei den billigsten Kuhdung-Belägen liegt ein Aufkleber oder Anhänger für den Schaltknauf bei, daß man die Beläge einbremsen soll.

Beim Auto ist mir auch schon mal ein Belag von der Trägerplatte gefallen. Hängende Kolben, wurde zu heiß.
Schlecht eingebremst kann ein Belag unter Last verglasen und ist dann reif für die Tonne.
 
Wenn ich aus der Autowerkstatt mit meinem 2,1t Leergewicht schweren Lieferwagen fahre, bekomm ich auch keinen Hinweis darauf, dass ich vorsichtig sein muss und erst die Beläge einbremsen bevor ich wieder auf die Autobahn darf.
Hokus Pokus. Einbremsen macht man beim Fahren und fertig.
Die Werkstatt bremst die Beläge für dich ein nach dem Tausch... zumindest sollte sie das tun 😇
 
Interessant.

In 40 Jahren MTB hatte ich noch keine ablösende Beläge, bin aber immer mit Shimano unterwegs gewesen und habe nie No Name gefahren. Und die erste Fahrt ist auch immer nur der gemäßigte Trail
Bestreite ich auch nicht und es ist ja schon ein gewisses Eingeständnis, dass du erst mal zahme Trails fährst. Aber die wenigen Leute, die vom Blitz getroffen werden, schreiben das danach auch nicht mehr ins Forum.

Es geht wie gesagt um unnötige Risiken. Wenn es euch das Wert ist, okay. Was ich einfach nicht okay finde ist, einem Neuling in der Thematik zu sagen, dass das Einbremsen völlig unnötig ist, weil einem selber nie was passiert ist.
 
(bin Werkstoffingenieur und untersuche viele Schadensfälle). Der Betroffene kam im Rollstuhl zu uns. Wenn ihr sowas riskieren wollt, spart euch halt 5 oder 6

Wenn irgendein Hersteller Beläge herstellen und in Umlauf bringen sollte die irgendeine spezielle Prozedure vom Kunden verlangen um nicht zu zerfallen oder ihre Funktion zu erfüllen, so hätte er in der Produkthaftung ein Riesen Problem. Und damit kenne ich mich aus.
 
Was ist mit dem Verglasen der Beläge?

Verglasung entsteht oftmals bei neuen Bremsbelägen. Durch zu hohe Temperaturen können Gase und Harze aus dem Reibstoff austreten, welche in Kombination mit der Hitze zu einem Verglasen des Bremsbelags führen. Folge ist eine glasartige Schicht auf dem Bremsbelag, welche quasi keinen Reibwert aufweist.
 
Wechsel die Werkstatt. Selbst bei den billigsten Kuhdung-Belägen liegt ein Aufkleber oder Anhänger für den Schaltknauf bei, daß man die Beläge einbremsen soll.

Beim Auto ist mir auch schon mal ein Belag von der Trägerplatte gefallen. Hängende Kolben, wurde zu heiß.
Schlecht eingebremst kann ein Belag unter Last verglasen und ist dann reif für die Tonne.
Ich wechsel die Beläge seit Jahren selbst und weder bei Brembo noch bei ATE oder sonst einem namhaften Hersteller steht irgendwas davon in den Beizetteln. Ich halte es für einen Urbanen Mythos und ich kenne niemanden in der analogen Welt der es je gemacht hat oder jemals ein Thema daraus gemacht hätte.
Die Werkstatt bremst die Beläge für dich ein nach dem Tausch... zumindest sollte sie das tun
😇

Na klar macht sie das.
 
Kann auch bei eingebremsten Belägen passieren.
Jupp, aber mir ist das schon einmal mit neuen Belägen gelungen, möglicherweise durch ungenügendes Einbremsen. Das auf einer Abfahrt zu erleben stelle ich mir uncool vor.

Jeder bremst seine Beläge ein, nur auf unterschiedliche Weise. Ich bevorzuge halt eine kontrollierte Umgebung, aber das kann jeder machen wie er möchte. Wie man sich wegen den paar Bremsvorgängen in gerade mal 2-3 Minuten aufregen kann, verstehe ich aber echt nicht.
 
Jupp, aber mir ist das schon einmal mit neuen Belägen gelungen, möglicherweise durch ungenügendes Einbremsen. Das auf einer Abfahrt zu erleben stelle ich mir uncool vor.

Jeder bremst seine Beläge ein, nur auf unterschiedliche Weise. Ich bevorzuge halt eine kontrollierte Umgebung, aber das kann jeder machen wie er möchte. Wie man sich wegen den paar Bremsvorgängen in gerade mal 2-3 Minuten aufregen kann, verstehe ich aber echt nicht.
Dann hast du aber auch falsch gebremst wer dauernd schleifend eine Alpenabfahrt runter fährt muss sich nicht wundern, das war auch schon mit Felgenbremsen so.
 
Ich wechsel die Beläge seit Jahren selbst und weder bei Brembo noch bei ATE oder sonst einem namhaften Hersteller steht irgendwas davon in den Beizetteln. Ich halte es für einen Urbanen Mythos und ich kenne niemanden in der analogen Welt der es je gemacht hat oder jemals ein Thema daraus gemacht hätte.

https://www.at-rs.de/Einbremsen.html
Bei ATE muß auf jeden Fall was dabei sein. Bei Ferodo liegt was bei, ebenso bei Pagid.
Hier die (unterschiedlichen) Anleitungen, wie die Hersteller ihre Beläge eingebremst haben wollen: https://www.at-rs.de/anleitungen.html
In der Werkstatt bei BMW bekam der Kunde immer einen Anhänger an den Schaltknauf, seit Ewigkeiten.

Die Anleitungen von Trickstuff, sowohl zum Einbremsen der Beläge als auch der Scheibe:

https://trickstuff.de/wp-content/uploads/2022/06/220601_Anleitung_Bremsbelaege_KL_JG.pdfhttps://trickstuff.de/wp-content/uploads/2021/06/200603_Bremsscheiben_D_KL.pdf
 
https://www.at-rs.de/Einbremsen.html
Bei ATE muß auf jeden Fall was dabei sein. Bei Ferodo liegt was bei, ebenso bei Pagid.
Hier die (unterschiedlichen) Anleitungen, wie die Hersteller ihre Beläge eingebremst haben wollen: https://www.at-rs.de/anleitungen.html
In der Werkstatt bei BMW bekam der Kunde immer einen Anhänger an den Schaltknauf, seit Ewigkeiten.

Die Anleitungen von Trickstuff, sowohl zum Einbremsen der Beläge als auch der Scheibe:

https://trickstuff.de/wp-content/uploads/2022/06/220601_Anleitung_Bremsbelaege_KL_JG.pdfhttps://trickstuff.de/wp-content/uploads/2021/06/200603_Bremsscheiben_D_KL.pdf
Bei deinem Link geht es aber bis auf ein einziges pdf nur um Sportbeläge und nicht um reguläre für den Hausgebrauch. Vielleicht liegt auch darin der Unterschied. Kann mir nicht vorstellen, dass es sich irgendein Autoteile Hersteller erlauben könnte die Beäge nicht fahrfertig auszuliefern. Da wäre das Fehlerpotenzial zu hoch. Autos sind hald keine Mountainbikes. Eine 80 jährige Omi die am iPhone nicht mal den Notruf wählen kann wäre damit gnadenlos überfordert. Brauch mir nur meine Mutter dabei vorstellen wie die sowas zustande bringen soll.
Die jungs von Brembo werden die Beläge dann wohl doch zu den Cantuccini ins Backrohr schieben vor der Auslieferung.
Bei Beläge für Räder ist mir bewusst, dass es immer dabei steht. Magura ist da auch sehr deutlich. Trotzdem hab ichs noch nie gemacht und trotzdem bremsen meine tadellos und ich lebe noch.
DA steht aber nur dass in der Einbremszeit die Bremsleistung noch nicht 100% vorhanden ist. Das ist Klar aber das hast du auch wenn du die Scheibe wechselst und die Beläge sind schon gebraucht. Da müssen sich die beiden Teile erst auf einander zurecht bremsen. Das ist völlig normal.
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
Trotzdem hab ichs noch nie gemacht und trotzdem bremsen meine tadellos und ich lebe noch.

Es bezweifelt hier niemand, dass du
  1. noch lebst
  2. das (Einbremsen) noch nie gemacht hast
  3. niemanden persönlich kennst, der das je gemacht hat.
Die Aussagen von @JayJay1989 werden dadurch aber nicht weniger richtig und ich persönlich bin bei überlebenswichtigen Komponenten lieber etwas zu gründlich als nicht gründlich genug.
Inzwischen sollte der TE genügend "Meinungen" zum Thema gesammelt haben, so dass man die Grabenkämpfe dann auch mal sein lassen kann. :o
 
Wenn irgendein Hersteller Beläge herstellen und in Umlauf bringen sollte die irgendeine spezielle Prozedure vom Kunden verlangen um nicht zu zerfallen oder ihre Funktion zu erfüllen, so hätte er in der Produkthaftung ein Riesen Problem. Und damit kenne ich mich aus.
"Einbremszeit •Scheibenbremsen benötigen eine Einbremsungszeit.Die Bremskraft erhöht sich mit fortlaufender Zeit.Sind Sie sich deshalb während der Einbremsungszeit bewußt, dass sich die Bremskraft erhöhen kann.Der gleiche Zustand tritt auch nach dem Ersetzen der Bremsklötze oder der Scheibe auf"

Zitat Shimano. Keine Ahnung, womit du dich auskennst, mit der Materialtechnik hier jedenfalls nicht. Guck bei Trickstuff, Sram, insbesondere Magura usw. Da gibt es sogar richtige Anleitungen mit Zahlen und Erklärungen zum Vorgehen. Ich liefer dir einen Teil der technischen Erklärung, warum die Hersteller und jedes verdammte unabhängige Institut, Radlabor, jede Website und jedes Magazin das Einbremsen hochgradig wichtig ansieht. Du willst es aber nicht verstehen.

Das war jetzt wirklich die letzte direkte Wortmeldung zu dir.
 
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