Commuting

Stefan Pan

Kugelblitz
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19. April 2002
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Berlin
Hallo, etwas off-topic, aber da es hier ja auch das Thema Stadtschlampen gibt:

Unter

http://commuting.blog.de/

ergründe ich die Abgründe des Pendelns ohne Auto, dafür mit Fahrrad, Singlespeeder, Vespa, Skateboard, S-Bahn, Deutscher Bahn... (Perspektivisch vielleicht auch mit Inlinern, Einrad, per Pedes, joggend, mit dem Tretroller...)

mein SSP dazu ist (mal wieder:mad:) gerade fertig geworden...
 

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Re: Commuting
Schaltung kann ich in Berlin nicht ausfahren, warum soll ich das Mehrgewicht dann mitschleppen und den höheren Verschleiss in Kauf nehmen?

Das stimmt. Aber wenn ich an die Bastelarbeit denke, das bezahlte Lehrgeld und den Feldversuch, die persönlich richtige Übersetzung zu finden... Scheint mir (noch ?) für den gemeinen Gelegenheits-Pendler eher exotisch.

Scheint TMHO doch eher was für fahrradaffine Freaks wie uns zu sein...

Fairerweise muss ich aber zugeben, dass ich keine Erfahrung mit fertig gekauften Singlespeed Rädern habe.
 
Scheint mir (noch ?) für den gemeinen Gelegenheits-Pendler eher exotisch.

Scheint TMHO doch eher was für fahrradaffine Freaks wie uns zu sein...

SSP dürfte für viel mehr Alltagsradler sinnvoll sein, als man meinen könnte. Ich wohne in hügeliger Gegend und beobachte an bestimmten Anstiegen immer wieder, wie Radfahrer/innen trotz Schaltung entweder im grossen Gang im Wiegetritt fahren oder schieben.

Habe an einer Stelle einfach mal ein paar Leute nach dem Grund der Schaltungs-Nichtbenutzung gefragt. Dabei waren:

"Ich schalte nicht gerne"

"Die Schaltung ist kaputt"

"Bergauf schieben ist leichter"

In allen drei Fällen wäre ein Singlespeeder die bessere Wahl.
 
Zur reinen Fortbewegung taucht ein Schaltrad eigentlich genauso gut, wie ein SSP. Und ob ich die Schaltung jetzt z.B. in Berlin ausfahren könnte, oder nicht, spielt doch eigentlich keine Rolle, ebensowenig, wie das geringe Mehrgewicht.

Was aber eine große Rolle spielt, ist zunächst mal die optische Schönheit eines SSP, aber vor allem die moralische Überlegenheit des SSP-Piloten gegenüber dem Schalter.

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Zur reinen Fortbewegung taucht ein Schaltrad eigentlich genauso gut, wie ein SSP. Und ob ich die Schaltung jetzt z.B. in Berlin ausfahren könnte, oder nicht, spielt doch eigentlich keine Rolle, ebensowenig, wie das geringe Mehrgewicht.

Was aber eine große Rolle spielt, ist zunächst mal die optische Schönheit eines SSP, aber vor allem die moralische Überlegenheit des SSP-Piloten gegenüber dem Schalter.
Agreed. Besser hätte ich es nicht ausdrücken können. :rolleyes: Ich erstatte dann weiter Bericht...
 
Eigentlich habe ich das Singlespeeden (Eingangradfahren) zur Arbeit und zurück ja inzwischen ganz gut im Griff. Zurzeit ist oft heftiger Wind, der ausgerechnet die Rückfahrt doch beschwerlich werden lässt. Die Position am Unterlenker ist dann schon sinnvoll, weil windschlüpfrig - aber auch auf Dauer anstrengend.

Am Donnerstag bin ich das erste Mal an die Grenzen des Singlespeedens gekommen, als mich ein netter (und schneller) Rennradfahrer im Windschatten mitnehmen wollte. Ab so 35 km/h konnte ich mit meiner Nähmaschine einfach nicht mehr hinterher treten.

Donnerstag abend habe ich die S-Bahn genommen, weil es dunkel war, in Strömen regnete und ich trotz Notregenjacke einfach zu kalt angezogen war. Weiß ich noch nicht, ob ich jemals wieder so hart werde...

Bei Regen, größeren Transportaufgaben oder wenn ich noch woanders hin will oder muss läuft es noch nicht so rund. Da steht dann oft die Logistik-Aufgabe nicht in Relation zu den paar Kilometern Fahrradfahren.

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Lange nichts von mir gegeben, daher mal ein kleines Zwischenfazit meines Singlespeed-Fahrrad-Commuting-Projektes:

Mein Singlespeed-Commuting-Fahrrad funktioniert bisher sehr gut :). Ich war ja skeptisch wegen des Magic Gear:idea:, bei dem die Übersetzung genau passend zur Kettenstrebenlänge ausgerechnet wird. Funktioniert aber gut. Das Setup mit Querfeldeinrahmen, hoch montiertem Rennlenker, MTB-Klickpedalen, Rennreifen vorne und Tourenreifen hinten plus Notschutzblechen ist für die Stadt für mich ideal. Die relativ kurze Übersetzung 34:14 (1:2,4, ca wie 42:17) ist für mich auch gelungen, da man an der Ampel und nach stadttypischen Rollsituationen noch gut wegkommt. Viel schneller als 30 kann ich damit dann nicht fahren, aber das muss man im Stadverkehr meistens eh gleich wieder runterbremsen.

Den Weg zur Arbeit (20 km) für eine Strecke lege ich inzwischen gerne und je nach Einsatz relativ entspannt mit dem Singlaspeeder zurück. Meistens schaffe ich das so 2-4 Mal pro Woche, sind dann immerhin schonmal so 120km...

Komplizertere Aktionen mit mehreren Stops, unbekannten Strecken und irgendwelchem Gepäcktransport sind nach wie eher schwierig weil nervig. Da nehme ich dann oft die Vespa, weil die sich praktischer beladen lässt und ich mich nicht umziehen muss.

Bei schlechtem Wetter weiche ich schon gerne auf die S-Bahn aus. Dann muss man auch nicht Tonnen von Regenkleidung mitschleppen.

Am meisten nervt das Umziehen. Zivilklamotten taugen für die Strecke nur sehr bedingt. Jeans mit Fahrradunterhose geht zur Not. Überhaupt ist die Logistik - Lampe aufgeladen?, was zieh ich an, was nehme ich für hinterher mit? Habe ich meine Windjacke?... - nicht ganz einfach.

Für die Fitness hat das eine ganze Menge gebracht, jedenfalls war beim Triathlon die Radleistung OK, ohne großartiges Zusatztraining. Ich merke auch, wie ich viel entspannter im Verkehr werde, weil mir kleinere Behinderungen inzwischen völlig egal sind. :zz:

Etwas schwierig ist die Abstimmung mit sonstigem Training und Sport, da fällt schonmal die eine oder andere Radfahrt aus, weil ich am Tag zuvor viel Sport gemacht habe oder am Wochenende ein Wettkampf ansteht. Sollte mit zunehmender Fitness :oops: besser werden. Dann kann man 2 mal 20km locker fahren als sinnvolle Kompensation abbuchen.

Zur Optimmierung fällt mir nur das Gewicht (12kg?) und der zwar schicke aber an einem Stadtrad eher unpraktische und ohne Radkleidung eher unbequeme Brooks Sattel ein. Wenn ich das Geld hätte, würde ich für das Pendeln ein sehr ähnliches Rad mit deutlich leichteren Komponenten und horizontalen Ausfallenden aufbauen. Und nem Terry Sattel oder ähnlich. Müsste ja locker unter 10 kg hinzubekommen sein. Andererseits sollte ich über einen Gepäckträger nachdenken...

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Also zu deinem Licht problem, Nabendynamo ist das Zauberwort :D
Und Wegen dem Training, dadurch wird die Ausdauer enorm gesteigert, sodass ich eig. nich platt bin, wenn ich auch mal größere Strecken fahr und vorallem ich bin so jemand der gern mal die Herrn profi Mountainbiker ärgerd bzw stehn lässt....
Also all in all ich find es einfach toll, mal vom purismus abgesehn und wenn man eine höhere Übersetztung fährt, gewöhnt man sich relativ schnell daran ich fahr 1:4,5 auf 28"....
 
ich fahr 1:2,11111111111111111111111111111111111111111111111111111 bei 12% steigung auf losem untergrund. hab ich jetzt auch dieses moralzeuchs an die hacken?
 
Also zu deinem Licht problem, Nabendynamo ist das Zauberwort :D
[...]
ich fahr 1:4,5 auf 28"....

Naja, Frage der Beine und der Trittfrequenz ich fahr 3:1 auf meinem Zeitfahrrrad (~36 km/h), da würde ich mit 4,5:1 wahrscheinlich 10 Minuten zum losfahren an der Ampel brauchen. Weiß auch nicht, ob es sinnvoll ist, einen Gang zu fahren (54:12), den nicht mal Eddy Merckx im Sprint brauchte. Theoretisch sollte man dann wohl eher an der Trittfrequenz arbeiten.

Klar kann man Nabendynamo, Licht, Gepäckträger, Anhängerkupplung, Lenkertäschchen, Radio und Minibar anbauen... Und dann nimmt man nach meiner Erfahrung gerne das Rad, an dem das alles nicht dran ist...
 
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Letzten Mittwoch ist mir die Kette auf der Heimfahrt gerissen. Ich hätte wohl nicht schreiben dürfen, wie prima alles funktioniert... Wahrscheinlich ein Fehler beim Vernieten. Bei billigen Ketten ohne Spezial-Nietstift ist das Vernieten immer ein bisschen Glückssache. Zum Glück ist nichts passiert und das Ganze geschah vielleicht 400m von einem Fahrradladen entfernt. :-) Die Neue Kette habe ich gekürzt und mit einem Kettenschloss geschlossen. Das sah ganz vertrauenserweckend aus. Die Kette sitzt jetzt erst mal ziemlich Stramm.

Kostenpunkt: 14 Euro plus Trinkgeld, Zeitverlust: eine halbe Stunde.

Für Singlespeed-Interessierte:
Leider passte die "richtige" - ziemlich breite - Singlespeedkette nicht durch die Führungsscheiben neben dem Ritzel, sodass ich eine schmalere und daher vermutlich nicht so haltbare Schaltungskette (8-fach) verwenden musste. Schaltungsketten sind auch seitlich etwas elastischer, was beim Eingangfahrrad ziemlich nachteilig ist, da die Kette tendenziell schneller abfällt. Wir werden sehen.
 
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