carmin schrieb:
Dass Du bei Wahlen auch für nichtdemokratische Parteien stimmen kannst -- macht das die Demokratie absurd?
@ Prediger: Zweifel ist immer gut, aber ich sehe diese Umfrage als induktive
Statistik, die selbst dann noch Aussagekraft hat, wenn 1-2 Querschläger
falsch abstimmen. Das gleicht sich durch die Doper aus, die doch lieber
schweigen. Eine Umfrage muss nicht immer eine einfache Aussage machen.
Man kann ja auch mal drüber nachdenken. Wenn du einfache Ergebnisse
willst, schau dir meine Höhenmeter-Umfrage an. Da ist alles leicht verständlich:
http://www.mtb-news.de/forum/showthread.php?t=146943&page=2&pp=30
Was die Doping-Umfrage zeigt:
1) 44% der Teilnehmer haben noch nie was von Doping bei Hobbybikern gehört.
Das Problem ist also nicht so schlimm, dass alle darüber reden, wie z. B.
beim Profisport. Da würden sicher 99% angeben, etwas von Doping gehört
zu haben.
2) Interessant finde ich auch, dass 22 Teilnehmer angeben, konkret Doper
zu kennen. Die wissen also davon und machen nichts dagegen?
Oder handelt es sich hier wieder nur um Wunschdenken? Dass die 22
"wissenden" Doping-Gerüchte and 46 "halbwissende" weitergegeben haben,
wundert mich nicht.
3) Interessanter finde ich aber die hohe Bereitschaft, künstliche erlaubte
Nahrungsergänzungsmittel zu schlucken. (Ich gehöre übrigens auch dazu).
Die prinzipielle Bereitschaft zur Leistungssteigerung mit unschädlichen und
erlaubten Mittelchen ist also bei vielen da. Fragt sich nur, was diese Leute
(mich eingeschlossen) machen würden, wenn sie per Geheimtip ein angeblich
unschädliches Mittel bekommen könnten, das noch auf keiner Dopingliste steht
und die Leistung enorm steigern soll.
4) die Experimente mit Coffein und Aspirin sind zwar erlaubt, zeigen aber,
dass einige ihre Gesundheit im Zweifelsfall gefährden, um "fitter" zu sein.
Der ideelle Unterschied zwischen einer Aspirin- und Multivitamintablette
ist hoffentlich klar - das eine schluckt man weil man denkt, dass es dem
Körper gut tut, das andere zwingt den Körper zur geforderten Leistung.
So sehe ich das wenigstens. Andere Meinungen höre ich gerne.
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Ganz aktuell und sicher auch durch diese Umfrage beeinflusst:
Der internationale Kampf gegen Doping wird weiter verschärft.
Zum Abschluss des dreitägigen Symposiums "Dopingprävention"
in Heidelberg verfassten rund 80 Teilnehmer aus neun europäischen
Ländern die sogenannte "Heidelberger Erklärung".
Die "Heidelberger Erklärung" im Wortlaut
1. Doping erfasst in immer größerem Maße auch den Freizeit-und Fitnessbereich der Gesellschaft.
2. Die Autonomie des Sports allein hat sich für eine wirklich effektive Dopingbekämpfung als völlig unzureichend erwiesen.
3. Wir fordern Bundesregierung und Länder zu einer umfassenden gesetzlichen Neuregelung in Form eines Anti-Doping-Gesetzes nach dem Vorbild anderer europäischer Staaten auf.
4. Wir fordern die Schaffung öffentlich geförderter Präventionsprogramme auf allen Ebenen des Sports, insbesondere zur Bekämpfung der besorgniserregenden Zunahme des Dopings bei Kindern und Jugendlichen.
5. Wir fordern die Wirtschaft auf, mit gezieltem finanziellen Engagement Einfluss und Druck auf die Anti-Doping-Politik der Verbände auszuüben.
6. Wir fordern Apotheker, Ärzte, Lehrer, Trainer, Betreuer, Verbandsfunktionäre und insbesondere Eltern zur ernsthaften Beteiligung an wirkungsvollen Anti-Doping-Maßnahmen auf.
7. Wir fordern die Massenmedien zu einer Sportberichterstattung auf, die anstelle einer bedingungslosen Erfolgsorientierung die Werte des sauberen Sports herausstellt
Thb