Ein paar allgemein Dinge, Anmerkungen ohne Wertung:
Hier fragen und empfehlen Leute die sich zum einen nicht kennen und zum anderen unter Begriffen wie "Downhill", "Uphill", "Grip", und "Rollwiderstand unterschiedliche Dinge verstehen. Es unterhalten sich Fahrer mit vollkommen unterschiedlichen Ambitionen und damit verbundenen Erfahrungen. Für den einen ist ein Reifen eine Anschaffung die Überlegung braucht, für den anderen ein Parameter den man verändern kann wie zwei Klicks weniger Zugstufe...
Das sieht man alleine schon daran wenn über Drücke und die Karkassen gesprochen wird. Mir persöhnlich geht es so, dass ich beim DH fahren auf einigen Strecken (Todtnau, Wildbad) auch mit 2ply Reifen nicht allzuweit unter 2 Bar gehen kann.
z.B. die 2.5er Baron fahre ich da mit knapp über 2 Bar um mit 0-2 Durchschlägen pro Abfahrt durchzukommen. Das hält mit Latexschläuchen und wie meine Felgen (Flow) aussehen nehme ich in kauf, das gehört dazu. Andere sagen - uUst zu Recht - dass Dellen auf der Felge ein absolutes No-Go sind und können sölche Drücke bei solchen Reifen nicht nachvolliehen => ergibt unterschiedliche Anforderungen an die Reifen obwohl evtl. von den gleichen Dingen (Downhill, Druck kurz vor Durchschlag) geredet wird.
Dann die Frage ob man sein Rad durch die Reifenwahl beschneidet. Ob ich jetzt auf nem gut pedalierbaren 180mm Freerider mit 7-800g "Leichtbaureifen" sitze oder auf nem flachen Trailbike mit 140-160mm Federweg mit 1,2 kg DH Schlappen macht meiner Erfahrung nach bergab keinen großen Unterschied. Hier sinds dann wieder unterschiedliche Geschmäcker und Sichtweisen.
DH Schlappen und Touren >2000Hm sind auch kein Problem, solang die Anstiege steil genug sind. Mit den schweren Reifen weichen versaut man sich nur Überführungspassagen im flachen (auf Asphalt dann auch direkt noch den Reifen) und flache Anstiege. Sobald es steil wird und man im kleinsten Gang hochkricht ist der Reifen relativ egal. Beim Tourenfahren ist das Reifengewicht ziemlich egal, was man meistens merkt ist die Gummimischung und das damiteinhergende Walkverhalten (/Dämpfung). Schwere Reifen gehen halt meistens mit stärkerer Dämpfung einher.
Reifen sind ganz starke Geschmacksfrage was den Fahrstil angeht. Ich pers. komme bergab bei den meisten Bedingungen&Strecken mit nem Highroller besser klar als mit nem gleichwertigen (Gummi, Karkasse) Minion. Scylla zum Beispiel geht es andersrum. Hier gibt es nicht unbedingt ein "richtig" oder "falsch".
Da die meisten Leute die soviel Geld in die Bikes stecken ja langfristig bei dem Hobby bleiben mein Tipp:
Beim Bike/bei den Anbauteilen ein bisschen kürzer treten und einfach mal nen Haufen Reifen kaufen (muss nicht auf nen Schlag sein, kann man ja auch über die Saison verteilen). Da sind wenn einem die Erfahrung mit verschiedenen Reifen fehlt und man diesbzgl. wirklich nach seinem persöhnlichen Optimum sucht 300-400 Euro erstmal besser angelegt als in nem halben Kilo was man am Bike spart. Bei mir haben sich da mittlerweile 20-30 Reifen angesammelt, jeder war ein Erfahrungs-/Informationsgewinn...
Wer darauf kein Bock hat soll sich von dem Gedanken seinen optimalen Reifen zu finden verabschieden und einfach gut funktionierende Allroundlösung nehmen. Da macht man mit den meisten 700-900g Reifen einfach nichts falsch. Die funktionieren alle brauchbar (Meine Empfehlung hier wäre im Moment eben der 2.3er Baron vorne mit ner Rubberqueen oder nem FatAlbert hinten.) und es gibt noch soviele andere Baustellen bei denen größere Probleme liegen deren sich viele Biker nicht bewusst sind.
Der Reifen kann noch so gut sein, wenn man bergab die Zugstufe falsch eingestellt hat (das kann jetzt wos kalt wird schnell passieren, lustigerweise merken es relativ viele nicht und meckern dann ständig über die Reifen, die Form, den Untergrund, die Badehose

, whatever...) ist der Unterschied zwischen guter&schlechter Zugstufe so groß wie zwischen nem 2.25er Fat Albert und nem Highroller DH mit weichem Gummi...
grüße,
Jan