Den ersten Tag sitze ich wieder hier auf der Maloche, die Schenkel und Waden vermelden leichten Muskelkater. Nachwehen der letzten 8 Tage und 800 km in den Bergen des Iser- und Riesengebirges.
Diesmal reisten wir nicht wie gewohnt mit den MTB´s an, sondern mit dem Rennrad, galt diese Woche doch als Vorbereitung auf eine lange Straßensaison. 23 °C und Sonnenschein empfingen uns in Tanvald, die Klamotten schnell ins Haus geworfen und ab ging es die ersten Kilometer. Die Altherrentour, auf deren Namenstäuschung ich vor Jahren mal reingefallen war, sollte zum Einrollen genutzt werden. So ging es ca. 70 km durch das flache Hinterland, welches mit zahllosen Rampen zwischen 200 und 300 hm und 10-12% Steigung aufwahrtet.
Es ging erstaunlich gut an den Rampen. Konnte ich mich doch entsinnen, mich an einigen dieser Steigungen mal mit 8 km/h hochgequält zu haben, heute waren es selten unter 15. Da Eisenfuß im Moment ziemlich unfit ist, durfte ich die Rampen auch immer zweimal fahren, um nicht jedes Mal oben warten zu müssen.
Der zweite Tag führte etwa in das selbe Gebiet, einige längere Anstiege wurden jedoch schon eingebaut. Zufrieden konnte dann am Abend das eine oder andere tschechische Bierchen die Kehle runterlaufen..
Am dritten Tag wurde dann kühn der Vorstoß in das Riesengebirge geplant. Ziel: Der Ort Misecky unterhalb der Elbquelle. Ein neuer Weg dorthin, den ich zufällig auf einer Karte gesehen habe, sollte zusätzlich erkundet werden. Nach den obligatorischen 700 hm zum Warmfahren erfolgte in Jablonec n.N der Einstieg ins Riesengebirge. Eine kleine Straße führte kilometerlang leicht nach oben.
Dann wurde es langsam etwas steiler, bis wir einen Bach überquerten und hinter einer Kurve die Straße in Richtung der Gipfel zeigte. Mit 39-23 stampfte ich den Anstieg hoch, nach ca. 1 km wieder eine Kurve. Hier zeigten die Reste des Teerbelags dann schier in den Himmel. Ich schätze mal auf 22-23%. Mit 39-23 musste ich dermaßen am Lenker reißen um 5 km/h zu fahren, dass ich mir beinahe die Schulter auskugelte. Nach dreiviertel des Anstiegs tat ich einfach so, als wollte ich einen Hund streicheln, der vor einem kleinen Häuschen stand. Treten konnte ich zwar noch aber den Lenker nicht mehr festhalten. Eisenfuß war längst abgestiegen und schob in der Ferne das Rad. Um wieder aufs Rad zu kommen, musste ich mich quer zur Straße stellen und versuchen in die Pedale zu kommen und drückte dann weiter den Anstieg hoch, der nach 200 m etwas flacher wurde.
Diesmal verzichtete ich darauf, den Berg zweimal zu fahren.
Der Anstieg zur Elbquelle mit seinen 15% an Ende war dann ein Kinderspiel.
Der Lohn des langen Aufstiegs war dann eine endlose Abfahrt in das Tal der Iser. Mit über 70 Sachen ging die Straße hinab.
Der vierte Tag wurde als Ruhetag zum Wandern genutzt, 10 km in 4 h. Rifli dürfte die Strecke zum Gipfelkreuz noch kennen...
Am Tag fünf führte die Strecke über das Isergebirge nach Liberec und zurück über Jablonec. In der Nacht gab es einen Kälteeinbruch mit 10°C. Den ganzen Morgen war mir kalt und die erste Abfahrt nach Tanvald bei noch 5°C verbesserte die Situation nicht. So fuhr ich den ganzen Tag wortlos und fröstelnd Berg hoch und runter. Kurz vor Liberec verschätze ich mich dann in einer Kurve und hätte beinahe Flugstunden genommen. Bei Gegenverkehr und ca. 60 km/h wäre das ins Auge gegangen. Hinter Liberec mussten wir dann die Europastraße fahren, LKW an LKW rollten an uns vorbei und bliesen ihren Dreck in unsere Gesichter. Ich hatte eine miese Laune und war abends froh, den Tag hinter mir zu haben.
Am nächsten Morgen war es immer noch ziemlich kalt und wir heizten in der Küche was der Ofen hergab, bei 40 °C Raumtemperatur war es uns dann aber doch etwas viel.
Heute suchte ich mir eine Strecke über Hejnice, Nove Mesto und über das polnische Szklarska Poreba und Harrachov zurück aus. Nach Hejnice mussten über den Pass fahren, welcher im Winter für Autos gesperrt ist. Dort befindet sich ein Trinkwasserstausee, weshalb die Straße nicht geräumt werden darf. Teilweise war die Straße jedoch nicht abgetaut und mit dem RR nicht fahrbar, was uns jedoch nicht abhielt.
So benötigten wir für die 7 km etwa eine Stunde.
Meine Überschuhe waren vom Eis zerfetzt und meine Carbongabel hat ordentlich was abbekommen, als ich auf dem Eis in die Leitplanke gerutscht bin.
Das war nicht die beste Idee aber es war sehr abenteuerlich. Nach kurzer Rast an der Smedava-Baude ging es die kurvige Straße nach Hejnice hinab, ab hier war sie wieder ordentlich geräumt. Auf polnischer Seite folgten wir dann einem Schild, welches auf das Ortszentrum von Swieradow Zdroj hinwies. Das war jedoch eindeutig eine Touristenfalle. Den Straßenbemalungen zufolge wurde dies auch als Bergwertung bei Straßenrennen genutzt. 1,5 km bei 18-20%, ich bin gerade so bis hoch gekommen. Bis Harrachov folgte dann ein Schlagloch dem nächsten (was zu starkem Kopfschmerz führte) und ich war froh, wieder auf der tschechischen Seite zu sein.
Am Morgen des siebten Tages hatte ich immer noch Kopfschmerzen und eine gewisse Übelkeit gesellte sich hinzu. Hatte ich mir auf den eiskalten Abfahrten was weggeholt? Wir setzten uns trotzdem aufs Rad und wollten 30 km etwas locker fahren. Am Ende waren es 60 km aber bei sehr gemütlichen Tempo. Abends waren dann auch Kopfschmerz und Übelkeit verschwunden.
Am Tag acht sah der Himmel nicht mehr so freundlich aus wie an den letzten Tagen. Wir beschlossen, uns nicht allzu weit vom Haus zu entfernen und den Gebirgskamm zwischen Prichovice und Vysoke einige male zu queren. Nach der ersten Abfahrt machten wir dann doch noch einen Schlenker von Rokytnice in das Riesengebirge. Hier stellten wir erst mal fest, dass Berlin doch ziemlich Bergig ist:
Vom Gipfel hinab entdeckten wir dann noch eine neue Abfahrt nach Ponikla, die gerade für 14.000.000 Kronen erneuert wurde (zumindest stand das auf einem Hinweisschild). Welch ein Spaß, die Kurven konnte man fast ohne bremsen in mörderischer Schräglage fahren. Den Rest der Tour widmeten wir dem eigentlichen Vorhaben, den Gebirgskamm hoch und runter zu fahren.
Am neunten Tag sollte die Heimreise angetreten werden. Eisenfuß wollte nicht mehr Rad fahren, weshalb er den Vorschlag machte mit dem Auto zu fahren und ich mit dem Rad über Polen bis Görlitz. Nach kurzem lockeren Fahren (wie jeden Tag) ging es die bekannte Strecke über Harrachov, Szklarka Poreba, Swieradow Zdroj in Richtung Heimat. Heute drückte ich auch bergab und auf den Ebenen (sonst hab ich mich da ausgeruht), nur selten ging der Tacho unter 35 und in Lesna musste ich nach 75 km die Segel streichen. Die Beine waren müde, die Kilometer in den Bergen haben die Muskeln erschlaffen lassen...
OnkelW
Diesmal reisten wir nicht wie gewohnt mit den MTB´s an, sondern mit dem Rennrad, galt diese Woche doch als Vorbereitung auf eine lange Straßensaison. 23 °C und Sonnenschein empfingen uns in Tanvald, die Klamotten schnell ins Haus geworfen und ab ging es die ersten Kilometer. Die Altherrentour, auf deren Namenstäuschung ich vor Jahren mal reingefallen war, sollte zum Einrollen genutzt werden. So ging es ca. 70 km durch das flache Hinterland, welches mit zahllosen Rampen zwischen 200 und 300 hm und 10-12% Steigung aufwahrtet.
Es ging erstaunlich gut an den Rampen. Konnte ich mich doch entsinnen, mich an einigen dieser Steigungen mal mit 8 km/h hochgequält zu haben, heute waren es selten unter 15. Da Eisenfuß im Moment ziemlich unfit ist, durfte ich die Rampen auch immer zweimal fahren, um nicht jedes Mal oben warten zu müssen.
Der zweite Tag führte etwa in das selbe Gebiet, einige längere Anstiege wurden jedoch schon eingebaut. Zufrieden konnte dann am Abend das eine oder andere tschechische Bierchen die Kehle runterlaufen..
Am dritten Tag wurde dann kühn der Vorstoß in das Riesengebirge geplant. Ziel: Der Ort Misecky unterhalb der Elbquelle. Ein neuer Weg dorthin, den ich zufällig auf einer Karte gesehen habe, sollte zusätzlich erkundet werden. Nach den obligatorischen 700 hm zum Warmfahren erfolgte in Jablonec n.N der Einstieg ins Riesengebirge. Eine kleine Straße führte kilometerlang leicht nach oben.
Dann wurde es langsam etwas steiler, bis wir einen Bach überquerten und hinter einer Kurve die Straße in Richtung der Gipfel zeigte. Mit 39-23 stampfte ich den Anstieg hoch, nach ca. 1 km wieder eine Kurve. Hier zeigten die Reste des Teerbelags dann schier in den Himmel. Ich schätze mal auf 22-23%. Mit 39-23 musste ich dermaßen am Lenker reißen um 5 km/h zu fahren, dass ich mir beinahe die Schulter auskugelte. Nach dreiviertel des Anstiegs tat ich einfach so, als wollte ich einen Hund streicheln, der vor einem kleinen Häuschen stand. Treten konnte ich zwar noch aber den Lenker nicht mehr festhalten. Eisenfuß war längst abgestiegen und schob in der Ferne das Rad. Um wieder aufs Rad zu kommen, musste ich mich quer zur Straße stellen und versuchen in die Pedale zu kommen und drückte dann weiter den Anstieg hoch, der nach 200 m etwas flacher wurde.
Diesmal verzichtete ich darauf, den Berg zweimal zu fahren.
Der Anstieg zur Elbquelle mit seinen 15% an Ende war dann ein Kinderspiel.
Der Lohn des langen Aufstiegs war dann eine endlose Abfahrt in das Tal der Iser. Mit über 70 Sachen ging die Straße hinab.
Der vierte Tag wurde als Ruhetag zum Wandern genutzt, 10 km in 4 h. Rifli dürfte die Strecke zum Gipfelkreuz noch kennen...
Am Tag fünf führte die Strecke über das Isergebirge nach Liberec und zurück über Jablonec. In der Nacht gab es einen Kälteeinbruch mit 10°C. Den ganzen Morgen war mir kalt und die erste Abfahrt nach Tanvald bei noch 5°C verbesserte die Situation nicht. So fuhr ich den ganzen Tag wortlos und fröstelnd Berg hoch und runter. Kurz vor Liberec verschätze ich mich dann in einer Kurve und hätte beinahe Flugstunden genommen. Bei Gegenverkehr und ca. 60 km/h wäre das ins Auge gegangen. Hinter Liberec mussten wir dann die Europastraße fahren, LKW an LKW rollten an uns vorbei und bliesen ihren Dreck in unsere Gesichter. Ich hatte eine miese Laune und war abends froh, den Tag hinter mir zu haben.
Am nächsten Morgen war es immer noch ziemlich kalt und wir heizten in der Küche was der Ofen hergab, bei 40 °C Raumtemperatur war es uns dann aber doch etwas viel.
Heute suchte ich mir eine Strecke über Hejnice, Nove Mesto und über das polnische Szklarska Poreba und Harrachov zurück aus. Nach Hejnice mussten über den Pass fahren, welcher im Winter für Autos gesperrt ist. Dort befindet sich ein Trinkwasserstausee, weshalb die Straße nicht geräumt werden darf. Teilweise war die Straße jedoch nicht abgetaut und mit dem RR nicht fahrbar, was uns jedoch nicht abhielt.
So benötigten wir für die 7 km etwa eine Stunde.
Meine Überschuhe waren vom Eis zerfetzt und meine Carbongabel hat ordentlich was abbekommen, als ich auf dem Eis in die Leitplanke gerutscht bin.
Das war nicht die beste Idee aber es war sehr abenteuerlich. Nach kurzer Rast an der Smedava-Baude ging es die kurvige Straße nach Hejnice hinab, ab hier war sie wieder ordentlich geräumt. Auf polnischer Seite folgten wir dann einem Schild, welches auf das Ortszentrum von Swieradow Zdroj hinwies. Das war jedoch eindeutig eine Touristenfalle. Den Straßenbemalungen zufolge wurde dies auch als Bergwertung bei Straßenrennen genutzt. 1,5 km bei 18-20%, ich bin gerade so bis hoch gekommen. Bis Harrachov folgte dann ein Schlagloch dem nächsten (was zu starkem Kopfschmerz führte) und ich war froh, wieder auf der tschechischen Seite zu sein.
Am Morgen des siebten Tages hatte ich immer noch Kopfschmerzen und eine gewisse Übelkeit gesellte sich hinzu. Hatte ich mir auf den eiskalten Abfahrten was weggeholt? Wir setzten uns trotzdem aufs Rad und wollten 30 km etwas locker fahren. Am Ende waren es 60 km aber bei sehr gemütlichen Tempo. Abends waren dann auch Kopfschmerz und Übelkeit verschwunden.
Am Tag acht sah der Himmel nicht mehr so freundlich aus wie an den letzten Tagen. Wir beschlossen, uns nicht allzu weit vom Haus zu entfernen und den Gebirgskamm zwischen Prichovice und Vysoke einige male zu queren. Nach der ersten Abfahrt machten wir dann doch noch einen Schlenker von Rokytnice in das Riesengebirge. Hier stellten wir erst mal fest, dass Berlin doch ziemlich Bergig ist:
Vom Gipfel hinab entdeckten wir dann noch eine neue Abfahrt nach Ponikla, die gerade für 14.000.000 Kronen erneuert wurde (zumindest stand das auf einem Hinweisschild). Welch ein Spaß, die Kurven konnte man fast ohne bremsen in mörderischer Schräglage fahren. Den Rest der Tour widmeten wir dem eigentlichen Vorhaben, den Gebirgskamm hoch und runter zu fahren.
Am neunten Tag sollte die Heimreise angetreten werden. Eisenfuß wollte nicht mehr Rad fahren, weshalb er den Vorschlag machte mit dem Auto zu fahren und ich mit dem Rad über Polen bis Görlitz. Nach kurzem lockeren Fahren (wie jeden Tag) ging es die bekannte Strecke über Harrachov, Szklarka Poreba, Swieradow Zdroj in Richtung Heimat. Heute drückte ich auch bergab und auf den Ebenen (sonst hab ich mich da ausgeruht), nur selten ging der Tacho unter 35 und in Lesna musste ich nach 75 km die Segel streichen. Die Beine waren müde, die Kilometer in den Bergen haben die Muskeln erschlaffen lassen...
OnkelW

, also noch 2 h Wandern dazu...
. Es ist halt Gebirge und die Straßen leiden im Winter. Trotz allem hatten wir nicht einen Reifenschaden. Aber die Gebirgstraßen sind dafür so gut wie autofrei.