Hab mir ne XT Kurbel ruiniert:
Letzte Fahrt vorm Winter Regen erwischt.
Bike übern Winter in die Wohnung gestellt - Im Frühjahr konnte ich die Kurbel kaum mehr drehen

Der Rahmen hätte zwar unten ne Bohrung gehabt, aber die war mit Fett zugekleistert, vermutlich war doch Wasser drin.

Die Lagerkugeln waren stark vom Rost befallen.
Hi,
ich hatte das Problem jüngst auch nach nur 4.500 km und habe mir die Konstruktion genau angesehen.
Erkenntnis:da im Tretlagergehäuse kann literweise Wasser stehen, es kommt normalerweise NIE an die Lager. Warum? Die Lagergehäusehälften (egal ob das verbreitete Schraubgewinde oder das in letzter Zeit öfters auftauchende Pressfit) sind zur Innenseite hin mittels einer O-Ring-gedichteten Hülse miteinander verbunden. Solange diese O-Ringe (statisch dichtend, keine Rotationsbewegungen finden hier statt, recht anspruchslose daher unkritische Konstruktion) dicht sind, kommt hier kein Wasser von der Außenseite der Hülse (gleichbedeutend mit "Wasser steht im rahmenseitigen Tretlagergehäuse") innen rein. Aber nur wenn innen(!) rein Wasser kommt, kann es ungehemmt weitersickern bis zum eigentlichen Kugellager und sein zerstörerisches Werk verrichten. Umso leichter, weil diese Lager z.B. bei
Shimano nur einseitig gedichtete sind.
Aber woher kommt dann das Wasser? Einzig verbleibender Weg, um in die Hülseninnenseite zu gelangen, ist an der Kurbel entlang.
Shimano-Konstruktionen haben auf der Außenseite eine Dichtscheibe mit Rohrstummelansatz, welcher den Innendurchmesser des Lagers von 25 auf 24 mm (dem Kurbelachsendurchmesser) reduziert. Würde Wasser am Außenbund reinkommen (Schleifdichtungsprinzip), wäre es auf der Außenseite des Kugellagerseinatzes (der war bei mit staubtrocken). Kriecht es dagegen entlang der Kurbelarme zur Achse in den Reduzierstutzen, ist es drin. Warum kann es da entlang reinkriechen, schließlich weist sowohl der fest auf die Achse gepresste rechte Kurbelarm wie auch der aufgeschobene und anschließende festgeschraubte linke Kurbelarm jeweils einen eingelassenen O-Ring auf, der diese Fläche abdichtet zur äußeren Stirnseite der Kunststoffreduzierhülse? Meine Meinung ist, dass an dieser Stelle genau dann Wasser reinkommt (da genügen wenige Zehntel Milliliter), wenn bei der Kurbelarmmontage die linke Plastikrändelschraube nur recht moderat festgezogen wird - sie bestimmt aber den Anpressdruck der O-Ringe auf die Hülse und somit essentiell die Dichtigkeit an dieser Stelle. Alles weitere ist dann nur eine Frage der Zeit, bis das Lager zu faulen beginnt.
Langer Schreiberei kurzer Sinn:
Montagetipps:
(A) Kurbelarme mit mehr achsialer Vorspannung montieren (aber auch nicht übertreiben)!
(B) Reduzierstummel vor dem Durchschieben der Achse auf der Innenseite mit zähem Fett zukleistern, um evtl. Weiterkriechen des Wassers ins Innere der Lagergehäusehälften zu erschweren.
Präventionstipp (C): Wech mit Hochdruckstrahl von diesen Stellen!
Schönes WE!