Ich bin von Zelt auf Hängematte umgestiegen, weil's einfach viel geiler ist.
Vorteile:
- Besseres Liegen. Nein wirklich! wenn man sich leicht diagonal reinlegt, liegt man fast mit geradem Rücken, weil sich die Matte wie 'ne halbe Rolle um einen seitlich rumzieht. Man wacht bei weitem nicht so zerschossen auf, wie auf der Isomatte.
- Subjektiv sicherer. Also wenn man z.b. in Ländern ist, wo man auf Tiere aufpassen muß, fühlt man sich nicht so ausgeliefert, wie in einem Zelt.
- Modular. Mit Moskitonetz, ohne, mit Tarp, ohne Tarp... je nach Witterung braucht man nicht gleich alles aufbauen.
- Flexibler in der Locationwahl. (zumindest in unseren Breiten) Also d.h. man kann spektakulärer pennen. Ich hab schon in Steilhängen aufgebaut, über nem Fluss, mitten im tiefsten Wald, auf der Plattform von einem Aussichtsturm, in Scheunen, an 2 Autos..Zelt verlangt immer eine gerade Liegefläche. Und wenn man mal keine Bäume oder Ähnliches findet, hat man mit dem Tarp und Outdoorhammocks immer noch ein zeltmäßiges Biwak-Fallback.
- Aussicht
Nachteile:
- Kälte von unten (kann man lösen, erkauft man sich halt mit Gewicht, s.u.)
- Relativ anspruchsvoll im Aufbau am Anfang. Man braucht eine gewisse Zeit, bis man sich einen Workflow erarbeitet, dh. geeignete Bäume/Hängepunkte erkennt, richtige Straffheit der Matte für einen selber rausfindet, welche Knoten man machen will und solche Sachen.
- Bei lang anhaltendem Starkregen saugen sich die Schnüre voll und transportieren Wasser in Richtung Hängematte. Man muß die Zurrschnüre der Matte daher physisch von den Baumschlingen trennen, mit nem O-Ring oder einem Karabiner.. die wenigsten bringen sowas ab Werk mit, d.h. Gebastel.
- Ohne Bäume muß man mit dem Tarp improvisieren, d.h. mindestens ein paar Stecken müssen zu finden sein. Oder Fahrräder: http://fotos.mtb-news.de/p/1683056
wegen der Kälte von unten:
- Erstmal: warmer Schlafsack bietet lange Reserve. Unter die Hüfte ein Pullover, Jacke oder was man sonst so dabei hat, falls es doch mal nicht reicht.
- dann sowas wie Alufenstermatten – die sind schon halbwegs OK, wenn man eine Hammock mit Doppelboden zum reinschieben hat. Dann schwitzt man da nicht so rein. Ich hab auch schon Trittschalldämmung probiert, aber die transportiert sich so schlecht (Marshmallow). Rettungsdecken gehen gar nicht, damit liegt man im eigenen See.
- für den Winter unter Null gibts sogenannte "Underquilts" oder Underblankets, das sind schlafsackähnliche Bananen, die man sich unter die Hammock bindet. Der Vorteil ist, daß die locker drunter hängen und dadurch besser isolieren, als wenn man sich was direkt unter den Hintern presst.
Gewicht:
Für längere Touren mit Wind und Wetter hab ich ein großes Setup mit knapp über 2kg
und für Overnighter im Sommer eine ganz einfache ballonseidene Hängematte mit 400g + ggf. ein Tarp.
(wenn ihr das Gewicht mit euren Zelten vergleicht, vergesst nicht, eure Isomatte da mit einzurechnen)
Das große Setup:
Outoor Hammock mit doppeltem Boden und Moskitonetz 970 g
Customized Suspension 210 g
Tarp 3x3 Meter 460 g
15 Meter Firstseil zum Tarp drüberspannen: 60 g
4 Heringe, 4 Spannseile, 4 Minikarabiner (zum ans Tarp klipsen) 210 g
Packsack 150g
Gesamt 2060g
+ Winter Underquilt: 950g
Größtenteils ist alles von DD, bestes Preisleistungsverhältnis.
http://www.ddhammocks.com/product/dd-travel-hammock
http://www.ddhammocks.com/product/dd_superlight_hammock
http://www.ddhammocks.com/product/DD_Superlight_Tarp
es gibt auch voll integrierte Hammocks.. teurer, leichter, 860 g.
http://hennessyhammock.com/catalog/specs/ultralite_backpacker_asym_classic/