Hintere Bremse reibt

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Ich habe Ende letzten Jahres zum ersten Mal ein Fahrrad gebaut, und ein Problem gibt es seit Anfang an, das weder ich, noch die 2 Werkstätten, in denen ich war, beheben können. Die hintere Bremse reibt gelegentlich (nicht bei jeder Rotation des Rades, aber vielleicht 2-5 Mal alle 100 Meter, egal ob auf glattem Asphalt oder über grobes Gelände, etwas öfter beim Abbiegen). Es handelt sich um Magura MT Trail Sport.

Ich hatte da anfangs Magura Storm HC Scheiben dran. Ich hatte die Bremse zuerst nach der YouTube Anleitung von Magura zentriert, und wenn ich das Rad gedreht hatte wenn es in dem Montageständer hang, gab es keine Probleme. Aber beim Fahren hat sie gerieben. Weil ich da keine Erfahrung hatte, dachte ich, ich bringe das Fahrrad in eine Werkstatt, und die lösen das Problem.

In der ersten Werkstatt hatten sie die Bremsen noch mal selbst eingestellt und mir gesagt, dass es ein generelles Problem mit Magura Bremsen sei, weil dort zu kleine Toleranzen sind, und es nach 300-400km Einfahren besser werden würde. Es wurde aber nicht besser.

Also ging ich in eine andere Werkstatt. Dort haben die die Bremsen auch noch Mal eingestellt, und meinten, dass die Bremsscheibe hinten verbogen gewesen sei, und die hätten die so gut sie konnen ausgerichtet. Als ich danach ein Bisschen gefahren war, habe ich aber festgestellt, dass die Bremse immer noch reibt. Also hatte ich das Fahrrad wieder hingebracht, und die meinten, es könnte sein, dass die Bremsscheibe nicht gerade genug ist, aber die einzige Lösung dann wäre, eine neue Scheibe zu kaufen. Oder es würde daran liegen, dass sich der Rahmen (Nordest Sardinha 2 Stahlrahmen) unter Last verbiegt, und es deswegen reibt.

Also habe ich geguckt, ob das wirklich an Scheiben liegen könnte, und laut den Bewertungen meiner Bremsscheiben auf bike-components.de war ich wohl nicht der einzige mit diesem Problem. Also hatte ich mir Hope Bremsscheiben geholt, die hoch angepriesen werden. Das Ergebnis ist aber leider das gleiche. Im Montageständer eingestellt funktioniert es wunderbar, aber beim Fahren reibt sie immer noch gelegentlich, sogar öfter als davor.

Bevor ich noch mehr Zeug kaufe habe ich jetzt ein paar Fragen...
1. Wie plausibel sind die Behauptungen der Werkstätten (wegen zu kleiner Toleranzen bei Magura Bremsen und dem sich verbiegenden Stahlrahmen)?

2. Könnte es andere Ursachen haben?

3. Gibt es irgendwelche Möglichkeiten, dafür zu sorgen, dass die Bremse nicht ganz so eng ist, ohne signifikant an Bremskraft zu verlieren?

4. Falls ich das Problem mit der vorhandenen Bremse nicht in den Griff bekomme, gibt es irgendwelche anderen, die dieses Problem nicht haben werden (also größeren Abstand zwischen den Bremsbelägen haben), aber immer noch gut bremsen werden?
 

sharky

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also ganz vorab: dein "problem" ist nicht wirklich eines und es wird hier kaum einen geben, der das nicht schon hatte oder auch hat. solange es nur gelegentlich mal streift, so what, fahr schneller, dann übertönt der fahrtwind das geräusch :p

zu deinen fragen.
die werkstätten gaben vom grundsatz her recht. da du weder details zum rahmen, den laufrädern noch deinem gewicht etc. preisgibst, kann man es nicht genauer überprüfen.

ABER:
ein tendenziell eher biegefreundlicher stahlrahmen, am besten kombiniert mit einem schnellspanner, führt durchaus dazu, dass die scheibe beim aufsitzen anders zu den belägen steht als im montageständer. dann noch ordentlich in die kurve gelegt, schon schleifts

insofern versuch, einzustellen, was geht. aber wenn´s nicht weggeht, ist auch kein drama
 
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da du weder details zum rahmen, den laufrädern noch deinem gewicht etc. preisgibst
Der Rahmen ist ein Nordest Sardinha 2. Laut Hersteller ist er für 170kg "Fahrer+Gepäck" ausgelegt. Ich wiege 120kg, und und habe ca. 3kg Gepäck. Das hintere Laufrad ist eins mit Newmen EG30 Felge und DT Swiss 350 Nabe. Vorne habe ich einen SON28 Nabendynamo als Nabe, die Felge ist die gleiche.
 

sharky

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Der Rahmen ist ein Nordest Sardinha 2. Laut Hersteller ist er für 170kg "Fahrer+Gepäck" ausgelegt. Ich wiege 120kg, und und habe ca. 3kg Gepäck.
dass du die maximal zulässige last nicht erreichst heißt nicht, dass sich nix verwinden kann


Das hintere Laufrad ist eins mit Newmen EG30 Felge und DT Swiss 350 Nabe.
sagt an sich auch erstmal nix. auch gute teile kann man schlecht aufbauen
 

Geisterfahrer

unplugged
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1) Drauf gepfiffen! Solange es nicht bremst...
2) Shimanobremsen mit Servo-Wave-Hebeln haben einen größeren Belagsabstand am Sattel und sind dadurch leichter schleiffrei einzustellen als z. B. ne Magura.
Also Deore einbauen und glücklich werden, wenn einen das Geräusch sonst stört.
3) Man könnte auch mal die Bremse einstellen, während Du drauf sitzt. Brauchst halt ne zweite Person, die sich dran macht. Keine Gelinggarantie, aber mal einen Versuch wert.
4) Bremsscheiben kann man auch richten, also gerade biegen. Dafür gibt es extra Richtwerkzeug. Habe ich persönlich aber noch nie gemacht. So groß war der Leidensdruck nie.
 
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Der Sardinha-Rahmen hat eine IS-Aufnahme, wahrscheinlich geschweisst. Ausserdem ist laut deren Homepage der Rahmen auch auf den Aufnahmesockeln lackiert/gepulvert.
1649677099605.png

Bremsscheibenaufnahmen an Rahmen sollten immer nach dem Schweissen bearbeitet sein, damit die IS-Auflagefläche für Bremszange, mit evtl. Adapter, planparallel zur Scheibe steht. Nass- oder Pulverlackauftrag auf den Befestigungsflächen erhöht auch nicht gerade die Planparallelität. Lack ist ausserdem zu elastische, s.d. die Vorspannung der Befestigingsschrauben mit der Zeit durch das Wegfliessen des Lacks nachlässt.
Wenn der Bremsscheibenschlitz in der Zangen nicht parallel zur Scheibe steht, fühlt sich die Bremse erstens sehr weich an (Beläge verbeigen erstmal die Scheibe im Zangenbereich, die Scheibe wird quasi s-förmig durch die Zange geschoben) und zweitens berühren die Beläge diagonal gegenüber viel schneller die Scheibe und können teilweise nicht schleiffrei eingestellt werden..

--> Lass dir die Bremsaufnahmen vom Fachmann mit speziell dafür geeigneten Werkzeugen bearbeiten (z.B

Planfräswerkzeug für Scheibenbremsaufnahme Postmount & IS-Standard

von Cyclus Tools oder Magura Gnann-o-mat bearbeiten.
Erst dann bekommst du einen lackfreien planparallelen Anbau hin.


Bei deinem Gewicht wird sich der Rahmen sehr wahrscheinlich auch ordentlich verwinden, s.d. die Scheiben immer schleifen können.
Versuche doch mal, dass Bike beim geradeaus fahren sehr stark durch Gewichtsverlagerung zur Seite zu legen. Du wirst sicherlich einen Unterschied von rechts nach links zur Mitte hören. Eindeutiger Indiz für Rahmenverwindung!
 
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Frage Nr. 1 wäre:
Was ist eigtl das Problem? Bremst irgendwas? Oder stört dich das Geräusch?
Ansonsten einfach mehr fahren und weniger hinhören.
 
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