Kreuzungspunkte der Speichen verlöten??

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Tach Leuts,

was würde es mir an Stabilität bringen wenn ich die Kreuzungspunkte der Speichen verlöten würde/würde lassen?
Kann man das überhaupt selber machen??

Gruß LBB
 
ich nicht tun. Zu deinen beiden Fragen: Verlöten würde ich die Speichen nicht. Du nimmst damit dem Laufrad jegliche Chance zu arbeiten, das bedeutet, dass dir früher oder später die Speichen brechen oder an der Felge ausreissen. Dazu kommt noch, dass du dir die Möglichkeit nimmst die Speichenspannung nachzujustieren.
Frage zwei: Kommt auf das Lötverfahren an, bei Stahlspeichen würde ich die Lötung in einem Schutzgas oder Vakuumofen machen. ich nehme mal nicht an, dass du so etwas zu Hause rumstehen hast? :D Die Speichen würde ich nicht mit der Flamme verlöten, da die Wärmeeinbringung zu ungleichmässig erfolgt.

Soweit mein Senf TSprayer
P.S.: Ofenlötungen sind verdammt teuer, bei uns sind es 750 € für einen Zyklus.
 
zitat von gerd schraner, seines zeichens "laufradguru" ;)

Gerd Schraner schrieb:
Bringt das Binden und Verlöten der Speichen wirklich etwas?
Eine zusätzliche Arbeit die sich lohnt. Wir werten damit das Laufrad qualitativ auf. Wir erhöhen dessen Langlebigkeit enorm ohne aber dabei die Speichenvorspannung zu beeinflussen. Wir bringen Ruhe ins Speichengerüst, denn Nabe und Speiche sollen ja eine möglichst unbewegliche Einheit sein. Zudem wird bei einer momentanen Ueberlastung des Laufrades (Schlag) die am stärksten belastete Speiche durch ihre "mitverlötete" Speiche stossdämpfend entlastet.

http://www.robiswerkstatt.ch/body/service/schraner.html
 
Würde mich den Schraner-Ausführungen anschliessen.
Das Verlöten ist aber eine Beeinflussung der Materialeigenschaften der Speiche. Die Speiche ist ja prinzipiell ein wärmebehandelter Federstahl. Deshalb habe ich mich für das Binden entschieden. Ergebnisse werde ich aus der Praxis aber erst Ende der Saison haben.
 
XC_Freund schrieb:
Würde mich den Schraner-Ausführungen anschliessen.
Das Verlöten ist aber eine Beeinflussung der Materialeigenschaften der Speiche. Die Speiche ist ja prinzipiell ein wärmebehandelter Federstahl. Deshalb habe ich mich für das Binden entschieden. Ergebnisse werde ich aus der Praxis aber erst Ende der Saison haben.

Die Speichen werden nicht miteinander verlötet, vielmehr wird der Kreuzungspunkt mit einem lötfähigen Draht umwickelt und dieser dann verlötet. Es soll keine Haftung zwischen Speiche und Lot erzeugt werden, die Speiche kann innerhalb der Lötung wandern, da man Edelstahl nicht weichlöten kann.

Würde man die Speichen mit Hartlot fest miteinander verlöten, würde durch die hohe Temperatur beim zentrierten Laufrad jegliche Spannung aus den Speichen genommen und eine Nachzentrieren unmöglich gemacht.

Gruß
Raymund
 
Was ist dann aber der Sinn des umwickeln & verlötens? Die Speichen können ja nur auf Zug belastet werden, und die Wicklung schützt ja nur vor knicken (=Druck, den man normalerweise gar nicht erst haben sollte). Die Schraner-Ausführungen passen nicht.
Gruß
 
raymund schrieb:
Die Speichen werden nicht miteinander verlötet, vielmehr wird der Kreuzungspunkt mit einem lötfähigen Draht umwickelt und dieser dann verlötet. Es soll keine Haftung zwischen Speiche und Lot erzeugt werden, die Speiche kann innerhalb der Lötung wandern, da man Edelstahl nicht weichlöten kann.

Würde man die Speichen mit Hartlot fest miteinander verlöten, würde durch die hohe Temperatur beim zentrierten Laufrad jegliche Spannung aus den Speichen genommen und eine Nachzentrieren unmöglich gemacht.

Gruß
Raymund

Klar, das ist die Technik mit der man bindet und so mach ich es ja auch.
Verlöten mit Hartlot tun manche aber auch, davon halte ich nichts. Vermutlich habe ich mich falsch ausgedrückt.
 
Danke erst mal für eure Antworten.

Da ich äusserst knapp bei Kasse bin hab ich mir bei Poison den LRS Deore Disc/Sun Rhyno ausgekuckt.
Gleich vorweg brauch was für Felgenbremsen, ist für nen OLdie.
Würde das löten ind den LRS noch Steifigkeit bringen?
Bike soll als schweres Enduro, bzw. leicher FR genutzt werden.

Gruß LBB
 
mein erstes Bindwerk (macht mich nur weiter fertig)
Gemacht habe ich es, weil mein Hinterrad bei starken Anstiegen laut geknirscht hat. Bei dem neuen Aufbau über den Winter stellte sich der Hügirotor als Übeltäter heraus, nicht die Speichen.
 

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ich muss dieses thema noch mal hochholen, weil ich es noch nicht ganz kapüiert habe:
nachdem man beim binden & verlöten ja keine stoffschlüssige verbindung erreicht, werden die speichen dann untereinander nur aufgrund der reibung zwischen draht/lot und speiche fixiert? also eine reibschlüssige verbindung??

alternativvorschlag: mach doch eine wurzelspeichung! also verzwirbel die speichen an den kreuzungspunkten. das ergibt auch erhöhte stabilität. mach ich schon seit jahren so und noch keine probleme damit!

gruß
m(A)ui
 
Natürlich gibt es - wie immer - viele Gurus und dementsprechend viele Meinungen zum Thema. Jobst Brandt schreibt in "Das Fahrrad-Rad", dass es KEINE messbaren Stabilitätsvorteile bringt, die Speichen zu verlöten. Nichtsdestotrotz lassen sich viele Laufradbauer nicht davon abbringen (z.B. Bahnrad!). Genauso wie auch im Jahre 2004 noch immer viele Hausfrauen Unterwäsche bügeln...
 
verlöten ist soweit sehr gut, daß die wicklung das "ausweichen" der speichen bei hoher belastung verhindern und somit die speichen nicht arbeiten. hält einfach sehr lange! zum thema wurzelspeichung: habe ich über viele jahre und kilometer auch gehabt, ein konventionell eingespeichtes rad mit gleichmäßig hoher speichenspannung bringt es aber ebenso lange und gut! das problem bei wurzelspeichung ist nur, daß die speichen und nippel sehr schräg in die felge einsitzen, das geht nicht bei jeder felge.
 
Tach Karsten ;) ,

was würdet ihr mir denn nun empfehlen, verlöten lassen oder nicht.
Vom selbermachen bin ich mittlerweile abgekommen.

@ Karsten

Bin zur Zeit an nem Satz 521 dran wäre da das verlöten sinnvoll oder nicht??

Gruß LBB
:bier:
 
hallöle! wenn du ein normales gewicht hast, dann sind die 521 sehr stabil und lange haltbar, dazu aber etwas schwerer als cc-felgen, ich habe mit 521 lange und gute erfahrungen gemacht. wahrscheinlich wirst du sie eher durchbremsen als auf andere weise schrotten. verlöten ist eher was für schwerere fahrer wie mich oder für reiseradler mit gepäck. ich habe bei meinem gewicht die besten erfahrungen mit konventionell eingespeichten laufrädern gemacht, eventuell mit diesen kleinen messingscheiben, damit der speichenkopf fest im nabenflansch sitzt. wenn du das binden und verlöten nicht selbst machen willst, wird es sicher recht teuer, weil das rein von der zeit her recht lange dauern kann.
karsten
 
also da kann ich mich Karsten nur anschließen.
ich fahr die 521 schon lange in meinem Dirtbike. selbst eingespeicht, mit Alunippeln ohne Binden, und die hält einfach super!
obwohl ich zur Zeit Drehungen übe, 180er usw (manchmal gehen auch nur 90 *autsch*) meckern die überhaupt nicht, keinen Seitenschlag, garnix.
 
Mein Bindwerk von oben fahre ich ja jetzt. Ich hatte auf einem längeren sehr verwurzelten Trail leider neulich einen Plattfuß. Klassischer doppelter Snakebite, also einemal Oberseite und einmal Felgenseite des Schlauchs gelocht. Da der Trail etwas hecktisch war, hatte ich keine Zeit nach hinten auf meinen Schlappen zu schauen, als plötzlich dieses "Hubschraubergeräusch" aufkam. Deshalb bin ich den Trail sauber zu ende gefahren. :D
Eingescpeicht ist in dem Rad eine 517er. Ergebnis: null Seiten- oder Höhenschläge! Ob das jetzt ohne Binden genauso wäre weiß ich nicht, mach auch keine Gegenprobe.
 
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