Laufrad und Mantel zwischen Gravel und XC... ein überforderter Anfänger braucht Rat von alten Hasen

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Hallo liebes Forum!

Da einer meiner ersten Beiträge, hole ich mal etwas weiter aus :). Wer das Geschwafel nicht lesen mag, gerne nach unten Scrollen.

Kurz zu mir: Früher passionierter Radfahrer (Schule + Studium), durch meinen Vater immer ein gutes Trecking Rad. Dann durch mangelnde Pflege verhunzt und dann entweder das E-Bike meiner Frau oder ein billig Rad genutzt. Daher lange Zeit (gehe auf die 40 zu...) kaum Rad gefahren. Wenn wir mit dem Wohnwagen unterwegs sind mal kurze Erkundungstouren oder halt zum Bäcker / mini Tour in die Stadt. Ahnung von Fahrrädern nahe 0 :)

Dann kam die Idee auf, mal wieder öfters mit dem Rad zur Arbeit zu fahren. Ein lieber Kollege / Freund hat mich hier toll und Geduldig beraten.

... Das Rad ...

Ich schwankte ziemlich zwischen Gravelbike und XC. Hintergrund ist, dass wir schöne Strecken um die Ecke haben und ich auch mal etwas "freier" sein wollte von der Wegeswahl. Auch die Strecken im Urlaub (sind öfters mit dem Wohnwagen unterwegs) sind mal holpriger.

Dann entdeckte ich bei ebay Kleinanzeigen ein Rose Count Solo 2 (?) aus 2020, welches mir besagter Freund einen Tag vorher für ein schmales Budget zum ausprobieren empfohlen hatte. Wenig gefahren, toller Zustand, genau meine Größe. Ob "2" bin ich unsicher, da Shimano SLX Schaltung verbaut (müsste eigentlich SRAM sein) und Racing Ralph & Ray Reifen... aber will mich nicht beklagen, ist ja hochwertiger als das was man jetzt kriegt.

Das Rad fährt sich super und hat meine Liebe zum Radfahren neu entfacht :).

... Die Strecke(n) ...

Der Arbeitsweg (8-9km je Strecke) ist zu 100% Straße / gepflasterter Radweg. Aber geht durch ein Industriegebiet mit vielen Schlaglöchern / kaputten Radwegen / auch mal spitzen Gegenständen auf der Straße.

Schotterwege gibt es auch viele, leider teils "Stadtschotter" (mit Glasscherben gemischt). Dazu einige schöne Wald und Wiesenwege, die ich mit viel Freude befahren durfte. Das sind dann eher die Wochenend- und Feierabendfahrten.
Es gibt in den Nahgelegenen Wäldern wohl auch den einen oder anderen Trail (jeweils leicht / Mittel / Schwer). Wobei ich technisch null versiert bin.
Trampelpfade mit Wurzeln & co fahre ich sehr gerne, schwerere Trails müssen es definitiv nicht sein. Auch leichte Trails würde ich nur bei sehr guten Bedienungen und vorsichtig fahren. Drops oder Sprünge habe ich nicht vor. Im Gelände kann ich mit "schön Wetter Fahrer" leben.

Die Alltagsstrecke besteht somit zum Großteil aus (schlechter) Straße. Heute Morgen haben sich ein paar Schüler an der Ampel vor mich gedrängelt, ich habe die dann einfach auf dem Grünstreifen überholt. Das sind die kleinen Freuden des Alltags eines "alten Sacks" ;-)

Die Feierabend / Freizeitstrecke geht mal über einen Trampelpfad am Rhein, durch den Wald, über Schotter / Trampelpfad um einen See. Berge haben wir hier keine.

Für "echtes" Mountainbiking" im Urlaub würde ich mir vermutlich ein Rad leihen.

Allgemein fahre ich wenn die Strecke es her gibt gerne schnell / aggressiv und sehe auch den Arbeitsweg als Sport (probiere meine Zeit zu unterbieten).

... Die Fragen / Überlegungen ...

Irgendwie stehe ich ja zwischen Gravelbike und XC.
Eigentlich würde ein Gravelbike für meine Ansprüche reichen und wäre schneller, das XC bietet aber viel Komfort (merke ich, wenn ich die Federung mal kurz rausnehme und die Schlaglöcher kommen auf der Strecke) und Sicherheit, wenn es doch mal ins Gelände geht, wo man ein Gravel sicherlich "technischer" fahren müsste aufgrund des schmalen Lenkers.

Dafür macht mir schnell fahren auf der Straße Spaß und ich überlege wie ich da noch etwas aus dem XC raus holen könnte :)

Daher überlege ich die Reifen an meinem XC zu tunen.

Aktuell: MAVIC Crossride FTS-X (2070g), Schlauch (Conti MTB - 225g -> einer aufgrund von Platten bereits auf Schwalbe Extra Leicht gewechselt) und Reifen (Schwalbe Racing Ray & Ralph in 2,25").

Laufrad: Hier wäre vermutlich ordentlich Gewicht raus zu holen. Da ich keine Sprünge / Drops / schweren Trails machen möchte, tut es vermutlich auch etwas deutlich leichteres. Ohne eine Ahnung zu haben scheinen 1.6xx Gramm realistisch wenn man in der Mittelklasse bleibt? Was ich mich auch Frage: Macht es überhaupt Sinn, hier noch mal z.B. 6-700€ rein zu stecken und somit das gleiche zu zahlen wie für das Komplette (gebrauchte) Fahrrad. Da ich selber über 80kg wiege, machen ein paar hundert Gramm den Braten nicht fett, aber bei Laufrädern sollte das doch schon sehr merkbar sein?

Mantel: Ich hatte ziemlich fix einen Platten nach der ersten Waldrunde. Ich habe nichts gesehen, aber im "Gravel" sind häufig kleine Glassplitter, wie in der Stadt auch. Beim Wechsel des Schlauchs sah ich am Vorderrad bereits 3 Flicken, obwohl das Rad vorher nicht viel gefahren wurde. Außerdem stellt sich für mich die Frage bei meinem oftmals Straßenorientierten Fahrprofil, ob es nicht auch schmalere / Straßenorientiertere MTB oder gar Gravelreifen tun würden. Hier bin ich durch die Fülle der Auswahl und (teils veralteten da alte Modelle?) Infos auf https://www.bicyclerollingresistance.com/ komplett verloren :).
Sie sollten halt relativ Pannensicher sein, auf der Straße schön schnell und Offroad noch vernünftig fahrbar sein.
Offroad bedeutet keine Rennen, keine Drops, keine schweren Trails, keine Gebirgsstrecken, nicht bei schlechten Wetterbedingungen off the road.
Wäre z.B. ein Conti Race King Perfomance 29x2,0 nicht schneller, durchschlagssicherer und trotzdem noch ausreichend für meine Fahransprüche? Laut rollingresistance hat der einen sehr hohen "puncture score". Ansonsten gibt es die "extreme" Pannensicherheit wie bei den Schwalbe Marathon (All Motion, Mondial) - aber ob dann der Fahrspaß im Gelände komplett verloren geht? Racing Ray & Ralph scheinen ja auch oft empfohlen zu werden, daher wäre es eventuell gar kein Upgrade?

Schlauch: Hier hadere ich noch mit mir, ob ich Tubeless testen möchte oder nicht und scheue ein wenig vor der regelmäßigen Wartung und dem initialen Aufwand. Habe viel negatives über die neueren TPU Schläuche gelesen, probiere jetzt gerade erst mal den Schwalbe Extraleicht.

So, wie angekündigt viel blabla, aber ich mag es auch in anderen Foren Neulinge mit einem Einzeiler eine tolle Beratung erwarten.

Mich würde insbesondere Feedback zu dem Vorhaben als solches Freuen (macht es Sinn an so einem günstigen Bike zu tunen?) sowie konkrete Empfehlungen und Erfahrungen zu Laufrad und Mantel.
 
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😅

Dann mal auf die Althergebrachte Art eines Foren Neulings: soll ich ein neues Laufrad und / oder einen neuen Reifen kaufen, um auf der Straße schneller zu sein und ein bisschen mehr Pannenschutz zu haben? Wenn ja: welchen?
 
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Die leichteren Laufräder wirst Du definitiv merken. Viel spritziger dann. Bezüglich Pannenschutz mal über Tubless nachdenken. Deine Reifen sind schin relativ schnell, spürbaren Fortschritt evtl. noch mit den Conti Speedking. Sehr leicht, fast kein Profil. Nachteil Pannenschutz und wenig Grip, nicht Tubeless geeignet
 
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Reduzierung des Gewichts beim Laufrad bringt also keinen Nennenswerten Vorteil bei der Geschwindigkeit? Und ist der Cross King Protection nicht langsamer als die Kombi Racing Ralph und Ray oder ist der auf der Straße schneller?
Beim halten der Geschwindigkeit kein Vorteil, beim Beschleunigen merkst Du das schon deutlich. Cross King wird Dir nichts bringen. Das ist das Gegenstück von Conti
 
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Danke schon mal für Eure Antworten!

Wie eingangs vermutlich zu ausführlich erläutert überlege ich aufgrund meines Fahrprofils Richtung "Gravelbike" ähnliche Reifen zu gehen. z:B. Schwalbe G-One Allround DD, Raceguard oder Conti Raceking Protect vorne + hinten.

Bei den Felgen muss ich mich Abends mal anfangen ein zu lesen, da blicke ich nach kurzer Recherche nicht durch bzw. habe ich noch nicht die richtige Quelle zum Vergleichen gefunden.

PS: Ich habe leider keine genauen Typenbezeichnungen, aber Einbaumaß Vorderrad scheint 15x100 zu sein, Hinterrad 10x135.

Heißt das, dass ich nur exakt diese Maße verwenden kann? Hinterrad hat scheinbar oftmals 12x X und die Boost Räder haben oftmals 110.
 
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Reduzierung des Gewichts beim Laufrad bringt also keinen Nennenswerten Vorteil bei der Geschwindigkeit? Und ist der Cross King Protection nicht langsamer als die Kombi Racing Ralph und Ray oder ist der auf der Straße schneller?
Racing Ray und Ralph mit den Superground Karkassen sind deutlich zäher an den Flanken. Außerdem fallen sie eine Reifennummer kleiner aus.
 
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Wie eingangs vermutlich zu ausführlich erläutert überlege ich aufgrund meines Fahrprofils Richtung "Gravelbike" ähnliche Reifen zu gehen. z:B. Schwalbe G-One Allround DD, Raceguard oder Conti Raceking Protect vorne + hinten.

Bei den Felgen muss ich mich Abends mal anfangen ein zu lesen, da blicke ich nach kurzer Recherche nicht durch bzw. habe ich noch nicht die richtige Quelle zum Vergleichen gefunden.

PS: Ich habe leider keine genauen Typenbezeichnungen, aber Einbaumaß Vorderrad scheint 15x100 zu sein, Hinterrad 10x135.

Heißt das, dass ich nur exakt diese Maße verwenden kann? Hinterrad hat scheinbar oftmals 12x X und die Boost Räder haben oftmals 110.
Die DD sind vergleichbar zäh wie die Superground Karkassen. Nur der Raceguard Pannenschutz (ohne Snakeskin an den Flanken wie bei DD) wird wohl noch am besten rollen.
 
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Danke für die Tipps!

Habe mich zwischenzeitlich ein wenig bei den Laufrädern eingelesen und habe bei Actionsports.de passende mit DTSwiss 240 gefunden für etwas über 500€.

Muss jetzt nur mal in mich gehen, ob ich anfange an dem Bike teuer zu tunen oder doch eine Schublade höher greife.

Aktuell wiegt es ca 14,2kg. Laufräder machen ca 500g aus, Sattel ist vom Vorbesitzer ein recht schwerer Gelsattel installiert, dann wird es schon teuer mit der sinnvollen Gewichtsreduzierung.

Alternativ könnte man halt auch direkt für bis zu 2k jung gebraucht bzw. wenig gefahren schauen und etwas mit 10,x kg und netten Komponenten bekommen… wenn man ein Mal Blut geleckt hat 🫣😂
 
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seh ich nicht so, die Schwalbe rollen ziemlich flott und fallen von der Breite ziemlich normal aus (56mm Karkasse bei 2,25" auf 25mm)
Ich hatte mir erst den Rocket Ron Superground 2,1 geholt (der nominell gerade passen sollte) und dann den Racing Ray Superground 2,25. Beide fielen bei mir auf der DT GR531 24 C Felge eine Nummer kleiner aus. Gleiches galt für den Schwalbe Mondial Evo DD in 2,0. Fast maßhaltig waren meine Terravail in 2,1 mm auf 23 mm WTB. Der 2,2 mm Conti Protection hatte fast 2 mm Übermaß auf einer 25 C DT Felge.

Die Terravail tubetype (entspricht etwa Schwalbe LiteSkin - gibt es nur leider von Schwalbe in der Reifenkategorie nicht mehr - alles nur steifer Tubelessmist! ) liefen selbst mit leichten Butylschläuchen deutlich komfortabler als die Schwalbe Superground mit Latexschläuchen (26 Zoll Michelin in 27,5). Die Conti Protection Karkasse ist mit der Hand bereits einfacher verformbar. Ich bin ihn Tubeless gefahren. Man mag meinen das ist ein Vorteil zu Latex, ist es aber nicht. Latex und Tubeless liegen gleich auf. Das ist meine Erfahrung mit anderen Reifen. Und messtechnisch hab ich es dann auch irgendwann bei Reifentests bestätigt gesehen.
Und schon zu reinen Schlauchzeiten konnte ich feststellen, einen steifen Reifen bekommt man auch mit einem Latexschlauch nicht so recht Manieren bei gebracht.

Aber egal, die Schwalbe Superground fahre ich in der dunklen kaltnassen Jahreszeit, weil ich sie als robuster einschätze. Die Conti Protection Karkasse neigte auf der Lauffläche recht schnell zum Nässen und die 120 ml Dichtmilch waren auch recht schnell eingetrocknet.
Und bei Schwalbe weiß ich ja, wenn ich 54/55 mm haben will, muss ich zum 2,25 Zoll Modell greifen, nicht zum 2,1. Fürs Hinterrad liegt ein 2,25 G-One Allround bereit.

Aktuell fahre ich jenseits technisch schwieriger Strecken übrigens nicht mehr produzierte G-One Speed Evos tubetype. Trotz 2,0 und mit 47/48 mm auch Untermaß sind sie mit Latexschläuchen eine Sänfte, weil die Karkasse noch richtig geschmeidig war. Tubeless mag seine Berechtigung haben, ist aber absoluter Mist, wenn dafür die geschmeidigen Reifen für Schlauch eingestampft werden.
Es gibt zwar noch Hersteller, die sehr feine Reifen anbieten, aber da muss man Abstriche in der Nasshaftung machen.
 
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