Low Budget Alpencross ohne Fully

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hallo liebe Leute

ich bin nicht der Groß-Verdiener und eigentlich ständig knapp bei kasse. Trotzdem hab ich es geschafft mir vor 1 Jahr ein Fully zusammenzusparen das mir leider im Frühling dieses Jahr geklaut wurde. Ganz miese Aktion aus dem angeblich sicheren Keller eines Freundes raus. Da waren sie dahin meine 2500 Euros und ein neues Fully ist leider in absehbarer Zeit nicht drin.
Ich bin noch nicht alpencross erfahren aber es ist mein grösstes Ziel und Wunsch so ein Abenteuer zu erleben. Ich hab jetzt etwas den Mut verloren weil mir das wichtigste dafür abhanden gekommen ist. Mein Bike. Geld für ein neues hab ich nicht und Übernachtungen kosten ja auch noch was.

Deswegen kommt jetzt meine eigentliche Frage. Braucht man unbedingt ein teueres Bike für nen Alpencross, wenn ich eine nicht zu leichte Strecke mit anspruchsvollen Pässen fahren will? Ich denke ich bin ein ganz guter Fahrer. Ein Freund würde mir sein altes Wheeler Bike überlassen aber das hat nicht mal eine Federgabel und ist von der schwereren Sorte (Stahl Rahmen und so). Dafür kostet es nichts und ich könnte meinen Traum weiter verfolgen. Früher sind die Leute doch auch so gefahren oder? Das wäre momentan meine einzige Change mir den Traum zu verwirklichen weil ich mir sicher die nächsten 2-3 Jahre kein neues Fully leisten kann. Was meint ihr?

Frank
 
Ich bin meine erste Transalp 1991 mit einem 18kg schwerem "Framework" Bike ohne jegliche Federung gefahren und werde sie niemals vergessen - langt dir das als Antwort?!?
 
Ich bin danach noch etwa 30-35 Transalps gefahren, denke es kann nicht so schlimm gewesen sein...
Nein, es war natürlich ein Traum aber man muß halt anders fahren als mit nem Fully (geht genauso und man hat auch viiiiel Spaß dabei!!!)
 
Meine erste Transalp war mit nem 28"-Trekkingrad, 11 kg Gepäcktaschen am Heckträger, Starrgabel und Felgenbremsen. Grobe Strecke: Karwendeltal, Plumsjoch, Geiseljoch, Pfitscherjoch, Limojoch, Pralongia, Porta Vescovo, Passo Lusia, Val Venegia, Tognola-Trail, Kaiserjägerweg, Riva 600 km 16.000 HM
Hat immerhin so viel Spaß gemacht, dass ich seit dieser Tour jedes Jahr mindestens eine Woche unterwegs bin (mittlerweile habe ich aber eine Federgabel und Scheibenbremsen und fahre mit Rucksack :))
Die Frage ist, ob es Dir gelingt, nicht ständig an den Komfort deines alten Fullys zu denken? Wenn Du das ausblenden kannst und Dich einfach nur auf die schöne Landschaft und die sportliche Herausforderung konzentrierst, hast Du auch mit dem alten Wheeler deinen Spaß!
 
Naja, ganz ohne Federgabel ist schon nicht unbedingt jedermanns Sache!
Gerade auf langen Etappen und wenns am Ende auf Trails oder Schotter rauf bzw. runter geht, möchte ich nur ungern Starrgabel fahren.
Mit nem Hardtail (und 120mm Gabel) bin ich selbst schon zweimal einen AC gefahren. Geht wunderbar, auch schwierige Stellen ;)

Eigentlich kannst du dir die Frage auch am besten selbst beantworten:
Fahr einfach mal am WE zwei "Etappen" zu Hause. Also zwei Touren, die in Länge und Höhe ganz grob einer AC Etappe entsprechen und nimm auch realistisches Gepäck mit. Dann noch ein paar Trails mit Wurzeln und Steinen einbauen, und schon kannst du abschätzen, ob das klappt oder nicht.

Finanziell solltest du allerdings schon irgendwas um die 500€ für einen AC einplanen. Wir sind zumindest bei 7 Etappen immer bei > 600€ rausgekommen, da waren aber auch ein paar Bier am Abend dabei :bier:
 
Naja, ganz ohne Federgabel ist schon nicht unbedingt jedermanns Sache!
Gerade auf langen Etappen und wenns am Ende auf Trails oder Schotter rauf bzw. runter geht, möchte ich nur ungern Starrgabel fahren.
Mit nem Hardtail (und 120mm Gabel) bin ich selbst schon zweimal einen AC gefahren. Geht wunderbar, auch schwierige Stellen ;)

Eigentlich kannst du dir die Frage auch am besten selbst beantworten:
Fahr einfach mal am WE zwei "Etappen" zu Hause. Also zwei Touren, die in Länge und Höhe ganz grob einer AC Etappe entsprechen und nimm auch realistisches Gepäck mit. Dann noch ein paar Trails mit Wurzeln und Steinen einbauen, und schon kannst du abschätzen, ob das klappt oder nicht.

Finanziell solltest du allerdings schon irgendwas um die 500€ für einen AC einplanen. Wir sind zumindest bei 7 Etappen immer bei > 600€ rausgekommen, da waren aber auch ein paar Bier am Abend dabei :bier:

:daumen::daumen:

Sehe ich auch son. Wir haben die letzten 3 Touren selber geplant und organisiert. Wenn man nicht jede Nacht auf der Parkbank schlafen will geht es nicht umsonst!
Man muss ja Anreise und Shuttle für Rückreise mitrechnen, und das essen fällt auch nicht von den Bäumen!
Um die 500 Euro liegt man immer.....

ODER "Durch das wilde Murmeltierland" als Alternative
 
Naja, ganz ohne Federgabel ist schon nicht unbedingt jedermanns Sache!
Gerade auf langen Etappen und wenns am Ende auf Trails oder Schotter rauf bzw. runter geht, möchte ich nur ungern Starrgabel fahren.
Mit nem Hardtail (und 120mm Gabel) bin ich selbst schon zweimal einen AC gefahren. Geht wunderbar, auch schwierige Stellen ;)

Eigentlich kannst du dir die Frage auch am besten selbst beantworten:
Fahr einfach mal am WE zwei "Etappen" zu Hause. Also zwei Touren, die in Länge und Höhe ganz grob einer AC Etappe entsprechen und nimm auch realistisches Gepäck mit. Dann noch ein paar Trails mit Wurzeln und Steinen einbauen, und schon kannst du abschätzen, ob das klappt oder nicht.

Finanziell solltest du allerdings schon irgendwas um die 500€ für einen AC einplanen. Wir sind zumindest bei 7 Etappen immer bei > 600€ rausgekommen, da waren aber auch ein paar Bier am Abend dabei :bier:

Naja...es gab nicht immer Federweg und das ging dann auch ohne! Ich bin Anfang der 90er mit einem Stahlbike (Scott Tampico) über die Alpen rüber...Achim Zahn alias Serac Joe hat mich inspiriert. Alles komplett ungefedert mit Packtaschen und das war kein Problem. Damals gab es keine Federgabeln und jeder ist einfach so los ohne sich einen Kopf zu machen. Es war nicht alles perfekt aber es war eine unvergessliche Tour. Wenn es mal zu wurzelig war, musste man schieben aber ansonsten bin ich alles gefahren.

Gekostet hat mich das Ganze eine Bahnfahrt nach München und ca. 200DM für Verpflegung. Ich hatte einen Schlafsack und eine Unterlage dabei und immer draussen ein trockenes Plätzchen gefunden. Essen im nächsten Ort, alles war preiswert. Müsste heutzutage auch noch funktionieren (siehe Stuntzi) und kostet wenig. no risk no fun.
 
@Sven_Kiel
Keine Frage, funktionieren tut das alles! Das denke ich mir vor allem, wenn man Videos mit DH Rennen aus den 90ern sieht :D
Allerdings ist @FrankMTB wohl ja bisher (zumindest zuletzt) Fully gefahren. Da sollte man zumindest vorher sicher sein, dass man 7 Tage mit nem Starrbike zurecht kommt, bevor man auf den AC startet.

Schlafsack und irgend ne Scheune oder unter freiem Himmel schlafen und Essen im Supermarkt einkaufen und Abends Brote selber schmieren drückt den Preis auch noch ordentlich. Und um deutlich unter 500€ zu kommen, muss man sowas vermutlich schon ins Auge fassen ...
 
danke euch allen an die mut machenden Tips ! Ich vermisse mein Fully sehr und der Umstieg wird bestimmt nicht leicht aber ich werd das einfach auf Tagestouren testen. Scheint lang her zu sein daß mal jemand mit so einem MTB einen Transalp gefahren ist. Kommt bestimmt auch drauf an wie schwer die Route ist. Sowas wie Albrecht Route hätte ich schon mindestens vor.
 
danke euch allen an die mut machenden Tips ! Ich vermisse mein Fully sehr und der Umstieg wird bestimmt nicht leicht aber ich werd das einfach auf Tagestouren testen. Scheint lang her zu sein daß mal jemand mit so einem MTB einen Transalp gefahren ist. Kommt bestimmt auch drauf an wie schwer die Route ist. Sowas wie Albrecht Route hätte ich schon mindestens vor.
Viel wichtiger als die Gabel selbst sind die Bremsen, die du auf dem alten Esel drauf hast, denn die können dir ggf. den Spaß tatsächlich versauen!!!
 
Been there, done that.
Bin dieses Jahr mit einem 1991er Starrgabel-Stahlbike über die Alpen. Auf einer anspruchsvollen Route. Mit Cantilever-Bremsen und 14 Gängen.
:spinner: :lol:
Es ist machbar. Bergauf überhaupt kein Problem. Bergab jedoch... Wenn du von einem Fully kommst, wirst du es als Tortur empfinden. Schwierige Trails verlangen dir VIEL mehr ab. Du musst langsamer fahren, wirst geschüttelt, gerüttelt, gerempelt, durchgewalkt und unten wieder ausgespuckt als wärst du verprügelt worden. Das Fahren ist viel technischer und erfordert mehr Geschick und Konzentration.

Achte darauf, dass dein Bike gut in Schuss ist und keine Mängel hat. Ich habe ca. 300 EUR in die Restaurierung gesteckt, ist aber auch mit weniger Budget möglich, abhängig vom Zustand des Fahrrades. Die gehobeneren Bikes von damals sind unglaublich robust und halten viel aus. Die Biker von damals wahrscheinlich auch. ;-) Wenn du hart im Nehmen bist, mach es einfach! Du brauchst nicht zwingend ein 2500 EUR Fully, auch wenn es damit sicherlich mehr Spaß machen würde. Es ist ganz bestimmt eine gute Idee, vorher ein paar Trailtouren mit dem alten Bike zu fahren. Am besten gleich mit einem 10-Kilo-Rucksack auf dem Rücken, damit du einen realistischen Eindruck bekommst.

In meinem Reisebericht habe ich meine Erlebnisse geschildert und bin auch auf das Fahrverhalten eingegangen.
 
Ich stimme @☻sub-xero zu.

Machen kann man viel. Bzw ertragen kann man viel. Es ist halt die Frage, will man das (aus sich nehmen)?
Vor allem solltest du bedenken, dass man mit weniger gutem Material bzw. "angenemeren" weniger weit und wohl auch weniger schnell unterwegs sein wird.

Wenn du nur 1-2 Tage fährst, wird es egal sein. Fährst du aber eine längere (Alpen-)Tour, dann wird dich das unterlegenere Material mehr Kraft kosten, du wirst weniger Bergabstücke fahren können und auch insgesamt nicht so weit kommen. Du wirst am Abend wohl auch müder und ausgelaugter sein. Und letztendlich könnte (und wird) es auch sicherheitsrelevant werden. Wenn dich, weil du den ganzen Tag durchgeschüttelt und an ungewöhnlichen Stellen belastet worden bist, die Kraft verläßt...:crash:.

Du schreibst von einem Traum, welcher der Alpencross für dich darstellt. Wenn dem so ist, würde ich versuchen, mir zumindest ein Rad mit Federgabel auszuborgen (bei einigen Geschäften kannst du eines Mieten; ist für 7 Tage sicher nicht das billigste Vergnügen, aber vielleicht doch sinnvoller?).

Einerseits schreibst du:
"wenn ich eine nicht zu leichte Strecke mit anspruchsvollen Pässen fahren will"

Das geht natürlich mit dem Rad deines Freunde (altes Wheeler).

Andererseits:
"Ich denke ich bin ein ganz guter Fahrer"
Da fände ich es schade, wenn du eh gut fahren kannst und der Alpencross dein Traum ist, dass du dann mit "unterlegenem" Material fahren willst.

Nimm lieber ein anderes Rad (wie gesagt mit Federgabel und einer guten standfesten Bremse [Shimano SLX/XT]) und du wirst mehr Spaß haben.
 
@sub-xero : Das sind total nützliche Tips, danke !!! Ich habe mir deine Seite durch gelesen und auch dein Blog, viele gute Infos dazu ! Ich find es ziemlich krass was du durchgezogen hast, ich kann mir gut vorstellen das auch zu versuchen. Vielleicht nicht gerade über Similaun, das wär mir dann doch zu extrem, aber auf einer anderen Route.

Leider hab ich die Option mit Federgabel nicht, auch nicht mit Ausleihen. Ich hoffe das Wheeler ist noch so gut daß ich nicht viel reinstecken muß.
 
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