Pulsbereiche bei den Anstiegen eines 120 km Marathons

spessarter

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spessart
Servus,
ich bereite mich derzeit auf meinen ersten 120 km Marathon (Frammersbach) vor. Dabei trainiere ich im wesentlichen nach dem Buch "Ausdauertrainer Mountainbiking" von Hottenroth/Zülch.
In Frammersbach werden etwa 10 lange Anstiege mit +- 300 HM auf mich zukommen.

Ich habe mir vorgenommen, die Anstiege mit 80% von meiner max HF anzugehen, also kanpp unter meiner anaeroben Schwelle. Ist dass sinnvoll, oder zu hoch/zu niedrig gegriffen? In welchen Pulsbereichen fahrt Ihr die Anstiege bei langen Marathons?

Wie dramatisch ist es euerer Meinung nach, wenn man sich am Anfang mitreisen läßt und z.B. den ersten Anstieg mit ca. 90% der max HF angeht, um sich abzusetzen? Rächt sich das am Ende?
 
das kann dir hier keiner sagen, weil du erst mal erfahrungswerte aus dem wettkampf brauchst.
nicht fragen, sondern ausprobieren.
 
hallo spessarter,

ich bin den frammersbach-marathon schon gefahren und kann nur sagen, dass es eine geile strecke ist, die es aber in sich hat! wenn du da am ersten berg schon überziehst, wirst du sicherlich irgendwann total blau sein. da es eh dein erster 120er ist, würde ich es etwas lockerer am anfang angehen. es sei denn, du bist ein top-racer, der sich auch während eines rennens gut erholen kann.

naja, letztendlich musst du das selbst entscheiden, du kennst deinen körper am besten.

viel spass in frammersbach :daumen:

will_ein_yeti
 
Ich bin seit einschließlich 2001 jedes Jahr mitgefahren, allerdings die 60km (1 statt 2 Runden) und dabei hatte ich einen Durchschnittspuls von ca. 165 bei einem Max-Puls von 194. Bei den Anstiegen orientierte ich mich an einem Puls von 170 +/- 5 Schläge.
Würde ich 2 Runden fahren würde ich mich sicher um 10-15 Schläge nach unten orientieren.
 
spessarter schrieb:
Wie dramatisch ist es euerer Meinung nach, wenn man sich am Anfang mitreisen läßt und z.B. den ersten Anstieg mit ca. 90% der max HF angeht, um sich abzusetzen? Rächt sich das am Ende?

Dann wirst du die letzten Anstiege wahrscheinlich Probleme haben, überhaupt noch die 80% zu erreichen. Machs wirklich so wie Haferstroh schon gesagt hat und orientiere dich lieber etwas niedriger als zu hoch. Zum Schluss kannste dann nochmal richtig Gas geben, wenns noch geht. Ist auf alle Fälle besser so als andersrum ;)
Aber von wem willst du dich eigentlich absetzen, ist da nicht EM?
 
in Frammersbach bin ich scho 4 mal die 60 km gefahren, bei Keilerbike schon 3 mal die 90 km. Allerdings bin ich da nie mit Pulsmesser gefahren, auch nicht im Training.
Erst jetzt, wo ich die 120 km angehen will, habe ich mir einen Pulsmesser gekauft und gezielt damit trainiert. Bzgl. der Pulsbereich im Wettkampf habe ich also keine Erfahrung.
Ich wollte einfach mal abklopfen, in welchen Pulsbereichen die Forumsteilnehmer, die schon 120 km gefahren sind, sich so an den Anstiegen im Wettkampf bewegen.....
 
hängt ab von dir und deinem hf-verhalten, von deinem trainingszustand, davon, wie du dich im rennen verhältst, was du gegessen hast u.v.a.m.
da kannst du nix extrapolieren.
 
dubbel schrieb:
hängt ab von dir und deinem hf-verhalten, von deinem trainingszustand, davon, wie du dich im rennen verhältst, was du gegessen hast u.v.a.m.
da kannst du nix extrapolieren.

So denke ich auch.

Und diese Prozentwerte vom Max-Puls sind nur sehr vage Werte. Wer sagt Dir, dass Dein Max-Puls nicht doch 5 Schläge niedriger oder 8 Schläge höher ist als Du angenommen hast? (Meine eigenen Ausbelastungsversuche haben stets eine erheblich niedrigere Hfmax ergeben als die LD).

Und: Mit einer Prozentangabe von Hfmax soll die IANS "ermittelt" werden, und das ist bei vielen Bikern nicht ausreichend genau.
So sind viele Biker bei 85 Prozent schulbuchmässig an ihrem Schwellenpuls, viele andere aber auch nicht.

Also ohne aktuelle Leistungsdiagnostik kannst Du m.E. mit Pulszahlen überhaupt gar nichts anfangen, ist alles selbstbetrug. Erst recht darfst Du deinen Puls nie mit den von anderen vergleichen. Leider.

Eigene Erfahrung und Körpergefühl sind nicht zu schlagen....

Viel Erfolg bei Deinem ersten 120er, schau dir die alten Ergebnislisten an:
120km fahren die wenigsten, und obwohl das die "erfahrenen, besseren" Biker sind, ist die prozentuelle Abbruchquote höher als bei den 60ern. Also lieber laangsam angehen lassen.

Ich traue mich vielleicht nächstes Jahr an die Langdistanz, habe grossen Respekt davor.

Onzilla
 
Hi spessarter,

also ich wuerde es erst einmal langsam angehen lassen bei zwei Runden. Denn wenn die Beine erst einmal uebersaeuert sind, dann wird es heftig.
Das ist bei einem Lauf-Marathon nicht anders. Den groessten Fehler macht man, wenn man einen zu hohen Anfangspuls hat. Bei den letzten Anstiegen kann man immer noch Gas geben, wenn Reserven da sind.
 
Und diese Prozentwerte vom Max-Puls sind nur sehr vage Werte. Wer sagt Dir, dass Dein Max-Puls nicht doch 5 Schläge niedriger oder 8 Schläge höher ist als Du angenommen hast? (Meine eigenen Ausbelastungsversuche haben stets eine erheblich niedrigere Hfmax ergeben als die LD).

Den Maximalpuls habe ich mir so ermittelt, dass ich nach dem warmfahren einen Anstieg bis zum "absoluten" Anschlag hochgescheucht bin. Wärend ich bislang der Meinung war, 187 wäre das Maximum, habe ich da 195 erreicht.
 
Wie Dubbel schon sagt: Was bei sowas zählt, ist die Erfahrung. Da kannste dreimal nen Pulsmesser dranhaben; wenn grade an dem Tag durch irgendwas die Puslbereiche etwas anders sind (was ja vorkommen soll), kannste die ganze Pulssache vergessen. Außerdem hängts von deiner Regernerationsfähigkeit, usw. ab, wie weit du gehen kannst. Wenn man im vorderen Feld mitfahren will, lässt sichs z.B. nicht vermeiden, bergauf auch mal über die IANS zu gehen. Aber, da du noch keine konkreten Erfahrungswerte bzgl. Puls hast, würd ichs erstmal langsam angehen lassen und so fahren, als ob du keinen Pulsmesser dran hättest (aber trotzdem auf deine Pulswerte achten->beim nächsten Rennen haste dann zumindest nen Anhaltspunkt)

StarKI
 
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