Qualitative Unterschiede zwischen 130 - 170mm Federweg

Registriert
4. Juli 2006
Reaktionspunkte
0
Ort
Bern (Schweiz)
Sälü zämä

Seit gestern bin ich neu in diesem Forum und freue mich auf die interessanten Diskussionen!

Nun zu meinem ersten Thema:

Schon öfters habe ich mich gefragt, ob man bei einer Federgabel mit z.B. 150mm Federweg und einer mit 170mm, beim Fahren einen qualitativen Unterschied feststellen kann? Oder konkreter gefragt; Kann ein Otto-Normal-Biker bei verschiedenen Gabeln mit 20-30mm Federwegdifferenz auf dem Trail einen spürbaren Unterschied feststellen?

Grund meiner Frage ist jener, dass ich eine 05er Fox 36 mit 150mm Federweg habe. Die 06er hat jedoch schon 160mm. Das hat mich natürlich ein wenig enttäuscht. Nun muss ich aber sagen, dass ich mir nicht vorstellen kann, dass man bei 10mm Differenz, einen grossen Unterschied feststellen kann!?

Was meint ihr?

Gruss
Röbu
 
Das hat mich natürlich ein wenig enttäuscht
Warum?
Bei 10mm merkens wahrscheinlich nur die Leute die schon lange Fahren oder Die alte und die neue Gabel direkt vergleichen.
Bei 20 oder 30 merkt mans aber auf jeden Fall.
Meine alte Gabel hatte 100mm, meine neue 130mm.
Unterschied wie Tag und Nacht, was allerdings auch am besseren Ansprechverhalten liegt.
 
Zwischen 130 und 170 mm FW spürt auch Otto Normalbiker einen deutlichen Unterschied. Dafür gibt es verschiedene Gründe:
1. Damit die 130er im rauhen Gelände nicht durchschlägt, muss sie deutlich straffer eingestellt werden als die 170er. Das bedeutet aber auch, dass die Arme z.B. bei Wurzelpassagen oder anderem ruppigen Untergrund deutlich mehr durchgeschüttelt werden und man wesentlich kräftiger zupacken muss. Und natürlich, dass das ganze Bike wesentlich unruhiger läuft und stärker durchgeschüttelt wird.
2. Damit zusammenhängend: die 170er Gabel rollt wesentlich lockerer über Hindernisse hinweg. Bordsteine z.B. merkt man damit kaum noch. Liegt auch am längeren FW und der weicheren Abstimmung.
3. Die typische 170er Gabel baut wesentlich höher als die typische 130er, also sorgt sie für eine andere Geometrie, wenn du sie an dem selben Rahmen verbaust. Die höhere Gabel sorgt für einen flacheren Lenkwinkel und damit für ruhigeres Lenkverhalten (im Gegensatz zum eher "nervösen" oder "wendigen" Lenkverhalten bei steilerem Lenkwinkel.
4. Bei Schlaglöchern und kleinen Drops hat die längere Gabel mehr Negativfederweg, mit dem sie die Unebenheit ausgleichen kann. Ist deselbe Effekt wie 1. und 2., nur "umgekehrt".

Was deine Gabel angeht, würde ich schätzen, dass man den Unterschied zwar spüren kann, dass er aber nicht wirklich riesig ist. Je nach geplantem Anwendungsbereich (Uphill?) ist weniger Federweg auch oft besser. Denn:

5. Beim Treten und insbesondere im Wiegetritt schluckt die straffere Gabel mit weniger FW deutlich weniger Energie.
 
Zurück