Riss im Sattelrohr von Koga Alurahmen - noch zu retten oder wars das?

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Hallo zusammen,

ich bin neu hier habe mich analog meines Anliegens mit dem passenden Nutzernamen angemeldet ;)

Im Zuge absoluter geistiger Umnachtung und eines Paradebeispiels von "wo rohe Kräfte sinnlos walten" hatte ich vor geraumer Zeit mal die - unbeabsichtigt - tolle Idee eine 27,2mm Sattelstütze in das 26,8er Sattelrohr eines Koga Miyata Ligtspeed (7005er Alurahmen, "sportliches" Damen Trekkingrad) "einzuführen". Nach rund 1-2cm ist mir dann aufgefallen: "etwas schwergängig das Ganze" - samt Erkenntnis: auf der alten Sattelstütze steht ja 26,8 und nicht 27,2mm. Also wieder raus damit... blöd geguckt und nichts weiter dabei gedacht.

Dann gestern das Fahrrad inspiziert, da ich noch ein paar Umbauten vorhabe und dann über einen kleinen Riss "im Lack" gewundert. Der kleine Riss hat sich dann schnell als Riss im Sattelrohr entpuppt. Ja, Spott und Häme sind hier absolut angebracht, aber mich stimmts gerade ein wenig traurig, da das Rad an sich super gefällt und als spaßiges Projekt für ein "Urlaubsrad" für die bessere Hälfte gedacht war und auch schon ein paar Stunden Arbeit reingeflossen sind.

Jetzt brauche ich bitte Eure Expertise, ob es das war oder das Rad noch zu Retten sein könnte.

Der Riss befindet sich ca. 3cm unter dem Sattelrohrende und ist in etwa 3,5cm lang. Er hat hinten den "Schlitz" noch nicht erreicht. Von innen ist der Riss nicht sichtbar, aber mit dem Finger (meine ich zumindest) leicht erfühlbar.


Das Rad würde prinzipiell nur zum seichten Cruisen verwendet und würde keinen sonderlichen Belastungen ausgesetzt. Habe hier entweder eine 26,8er ungefederte Sattelstütze oder eine 25,4 gefedert mit 8cm Stahl-Reduzierhülse von 26,8 auf 25,4. Beide Stützen sind ca. 19cm im Sattelrohr bei eingestellter Höhe.

Was meint Ihr? Ist hier noch was zu machen und falls ja, mit welchen Maßnahmen? Schweissen für dreistellige Eurobeträge kommt eher nicht in Frage, da dann trotz "Emotionalität" wenig wirtschaftlich.

Danke für Euren Rat!
 

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Reduzierhülse ist in diesem Fall kontraproduktiv, da die Einstecktiefe dadurch reduziert wird.
Der Riss wird sich kaum aufhalten lassen. Sicherheitshalber den Lack mal abmachen. Ich würde die Stelle eher mit Gewebe und Harz verstärken.
 
Ich hatte das Thema auch mal mit 31,6 und habe dann eine Alu-Reduzierhülse auf 27,2 eingeklebt. Das hat noch einige Jahre gehalten, bis ich den Rahmen dann ganz aufgegeben hab. Allerdings ist von 31,6 auf 27,2 mehr Wandstärke vorhanden, als bei dir. Wenn du allerdings eine Stahl-Reduzierhülse verwendest, könnte es ja vielleicht trotzdem halten? Aber einkleben musst du denke ich auf jeden Fall.
 
Danke schon mal für Euren Input. Muss mich korrigieren, die Reduzierhülse ist aus Aluminium, nicht aus Stahl.

Harz + Gewebe klingt schon mal nach einem Ansatz. Da wäre die Frage, ob in Kombi mit einer eingeklebten Reduzierhülse oder nicht. Handelsüblich gibt es diese Hülsen wohl in 8cm und 10cm.
 
Von innen ist der Riss nicht sichtbar
Sicherheitshalber den Lack mal abmachen
Dann sieht man ob es wirklich ein Riss ist.
Mit glück ist es nur der Lack und nicht das Alu, gestreckt ist das Material aber trotzdem.
Eine passende Sattelstange könnte, wird anfangs bestimmt seht leicht rein gehen.
Auch nicht wirklich gut. Ich an deiner stelle würd auf jeden fall eine Breite Klemme nehmen.
 
Ich habe mal ca. die Hälfte des Risses "freigelegt", siehe Bild.

Sieht leider wie vermutet so aus, als wäre es wirklich ein Riss im Alu - wie tief der Riss in die 2,5mm Wandstärke geht, kann ich nicht genau beurteilen.

Maßnahmenkatalog:

Theoretischer Gedanke: bringt eine gefederte Sattelstütze eventuell einen Vorteil gegenüber einer starren, da sie mutmaßlich entlastend wirkt auf das Sattelrohr in Bezug auf Stöße?

Danke Euch!
 

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Wozu eine breitere Klemme? Bei Gewebe würde das stören.
Eine Hülse erhöht durch durch die kurze Abstützung der Stütze im Rahmen den Flex an der Rissstelle.
Wenn du mit Gewebe und Harz arbeitest, würde das Harz auch in den Riss eindringen. Eine normale Glasfasermatte würde ich nicht nehmen, es sollte schon ein Gewebe sein. Allerdings auch wieder flexibel, da du ja auch den Anschluss an das Oberrohr brauchst. Da gibt es sicher Leute im Forum, die dir da weiterhelfen könnten.
Ich glaube kaum, dass man das genaue Ende des Risses feststellen kann, um eine Bohrung zu setzen.
 
Stütze in den Rahmen kleben fällt mir spontan ein. Das obere Ende absägen.
Da die Stelle permanent dynamisch belastet ist, wird es irgendwann komplett gerissen sein.
 
Alurahmen. Danach müsste man man spannungsarm glühen. Bei der Temperatur ist dann neuer Lack fällig. Sprich: Rahmen komplett lackieren.
Stahl kann man hartlöten oder einfach ne große Naht darüber brutzeln.
 
Falls mit der zu großen Sattelstütze (und zu wenig Einstecktiefe) nicht gefahren wurde, hat der Riss damit nichts zu tun.
 
Ich kann mich nur @Waldschrat63 nur anschließen. Ich hatte mal einen Alurahmen von Maxim, der zwischen Oberrohr und Sattelrohr einen Riss hatte. Den hat ein Bekannter geschweißt und hat noch heute 10 Jahre gehalten, bevor er erneut gebrochen ist an der Kettenstrebe und es damit Zeit war für die Rente dieses Rahmens.
 
Zunächst möchte ich mich für die rege Beteiligung und die zahlreichen Tipps bedanken. Nach reiflicher Überlegung bin ich zu dem Entschluss gekommen, dass ich das Rad nicht reparieren werde - kommt schweren Herzens zur Schlachtbank.

Auch wenn eine Reparatur wahrscheinlich möglich ist, könnte ich es mir "im Fall der Fälle" nicht wirklich verzeihen, wenn dann doch etwas passiert und die Frau zu Schaden kommen würde. Wäre das Rad für mich selber, so würde ich ein Restrisiko in Kauf nehmen. So wird dann leider ein neues Projekt - ist ja auch was schönes.
 
Hi, grad erst gesehen. Lese hier im Rahmebau-thread kaum, weil ich mich dann ganz klein und unbedarft fühle. Fahren naja, Schrauben gut, aber einen Rahmen bauen, siehe Wayne's World 2 und Alice Cooper.

Aber ich kann evt etwas zum Trost schreiben: Mir ist etwas ähnliches passiert, ich habe die Stütze kaum
noch aus dem Rahmen heraus gebracht. Er blieb heil. Will sagen, ich kann mir schlichtweg nicht vorstellen,
dass Du frei Hand einen Rahmen derart sprengen konntest. Für mich sieht es nach einem typischen
Rahmenbruch aus, der sich im Bereich der Stütze durch Materialermüdung einstellt, vor allem,
wenn mit zu weit ausgezogener Stütze gefahren wurde. Vermutlich brauchst Du Dich also
garnicht über die Verwechslung der Stützen ärgern....im Gegenteil, Du hast den Riss dabei bemerkt.

Und nein, der Rahmen ist vermutlich irreparabel. Auch Epoxid/Faser hätten hier nichts ausgerichtet.

Gruß C
 
Zunächst möchte ich mich für die rege Beteiligung und die zahlreichen Tipps bedanken. Nach reiflicher Überlegung bin ich zu dem Entschluss gekommen, dass ich das Rad nicht reparieren werde - kommt schweren Herzens zur Schlachtbank.

Auch wenn eine Reparatur wahrscheinlich möglich ist, könnte ich es mir "im Fall der Fälle" nicht wirklich verzeihen, wenn dann doch etwas passiert und die Frau zu Schaden kommen würde. Wäre das Rad für mich selber, so würde ich ein Restrisiko in Kauf nehmen. So wird dann leider ein neues Projekt - ist ja auch was schönes.
Schade aber so ist es manchmal. Ab in den Kreislauf damit, möge es im nächsten Leben ein Kavenz Rahmen werden! 😏😉
 
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Für mich sieht es nach einem typischen
Rahmenbruch aus, der sich im Bereich der Stütze durch Materialermüdung einstellt, vor allem,
wenn mit zu weit ausgezogener Stütze gefahren wurde. Vermutlich brauchst Du Dich also
garnicht über die Verwechslung der Stützen ärgern....im Gegenteil, Du hast den Riss dabei bemerkt.

Danke für die aufmunternden Worte - ich vermute inzwischen auch, dass die Sattelstütze nur der "Detektor" des eigentlichen Problems war. Du könntest hier völlig richtig in Bezug auf Materialermüdung liegen. Bin die Tage zufällig über diese Anzeige gestolpert und dachte: na den Riss kennste doch irgendwo her 😒

https://www.kleinanzeigen.de/s-anze...enfahrrad-defekter-rahmen/3008101895-217-9194

Könnte also tatsächlich ein gängiges Problem bei diesen Koga-Rahmentypen sein.
 

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Ich würde eine (längere) Stützte ohne Reduzierhülse auf ganzer Länge einkleben.
Du musst halt aufpassen, dass der Riss sich nicht um die Sitzstreben verteilt, oder abbiegt.
Evtl an den Rissenden ein kleines Loch bohren.

Diese Art Riss entsteht bei zu weit azsgezonener Sattelstütze, Verwendung einer Hängerkupplung, oder einer Reduzierhülse.
Durch das einschieben der zu dicken Stütze ist das nicht passiert, sehe ich auch so.
 
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