Schöninger MTB Cup - Mein Fazit
Start 09.00 Uhr - Ankunft 08.10 Uhr = zu spät!
Unterlagen abholen, umziehen, Rad aufbauen, Verpflegung vorbereiten und Flaschen deponieren - 08.58 Uhr in der Startaufstellung
Runde 1
Start und vollgas, der erste schmale Trail ist nicht weit. Leider ist die Spitze weg und ich befinde mich bei den Verfolgern. Na gut, also erst mal die Strecke kennenlernen und die Möglichkeiten zum Überholen nutzen die sich bieten. Das sind dann Stellen wie Trailausgang - Wegquerung - Traileingang. Ein Grinsen huscht durch mein Gesicht.
Die erste Runde läuft ganz anständig. Selbst ein kurzes Nachjustieren der Sattelstütze im Trail, und der damit verbundene Verlust von 2 Plätzen, sind nur von kurzer Dauer.
Runde 2
Eingang Runde 2 bin ich wieder an meiner Position. Irgendwann sind langsame Fahrer vor mir und ich versuche Linien zu fahren die man besser nicht fahren sollte. Ein kurzer Zwischenstop an der Leiter eines Hochsitz ist auch dabei. Keine Angst, das Dingen steht noch. Das kostet leider Zeit, und die langsamen Fahrer werden auch nicht weniger. Das Grinsen wird breiter. Am Ende der Runde ist Flaschentausch angesagt. Ich werde von 2 Fahrern überholt ...
Runde 3
... und wir jagen die ersten Meter durch den Trail. Da ich lieber vorne fahre gehts durch Laub und Äste an den beiden vorbei. Wegfahren? Hmm, besser nicht, die Beine fühlen sich schwer an. Also gehts zusammen weiter. Auf dem langen Zwischenstück zwischen den Trails kreiseln wir eigentlich ganz gut. Dann komme ich auf die wahnwitzige Idee den beiden auf dem Flachstück zu enteilen und trete an. Leider gehts erst 2 km später wieder in den Trail. Ein Verfolger ist noch da. Wir flügen Rad an Rad durch den Wald. Dauergrinsen. Er überholt und fährt etwas weg. Ich bin schnell wieder dran. Ein Stück weiter macht er einen Fehler und ich rausche in ihn hinein. Da war ich zu nah dran. Nichts passiert, wir waren gerade eh nicht so schnell. Zusammen gehts in die nächste Runde.
Runde 4
Die erste Trailpassage nehme ich von vorne. Auf dem Flachstück wird gekreiselt. In den nächsten Trails lasse ich ihm den Vortritt. Zwischendurch werden einige Fahrer überrundet. Klappt alles wie einstudiert. Danke! Dann kommt mein Lieblingsmatschloch. Das mit dem Hochsitz, ihr einnert euch!? In der letzten Runde musste mein Mitstreiter dort abreißen lassen. Alles oder nichts? Besser nicht, das es ja noch berghoch geht und er dort letzte Runde stärker erschien. Also fahre ich mein Dingen weiter. Die Trails werden gerockt, Rad an Rad. Kurz bevor die letzen Schotteranstiege anfangen können wir noch einen aus der selben Runde einfangen. Nun heißt es taktieren. Am Anfang des letzten Anstiegs kommt ein "Wir bekommen Besuch" von rechts und wir legen nach etwas Kohle nach. Die Verfolger haben keine Chance. Der Abstand vergrößert sich schnell wieder. Dann kommen wir zur Verpflegung und ich gehe als Erster in die kurze Abfahrt zum Ziel. Links und rechts sind Löcher, in der Mitte kann man Gas geben. Will er vorbei, wirds ungemütlich für ihn. Ein kurzes Stück Straße, ich bin noch vorne, Rechtskurve, traumhaft genommen, mein grandioser Antritt (Rob Warner würde sagen: "He pulled the hammer down!").
im Ziel
Ich bin im Ziel. Ich gucke auf die Auswertung: Platz 7 gesamt. *******, war das geil! Mein Mitstreiter kommt kurz nach mir rein. Keine Ahnung ob er nicht wollte oder konnte. Egal! Es war genial. Endlich mal jemand der genau so schnell auf den Trails ist wie man selber. Dann Rad an Rad hintereinander, wie an einer Schnur gezogen. Ich hoffe da gibts Bilder von. Aber genug.
Ein zweiter Blick auf die Auswertung sagt nichts Gutes: Platz 6 AK
Hallo? Was soll denn der Mist? Dann kommt die Siegerehrung und ich muss feststellen, dass der 1. AK Herren nicht mal 90 sec. vor mir durchs Ziel gerollt ist.
Platz 1 bis 3 in meiner AK (Sen I) wurden in 2h32min untereinander ausgefochten. Unter 11 Minuten Rückstand zum Sieger sind ja nicht so schlecht.
Das Rennen ist echt eine Empfehlung wert. Die Strecke ist sehr schnell, aber auch, eben durch die Schnelligkeit, nicht ganz ohne. Schnelle Richtungswechsel, nicht einsehbare Kurven, Matschlöcher die einem zum Verhängnis werden können.
Die angekündigten 70 % Trailanteil sind durchaus realistisch.
Im Nassen ist das Ganze wahrscheinlich noch selektiver. Aber wer schreit schon nach Regen?
Als nächstes gehts zu den 3 H von Detmold. Hoffentlich im Trockenen.
Der Wetterbericht sieht gut aus.