Stahlrahmen konservieren - Eure Tips!

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Hallo Leute,

da ich meinen neuen Stahlrahmen möglichst optimal konservieren und schützen will (von innen versteht sich, außen ist ja Pulverlack drauf...) bitte ich die "alten Hasen" um Tips und Tricks. Es ist mein erster Stahlrahmen, daher habe ich hier überhaupt keine Erfahrungen.

Also, welche Konservierungsmöglichkeiten gibt es und welche sind besonders empfehlenswert?


Grüße und Dank,
Merlin
 
wenn du sehr langfristig & zuverlässig konservieren willst, ist das Sanders-Fett am besten geeignet.
Leider etwas doof zum anwenden, weil man das Zeug heiß machen muss, bis es flüssig wird, und es wird dann auch gerne schon im Sprühgerät fest, man muss da halt kreativ sein bei der Anwendung.
Normale Konservierungen auf Wachsbasis werden früher oder später rissig.
Über das Zeug gibt´s massig Informationen im Netz, einfach mal googeln.
das hier ist die Seite vom Hersteller:
http://mike.british-cars.de/Korrosionsschutzfett.htm
 
So schlimm ist das Mike-Sanders Fett nicht zu verarbeiten. Für kleinere Anwendungen reicht der Auftrag per Pinsel, dann muss es nicht flüssig sein.
Für einen Fahrradrahmen würde ich etwas in eine Injektionsspritze füllen (mit einem Fön erwärmen) und in die Rohre spritzen.
Das Zeug verteilt sich bei Erwärmen von selbst, also den Rahmen mal ein paar Tage lang in die Sonne stellen und gelegentlich wenden.

Käuflich zu erwerben kann man es bei TBS-Aachen ( http://www.tbs-aachen.de/online-shop.html ) für 11,- €/kg.

Falls eine kleine Menge reicht, könnte ich Dir etwas zuschicken (ca. 100 ml??)
Das empfohlene Equipment (Wagner W 400SE und Hohlraumschlauch) könnte ich Dir zwar auch leihen, aber die Bohrungen an Sitz- und Kettenstreben dürften dafür zu klein sein.
Zudem steht der Aufwand, das Zeug nachher wieder zu reinigen in keinem Verhältnis zu den 2 Minuten Einsatz.

Gruß
Raymund
 
Hallo raymund,

welchen Durchmesser hat die Düse bzw. der Schlauch denn? Hast du eine Idee, wo man solche Hohlraumdüsen samt Schlauch bekommen kann (wie sieht sowas eigentlich aus)?

Ansonsten: Reich wirklich grober Auftrag/Einspritzung + anschließendes Erwärmen und das Zeug verteilt sich dann selbst?

Grüße und Dank,
Merlin
 
Merlin schrieb:
Hallo raymund,

welchen Durchmesser hat die Düse bzw. der Schlauch denn? Hast du eine Idee, wo man solche Hohlraumdüsen samt Schlauch bekommen kann (wie sieht sowas eigentlich aus)?

Ansonsten: Reich wirklich grober Auftrag/Einspritzung + anschließendes Erwärmen und das Zeug verteilt sich dann selbst?

Grüße und Dank,
Merlin

Hallo Merlin,

so ein Schlauch hat (aus dem Gedächtnis) ca. 6 mm Aussendurchmesser und hat eine Düse für gerades und/oder seitliches Sprühen.

Den Hohlraumschlauch für die elektrische Spritzpistole habe ich seinerzeit im Baumarkt gefunden.
Für Druckluftanwendung gibt es auch sowas, einfach mal unter "Hohlraumdüse" o. "Hohlraumschlauch" googeln.

Wenn das Zeug warm wird, kriecht es sogar bergauf. Laut Test in der Motorklassik benetzt es angerostete (d. h. rauhe ) Bleche von selbst.
Meine Erfahrung damit ist, daß es reicht, wenn das Blech schmutzig ist und z.B. sich Blechfalze im Kfz. selbsttätig füllen.
Mein Käfer (hat 4 kg intus) hat seit 10 Jahren keine hohlraumbedingten Rostprobleme mehr.

Gruß
Raymund
 
Sorry,
ich würde auf Hohlraumkonservierungen gänzlich verzichten. Anstatt dessen gelegentlich mal etwas Öl in die Rahmenbohrungengen einsprühen. Fakt ist das sich im Rahmen ständig Wasser ansammelt, entweder Schwitzwasser oder Regenwasser. Nun sind am Rahmen einige Bohrungen verhanden durch die dieses Wasser ablaufen kann z.B. an den Ausfallenden. Diese Bohrungen würden durch Konservierungsmittel verschlossen werden und somit ein Ablaufen unmöglich machen. Somit könnt ihr dann das angesammelte Wasser nur noch durch Demontage von Tretlager und Sattelstütze unter kippen des Rahmens aus diesem entweichen lassen. :daumen:
 
Merlin schrieb:
Hallo Leute,

da ich meinen neuen Stahlrahmen möglichst optimal konservieren und schützen will (von innen versteht sich, außen ist ja Pulverlack drauf...) bitte ich die "alten Hasen" um Tips und Tricks. Es ist mein erster Stahlrahmen, daher habe ich hier überhaupt keine Erfahrungen.

Also, welche Konservierungsmöglichkeiten gibt es und welche sind besonders empfehlenswert?


Grüße und Dank,
Merlin


das mit dem konservieren kannst du dir schenken. sattelrohr immer schön fetten;-)
 
Diese Bohrungen könnte man aber mit einem leicht während des Einsprühens verschliessen und nacher wieder öffnen. Oder?

Oder den ganzen Rahmen mit PU-Schum ausschäumen :D :daumen: :D
 
Nun sind am Rahmen einige Bohrungen verhanden durch die dieses Wasser ablaufen kann z.B. an den Ausfallenden.

Mein Rahmen hat keinerlei Öffnung (Tretlager, Steuerrohr und Sitzrohr natürlich ausgenommen...), daher auch keinen Wasserausfluß. Konservieren möchte ich ihn aber auf jeden Fall, sollte ja nicht das Problem sein - und sicher ist sicher. Ich habe einen großen Trockenschrank zur Verfügung, in welchen der Rahmen reinpasst und den ich auf bis zu 100°C einstellen kann.

@raymund: Das sollte dann für die Anwendung des Sander-Fettes doch ideal sein, gel? Rahmen drin vorwärmen, Fett heiß machen und reinspritzen, danach den Rahmen für ein paar Stunden auf ca. 80 °C im Schrank lassen und ab und wann drehen.
 
Merlin schrieb:
....... Ich habe einen großen Trockenschrank zur Verfügung, in welchen der Rahmen reinpasst und den ich auf bis zu 100°C einstellen kann.

@raymund: Das sollte dann für die Anwendung des Sander-Fettes doch ideal sein, gel? Rahmen drin vorwärmen, Fett heiß machen und reinspritzen, danach den Rahmen für ein paar Stunden auf ca. 80 °C im Schrank lassen und ab und wann drehen.

Das sind ja ideale Voraussetzungen.
Schick mir mal deine Adresse, dann kommt demnächst ein Tässchen Fett.

Gruß
Raymund
 
Hallo raymund,

danke für das Angebot, aber das Fett hab ich auch! Ich melde mich aber, falls ich dein Equipment doch brauchen sollte...

Grüße,
Merlin
 
Merlin schrieb:
Mein Rahmen hat keinerlei Öffnung (Tretlager, Steuerrohr und Sitzrohr natürlich ausgenommen...), daher auch keinen Wasserausfluß. Konservieren möchte ich ihn aber auf jeden Fall, sollte ja nicht das Problem sein - und sicher ist sicher. Ich habe einen großen Trockenschrank zur Verfügung, in welchen der Rahmen reinpasst und den ich auf bis zu 100°C einstellen kann.

@raymund: Das sollte dann für die Anwendung des Sander-Fettes doch ideal sein, gel? Rahmen drin vorwärmen, Fett heiß machen und reinspritzen, danach den Rahmen für ein paar Stunden auf ca. 80 °C im Schrank lassen und ab und wann drehen.

Schau dir mal die Innenseiten deiner Ausfallenden an. Dort müßte Bohrungen mit ca.1mm Durchmesser vorhanden sein. Diese Bohrungen findest du in fast jedem Rohr des Rahmens. Sie sind in den Rohren um die sich ausdehnenden Gase, die bei Schweißen des Rahmens entstehen, entweichen zu lassen. Später läuft durch diese Bohrungen Schwitzwasser usw ab. :rolleyes:
 
Hi Merlin! ;)
Den Cove-Stahlrahmen meines Bruders habe ich nach Vorschlag einer bekannten MTB-Zeitung innen schon ausgiebig mit sehr viel Sprühwachs konserviert. Dazu habe ich mir eine MAGURA-Bremsleitung genommen, diese seitlich eingestochen und am Ende mit einer Schraube verschlossen. Dann habe ich die selbige an die Sprühwachsdose angeschlossen und konnte dann damit in die Rohre einfahren und so ziemlich alle Bereiche einsprühen. Es hat dann natürlich erstmal aus allen Löchern getropft :hüpf: . Habe dann den Rahmen noch ein par mal gewendet und gedreht. Die Öffnungen sind schließlich jedenfalls keineswegs durch das Wachs irgendwie verschlossen gewesen.
Ist vielleicht eine etwas einfachere Variante als die Fett- und Trockenschrankgeschichte :D !

Gruß
beat
 
Also, da ich jetzt meinen Rahmen mit dem Sanders-Fett konserviert habe, wird es Zeit für ein kurzes Update. Das Fett läßt sich tatsächlich besser verarbeiten, als ich anfangs angenommen habe. Am besten, man bringt es in einem Wasserbad zum schmelzen (erhitzen auf 100°C ist optimal, dann ist es sehr dünnflüssig) und kippt es dann in alle zugänglichen Rohre rein bzw. drückt es mit einer Spritze + kurzem Schlauch in die weniger zugänglichen Rohre. Wenn diese nur an einer Seite offen sind ist es besonders einfach - oben reinkippen, bis das Rohr voll ist, dann Rahmen umdrehen und das auslaufende Fett wieder auffangen. Ggf. kann man beidseitig offene Rohre (z.B. Kettenstrebe) an einer Seite verschließen. Wenn man halbwegs schnell arbeitet, fließt das Fett ohne Probleme wieder raus und es bleibt eine dünne Schicht auf allen Oberflächen zurück. Man darf halt nicht zu langsam arbeiten, sonst wird das Zeug im Rahmen fest und kommt nicht wieder raus.

Also, wer es ebenfalls versuchen will: Nur Mut und ggf. vorher mal an einer alten Sattelstütze oder ähnlichem ausprobieren - es ist nicht sonderlich kompliziert und geht auch ohne Spezialäquipment (Hohlraumdüse etc.).
 
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