UVP bei Shimano bzw. wie verläuft der Preisverfall

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Hallo zusammen,

da ich mich jetzt schon seit längerem mit verschiedenen Komponenten beschäftige, nicht zuletzt, um diese auch selbst zu kaufen und zu nutzen, würde mich mal interessieren, wie sich der Preisverfall von (hier beispielhaft) Shimano Teilen entwickelt.
Da ich keine UVPs auf der paul-lange Seite entdecken konnte und auch bei Onlineshops unterschiedliche Angaben zur UVP vorherrschen stelle ich das jetzt mal hier rein.
Z.B. Schaltwerk XT 2008 RD-M772
UVP gelesen 79,95€, ZEG: 39,95€, von anfangs ~42€ gefallen auf niedrigster Preise um die 32,50€
Kurbel XT 2008 FC-M770
UVP gelesen 229€, Preise im Netz gefallen von ~150€ auf derzeit 105€

Die Einführung war ja erst vor ein paar Monaten. Bei digitalen Gütern findet ein kontinuirlicher Preisverfall bis zur Ablösung durch den Nachfolger statt.
Wie sieht das bei solchen Produkten aus....


Gruß Walu
 
Hallo,

ich hab sowas schon mal irgendwo geschrieben, aber is schon ne Weile her:
Shimano hat keine Unverbindlichen Preisempfehlungen!!! Die HEK (Händlereinkaufspreise) sind Staffelpreise, soll heißen, je mehr und vor allem je häufiger ein Händler bestellt, desto niedriger werden die Einzelpreise der Komponenten. Das bedeutet im Klartext, dass der kleine Händler nur mal so als Beispiel nur 10 XT-Kurbeln bestellt und so einen Preis von vielleicht 100,- € pro Kurbelgarnitur bezahlt. Dazu kommen noch die Mehrwertsteuer und die Gewinnmarge und dann kostet dieser Kurbelsatz 199,- € beim kleinen Shop an der Ecke. Er kann auch nicht mehr ordern, denn die werden ja gar nicht abgekauft, also wird er nie in den Genuss von niedrigeren EK kommen und die Kunden auch nicht.
Der Onlineversender bestellt aber im Jahr 5 mal 1000 Kurbeln und dann kostet eine nur noch vielleicht 45,- € !!!! Der kann die dann für 120,- € verkloppen und bekommt auch viel mehr los, denn er erreicht ja viel mehr Kunden.
So ist das leider und so wird es auch bleiben.
Xt-Kurbel für 105,- € ??? Kaufen, sag ich!!! Aber man muss bedenken, dass man so den Preisverfall fördert!!!
Die aktuellen XTR-Kurbeln bekommt man ja auch teilweise für unter 250,- €, das ist schon Wahnsinn. Ich sag mal nur den Preis, den der Endverbraucher bei einem sehr bekannten Großhändler bezahlen soll, wenn ich die da bestelle: 711,- € !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!! Kein Witz, da isses kein Wunder, wenn ich sowas nie verkaufen werde und der Kunde sich lieber an den Rechner hängt, würde ich ja auch so machen:eek:

In diesem Sinne
 
ich habe auch mal über dieses Thema mit meinem Händler geredet
Shimano macht auch keine Preis kontrolle
KED hat zum Beispiel die Lieferung an mehrere Händler ( auch Internet) verweigert oder angedroht es zu tun wenn die Verkaufpreise unter dem Limit liegen um damit Kunden anzulocken
Das gleiche macht Race Face genauso
warum kriegst du keine RF diaboluskurbel für 100.-?
Die saint gabs mal für 99. man bedenke daß ursprünglich die Saint 345.-eur wert war
mehere anbieter wollen ebenhalt nicht daß der kleine Händler auf Dauer den Bach runter geht außer Shimano
 
Hallo,

ich muss mich mal mit in dieses Thema reinhängen. Ich kenne von diesem Thema halt auch beide Seiten.
Shimano ist nun wirklich das Paradebeispiel, für Staffelpreise und auch dafür wie diese Onlineshops einen das Leben schwer machen.
Aber ich möchte euch auch mal noch einen weiteren Aspekt erzählen.
Zunächst:
Natürlich finde ich die Einstellung einiger Importeure sehr löblich und kann das nur unterstützen.
Aber leider wird diese Argument meist auch nur scheinheilig eingehalten.
Eine Hersteller von Bremsen, dessen Name ich natürlich nicht nennen werden, hat vor drei Jahren an alle Fachhändler einen Brief geschrieben, bei dem es um genau diese Thematik ging. Darin stand, das sich der Hersteller gezwungen sieht, die Lieferung an Händler einzustellen, wenn diese ein Preisdumping vorantreiben. Es wurde mehrfach betont, das die empfohlenen VK-Preise eingehalten werden sollen. Schön, nich wahr?
Wenn ich im Netz sehe, was die Produkte kosten, ja dann sehe ich die Wahrheit. Dort kosten die Dinger fast genau soviel wie EK plus MwSt. Soviel dazu.
Daraus erkennt man, das die Importeure und Hersteller zwar androhen, die Lieferung einzustellen, jedoch tun sie? Wahrscheinlich selten.

Man kann daher nur noch mit Service punkten und diese Vergleiche zwischen kleinem Laden und Konzern von Kunden nur über sich ergehen lassen.
Das beste ist dann noch, wenn diese Leute dann noch mal kommen, und Hilfe beim Einbau brauchen...... is toll, oder.:mad:

Daher auch mal ein kleiner Aufruf an alle Onlinebesteller.;)

mfg

Gimli
 
Danke für Eure Mitteilungen.
Da ich in einer anderen Branche selbstständig bin kenne ich auch von dort das Problem des schnellen Preisverfalls und natürlich das Problem der Markttransparenz durch das Internet. Zu mir kommen auch immer wieder Kunden und sogar Freunde und Verwandte und lassen sich beraten, gekauft wird dann aber im Netz. Das ärgert mich auch kolossal.
Nur ärgert es mich auch genauso, wenn mir ein Händler eine UVP vorhält, die es gar nicht gibt und dann davon "großzügig" 20% abzieht.
Habe bei meinem Hausbau vor 2 Jahren ein Angebot über Sanitärartikel erhalten, das trotz Abzug von 11% "Rabatt" noch über der tatsächlich vorhandenen UVP lag. Damit habe ich aus Ärger den gesamten Auftrag storniert, da ich mir nur verarscht vorkam.
Wie im ersten Thread gesagt habe ich Shimano nur beispielhaft rausgezogen. Fällt mir natürlich auf dass es auch Hersteller gibt, bei denen in Shops nur geringe Rabatte möglich sind.

Gruß Walu
 
Außerdem gibt es bei Shimano-Komponenten wohl noch einen OEM-Markt. Einzelkomponenten laufen dann als Übermengen von Bike-Ausstattern an Händler und werden in der Tüte, also ohne Originalverpackung und Anleitung, an den Endkunden verkauft.
 
... auch bei den oem artikeln MUSS die anleitung dabei sein. wenn nein ist der verkäufer verpflichtet diese nachzuliefern in der landesprache.

was das bremsenthema eines nicht genannten herstellers betrifft, da ging es im den verkauf von oem bremsen die ausdrücklich nur für die montage an kompletträdern vorgesehen waren. also weder einzeln noch im bundle mit einem rahmen preiswerter verkauft werden durften.

ciao
flo
 
So weit ich mich erinnere, war in dem Schreiben nicht ausdrücklich die Rede von OEM. Es ging generell um Produkte der Firma. Daher schließt das meiner Meinung nach „normale“ Ware mit ein.
Aber ich will mich jetzt nicht festfahren. Kann sein das ich mich irre.
Dann wäre es aber umso schlimmer.

Mit freundlichen Grüßen
Gimli
 
Nun,
das ist freie Marktwirtschaft,
ähnlich sieht es aus mit Löhnen im Internationalen- Vergleich.
Nur wenn die Leistung stimmt wird für ein Produkt auch mehr bezahlt.
Somit ist es umso wichtiger Bildung und Qualität auf höhstem Nivau zu
halten.
Und damit sind wir dann wieder bei den Händlern bzw. Internet Shop's.
Teilweise sind dort "Verkäufer" die nun wirklich absolut keine Ahnung haben,
da sehen ich dann nicht ein für eine HG93 32,00€ anstatt 13,99€ zu zahlen.
Gibt es jedoch freundliche, gute Beratung, sieht das etwas anders aus,
wobei sich hier natürlich auch eine gewisse Moral des Käufers einstellen muß, sonst geht er nach der tollen Beratung Nachhause und bestellt im Netz.

Dieses "Problem" gibt es ja nun überall, siehe Reimport- Autos.

Wir stehen erst am Anfang der "Internetgeneration".
Letztendlich wird der Markt nicht kleiner, er verschiebt sich nur. Wer da nicht schell genug reagiert und flexibel ist wird eingehen.
Es scheint nicht immer fair, bietet jedoch erst einmal jedem die gleichen Möglichkeiten....

Ausserdem warte ich auf mein neues Cube Ams 125 K24.
Wenn ich das, hoffentlich morgen, habe, werde ich auch nicht mehr soviel Zeit zum schreiben haben :p

Gruß
Dirk
 
Hi

eigentlich stellen nur die Importeure ein Problem dar. Die ganz grossen Online Shops/Bikehersteller kaufen und bestellen teils in grossen Pools direkt bei den Herstellern. Der kleine Händler um die Ecke MUSS dann beim Importeur einkaufen. Dieser widerum garniert eigentlich nur die Marge für ein klein wenig Lagerkosten. In all den Jahren in denen ich mich damit zwangsläufig befasse, ist mir noch nie irgendeine Leistung irgend eines Importeurs untergekommen die Importeure an sich überhaupt legitimieren. Service/Garantie/Kulanz/Fachwissen/Kundenfreundlichkeit wird wenn immer möglich an die Händler abgeschoben. Es gibt aber neuerdings auch kleinere Händler die sich zusammenschliessen und direkt "grau" importieren. Dann gibt es wieder so Herstellerfirmen die das gemerkt haben und die Seriennummern ihrer Produkte schlüsseln, sodass dann im Garantiefall ein Importeur/Hersteller genau weiss ob es sich um Grauimportware/OEM etc. handelt, mit dem Ziel damit dann den Garantiefall ablehnen zu können.
Durch die Globalisierung wird der Markt jedoch zunehmend auch bis hin zum Endverbraucher immer mehr spielen (siehe I-Net) und das Eis wird für Importeure immer dünner. Das Dumme daran ist nur, dass es die kleinen Händler zuerst merken.

Gruss
Simon
 
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