Es geht aber leider an der Realität komplett vorbei. Wenn die Bikes zu 90% ohne Modifikationen beim Endverbraucher landen, ist so ein Test eben für 90% potentieller Kunden uninteressant, ob ihr als Tester das gut findet oder nicht...
Wenn der Hersteller also nicht explizit beim Kauf eine solche Anpassung vorsieht bzw. anbietet, ist der Test eben nicht für das Serienbike relevant. Und wie ich bereits schrieb: es spricht ja nichts gegen einen vergleichenden Test mit angepasstem Cockpit. Denn ein paar Sachen solltet ihr nicht vergessen:
- ihr habt einen ganz anderen Umgang, eine andere Einstellung und vor allem ganz andere Möglichkeiten mit den Bikes. Ihr klammert bei euren Tests immer ein wenig aus (ich nenne es mal "Betriebsblindheit") das der große Teil der Käufer solcher Enduros die Teile nicht ansatzweise so im Gelände bewegen bzw. an die Grenzen bringen wie ihr, das dort immer ein großer Teil "Enduroneulinge" dabei ist etc. Ihr zeigt ja nur, was man mit den entsprechenden Skills mit den Dingern machen kann - für den Riesenanteil der Käufer ist das so wahrscheinlich wie eine Mondlandung. Während ihr euch Gedanken darüber macht, dass das Lynx in steilen Abschnitten (siehe Bild im Beitrag) an seine Grenzen kommt, würden 95% der Leser hier im Leben nicht daran denken, dort überhaupt zu fahren! Egal, welches Bike...
Und genau so sieht es in der Realität auch mit derartigen Umbauten aus.
- es bringt dem Leser hier also recht wenig, wenn ihr einfach von dem in der Realität kaum anzutreffenden Idealzustand und Ideal-Fahrradhändler ausgeht, der 1. auch ein Endurofahrer mit ordentlich Skills beim Runterfahren ist, 2. in der Lage und gewillt ist, mit dir das richtige Setup auch am Cockpit zu finden und 3. es auch macht, weil es der Hersteller in seiner Marge auch vorsieht und kalkuliert.
- im Test selbst wird erwähnt, das fürs Bergauf-Fahren ein längerer Vorbau doch wieder vorteilhaft wäre. Heißt für mich: BH Bikes hat hier ein Enduro gebaut, das eigentlich ein AM ist

und es gerade durch den längeren Vorbau eben bergauf-tauglicher konzipiert hat. Nun geht ihr ran, gebt es einem tendenziell doch deutlich eher Abfahrts-orientierten Tester und der macht eben ein Enduro daraus, das besser bergab geht, aber nicht mehr so gut rauf. Findet ihr nicht selbst auch, das es so ausgedrückt schon etwas komisch klingt?
Ich kann es nur wieder empfehlen: testet immer erst die Serienausstattung, gern auch mit Fahren unterschiedlicher Prägung (macht ihr ja zum Teil, das sind eure besten Tests) und dann im Vergleich mit Verbesserungen.
Um es nochmal klar zu schreiben: ich finde den Test schon gut und aussagekräftig, aber aus meiner Sicht hat er eben einen gewissen Beigeschmack.