In einigen Medien wie dem
New Scientist wurde dies als Ankündigung einer in den nächsten Jahrzehnten bevorstehenden globalen Abkühlung wiedergegeben.
[12] Latif selbst widersprach dieser Darstellung, unter anderem in einem Interview mit
Spektrumdirekt.
[13][11] Die Unterbrechung im Erwärmungstrend stelle nur „eine Atempause“ dar, die Erderwärmung sei dadurch keinesfalls vom Tisch. Bereits zuvor hatte sich Latif ausdrücklich von den „
Skeptikern“ distanziert, die „nichts von der Physik des Klimas verstehen“.
[14] Er habe schon damit gerechnet, dass seine Aussagen über die Klimaentwicklung „von bestimmten Seiten bewusst missverstanden werden“.
[13]
Die in der Studie behandelte so genannte
dekadale Klimavariabilität, also die Entwicklung des Klimas über ein bis zwei Jahrzehnte, ist ein kontrovers diskutiertes Forschungsfeld.
[15]
Vor dem Hintergrund der
Überschwemmungskatastrophe in Pakistan 2010 und der
Wald- und Torfbrände in Russland 2010 warnte Latif, dies sei eine „Blaupause für das, womit wir uns in der Zukunft anfreunden müssen“.
[16] Der Klimawandel werde zu einer Häufung der
Wetterextreme führen mit mehr
Trockenheit einerseits und extremen Niederschlägen andererseits.
[17]
Angesichts der Dürre und Hitze in Europa 2018 kritisierte Latif, dass weltweit die Klimaschutzbemühungen immer noch viel zu gering seien. Obwohl der Beginn internationaler Klimapolitik bereits im Jahr 1992 gelegen habe, gebe es heute „defacto“ immer noch „keinen Klimaschutz, weder weltweit noch in Deutschland“.
Der Ausstoß an Treibhausgasen nehme weiter zu, gerade im Verkehrssektor. In diesem Zusammenhang kritisierte er auch Bundeskanzlerin Angela Merkel, die „nie wirklich eine Klimakanzlerin“ gewesen sei, sondern oft gegen Klimaschutzbemühungen interveniert habe, beispielsweise wenn es um die Autoindustrie gegangen sei. Es fehle in Deutschland der Mut für eine
Verkehrswende. Z
udem sei es dringend geboten, „die schmutzigsten Braunkohlekraftwerke [...] so schnell wie möglich vom Netz“ zu nehmen, was auch „problemlos“ möglich sei, ohne dass die Versorgungssicherheit darunter leiden würde.[18][19] Es sei eine tragische Entwicklung, dass der Klimaschutz in der aktuellen Politik so wenig Gewicht habe. Sollte Deutschland die Energiewende im derzeitigen „Schneckentempo“ fortsetzen, werde es auch seine Klimaschutzziele für das Jahr 2030 verfehlen.
[20]