Überlegungen zum Kauf eines Gravelbikes

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Grüß euch!

Ich überlege nun schon seit mehreren Wochen, ob ich mir ein Gravelbike zulegen soll. Da leider keiner in meinem Bekanntenkreis eines besitzt, ich jedoch gerne Erfahrungswerte dazu sammeln würde, bevor ich eines kaufe, dachte ich dieses Forum wäre eine gute Anlaufstelle um ein zwei Berichte zu meinen Fragen einzuholen.

Ich besitzte aktuell ein Fully-MTB, das ich jedoch ausschließlich auf Forststraßen fahre. Ich bin früher Downhilltrails gefahren, das wurde mir aber irgendwann leider zu umständlich, da es bei uns in Tirol nicht viele Trails gibt, und die meisten davon implizieren, dass das Rad auf dem Radträger dorthin gefahren werden muss. Außerdem ist bei uns in Tirol das Befahren von den meisten "Wanderwegen" verboten, was bedeutet, dass es eigentlich nicht sehr viel Angebot fürs Downhillen gibt, und die Trails dementsprechend meist überladen sind.

Mittlerweile fahre ich eigentlich aussschließlich auf Forststraßen. Das ist aber bei uns hier ein gemischter Begriff, zwischen einer schönen Forststraße mit angenehm kleinen Schotter, und sehr groben Steinen kann da alles dabei sein. Mir macht dabei eigentlich auch vorallem das Bergauffahren Spaß, ich mag es, mich auszupowern. Runter rasen ist auch lustig, aber eher nebensächlich.

Nun dachte ich, dass diese Straßen vermutlich mit einem Gravelbike auch zu bewerkstelligen sind. Wie seht ihr das? Der Untergrund ist das eine, die Steigung die andere. Die Strecken können schon sehr steil werden, ich fahre bspw. gerne auf den Patscherkofl und die Seegrube (Falls das jemand hier kennt). Ich hänge mal zwei Beispielbilder an, dort kann man den Untergrund zumindest grob abschätzen.

Der Hintergrund, warum ich auf ein Gravelbike gekommen bin, ist, dass ich nur 1 Fahrrad haben kann (Im Keller geht sich bei mir nicht mehr aus, und wenn ich es woanders lagere, verwende ich es nie). Weiters habe ich schon öfter geliebäugelt, auch mal Strecken zu fahren, wo man länger über die Straße anreist. Das mag ich mit dem MTB nicht, Asphalt fahren macht damit keinen Spaß. Ich bin früher bereits Rennrad gefahren, und mochte das eigentlich recht gerne, ein Gravel Bike scheint da für mich genau meinen Anwendungsfall zu trefffen, vorrausgesetzt, es lassen sich die Forstraßen damit bewerkstelligen.

Wie seht ihr das? Sind steile, grob geschotterte Wege mit einem Gravel machbar?

LG
 

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Re: Überlegungen zum Kauf eines Gravelbikes
@X2CrMo29 Ich bin mir eben nur nicht sicher, ob sich meine gedachten Strecken bewerkstelligen lassen. Ich nehme an die Steigungen sind weniger ein Problem, hier muss ich beim Kauf halt auf eine Übersetzung achten, welche eben (auch) möglichst stark übersetzte Gänge hat.

Der Untergrund ist das, wo ich mir am unsichersten bin. Ich bin denke ich recht hart im nehmen und kann auch mal im Stehen fahren. Nur, wenn der Weg zu grob wird (großer Schotter), so bin ich mir nicht mehr sicher, ob ich vorrankomme. Klar, breite Reifen kann man berückstichtigen, aber so breit wie bei einem MTB wird es kaum werden.
 
Es gibt durchaus Gravelräder die auch Platz für breite Mtb Reifen bieten. Genauso kannst du Schaltungen ähnlich deinem Mtb montieren. Damit sollte dann auch die Übersetzung kein Problem werden.
 
Sind steile, grob geschotterte Wege mit einem Gravel machbar?
Ja.

Übersetzungen und Reifen gibt es dafür

Das mag ich mit dem MTB nicht, Asphalt fahren macht damit keinen Spaß.
Warum?
Liegt es an den Reifen?
Dann wären MTB Reifen am Gravel auch wieder ein Kompromiss.
MTB Reifen rollen im Gelände besser und bieten mehr Komfort.
45-50mm Gravelreifen wiegen dann auch schon um die 600g +- Der Terra Adventure um die 700g.

Warum noch ein HT oder ein Supercaliber?
Dazu 2x TB 2,25 oder mit Rick vorne und du wirst kaum langsamer sein und hast einen viel breiteren Einsatzbereich.

Wie lang sind denn deine Anfahrten/Fahrten auf Asphalt?
 
@X2CrMo29 Ich bin mir eben nur nicht sicher, ob sich meine gedachten Strecken bewerkstelligen lassen. Ich nehme an die Steigungen sind weniger ein Problem, hier muss ich beim Kauf halt auf eine Übersetzung achten, welche eben (auch) möglichst stark übersetzte Gänge hat.

Der Untergrund ist das, wo ich mir am unsichersten bin. Ich bin denke ich recht hart im nehmen und kann auch mal im Stehen fahren. Nur, wenn der Weg zu grob wird (großer Schotter), so bin ich mir nicht mehr sicher, ob ich vorrankomme. Klar, breite Reifen kann man berückstichtigen, aber so breit wie bei einem MTB wird es kaum werden.
Also die Bilder die du hochgeladen hast, sind absolut befahrbar mit Gravelbikes. Mit breiten Gravelfreifen kann man auch noch viel verblocktere oder wurzeligere Strecken fahren.
 
Ich geh vom Gravel zurück zum MTB. Auf wirklich grobem Schotter fand ich die Radkontrolle mit dem MTB wesentlich angenehmer als mit dem schmaleren Rennlenker.

Ein Supercaliber und inner Barends würde ich persönlich bevorzugen.
 
Innsbruck ist ein Extremfall: es geht nach drei Seiten nur bergauf, zwei davon extrem steil. Keine Tour unter 700hm, egal, wie kurz sie ist, außer man fährt den Flußradweg.
Unten im Tal ist es verbaut und verkehrstechnisch überfüllt, die besten Wege sind gesperrt, in den oberen Etagen ist es anspruchsvoll alpin, auch auf den geschotterten Wirtschaftswegen. Merkt man spätestens bergab.
Graveln in und um Innsbruck halte ich für genauso sinnvoll, wie Schwimmtraining im Inn - aus der Sicht eines streckenverwöhnten Oberbayern.

Ich denke, daß Du mit einem schnellen XC Bike (mit / ohne Starrgabel) besser dran bist, laß mich aber gerne eines Besseren belehren. Beim Graveln muß man eine klare Grenze der verschiedenen Kategorien ziehen. Wenn Du mit dem Gravelbike im alpinen MTB Revier wilderst, gehörst Du schnell der Katz'.
Die oben gezeigten Bilder zeigen zwar die Oberflächenbeschaffenheit (für ein Gravelbike ist das keine Herausforderung), aber die Länge des Anstieges mit der kastrierten Übersetzung, sowie den schmalen Reifen und Lenker bei der Abfahrt ist dann schon ein Problem. Mir würde nicht im Traum einfallen, zur Seegrube mit dem GB fahren zu wollen, hab aber meine drei Sturm- und Drangphasen schon hinter mir ;)

Suche Dir eine typische / individuelle Graveltour in Deinem bevorzugten Gebiet mit adäquater Anfahrt auf den diversen Portalen aus, leih Dir ein Gravelbike beim Intersport und sei dann ehrlich zu Dir, ob es Dir taugt und Du solche Touren öfters machen willst. Das selbe kannst Du nochmal mit einem leichten Hardtail machen. Das ist der schnellste und kostengünstigste Weg zum Erkenntnisgewinn.
Hier ist schon mal jemand auf das Problem mit der Übersetzung in der Gegend gestoßen. Kannst Ihn ja mal antriggern, wie es ausgegangen ist und ob es ihm gefällt.

("If you like it..." ...mach lieber was Anderes :( )
 
Für die Wegoberfläche in beiden Bildern braucht es kein MTB und nicht mal dicke Reifen. Für die Steigung und Höhenmeter auch nicht, aber evtl. die Übersetzung eines MTBs.

Letztendlich empfiehlt hier jeder sein Lieblingsrad. Das muss aber nicht deins sein.

Wenn dir ein RR Lenker eher taugt: Gravelrad mit MTB Kassette und evtl. dicken Reifen. Für Strecke machen eher RR Lenker als Turnstange.
Wenn dir ein MTB Lenker taugt: Hardtail, evtl ohne Federgabel, Innerbarends, falls möglich größeres Kettenblatt. Für Höhenmeter machen evtl. und für gröbere Tiefenmeter eher bis auf jeden Fall Turnstange.

Mein(!) Rad wäre eine Gravelrad mit dicken Reifen. Allerdings wohne ich nicht in Innsbruck. Da hätte ich ganz sich nicht mein MTB abgeschafft.


PS: das zweite Bild ist für mich die typische Gravelrunde


Aus dem Video ist das 2. Bild
 
Zuletzt bearbeitet:
Die oben gezeigten Bilder zeigen zwar die Oberflächenbeschaffenheit (für ein Gravelbike ist das keine Herausforderung), aber die Länge des Anstieges mit der kastrierten Übersetzung, sowie den schmalen Reifen und Lenker bei der Abfahrt ist dann schon ein Problem. Mir würde nicht im Traum einfallen, zur Seegrube mit dem GB fahren zu wollen, hab aber meine drei Sturm- und Drangphasen schon hinter mir ;)
Reifen, Kassetten und Lenker sind doch alles Anbauteile die man je nach Geschmack und Anforderung frei wählen kann? Das sind doch keine Argumente für/gegen einen bestimmten Fahrradtyp.

Man kann am Gravel genau die gleichen Kassetten und Reifen wie am Mountainbike fahren. Ein Dropbar Lenker mit ordentlich Flare ist auch nicht mehr viel schmäler als ein normaler Lenker am XC/AM MTB.
 
Danke schonmal für den vielzahligen Input. Der "Reiz" an einem Gravel Bike kommt bei mir durch folgende Aspekte zustande:

  • Ich kann vielseitig unterwegs sein, sowohl auf Straßen, als auch auf Forststraßen und "leichten Trails"
  • Mir gefällt die Sitzposition und der Lenker eines RR
  • Es ist wartungsärmer als mein Fully

Da ich keine Downhill Trails fahre, brauche ich kein Fully. Runterfahren sollte kein Problem sein, ich fahr seit 18 Jahren bei uns im Wald herum, und bin technisch schon eher fortgeschritten denke ich. Klar, rasen wie mit einem MTB wird nicht drin sein, das ist aber nicht nötig. Wie erwähnt geht es mir vorallem um das Bergauffahren, beim Bergabfahren denke ich eh schon ans Abendessen/Feierabendbier.

Was ich bis hier jetzt hier mitgenommen habe, ist primär, dass der Untergrund kein großes Problem darstellen sollte. Weiters lassen sich Anbauteile beim GB genauso wie beim MTB wählen, wobei halt die Reifen gewissen Rahmenbedingungen unterliegen.

Ich denke, ich werde mal in ein Geschäft fahren und mir welche anschauen. Wie das mit dem "Probefahren" aussieht weiß ich nicht, soviel ich weiß geht das sicherlich nicht für einen ganzen Tag, und den brauche ich aber fast, wenn ich eine echte Testfahrt machen möchte. Vielleicht finde ich ja noch jemanden, der mir sowas mal für einen Tag leiht im meinem Freundeskreis.

Zuletzt, es kam die Frage auf ob man hier hin und wieder Leute mit einem GB auf meinen Wegen sieht. Die Antwort ist ja, aber dünn gesäht. Genauso dünn gesäht sind aber MTB, es fahren hier eh fast alle nur mehr E-MTB.
 
Suche Dir eine typische / individuelle Graveltour in Deinem bevorzugten Gebiet mit adäquater Anfahrt auf den diversen Portalen aus, leih Dir ein Gravelbike beim Intersport und sei dann ehrlich zu Dir, ob es Dir taugt und Du solche Touren öfters machen willst.

Das Problem hierbei ist halt, dass ich erstmal 3h radeln muss, bevor ich bei diesen Passagen ankomme. Dass ich bspw. bis zur Höttinger Alm komme ist mir klar, dort ist es eine feine Straße. Aber der Bodensteiner wird es dann gröber, aber da bin ich auch schon lange unterwegs. Ich werd versuchen jemanden zu finden, der mir sein Rad mal für einen Tag leiht.
 
Wie von @Monolithic erwähnt wohne ich auch in den Alpen, und ich mache eigentlich meine meisten Touren in die Berge mit dem Gravelbike. Die Gründe sind folgende:
  • Ich starte immer vor der Haustür, dadurch ergeben sich teils sehr lange Anfahrten auf Teer. Da finde ich das Gravel einem MTB klar überlegen.
  • Mit der passenden Übersetzung komme ich eigentlich fast überall im Sattel hoch. Fahrtechnisch gesehen finde ich den Dropbar bergauf keinen Nachteil - ganz im Gegenteil, in den langen Aufstiegen bin ich froh, kann ich zwischendurch die Position wechseln.
  • Auf Alp- und Forststrassen und S0-S1-Trails komme ich mit dem Gravelbike ganz gut runter, vor allem wenn ich in den Drops bin. Wie @Almwegraser richtig sagt, bin ich teils langsamer als mit einem Fully, aber diese Abschnitte sind meistens nur kurz. Dropperpost vermisse ich nur ganz selten. Was ich mag ist die Direktheit des Gravels: auf dem Fully fühle ich mich wegen der Federung wie in Watte eingehüllt - dabei bin ich ja draussen, um die Natur zu fühlen.
  • Ich werde mit dem MTB einfach nicht richtig warm. Ich finde die Peers nicht so sympathisch, und ich bin fahrtechnisch dermassen schlecht, dass ich gegenüber dem Gravel nur wenig mehr fahren kann. Wenn diese beiden Punkte nicht wären, würde ich allenfalls mal die die bereits erwähnte Kombi von Flatbar und Innerbarends in Erwägung ziehen. Aber @Almwegraser tönt ein bisschen so, als wäre er auch schon leicht dem Charme der Gravelbikes erlegen 😅
Daher: wenn man auf technischen Trails keinen oder nur wenig Spass hat, dann kann ein Gravelbike das richtige Gefährt für in den Alpen sein - vor allem auch, wenn man lange Anfahrten zu den ungeteerten Stellen hat.

Bei der Gerätewahl würde ich auf Folgendes achten:
  • Genügend Platz für grosse Reifen. M.E. sollten mindestens 45er-Reifen problemlos reinpassen, auch wegen des Komforts. Keine Ahnung, was da momentan so auf dem Markt ist...
  • Optionale Federung: Ungefedert können potentiell irgendwann die Hände Probleme machen. Bei mir war das nicht in den Alpen der Fall, sondern in Dänemark: seit ich dort täglich 180er-Etappen mit grossem Schotteranteil gefahren bin, habe ich teils Handprobleme. Ich würde daher beim Kauf darauf achten, dass die Geometrie mit einem gefederten Vorbau oder einer Federgabel kompatibel ist. Bei meinem Salsa Cutthroat habe ich das Problem, dass die Federungen, die mich potentiell interessieren würden, alle höher bauen als die aktuelle Lösung - und das wäre mir dann wohl zu hoch. In diesem Faden findet man nützliche Hinweise.

@Almwegraser, wenn Du sehen willst, was mit dem Gravelbike alles geht, dann kannst Du ja mal in mein Tourverzeichnis gucken. Wenn ich es so überfliege, dann fällt mir noch ein weiterer Vorteil des (dickbereiften) Gravels auf: es ist ein schönes Gefühl, mit dem gleichen Rad die ganzen Alpen durchquert und 5 Meere erreicht zu haben. Ok, das gilt in unserer schnelllebigen und wegwerfigen Zeit wohl nicht allzu viel 😥 Aber ich persönlich find's super, und ich liebe meinen treuen Begleiter 🥰

Zwischen dem Wallis und Nizza:
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Karwendel:
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Wallis:
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Ich geh vom Gravel zurück zum MTB.
Ist ja vom Retourenkönig nicht anders zu erwarten 😂
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich habe länger in Innsbruck gelebt und bin viel radgefahren. Mit einem klassischem Gravelbike wüsste ich dort wenig anzufangen, den Vorteil gegenüber einem sportlichen XC Hardtail sehe ich nicht wirklich. Mittlerweile wohne ich weit Weg von nenneswerten Erhebungen, aber mit vielen netten Wegen und Pfaden in der Ebene und ein paar kleinen Hügeln, perfektes Gravelterrain. Für mich macht ein Gravelbike nur so richtig Sinn. Ich bin aber auch ein anderer Fahrertyp, länger bergauf fahren macht mir eigentlich nur auf dem Rennrad richtig Spaß, mit dem MTB ist das für mich nur ein Mittel zum Zweck um zum Traileinstieg zu kommen. Anyways, da du aber gerne mit Dropbar unterwegs wärst, würde ich mir mal ein MTB lastiges Gravelbike bzw. Dropbar MTB wie zum Beispiel das Salsa Cuthroat ansehen. Grundsätzlich kann man mit einem Gravelbike und entsprechender Bereifung / Übersetzung fast alles hochfahren was mit dem MTB auch geht. Wenn man dann allerdings mit leichten MTB Reifen und Übersetzung unterwegs ist hat man kaum noch Vorteile auf der Straße gegenüber einem XC Bike mit tiefem Lenker und Inner Barends. Letzteres hat dank moderner Geometrie dagegen den Vorteil fast genauso schnell bergabzugehen wie dein jetziges Fully. Wäre mein erste Wahl um in Innsbruck und Umgebung Forststraßen rauf und runter zu bolzen.
 
Runterfahren sollte kein Problem sein, ich fahr seit 18 Jahren bei uns im Wald herum, und bin technisch schon eher fortgeschritten denke ich.
Ich nehme an die Steigungen sind weniger ein Problem, hier muss ich beim Kauf halt auf eine Übersetzung achten, welche eben (auch) möglichst stark übersetzte Gänge hat.
Ich bin mir da nicht so sicher, ob du das mit dem Abfahren unterschätzt. Hoch wird kein Problem sein, der von dir geschilderte Untergrund ist kein Thema, und Übersetzungen lassen sich anpassen. Runter ist aber das Problem, dass du auf dem Gravelbike sehr viel weiter vorne sitzt als beim MTB. Du hast Viel Druck auf dem Vorderrad. Das kann sehr unangenehm sein. Ich würde das unbedingt vorher an den dir bekannten steilen Forststraßen ausprobieren.

Mein Eindruck ist inzwischen, dass der Begriff "Gravelbike" genauso wenig aussagt wie "MTB". Sprich, da gibt es sehr große Unterschiede. Wie die Vorredner schon geschrieben haben, auf die Reifenfreiheit achten (damit im Zweifel ein "schmaler" MTB-Reifen mit ca. 2" rein geht), und die Übersetzung passt. Vielleicht, wenn es wirklich sehr viel steil abwärts geht, an eine versenkbare Sattelstütze nachdenken.

Ansonsten kann ich deine Gedanken gut nachvollziehen. Ich bin definitiv der MTBler, habe aber selber ein Gravelbike.
 
Ich komme aus Osttirol und würde sagen bei uns sind die Verhältnisse bezüglich Streckenangebot gleich. Ich habe den Luxus ein Gravel (Rose Backroad FF) und ein Supercaliber zu besitzen daher glaube ich kann ich meine Eindrücke gut schildern:

Ich verwende mein Gravel eher um gut Strecke zu machen, Grundlagentraining und halt dem fahren im vor allem im Frühjahr und Herbst wenn die Radwege voll mit Rollsplitt und Blättern etc. sind. Mit dem Gravel kann ich im Gegensatz zum Rennrad meine Runden erweitern, auf den Radwegen Richtung Kärnten oder auch Südtirol wo ich sehr oft unterwegs bin sind viele Schotterabschnitte welche mit dem Rennrad zwar teilweise noch zu fahren gehen, jedoch nur in Schrittgeschwindigkeit. Zusätzlich kann ich im Sommer mit dem Gravel, so auch die viel befahrenen Hauptstraßen vermeiden und eben am Radweg bleiben.
Jedoch ich würde mit meinem Gravel definitiv nicht auf eine Alm bzw. eine Forststraße auf den Berg rauffahren, klar funktioniert das mit den breiten Reifen aber das sind für mich damit nur Kompromisse die ich eingehen muss. Hab ich auch schon gemacht mit 45er Reifen. Das macht aber für mich mit dem XC MTB viel mehr Spaß. Man kann jetzt argumentieren mein Backroad FF ist ein Race Gravel Bike und ich bekomm keinen 50er Reifen rein.

Ich würde eher zu einem XC MTB raten, damit kannst du auch mit einem schnell rollenden Reifen am Radweg schnell fahren und lange Runden hinlegen.
Runden auf die Alm/Schotterweg machen mir zumindest damit viel mehr Spaß und man hat mehr Komfort. Ich fahre auch eher selten technische Trails und abwärts gehts vermehrt über den Schotterweg, das liegt bei mir auch daran dass hier viele Wanderwege für Radfahrer gesperrt sind...

Möchtest du aber eher etwas Rennradmäßiges haben und du hast vor, 100km Runden zu fahren aber nicht vermehrt auf die Almen und Berge, dann eher das Gravel.
 
Leichte Trails ohne viel Geröll/Wurzeln finde ich mit dem Gravelbike und 50mm Reifen sehr angenehm. Für alles drüber würde ich ganz klar ein Hardtail nehmen oder zumindest ein Gravelbike mit Federgabel und Dropperpost.

Letztlich kommt es aber auch darauf an, wieviele Räder man anschaffen möchte und wo der mehrheitliche Einsatzzweck liegt. Persönlich fahre ich zwar sehr gerne Trails, habe aber meinen Fokus auf Langstrecke. Heißt, ich verzichte einfach auf gewisse Abfahrten bzw. wähle die passendere Variante zum Rad. Um auch noch MTB zu fahren, fehlt mir aktuell die Zeit. Bleibt also nur, Prioritäten zu setzen - und da ist mir die Langstrecke dann wichtiger.

Federgabel am Gravelbike kann ich daher als Kompromiss durchaus nachvollziehen. Für manchen sicher ein guter Weg, wenn auch oft belächelt.
 
Ich kann dazu meine Erfahrungen zum besten geben, weil ich mir letztes Jahr aus ähnlichen Gründen ein Gravel gekauft habe.
Bergauf kommt ich überall rauf wo ich auch mit dem MTB rauf fahre und ich war erstaunt wie gut das geht. Grober oder feiner loser Schotter geht sehr gut. Runter geht vieles was ich auch mit dem MTB fahre, jetzt kommt das aber. Ein Beispiel ein abfallender Schotterweg (recht Grob) welchen ich mit meinem Downcountry mit fast 40 Sachen runterknalle, geht mit dem Gravel nur mit max. 20km/h. Da fliegen einem die Plomben sonst aus den Zähnen. Damit will ich sagen man kann mit dem Gravel sogar mal kurze steile Abschnitte im Gelände fahren, aber es macht eben keinen Spaß.
 
Ich melde mich mal wieder zu Wort, nachdem ich in letzter Zeit viel über das Thema nachgedacht habe.

Die Entscheidung, dass es ein Gravel werden soll, ist ziehmlich sicher gefallen. Wie von @drWalliser erwähnt, bin ich wohl dem Charme verfallen. Ich war heute in einem Geschäft, und habe mir folgendes Fahrrad angesehen:

https://www.ktm-bikes.at/de/bikes/d...-strada-10-burnt-orange-shimano-grx-2x11-2023

Preislich wurde mir da ein interessanter Rabatt angeboten. Daneben stand noch folgendes ebenfalls mit Rabatt:

https://www.ktm-bikes.at/de/bikes/d...sh-matt-black-green-sram-apex-eagle-1x12-2024

Beide Räder haben beim Rahmen noch Platz für andere, notfalls breitere Reifen. Nur bei den Übersetzungen bin ich mir nicht sicher. Auf meinem MTB hatte ich in der „leichtesten“ Kombination ein 26 Kettenblatt auf ein 42 Ritzel. Das war eher auf der leichteren Seite, hat mir aber auf dem Ende einer langen Tour (bsp. Seegrube, Patscherkofel) schon oft die Errungenschaft oben anzukommen gerettet.

Bei den beiden genannten KTM‘s sehe ich hier deutlich kräftigere Übersetzungen. 30/34 scheint mir wesentlich härter, als 26/42. Macht Sinn, dass Ganze soll eben einen breiten Nutzungseinsatz abdecken, nur mache ich mir wiederum Sorgen, dass diese Übersetzungen zu hart sind.

Klar, ich werde mit dem Teil nicht ausschließlich den Berg hochfahren, aber eben manchmal (häufig) schon, und das muss möglich sein. Wie seht ihr das? Komme ich hier überhaupt an einer „Custom-Lösung“ vorbei, oder muss ich in den sauren Apfel beißen, und entweder wesentlich kräftigere Übersetzungen in Kauf nehmen, oder beim MTB bleiben?

LG
 
Das Strada ist ziemlich Rennrad vong Geometrie her und kann nur 40er Reifen (hab ich gelesen).
Bei Deinen geplanten Anstiegen wirst Du um einen modifizierten 2fach Antrieb nicht herumkommen.
GRX kann 46/28 und mit modifiziertem Schaltkäfig bis 40z hinten.
 
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