[UE] 750d Umbau und Erfahrungen

Balu.

Singlespeedbär
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Moin,
ich habe den Thread extra im Unterforum Gravel-Technik aufgemacht, es wäre nett wenn hier keine Grundsatzdiskussion über den Sinn neuer Laufradgrößen geführt wird und auch keine Hochrad-Bilder gespamt werden. Danke für eure Aufmerksamkeit.

Ich werde berichten über:
  • Maße
  • Anforderungen an den Rahmen zum Umbau und Nachrüstbarkeit
  • Herausforderungen beim Laufradbau
  • Fahreigenschaften
  • Zuverlässigkeit
  • ... etc.

Das ganze wird sich natürlich etwas hinziehen, gerne willkommen sind natürlich eure Erfahrungen, Fragen, Sammlung von passenden oder neuen speziellen Rahmen, etc.

Fangen wir mal mit der "unboxing Experience" an, die war eher so semi, nicht gut verpackt, aber heile:

Capture.JPG
 
Machen wir mal direkt weiter: Maße

Die Laufräder sind noch nicht eingespeicht, der Reifen ist mit Schlauch und etwa ~1bar montiert, noch nicht vollständig im Feldgenbett.

Durchmesser über alles 746mm. Die 750 sollten bei entsprechendem Druck also passen.
Auch die Breite steht mit 39,5mm zu erwarten knapp unter dem Aufdruck, es fehlt eben noch mehr Luft.

Hier neben einem Vittoria Mezcal in 29x2,35" auf einer 30mm Felge:

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Endlich geht es hier mal weiter:

Die Felgen haben einen ERD von 644mm. Mein erster Versuch mit um 45mm Nabenflansch ergab dann Speichenlängen von mind. 309mm (308,8 & 309,4), daher habe ich mich nach Alternativen Naben umgeschaut, obwohl hier noch welche rumlagen und ich fast einen Satz Acros gekauft hätte. Selbes Problem mit der Speichenlänge.

Habe mich jetzt für einen Satz Spank HEX Gravel entschieden. Am HR z.B. 58 & 64mm Nabenflansch, daher nur 302 & 304mm. In den Längen sind Sapim Race erhältlich und auch vorrätig. Ab Dienstag habe ich Zeit zum Laufradbau:

IMG_20250309_170556.jpg
 
Nice. Komplett an mir vorbei gegangen, dass es das gibt. Finde ich bei großen Rahmen auch optisch schön wenn es jetzt die Option auf größere Räder gibt. Muss ich, falls es irgendwann mal ein neues Gravel Rad in den Fuhrpark schaffen sollte, im Hinterkopf behalten.
 
Da ich beruflich und privat ab Montag stark eingespannt bin, habe ich die Laufräder gestern noch zu Händler meines Vertrauens gebracht. Von "Was hast du denn da schon wieder?" bis "So hoch musste ich den Zentrierständer noch nie einstellen" war alles dabei. Ich befürchte am VR könnte ich doch auf 302mm runter müssen, aber abwarten.

In der Zwischenzeit eine kleine Sammlung von möglichen* Rahmen, nach meinen bisherigen Messungen:

Zu allererst mein persönlicher Wunschrahmen:
- Chumba Yaupon Steel (führt schon länger meine Wunschliste an, bisher keine Gelegenheit und jetzt sind die Zölle eine Katastrophe)
  • Black Mountain La Cabra
  • Breezer Radar X
  • Cinelli Hobootleg
  • Cotic Cascade
  • Decathlon Riverside Touring 920
  • Farr Out
  • Kona Sutra LTD
  • Moots Routt ESC
  • (Moots hat aber auch einen 750d Rahmen)
  • Merit Jumbo
  • Nordest Kutxo
  • Pipedream ALICE
  • Ritchey Ascent
  • Salsa Cutthroat
  • Salsa Fargo (der ist sicher, ich besitze zwei davon)
  • Singular Gryphon
  • Tumbleweed Stargazer
  • Velo Orange Piolet
  • Wilde Dream Engine
Edit:
Singlebe 750d
Tannenwald Traumfänger 3XL
Esker Lorax



*keine Garantie, da nicht selbst getestet, kursiv vielleicht passend
 
Zuletzt bearbeitet:
So, endlich mal ein paar Kilometer sammeln können. Bisher nur wenige Probefahrten aber eins steht jetzt schon fest: Riesig sind die Unterschiede nicht.

Nun komme ich ja eher aus der MTB Ecke und habe bisher 48-622 und 52-622 mit Dropbar gefahren, es rollt jetzt ein µ leichter, bleibt ein wenig länger auf Geschwindigkeit, klettert sogar einen Funken besser. Ich befürchte aber den "Verbundene Augen Test" würde ich nicht bestehen.

Ich bin jetzt bei ~749mm mit ~3,5bar das Fargo unten hat offiziell 29x2,3", der Durchmesser ist wie oben schon beschreiben ähnlich einem Mezcal in 29x2,35"

Bilder:
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Zwischenfazit nach je etwa einem Dutzend Touren im direkten Vergleich. Also Testkandidat wie oben Salsa Fargo mit 750x40d und mein anderes Fargo mit 700x55c (Vittoria Terreno)
Ich habe, wenn mehr Asphalt geplant war immer öfter zum 750d Rad gegriffen, je mehr "Offraod", also grober Schotter und loser Waldboden, desto mehr 29". Irgendwie klar, aber ein Gegentest brachte dann auch gefühlt einen spürbaren Unterschied. Mit 29" war ich spürbar langsamer, aber dafür mit mehr Komfort unterwegs, also wenig überraschend. Ich habe mich im Umkehrschlus auch nicht so sicher mit den größeren, schmaleren Laufrädern gefühlt, wenn es mal ruppig wurde. Habe mehr gebremst, weniger draufgehalten.

Ich denke daher, der nächste Schritt werden dann 750x34d Byway seien um dem Rad endgültig auch einen "Allroad" Stempel aufzudrücken, dafür passt mir 750d besser.

Bilder nur zur Aufmerksamkeit, ich habe nix geändert.

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Auch drei Monate und einige Touren später hat sich nichts an meiner Meinung geändert. Ich habe den 750d Laufrädern einiges zugemutet, von Steigungen in Süddeutschland bis hin zu schlammigen Trails im Spessart, ich konnte bisher keine Schwachstelle finden und würde es jederzeit wieder tun. Im direkten Vergleich aber weiterhin, je schwieriger der Untergrund, desto eher würde ich bei 28" bzw. 29" bleiben.

Der LRS steht immer noch gut da, nach den ersten Ausfahrten im April musste ich einmalig nachzentrieren, seither kein Problem. Auch im Wiegetritt bei 18% fühlt er sich steif genug an, wobei ich mich fitnessbedingt eher langsam da hochgequält habe.

Immer noch meine Empfehlung!
 

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Entfaltung

Da wo ich wohne ist es recht hügelig, auch waren bisher 90% meiner Touren mit mehr oder weniger Höhenmetern. Vor ein paar Tagen bin ich eine Tour bei Verden gefahren. Ganze 40hm :oops: auf 52km. Ich habe auf den langen Geraden, ohne nennenswerte Steigungen, selten in den richtigen Gang gefunden. Es fühlte sich immer etwas zu leicht, also zu hohe Kadenz, oder etwas zu schwer an. Das hat mich mal wieder auf etwas aufmerksam gemacht, altbekannt aber lange ignoriert: Entfaltung und Gangsprünge

Beispiele:
Der Gangsprung auf´s 11er Anschlussritzel (Ich fahre noch 11-fach GRX) wird ~5% größer*
Bei 19 auf 17T immerhin noch ~ 2% größerer Gangsprung*
(*im Vergleich zu 47-622)

Das ist jetzt nicht die Welt, aber je nach Distanz und Kadenz ein bisschen unangenehm. Wenn ich hier im Forum die Diskussionen über 32" lese, dann braucht die "Branche" wieder mehr Gangstufen ... ein Teufelskreis ;)

Spaß beiseite, ich will ja nicht die Industrie bashen, sondern über 750d berichten. Wenn man, wie ich, vom MTB kommt, merkt man diesen Effekt kaum. Für sehr trittsensible Menschen, die auf dem Renner eher feine Kassetten fahren, könnte das aber ein Thema sein.
 
Entfaltung. Steht doch drüber ... Die zurückgelegte Strecke pro Pedalumdrehung. Da also die reine Übersetzung nochmal mit 2πr multipliziert wird, steigt der effektive Gangsprung mit dem Radumfang an.
 
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