Das Video sollte übrigens nicht wieder Diskussionen beginnen, sondern nur Deine Vorstellungskraft beflügeln, nachdem Du gesagt hast:
Der Fahrer kannte die Strecke sehr gut, konnte aber nie gewinnen oder aufs Treppchen fahren. Mit einem Gravel hat er es auf dieser Strecke geschafft und seinen Rekord um 5 Minuten verbessert - obwohl er zum ersten Mal auf dieser Strecke mit dem Gravel unterwegs war.
Das macht es nicht besser oder schlechter als ein Mtb, aber in manchen Situationen durchaus wettbewerbsfähig. Deswegen ja „
open your mind“.
Warum war er ca 5% schneller (Fahrzeit waren ca 100 Minuten)? Man stelle sich vor man könnte ein bestehendes Mtb um 5% schneller machen. Oder wäre er mit ein paar Anpasungen seines Gravel noch schneller gewesen? Z.B. ein etwas schmälerer Flatbar, eine Federgabel mit 6cm? Wer weiss das schon? Wäre er auch schneller gewesen als ein 32“ XC Mtb?
Hätte er in den Downhill Sektionen nicht so viel oder gar keine Zeit verloren - wäre er dann 6, 7 oder 8% schneller gewesen auf einem etwas modifizierten Gravel?
Die Strecke ist da und bekannt - viel Spaß beim Testen
Ich wette, viele der zurückkehrenden Fahrer haben in diesem Rennen eine persönliche Bestzeit aufgestellt. Die Bedingungen waren einfach perfekt.
Die 5 % schnellere Zeit kamen nicht vom Rad, sondern von der Strecke und dem Fahrer. Das Rad war nicht einmal besonders leicht; manche serienmäßige Hardtails werden mit diesem Gewicht beworben.
Die erzwungene Verwendung schmalerer Reifen als üblich könnte den Luftwiderstand deutlich verringert haben, insbesondere auf einer schnelleren Strecke.
Auf dieser Strecke boten seine Gravel-Laufräder vielleicht einen echten aerodynamischen Vorteil. Vielleicht könnten Mountainbiker ihre Sponsoren um einen Gravel-Laufradsatz zum Testen bitten und diesen bei Hochgeschwindigkeitsrennen einsetzen, bei denen Felgenbreite und Seitenstabilität der Reifen weniger entscheidend sind.
Ich bin nicht überzeugt, dass MTB-Hardtails aerodynamisch optimal aufgestellt sind. Ich fände es spannend, ein Hardtail oder sogar ein Fully zu sehen, bei dem selbst 2,4-Zoll-Reifen aerodynamisch besser im Rahmen und der Gabel geschützt sind. Das wäre natürlich nur eine Lösung für trockene Strecken.
Auf einer ungewöhnlichen Strecke wie im Video bietet sich immer die Möglichkeit, ein Bike zu bauen, das besser geeignet ist als ein handelsübliches XC-Fully oder Hardtail. Bei einem Schlammrennen ist die Reifenwahl extrem wichtig. Jede ungewöhnliche Strecke eröffnet die Möglichkeit für clevere Setups.
Ich bin der Inbegriff von Offenheit für neue Bikes. Ich war lange Zeit der einzige 29-Zoll-Rennfahrer in meinem Land, zumindest unter den Top 500.
Ich habe Trekkinglenker an mein 29er montiert und festgestellt, dass es auf engen und weiten Singletrails sehr schnell ist, auf Geraden ebenfalls schnell und für Arme und Oberkörper deutlich komfortabler. Ja, ich bin mit einem 10-Euro-Trekkinglenker gegen Top-XC-Fahrer auf XC-Strecken angetreten. Ich habe 29+ erfunden, ich habe die MTB-Geometrie der bestehenden 36-Zoll-Einrad-/Beachcruiser-Laufräder für normalgroße Erwachsene angepasst. Ich habe mit einer 6-fach 11-33er Kassette (ca. 25 % Gangsprünge) an einer Singlespeed-HG-Nabe experimentiert, um die Schaltbandbreite zu nutzen, aber gleichzeitig die Beine darauf zu trainieren, Geschwindigkeitsschwankungen auszugleichen, anstatt sich auf das Schalten zu verlassen. Ich bin Singlespeed bei ausgewählten regulären Rennen gefahren und habe ähnliche oder bessere Ergebnisse erzielt, sogar einen Sieg errungen. Ich bin Gravel-Setups gefahren, bevor es diese Kategorie überhaupt gab. Wir nannten sie Monstercross. Lange Zeit war mein Hauptfahrrad für den Arbeitsweg ein Cyclocross-Rad mit 28x2.0 Schwalbe Big Apple und 42x16er Singlespeed-Kettenblatt. Im Großen und Ganzen wurde der Großteil der Fahrten mit 28x2,35" Big Apples zurückgelegt. Ich versuchte, Schwalbe zu einer Supermoto-Version zu überreden, aber sie lehnten ab. 29"-Reifen wären für sie nie rentabel gewesen. Sie wollten mir nicht einmal ein Angebot für eine Mindestbestellmenge machen. Dabei wusste ich, dass ich diese Reifen verkaufen könnte.
Gravelbikes im Allgemeinen, die uns diese unbequemen und unpraktischen Lenker aufzwingen, die ein kurzes Oberrohr und teure Rennrad-Controller erzwingen … ich verstehe den Sinn nicht. Jeder soll fahren, was er will. Im Cross-Country ist das doch auch üblich, und im Downhill erst recht. Im Downhill können sie sogar zwei verschiedene Laufradgrößen an ihrem Bike montieren.