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Stoll P32 im ersten Test: So fährt sich das 32"-Mountainbike

Der Graveler in dem Video muss ja schon extreme Nehmerqualitäten haben ... so ganz ohne Federgabel bei den Geschwindigkeiten.

Ich kann mir aber auch vorstellen, daß das Rad das nicht lange mitmachen wird, bis da etwas wegbricht.
Ich fands bis auf das letzte Stück ned so dramatisch, das kann das Bike locker ab. Auf einer XC Worldcupstrecke hat es natürlich nichts verloren.

Da kann man es schon fahren finde ich und der Typ hat seinen Rekord um 5min verbessert :eek:

Aber vor allem hatte er wohl irre Spaß
 
Das war unterhaltsam, danke!

Positiv finde ich, dass er normalerweise den Maxxis Aspen 2,4" für MTB-Rennen bevorzugt, bei diesem Rennen aber nur den 2,25" verwendet hat. Der 32x2,4" Aspen ist der erste vernünftige Reifen, den wir in der neuen Laufradgröße bekommen – ein echter Gewinn gegenüber dem 29x2,1" WTB Nanoraptor, mit dem wir 1999 angefangen haben. Der rollte zwar gut und hatte eine gute Traktion bergauf, aber keinen Seitenhalt.

Leider dürfen wir bei den von der UCI sanktionierten Gravel-Rennen nur Rennradlenker verwenden. Nicht einmal schicke Trekkinglenker mit MTB-Bedienelementen sind erlaubt. Man muss sich den Lenker und die Rennrad-Bedienelemente kaufen und die Nachteile in Kauf nehmen.

Wir könnten es vielleicht schaffen, ein 29"-Hardtail mit kurzem Oberrohr und kurzem Vorbau so zu montieren, dass die ungewohnte Griffposition des Rennlenkers einigermaßen funktioniert. Trotzdem würden die Nachteile, die wir bei ihm in den etwas technischeren Abschnitten beobachtet haben, bestehen bleiben. Das lag meiner Meinung nach eher am Lenker als an den Reifen und auch weniger am Radstand und der fehlenden Vario-Sattelstütze.

Im Gravel-Bereich sind 32"-Laufräder bisher nicht erlaubt, daher wird dieser Markt wohl nur für Enthusiasten und Mountainbike-Rennfahrer zugänglich sein. Ich glaube, Gravel-Lenker sind bei MTB-Rennen erlaubt, nur nicht umgekehrt.

Ich denke, 32"-Laufräder würden in diesem Rennen an manchen Stellen ebenfalls Probleme haben. Diese Wellen würden mit einem 32"-Laufrad viel stärker überrollt als mit einem Laufrad mit kleinerem Radius. Wenn der Radius der Rampe sich dem Reifenradius annähert, ist das, als würde man frontal gegen eine Wand fahren. In dem leicht steinigen Abschnitt wären 32-Zoll-Reifen definitiv hilfreich gewesen. Auch bei einigen Anstiegen, wo die Traktion nachließ, hätten sie einen großen Unterschied gemacht, wahrscheinlich sogar erheblich, da man bei 32-Zoll-Reifen mit dem niedrigeren Reifendruck fahren kann.

Ich bin mir bei Straßenabschnitten nicht ganz sicher. Theoretisch bietet der geringere Rollwiderstand Vorteile, aber die größeren Laufräder haben einen höheren Windwiderstand. Besonders ohne aerodynamische Gravel-Felgen, wie sie der POV-Fahrer hatte.

Ich denke, mit 32-Zoll-Reifen kann man ein Starrrahmen-Bike bauen, das leichter ist als ein vergleichbares 29-Zoll-Hardtail mit 100 mm Federweg, und damit auf unebenen Abschnitten meist gut zurechtkommt. Starrrahmen bieten nicht unbedingt mehr Grip (schwer zu testen), aber sie vermitteln ein gutes Gefühl für die Haftung auf unterschiedlichem Terrain.

Als ich als einziger 29-Zoll-Fahrer in einem großen Feld von 26-Zoll-Fahrern unterwegs war, fuhr ich normalerweise mit einer Starrgabel und konnte selbst in einfachsten 90°-Kurven deutliche Abstände herausfahren. Und das war, bevor ich Zugang zu wirklich vergleichbaren Reifen hatte. Die Profile und Gummimischungen, mit denen ich 29-Zoll-Rennen gefahren bin, wären nicht meine erste Wahl für Rennen, bei denen ich 26-Zoll-Reifen (Sponsorenrad) verwenden müsste. Schwalbe war sehr spät dran; sie wollten nicht einmal mein Geld für eine komplette Mindestbestellmenge annehmen, obwohl ich ihre Produkte wirklich mochte.

Soll ich mein 2014er Cube Reaction Hardtail mit einer starren Carbongabel auf 32/29 umrüsten? Das Vorderrad kann ich später wiederverwenden. Die Gabel... vielleicht könnte ich sie an einem meiner 29-Zoll-Bikes verwenden, aber sobald ich komplett auf 32 Zoll umgestiegen bin, werde ich die wohl nur noch im Notfall brauchen.

Leider verbietet die UCI ungleiche Laufradgrößen im XC-Rennsport, daher würde mich die Gabel über 100 € kosten, nur um damit ein bisschen herumzufahren und vielleicht andere Bikes damit aufzurüsten. Eine leichtere, nicht renntaugliche Lösung… Ich bin mal ein kleines Rennen mit 29/26-Zoll-Reifen gefahren, bevor ich überhaupt ein 29-Zoll-Rad hatte (ca. 2001/02), und das hat mir nur gezeigt, wie schrecklich 26-Zoll-Räder sind. Es fühlte sich an, als hätte ich hinten ein Skateboard-Rad und vorne wäre es auf einem fliegenden Teppich montiert. Ich erwarte diesmal etwas Ähnliches, und mein Cube bietet hinten gar keinen Platz für einen breiteren Reifen, sonst hätte das geholfen. Es ist mein einziger 100-mm-Rahmen; die 80-mm-Rahmen werden mit einem 32-Zoll-Rad stärker beeinträchtigt sein. Die kürzeste Gabel, die für 32 Zoll passt, scheint 470 mm lang zu sein, vielleicht 460 mm, wenn man das Risiko eingeht, dass die Gabel sehr schmal oder die seitliche Freigängigkeit zu gering ist (70 mm zwischen den Gabelbeinen).

Ich bin gerade mit einem chinesischen Carbonhersteller im Gespräch. Die wollen ein 32"-Hardtail anbieten. Wenn die Geometrie nicht allzu unpraktisch ist (sie versuchen es ja...), würde ich es mir sehr gerne zulegen und erstmal als Starrrahmen fahren. Vielleicht sogar als Singlespeed, was mir Spaß macht und womit ich schon Singlespeed-Rennen gefahren bin und auch schon gewonnen habe (sogar in regulären Rennen gegen Fahrräder mit Gangschaltung).

Upside-Down-Gabeln für 29"-Räder lassen sich zwar für 32" anpassen, sind aber für XC etwas zu schwer. Eine RockShox Pike für 29+-Reifen wäre auch möglich, wenn man die Gabelbrücke etwas abschleift. Der Federweg von 130 mm müsste dann natürlich auf maximal 110 mm reduziert werden, damit er mit 32" funktioniert. Vielleicht finde ich ja irgendwann mal eine günstigere Lösung mit einer gebrauchten Pike-Gabel.
 
Ich fands bis auf das letzte Stück ned so dramatisch, das kann das Bike locker ab. Auf einer XC Worldcupstrecke hat es natürlich nichts verloren.

Da kann man es schon fahren finde ich und der Typ hat seinen Rekord um 5min verbessert :eek:

Aber vor allem hatte er wohl irre Spaß
Wie er selbst anmerkte, waren die Rennbedingungen extrem schnell. Es hatte die ganze Nacht in der Wüste geregnet.

Ich denke, mit einem Mountainbike-Lenker oder einem alternativen Lenker, natürlich an einem Hardtail mit Starrrahmen, hätte er mit den schnelleren Fahrern mithalten können. Insgesamt wäre das Rad wahrscheinlich leichter gewesen als dieses Gravelbike.

Kein Zeitverlust im technischen Abschnitt, keine Energieverschwendung, um Lücken auf den offenen Abschnitten und Straßen zu schließen – angesichts der schnelleren Konkurrenz wäre er wahrscheinlich weiter vorne gelandet.

Auf dieser schnellen Strecke haben ihm die schmalen, aber aerodynamischen Gravel-Laufräder sicherlich etwas Energie gespart. Aber wäre er mit breiteren Felgen und Reifen vielleicht noch schneller gewesen, indem er auf den langsameren Trails Zeit gutgemacht und Energie gespart hätte?
 
Leider dürfen wir bei den von der UCI sanktionierten Gravel-Rennen nur Rennradlenker verwenden. Nicht einmal schicke Trekkinglenker mit MTB-Bedienelementen sind erlaubt. Man muss sich den Lenker und die Rennrad-Bedienelemente kaufen und die Nachteile in Kauf nehmen.
Einerseits will man sich bewusst vom MTB distanzieren, aber gleichwohl nicht auf die Annehmlichkeiten dieser Gattung verzichten.

Das ist wie veganes Fleisch. Es darf kein Fleisch sein, muss aber wie ein Kotelett aussehen...
 
Wie er selbst anmerkte, waren die Rennbedingungen extrem schnell. Es hatte die ganze Nacht in der Wüste geregnet.

Ich denke, mit einem Mountainbike-Lenker oder einem alternativen Lenker, natürlich an einem Hardtail mit Starrrahmen, hätte er mit den schnelleren Fahrern mithalten können. Insgesamt wäre das Rad wahrscheinlich leichter gewesen als dieses Gravelbike.

Kein Zeitverlust im technischen Abschnitt, keine Energieverschwendung, um Lücken auf den offenen Abschnitten und Straßen zu schließen – angesichts der schnelleren Konkurrenz wäre er wahrscheinlich weiter vorne gelandet.

Auf dieser schnellen Strecke haben ihm die schmalen, aber aerodynamischen Gravel-Laufräder sicherlich etwas Energie gespart. Aber wäre er mit breiteren Felgen und Reifen vielleicht noch schneller gewesen, indem er auf den langsameren Trails Zeit gutgemacht und Energie gespart hätte?
Das Video sollte übrigens nicht wieder Diskussionen beginnen, sondern nur Deine Vorstellungskraft beflügeln, nachdem Du gesagt hast:

Ich welcher Fall, kauft man besser en Gravelbike als ein Mountainbike mit alternatife Lenker für comfort und Peloton Fahren? Die Vorteile des kürzeren Gravelbikes sind mir ein Rätsel.

Der Fahrer kannte die Strecke sehr gut, konnte aber nie gewinnen oder aufs Treppchen fahren. Mit einem Gravel hat er es auf dieser Strecke geschafft und seinen Rekord um 5 Minuten verbessert - obwohl er zum ersten Mal auf dieser Strecke mit dem Gravel unterwegs war.

Das macht es nicht besser oder schlechter als ein Mtb, aber in manchen Situationen durchaus wettbewerbsfähig. Deswegen ja „open your mind“.

Warum war er ca 5% schneller (Fahrzeit waren ca 100 Minuten)? Man stelle sich vor man könnte ein bestehendes Mtb um 5% schneller machen. Oder wäre er mit ein paar Anpasungen seines Gravel noch schneller gewesen? Z.B. ein etwas schmälerer Flatbar, eine Federgabel mit 6cm? Wer weiss das schon? Wäre er auch schneller gewesen als ein 32“ XC Mtb?

Hätte er in den Downhill Sektionen nicht so viel oder gar keine Zeit verloren - wäre er dann 6, 7 oder 8% schneller gewesen auf einem etwas modifizierten Gravel?

Die Strecke ist da und bekannt - viel Spaß beim Testen ;)
 
Zuletzt bearbeitet:
strava battles sind perfekt um das schnellste setup für bestimmte strecken herauszufinden.
ist halt immer eine individuelle Systemleistung. das schnellste rad im windkanal hilft nix wenn in der sitzposition keine leistung generiert werden kann.

was ich kurios finde, die gravelfahrer bauen sich wegen Rollentests mtb reifen ins rad während die xc elite im shorttrack gravelreifen fährt.
bei den einen gehts um 20min highspeed, bei den anderen um weniger ermüdung auf Ultrastrecken.
 
Einerseits will man sich bewusst vom MTB distanzieren, aber gleichwohl nicht auf die Annehmlichkeiten dieser Gattung verzichten.

Das ist wie veganes Fleisch. Es darf kein Fleisch sein, muss aber wie ein Kotelett aussehen...

Es muss doch nur für die Skeptiker genauso aussehen, die Vorurteile haben und nicht wirklich offen für was neues sind, damit sie es überhaupt in Erwägung ziehen zu testen. Für die fällt es dann halt leichter, sich auf was anderes einzulassen.
Alle anderen sagen, "mir doch egal wie es aussieht, her damit, ich probier es mal". Gibt es ja bei zig Themen und ist auch ok so.
 
nn
strava battles sind perfekt um das schnellste setup für bestimmte strecken herauszufinden.
ist halt immer eine individuelle Systemleistung. das schnellste rad im windkanal hilft nix wenn in der sitzposition keine leistung generiert werden kann.

was ich kurios finde, die gravelfahrer bauen sich wegen Rollentests mtb reifen ins rad während die xc elite im shorttrack gravelreifen fährt.
bei den einen gehts um 20min highspeed, bei den anderen um weniger ermüdung auf Ultrastrecken.
Zeigt doch nur, wie komplex das Thema ist und dass eine Silver bullet nicht existiert.
 
LW um die 70 Grad sind doch eigentlich unfahrbar :D
in sachen lenkung tut sich was aber die leute sind halt noch nicht bereit dafür. ich kann mit meinem kis sowohl das abkippen bei flachen lw als auch die nervosität bei steilen lw so gut wie neutral wegregulieren. ich weiss nicht warum der markt das ablehnt, es ist auf der einen seite eine egosache, ich kann selber besser fahren und die entwickler sagen nachlauf lenkgeo usw ist noch nicht komplett ausgetüdelt und man kann es besser ohne. nach 10000km mit dem system bin ich gespannt wie lange die noch an den zahlen drehen.
mit 32 kann es sein das die hersteller dazu gezwungen werden auch wenn sie nicht wollen. der test spricht das problem der kreiselkräfte ja klar an und stoll sagt sie lösen es ohne system, tun es aber im grunde nicht.
 
in sachen lenkung tut sich was aber die leute sind halt noch nicht bereit dafür. ich kann mit meinem kis sowohl das abkippen bei flachen lw als auch die nervosität bei steilen lw so gut wie neutral wegregulieren. ich weiss nicht warum der markt das ablehnt, es ist auf der einen seite eine egosache, ich kann selber
Witzigerweise liegt das an KISS* (für meinen Teil).

*) „KISS implies that simplicity should be a design goal.“
https://en.wikipedia.org/wiki/KISS_principle

*) Für mich in der Softwareentwicklung mittlerweile eines der wichtigsten Prinzipien. Oder aufs Rad bezogen - warum soll ich etwas dranschrauben, wenn es auch ohne geht. Sprich ich schaffe mir erst ein Problem, in dem ich den Lenkwinkel immer flacher mache und denke mir dann eine Lösung aus - welche die Komplexität des Bikes erhöht.
 
das ist es in meinen augen auch. eine feder, zwei schnüre und ein nockenring. also weit weniger komplex als jedes klickpedal, schaltwerk whatever. ist ist ungefähr so wie eine rückholfeder eine canti bremse.

ich hab ja z.B. ein mtb mit komplett aussenliegenden zügen weil weniger komplex. für viele heute undenkbar. haben alle entlüfterset, oliven usw daheim nur damit eine leitung intern ist die nicht mal aero vorteile bringt.

edit: hab grad gelesen du fâhrst auch ein ebike. find ich immer besonders kurios wenn mich leute auf die erhöhte Komplexität von einer mechanischen feder am oberrohr hinweisen aber dann mit rädern fahren die an der stelle einen computer haben.
 
Zuletzt bearbeitet:
in sachen lenkung tut sich was aber die leute sind halt noch nicht bereit dafür. ich kann mit meinem kis sowohl das abkippen bei flachen lw als auch die nervosität bei steilen lw so gut wie neutral wegregulieren. ich weiss nicht warum der markt das ablehnt, es ist auf der einen seite eine egosache, ich kann selber besser fahren und die entwickler sagen nachlauf lenkgeo usw ist
Immer die selbe Leier. Die von dir beschriebenen Probleme, die durch KIS gelöst werden sollen, treten an meinen Bikes überhaupt nicht auf. Und dabei habe ich so gut wie überall noch einen Winkelsteuersatz verbaut, so dass ich im Schnitt überall bei ca. 63° auskomme. Was bin ich froh, dass ich persönlich für diese merkwürdige Apparatur und unnötige Verkomplizierung keinen Bedarf habe. Einen Lenkungsdämpfer würde ich ja vielleicht noch testen, aber eine Lenkhilfe brauche ich nicht, weil diese bei meinen Gesamtsetups technisch überhaupt nicht nötig ist. Ganz im Gegenteil, kippelt die Front vor sich hin, weiß ich, dass etwa nicht passt...
 
Immer die selbe Leier. Die von dir beschriebenen Probleme, die durch KIS gelöst werden sollen, treten an meinen Bikes überhaupt nicht auf. Und dabei habe ich so gut wie überall noch einen Winkelsteuersatz verbaut, so dass ich im Schnitt überall bei ca. 63° auskomme. Was bin ich froh, dass ich persönlich für diese merkwürdige Apparatur und unnötige Verkomplizierung keinen Bedarf habe. Einen Lenkungsdämpfer würde ich ja vielleicht noch testen, aber eine Lenkhilfe brauche ich nicht, weil diese bei meinen Gesamtsetups technisch überhaupt nicht nötig ist. Ganz im Gegenteil, kippelt die Front vor sich hin, weiß ich, dass etwa nicht passt...

ich hab geschrieben die probleme die tobi mit dem stoll 32 beschrieben hatte kann man lösen.
wenn du abkippende lenkungen und wheelflop nicht als Problem empfindest sondern das gut findest, ist kein ding. damit bist du mit vielen erfahrenen und technisch guten fahrern einer meinung.
 
Das Video sollte übrigens nicht wieder Diskussionen beginnen, sondern nur Deine Vorstellungskraft beflügeln, nachdem Du gesagt hast:



Der Fahrer kannte die Strecke sehr gut, konnte aber nie gewinnen oder aufs Treppchen fahren. Mit einem Gravel hat er es auf dieser Strecke geschafft und seinen Rekord um 5 Minuten verbessert - obwohl er zum ersten Mal auf dieser Strecke mit dem Gravel unterwegs war.

Das macht es nicht besser oder schlechter als ein Mtb, aber in manchen Situationen durchaus wettbewerbsfähig. Deswegen ja „open your mind“.

Warum war er ca 5% schneller (Fahrzeit waren ca 100 Minuten)? Man stelle sich vor man könnte ein bestehendes Mtb um 5% schneller machen. Oder wäre er mit ein paar Anpasungen seines Gravel noch schneller gewesen? Z.B. ein etwas schmälerer Flatbar, eine Federgabel mit 6cm? Wer weiss das schon? Wäre er auch schneller gewesen als ein 32“ XC Mtb?

Hätte er in den Downhill Sektionen nicht so viel oder gar keine Zeit verloren - wäre er dann 6, 7 oder 8% schneller gewesen auf einem etwas modifizierten Gravel?

Die Strecke ist da und bekannt - viel Spaß beim Testen ;)
Ich wette, viele der zurückkehrenden Fahrer haben in diesem Rennen eine persönliche Bestzeit aufgestellt. Die Bedingungen waren einfach perfekt.

Die 5 % schnellere Zeit kamen nicht vom Rad, sondern von der Strecke und dem Fahrer. Das Rad war nicht einmal besonders leicht; manche serienmäßige Hardtails werden mit diesem Gewicht beworben.
Die erzwungene Verwendung schmalerer Reifen als üblich könnte den Luftwiderstand deutlich verringert haben, insbesondere auf einer schnelleren Strecke.
Auf dieser Strecke boten seine Gravel-Laufräder vielleicht einen echten aerodynamischen Vorteil. Vielleicht könnten Mountainbiker ihre Sponsoren um einen Gravel-Laufradsatz zum Testen bitten und diesen bei Hochgeschwindigkeitsrennen einsetzen, bei denen Felgenbreite und Seitenstabilität der Reifen weniger entscheidend sind.
Ich bin nicht überzeugt, dass MTB-Hardtails aerodynamisch optimal aufgestellt sind. Ich fände es spannend, ein Hardtail oder sogar ein Fully zu sehen, bei dem selbst 2,4-Zoll-Reifen aerodynamisch besser im Rahmen und der Gabel geschützt sind. Das wäre natürlich nur eine Lösung für trockene Strecken.

Auf einer ungewöhnlichen Strecke wie im Video bietet sich immer die Möglichkeit, ein Bike zu bauen, das besser geeignet ist als ein handelsübliches XC-Fully oder Hardtail. Bei einem Schlammrennen ist die Reifenwahl extrem wichtig. Jede ungewöhnliche Strecke eröffnet die Möglichkeit für clevere Setups.

Ich bin der Inbegriff von Offenheit für neue Bikes. Ich war lange Zeit der einzige 29-Zoll-Rennfahrer in meinem Land, zumindest unter den Top 500.

Ich habe Trekkinglenker an mein 29er montiert und festgestellt, dass es auf engen und weiten Singletrails sehr schnell ist, auf Geraden ebenfalls schnell und für Arme und Oberkörper deutlich komfortabler. Ja, ich bin mit einem 10-Euro-Trekkinglenker gegen Top-XC-Fahrer auf XC-Strecken angetreten. Ich habe 29+ erfunden, ich habe die MTB-Geometrie der bestehenden 36-Zoll-Einrad-/Beachcruiser-Laufräder für normalgroße Erwachsene angepasst. Ich habe mit einer 6-fach 11-33er Kassette (ca. 25 % Gangsprünge) an einer Singlespeed-HG-Nabe experimentiert, um die Schaltbandbreite zu nutzen, aber gleichzeitig die Beine darauf zu trainieren, Geschwindigkeitsschwankungen auszugleichen, anstatt sich auf das Schalten zu verlassen. Ich bin Singlespeed bei ausgewählten regulären Rennen gefahren und habe ähnliche oder bessere Ergebnisse erzielt, sogar einen Sieg errungen. Ich bin Gravel-Setups gefahren, bevor es diese Kategorie überhaupt gab. Wir nannten sie Monstercross. Lange Zeit war mein Hauptfahrrad für den Arbeitsweg ein Cyclocross-Rad mit 28x2.0 Schwalbe Big Apple und 42x16er Singlespeed-Kettenblatt. Im Großen und Ganzen wurde der Großteil der Fahrten mit 28x2,35" Big Apples zurückgelegt. Ich versuchte, Schwalbe zu einer Supermoto-Version zu überreden, aber sie lehnten ab. 29"-Reifen wären für sie nie rentabel gewesen. Sie wollten mir nicht einmal ein Angebot für eine Mindestbestellmenge machen. Dabei wusste ich, dass ich diese Reifen verkaufen könnte.

Gravelbikes im Allgemeinen, die uns diese unbequemen und unpraktischen Lenker aufzwingen, die ein kurzes Oberrohr und teure Rennrad-Controller erzwingen … ich verstehe den Sinn nicht. Jeder soll fahren, was er will. Im Cross-Country ist das doch auch üblich, und im Downhill erst recht. Im Downhill können sie sogar zwei verschiedene Laufradgrößen an ihrem Bike montieren.
 
Ich wette, viele der zurückkehrenden Fahrer haben in diesem Rennen eine persönliche Bestzeit aufgestellt. Die Bedingungen waren einfach perfekt.
Sieh das nicht zu verbissen, es ist nur interessant.

Und er war ja nicht nur 5% schneller, sondern zum ersten mal auf Platz 2 (beinahe Platz 1) - also waren nicht alle 5% schneller.

Klar könnte er auch nur einen extrem guten Tag gehabt haben und auf einem eigentlich schlechteren Bike wäre er dann sogar noch besser gewesen.
Um so etwas herauszufinden bräuchte es einiger Tests und wiederholbare Ergebnisse. So ist es eben nur interessant und zeigt, dass viele Wege nach Rom führen.
 
Sieh das nicht zu verbissen, es ist nur interessant.

Und er war ja nicht nur 5% schneller, sondern zum ersten mal auf Platz 2 (beinahe Platz 1) - also waren nicht alle 5% schneller.

Klar könnte er auch nur einen extrem guten Tag gehabt haben und auf einem eigentlich schlechteren Bike wäre er dann sogar noch besser gewesen.
Um so etwas herauszufinden bräuchte es einiger Tests und wiederholbare Ergebnisse. So ist es eben nur interessant und zeigt, dass viele Wege nach Rom führen.
Er sagte, dass bei früheren Ausgaben sogar Olympiasieger am Start waren.

Ich bin schon Rad an Rad gegen Olympiasieger im Gelände gefahren. Sie sind anders. Allein durch ihre Anwesenheit beschleunigen sie das Rennen.

Mit Olympiasiegern am Start wäre das Rennen wahrscheinlich noch schneller gewesen.

Eine vorhersehbare Strecke führt außerdem dazu, dass die Fahrer weniger zurückhalten. Sie wissen, dass sie sich von großen Anstrengungen erholen können und optimieren ihre Technik für die schnellstmögliche Zielzeit.

Ich gebe zu, dass das Gravelbike auf dieser Strecke gewisse Vorteile hatte, aber ich bleibe dabei: Rennradlenker sind furchtbar. Ich bin einige Superprestige-Rennen gefahren und habe viele Kilometer auf dem Arbeitsweg zurückgelegt. Ich finde, ich habe ein Recht auf meine Meinung :-D

Es könnte sein, dass Rennradlenker aerodynamischer sind und die Kraft sogar effizienter auf die Pedale übertragen. Ich bevorzuge einfach Trekking-Riser-Lenker mit großem Krümmungswinkel. Wenn mein hypothetisches Ebenbild mit Rennradlenkern im Gelände gegen mich antreten will, stehen meine Chancen gut :)
 
Ich denke eher, dass der Gravelmarkt in sehr absehbarer Zeit abgegrast sein wird. Das Gravelbike ist aus meiner Sicht im Einsatz schon einigermaßen beschränkt. Aus meiner Sicht bestens geeignet für Rennradfahrer, die Bock bekommen, mal von der vielbefahrenen Hauptstraße in den Wald abzubiegen oder für Mountainbiker, die in eher flachen Regionen zu Hause sind. Die meisten Lehramtsstudentinen haben ja mittlerweile auch schon ihr Gravelbike und kaufen nicht morgen ein neues.
Ich denke genau dieser eingeschränkte Einsatzbereich macht für sehr viele Käufer das Gravelbike so attraktiv.
  • Es ist langsamer als ein Rennrad. Man muss sich auf der Straße nicht schlecht fühlen wenn man von Opa Jens mit seinem Rennrad aus den 70er versägt wird. (Der ist dank der unprofilierten Reifen natürlich schneller...)
  • Es fährt sich schlechter im Gelände als ein MTB. Man darf damit ruhig einen Trail bergab schieben ohne sich schlecht zu fühlen. Ist ja auch schwierig mit dem Rennlenker im Gelände zu fahren.
  • Andererseits sieht man mit dem Rennlenker und einer Tasche am Rahmen auch mit 20 km/h auf dem asphaltierten Radweg ziemlich sportlich und etwas verwegen und abenteuerlich aus. Zumindest im Vergleich zu Horst und Ilse die da mit ihren E-Trekkingrädern, Karohemden und Gepäckträger rumrollen.

Zu 32": Ich denke das Thema tut der Fahrradbranche sehr gut. Wie man an den ganzen Diskussionen merkt werden gerade sehr viele Dinge hinterfragt die bisher als gesetzt galten. Besonders bei XC Bikes.
  • Wie sieht ein optimaler Lenker für XC bzw. Langstreckenrennen aus (elektronische Schaltungen ermöglichen verschiedenen Griffpositionen mit Schaltmöglichkeit)
  • Welche Art Federgabel bietet den besten Kompromiss (RSU, USD, Singlecrown, Dualcrown)
  • Machen Lenkungsdämpfer doch Sinn
  • Lieber kleine Laufräder plus viel elektronisch geregelter Federweg oder große Laufräder und kein/wenig Federweg

Da wird die Innovationsspirale gerade kräftig angeworfen. Mal sehen wie in 5 Jahren ein XC Bike aussieht.

Die Umfrage von Pinkbike https://www.pinkbike.com/news/what-world-cup-xc-athletes-really-think-about-32-wheels.html ist interessant.

Danach haben Specialized, Thömus, Scott und Canyon ein fertiges 32" Bike am Start. Deren Athleten sind alle pro 32". Die zwei Athletinnen von Orbea sind eher kritisch eingestellt. Da scheint noch kein Rad zu existieren.

Interessant ist die eher ablehnende Haltung von Mathis Guay. Als KTM Fahrer sollte er schon auf einem 32" Prototypen gefahren sein. Mit 180 cm Größe sollten sie ihm auch gut passen. Die Gegenargumente beziehen sich bei ihm primär auf logistische Dinge wie Radkoffer, Laufradtaschen etc. Eventuell sind das Dinge die er aus eigener Tasche bezahlen muss und der Wechsel auf die neue Laufradgröße schlicht einen persönlichen finanziellen Aufwand bedeutet.

Das eine Isla Short mit 153cm und anscheinend selbst gekauften Bike die Entwicklung ziemlich doof findet ist nachvollziehbar. Sollte sich 32" im XC durchsetzen ist sie wahrscheinlich in dem Sport nicht mehr Konkurrenzfähig. Weder vom finanziellen Aspekt noch vom körperlichen.
 
Das eine Isla Short mit 153cm und anscheinend selbst gekauften Bike die Entwicklung ziemlich doof findet ist nachvollziehbar. Sollte sich 32" im XC durchsetzen ist sie wahrscheinlich in dem Sport nicht mehr Konkurrenzfähig. Weder vom finanziellen Aspekt noch vom körperlichen.
Dann wird MTB die erste Sportart sein, die im Laufe der Entwicklung gewisse Menschen ausschliesst. Nicht gerade ein schöner Gedanke. Mir fällt so auf die Schnelle keine andere Sportart ein. Der 150kg Kugelstosser wechselt auch nicht plötzlich zum Hochsprung.

Aber klar, die Industrie freut es und der Normalo glaubt nicht mehr ohne 32" leben zu können, weil genau die neue Radgrösse und nur diese, ihn jetzt schneller macht...
 
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