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Bilder und kurzer Bericht: 5 Tage Aostatal

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6. September 2005
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Hallo zusammen,

nachdem ich wie immer bei der Planung meines Urlaubes hier so viele Tipps bekommen habe, hier wie versprochen ein kurzer Bericht und Bilder. Wers ausführlich mag und noch mehr Bilder sehen will, beides gibt es auf meiner Homepage. Link folgt am Ende. Vorletztes Jahr streifte ich die Gegend um Aosta nur und musste aufgrund eines Unwetters den Invergneux sausen lassen. Daher habe ich mir dieses Jahr fünf volle Tage dort gegönnt. Meine Berichte fangen dabei immer gleich an, die Vorbereitung war bescheiden
8-)

Diesmal kam ich eigentlich ganz gut rein, eine langwierige Verletzung sorgte dann aber dafür, dass ich den Urlaub sogar verschieben musste. Ich wurde gerade noch so Ende Juli rechtzeitig fit, um mein leztes Zeitfenster vor Ende September zu nutzen, war die letzten 2 Monate aber in Summe nur 230 km gefahren.

Am ersten Tag ging es früh morgens mit dem Auto nach Cogne um gleich mal als Prolog den Invergneux mitzunehmen. Das Wetter war leider nicht so prickelnd, was letztlich zum Abbruch der Tour geführt hat. Leicht bewölkt mit gemeldeten Regenschauern aber sehr frisch, Schneefallgrenze lag bei 2.600m Höhe, dazu ein ekliger weil heftiger und kühler Wind. Im Tal zunächst noch manchmal schöne Aussichten.
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Der Weg ist anfangs noch aspahltiert, später gut zu fahrender Schotter und dabei sehr Biker freundlich. Immer wenns richtig steil wird, kommen Serpentinen die asphaltiert sind :-) Verkehr gibt es quais keinen. Ich hab glaub auf dem kompletten Anstieg zwei Wanderer und 6-7 E-Biker getroffen.

Unterwegs kommt man an einer kleinen Kapelle und einem schönen Wasserfall vorbei.
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Muss hier mal Pause machen, mein Firefox stürzt ständig ab. Morgen gehts weiter.
 
Man gewinnt schnell an Höhe aber es wurde auch schnell kälter. Auch der Blick zurück wusste durchaus zu gefallen.
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Dummerweise hatte ich kaum Klamotten dabei. An der kleinen Fromagerie in 2.300 m Höhe musste ich mein Langarmtrikot und die Regenjacke als Windschutz anziehen. Mehr hatte ich nicht dabei und es dauerte nicht lange, da waren trotz der frischen Temperaturen auch die verschwitzt. Kurz nach der Fromagerie erreicht man eine kleine Hochebene. Dort gings links über die Brücke um die letzten fahrbaren Meter zu überwinden.

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Etwas oberhalb des Weges machte ich an einer kleinen Hütte auf 2.600 m Höhe eine Pause. Direkt an der Hüttenwand war es windgeschützt und ich konnte in Ruhe noch mal essen. Dann sollte es eigentlich schiebend weitergehen zum Invergneux. Mir war da aber schon kalt und das Wetter auf der anderen Seite nicht wirklich vorhersehbar. Wenn es trocken bleiben würde und auf der anderen Seite der Wind nicht so pfeifen würde, wäre das Ganze vielleicht irgendwie gut ausgegangen. Wenn ich aber auch noch von oben naß werden würde, hätte mich der Wind in Sekunden ausgekühlt. Schweren Herzens brach ich ab. Mittlerweile bin ich fast froh, dass ich in solchen Momenten nicht mehr stur meinem Plan folge und es nicht wahrhaben will, dass es ne dämliche Idee ist. Ging schon das ein oder andere Mal schief. Trotzdem tut so was natürlich weh.

Letzter Blick zum Invergneux, so nah und doch so fern.
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Zurück gings auf dem gleichen Weg, außer 100 Meter Trail in einer Serpentinengruppe gabs da glaube ich keine Alternative. 3:00 h reiner Fahrtzeit, 36 km und 1.200 hm standen zu Buche. Für den ersten Tag, der langen Autofahrt und dem frühen Aufstehen eigentlich genau richtig, geplant wars freilich anders.

Übernachtet habe ich Maison Le Champ bei Derby, was ne gute Wahl war. Ich überlegte dann kurz, wie es weitergehen sollte. Da es am nächsten Tag ein wenig wärmer und vor allem weniger Wind geben sollte, beschloss ich den Invergneux einfach noch mal zu versuchen und stattdessen die geplante Tour zum Col de la Seigne sausen zu lassen.
 
Danke für die Inspiration und die tollen Bilder!🤩
Ich bekomm schon wieder Rad-Fernweh! seufz...

Hab ich den Link zu Deiner Homepage übersehen? Würde nämlich sehr gerne mehr sehen....! Danke!
 
Zurück gings auf dem gleichen Weg, außer 100 Meter Trail in einer Serpentinengruppe gabs da glaube ich keine Alternative.

Bitte nicht ärgern wegen der verpassten Gelegenheit, aber vielleicht hilft es ja beim nächsten Mal oder so...

Doch, die Alternative hätte es gegeben: Auf der anderen Bachseite von der Uphill-Piste aus gesehen, geht ein wunderschöner Techflow-Trail bis zurück nach Lillaz. Auf der Karte schaut der kaum lohnend aus, live finde ich ihn sogar viel schöner als den Banzai Trail. Dass man quasi entlang einer Piste runterfährt, kriegt man überhaupt nur einmal mit, wenn man sie unten mal kurz "streift". Am (geschlossenen) Rifugio Sogno di Berdze geht's los, wäre somit nur ein winziger Umweg von deinem Umkehrpunkt aus gewesen.
 
Bitte nicht ärgern wegen der verpassten Gelegenheit, aber vielleicht hilft es ja beim nächsten Mal oder so...

Doch, die Alternative hätte es gegeben: Auf der anderen Bachseite von der Uphill-Piste aus gesehen, geht ein wunderschöner Techflow-Trail bis zurück nach Lillaz. Auf der Karte schaut der kaum lohnend aus, live finde ich ihn sogar viel schöner als den Banzai Trail. Dass man quasi entlang einer Piste runterfährt, kriegt man überhaupt nur einmal mit, wenn man sie unten mal kurz "streift". Am (geschlossenen) Rifugio Sogno di Berdze geht's los, wäre somit nur ein winziger Umweg von deinem Umkehrpunkt aus gewesen.
Danke für den Tipp, auch wenn ich befürchte, dass ich ihn nie brauchen werde :-). Wäre aber tatsächlich für mich ne gute Idee gewesen. Ich hätte ja auch zum Rifugio alles bergab fahren können. Sollte ich nochmal in der Gegend sein, wäre aber der Invergneux tatsächlich nicht meine erste Wahl. So ich mach mal weiter.
 
An Tag 2 ging es also wieder mit dem Auto nach Cogne. Diesmal war ich früher dran, ausgeschlafener, es war 2 Grad wärmer, mehr Sonne und weniger Wind. Viel mehr geht nicht. Zur Strecke ist ja schon alles gesagt, also nur ein paar zusätzliche Bilder.

Blick direkt vom Hotel aus. Den weißen Riesen sollte ich noch öfters sehen.
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Die kleine Kapelle auf 2.000 m Höhe.
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Und der Blick zurück von dort.
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Ich zog jetzt in den Pausen immer das Funktionsshirt und das Kurzarmtrikot aus und legte es in die Sonne, während ich das Langarmtrikot anzog. So hoffte ich nicht wieder alles an Klamotten zu verschwitzen was ich hatte und das klappte erstaunlich gut.

Blick Richtung Finestra di Champorcher.
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Auf den letzten fahrbaren Metern.
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Auch an dem Tag war kaum was los, aber ich traf immerhin mal 2 Bio Biker. Mittlerweile wird diese seltsame Spezies auch in den Alpen immer mehr verdrängt :-)

Und der erste Blick zur Passhöhe.
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Ich machte wieder an der kleinen Hütte eine Pause ehe ich dann Neuland betrat. Der Weg ist gut zu schieben, nach 2/3 wechselte ich zum Tragen, auch das geht problemlos. Etwa 60 Minuten brauchte ich bis zur Passhöhe.

Hier nochmal der Blick zurück.
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und Richtung Passhöhe
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Achso, die Links folgen ganz am Ende noch.

Der Blick von der Passhöhe
Aussicht%20Passo%20dell%20Invergneux.jpg


und auf den bekannten Flowtrail
Aussicht%20Passo%20dell%20Invergneux4.jpg


Die Aussicht auf dem Trail ist dann etwas eingeschränkt und ich konnte auch nicht alles fahren, ein paar Mal musste ich dann doch vom Rad. Aber in dieser Höhe überhaupt längere Zeit auf dem Rad zu sitzen ist sicher keine Selbstverständlichkeite. Außerdem habe ich auch nicht die beste Fahrtechnik. Bis S2 fahre ich zuhause alles, im Urlaub nimmt man sich dann noch nen kleinen Sicherheitspuffer und schon steigt mach auch bei einfacheren Stellen mal ab.

Noch ein Blick auf den Trail
Abfahrt%20Passo%20dell%20Invergneux5.jpg


Bei der Häuseransammlung Grauson Inferiore ist der Flow dann erstmal vorbei, es geht zunächst noch fahrbar aber steiler in den Wald und die Aussicht wird besser mit Blick Richtung Gran Paradiso. Dann kam ein verblocktes Teilstück das mich etwa 15 Minuten zum Laufen brachte. Vielleicht hätte man hier auch anders fahren können, wenn man bei den Häusern schon den Fluß überquert.
Blick zurück auf die steile Passage. Hier kamen mir dann auch mehrere Wanderer entgegen.
Abfahrt%20Passo%20dell%20Invergneux14.jpg


Danach ging es auf der anderen Flußseite noch mal schiebend eine paar Höhenmeter hoch, ehe wieder ein flowiger Trail bis Gimillan folgte. Hier verzichtete ich auf evtl. Trailabenteuer und fuhr über die Straße zurück nach Cogne. 4:45 h reine Fahrtzeit, 38 km und 1.500 hm waren die Eckdaten der Tour und ich war zufrieden. Beim dritten Versuch hatte der Invergneux also geklappt.
 
Achso, die Links folgen ganz am Ende noch.

Der Blick von der Passhöhe
Aussicht%20Passo%20dell%20Invergneux.jpg


und auf den bekannten Flowtrail
Aussicht%20Passo%20dell%20Invergneux4.jpg


Die Aussicht auf dem Trail ist dann etwas eingeschränkt und ich konnte auch nicht alles fahren, ein paar Mal musste ich dann doch vom Rad. Aber in dieser Höhe überhaupt längere Zeit auf dem Rad zu sitzen ist sicher keine Selbstverständlichkeite. Außerdem habe ich auch nicht die beste Fahrtechnik. Bis S2 fahre ich zuhause alles, im Urlaub nimmt man sich dann noch nen kleinen Sicherheitspuffer und schon steigt mach auch bei einfacheren Stellen mal ab.

Noch ein Blick auf den Trail
Abfahrt%20Passo%20dell%20Invergneux5.jpg


Bei der Häuseransammlung Grauson Inferiore ist der Flow dann erstmal vorbei, es geht zunächst noch fahrbar aber steiler in den Wald und die Aussicht wird besser mit Blick Richtung Gran Paradiso. Dann kam ein verblocktes Teilstück das mich etwa 15 Minuten zum Laufen brachte. Vielleicht hätte man hier auch anders fahren können, wenn man bei den Häusern schon den Fluß überquert.
Blick zurück auf die steile Passage. Hier kamen mir dann auch mehrere Wanderer entgegen.
Abfahrt%20Passo%20dell%20Invergneux14.jpg


Danach ging es auf der anderen Flußseite noch mal schiebend eine paar Höhenmeter hoch, ehe wieder ein flowiger Trail bis Gimillan folgte. Hier verzichtete ich auf evtl. Trailabenteuer und fuhr über die Straße zurück nach Cogne. 4:45 h reine Fahrtzeit, 38 km und 1.500 hm waren die Eckdaten der Tour und ich war zufrieden. Beim dritten Versuch hatte der Invergneux also geklappt.
Eher nicht ausweichen, bergab von der Grauson linksseitig bleiben, geht eigentlich schon, aber IS hartes Stück da, bin glaub ich drei Mal schon da runter, aber ein oder zwei Mal absteigen wird schon dabei gewesen sein 😉
 
Wie kommst du zur der Einschätzung?
Das ist ja nicht umsonst ein Klassiker.
Die Länge des Weges, die Landschaft und quasi komplett fahrbar (höchstens 1% ist S3).
Nicht falsch verstehen. Ich fand den Übergang toll. Bis 2.600 völlig problemlos fahren sowohl was Wegbeschaffenheit als auch Steigung betrifft ist schon mal topp. Und auch die 300 Höhenmeter schieben/tragen sind nicht so anstrengend. Mir hat auf der Abfahrt etwas die Aussicht gefehlt. Das Steilstück nach Grauson bin ich übrigens komplett gelaufen. Aber dafür kann ja der Pass nix. Vielleicht war die Erwartungshaltung ob der vielen Berichte auch einfach zu hoch. Er hat einfach nicht den bleibenden Eindruck hinterlassen.

Ich fahre aber auch erst seit 2019 Mountainbike und hab folglich noch nicht so viel gesehen. Da ich dieses Jahr 53 werde, befürchte ich, dass da auch nicht mehr zig Alpenurlaube dazukommen, jedenfalls nicht auf dem Mountainbike. Mehr als 5 Tage pro Jahr lässt die Familie derzeit nicht zu. Da überlegt man sich in der Summe dann 2 Mal, ob man einen Pass noch mal fährt oder nicht lieber was Neues probiert. Und wenn ich nochmal nach Aosta komme, was stand jetzt 2027 geplant ist, wären wahrscheinlich 2 Pässe vor dem Invergneux (Malatra und Fetita). Die Berichte dazu kommen morgen.
 
Da ich dieses Jahr 53 werde ...
Hehe, die 53 habe ich dieses Jahr schon hinter mich gebracht. Sieht man ja auch irgendwie am Datum der Registrierung im Forum bzw. der User-ID. Da ich aber seit 30 Jahren in den Bergen mit dem Rad herumturne, kann ich schon sagen, dass der Invergneux eine tolle Sache ist. Jedenfalls als Gesamtpaket. Aussicht gibt es beim Aufstieg und die Landschaft bei der Abfahrt ist auch wunderschön. Im dem Hochtal kommen einem die Gipfel halt etwas niedriger vor.
Ich will dich aber nicht weiter aufhalten. Wir wollen ja auch das weitere Programm erfahren.
 
Da ich meine Unterkunft ohnehin wechselte, parkte ich für die Rundtour an Tag 3 mein Auto in La Salle und sparte mir so ein paar Höhenmeter. Von dort ging es auf einer wenig befahrenen und nicht zu steilen Straße Richtung Challancin. Wobei wenn man direkt vom Start bergauf fährt, sich alles steil anfühlt :-)
Das Wetter war wieder prima, im Schatten noch sehr frisch, aber kaum Wolken.

Schöne Serpentinen, schöne Ausscicht, schöner Tag
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Auch der Mont Blanc war wieder zu sehen
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Bei Challancin wechselt man auf einen Wirtschaftsweg der anfangs noch asphaltiert ist, später ist es gut zu fahrender Schotter. Auch hier bei angenehmer Steigung. Bei Plan Bellard wechselt man die grundsätzliche Richtung und folglich verändert sich auch die Aussicht. Kurz danach erreicht man Ors Desot und ich hatte Glück und konnte meine Wasserflaschen füllen. Kurz nach mir, war der ältere Mann weg und ich wäre auf dem Trockenen gesessen.
Aussicht bei Ors Desot
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und kurz danach
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Nach Ors Desot kam ich tatsächlich vom Track ab und landete auf einem Wiesentrail der sich irgendwo im Nix verlief. Durch das hohe Gras war an Fahren nicht zu denken, so musste ich einige Zeit laufen. Der richtige Weg dürfte aufgrund der Steigung aber durchaus auch kräftezährend sein.
Bei Tramail des Ors endet dann die Fahrt auf 2.400 m Höhe und die Passhöhe kommt in Sicht
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Die letzten 150 Höhenmeter war dann Schieben angesagt, das ging auch ganz gut, auch wenn gegen Ende evtl. Tragen einfacher gewesen wäre. Hier der Blick zurück
Anstieg%20Col%20Fetita12.jpg


Leider waren inzwischen ein paar Wolken aufgezogen, so dass die Aussicht etwas getrübt war, theoretisch sollte man von hier bis zum Matterhorn sehen
Passfoto%20Col%20Fetita.jpg


Dafür war die Abfahrt dann topp. Die ersten paar Meter lief ich noch, dann folgte ein schöner Flowtrail mit toller Aussicht
Abfahrt%20Col%20Fetita6.jpg

Abfahrt%20Col%20Fetita7.jpg


Ich wunderte mich schon, warum hier außer mir keiner unterwegs war. Erst auf der Abfahrt kam mir eine Gruppe E-Biker entgegen. Ansonsten war ich komplett alleine unterwegs. Es folgt noch ein kurzes Stück Schotterstraße, ehe noch mal ein Flowtrail zum Col de Bard folgt.

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Am Col de Bard folgte ich dem Trail rechts in den Wald. Der war zwar stellenweise steil aber für mich fast komplett fahrbar.
Abfahrt%20Col%20Fetita12.jpg


Als ich wieder auf einer Schotterstraße landete, wählte ich wieder den Weg nach rechts in den Wald und fuhr auf einem schönen Waldweg nach Challancin. Der Rest war dann wieder Straße. Man könnte hier trailmäßig sicher noch mehr rausholen. Aber dafür fehlte mir einfach die Form. Ich genoß es die letzten Höhenmeter einfach bequem auf der Straße abzurollen, auch wenn ich noch einen Reifenschaden hatte.
Noch mal eine schöne Aussicht, dann war auch Tag 3 nach 30 km, 1.600 hm und 4:10h Geschichte.

Abfahrt%20Col%20Fetita13.jpg
 
Sehr schöner Bericht. Und auch tolle Bilder. Ist ne sehr schöne Gegend zum biken. Ich war letzten Sommer bissl nördlicher unterwegs (aufm Weg Richtung Malatra). Bin mal gespannt was du dazu erzählst. Ich fand den eher so lala. Lag aber evtl auch am miesen Wetter.

bin übrigens auch 53 😂
 
hallo @duke7 Danke für deinen schönen, detaillierten Bericht. Macht immer Spaß Touren zu sehen aus Gegenden, wo man selbst schon mal war.
Bin gespannt wo du noch warst.
Wie war das Bike in der Abfahrt? Hält die Lenkertasche, wenn es ruppig wird? Kannst ja mal ein Bild von der Befestigung machen. Bin früher auch meist mit HT gefahren. Ist halt top bei langen, steilen Tragestrecken.
Streckenlinks kommen am Ende sagtest du? Wäre super zur Orientierung, vor allem Übergänge, die ich nicht kenne.
Auch ab 53 kann man noch viele Touren machen, sage ich dir aus eigener Erfahrung. Klar muss die Familie mitmachen oder noch besser, wenn auch die Frau mitkommt.
 
Komme heute leider nicht mehr zum Malatra. Schön dass hier so viel in meinem Alter unterwegs sind :-) ich stelle am Ende noch Links auf meine Homepage ein, wo ausführlichere Berichte und noch mehr Bilder liegen. Kann auch gerne die Tracks hochladen. Dieses Jahr hat der Tacho aufgezeichnet. Tja wie war das Bike in der Abfahrt. Also die Kombi Rad und Fahrer war jedenfalls nicht gut. Ich bin zum Schluss gekommen, dass ich viel zu viel bergab laufen muss. Das zieht sich halt durch die letzten Urlaube. Also entweder muss ich besser werden oder das Bike oder die Touren einfacher. Ich hab mir jetzt ein Fully gegönnt und habe vor dieses Jahr nochmal ein Fahrtechnikkurs zu machen. Auf den heimischen Trails läuft das Bike schon mal gut. Aber hier in der Gegend gibt's kaum Strecken die ich nicht schon mit dem Hardtail fahren konnte. Manches spielt sich aber glaub im Kopf ab. Vielleicht traue ich mich jetzt auch mehr weil ich denke ich hätte ein besseres Bike. Die Halterung ist diese hier. Die hält schon einiges aus glaube ich. Aber ich versuche bis zur ersten Abfahrt schon soviel gegessen zu haben, dass ich sie dann in den Rucksack stecken kann.
Grüße Alex
 
noch Links auf meine Homepage
Ja schick bitte den Link zu deiner homepage.
Kombi Rad und Fahrer war jedenfalls nicht gut. Ich bin zum Schluss gekommen, dass ich viel zu viel bergab laufen muss.
Also m.E. : wenn du alleine mit deinem HT diese Tourentage in Aosta- m.E. eines der anspruchsvollsten Bikeregionen- geschafft hast, kannst du nicht sagen, dass die Kombi Bike/Fahrer nicht gut war, egal was du gelaufen bist. Du warst doch alleine unterwegs? Da ist es eh ratsam, lieber etwas defensiver zu fahren statt einen Abgang zu machen. Ich finde dass du das super gemacht hast. Jede Tour bringt einem mehr Bergerfahrung und natürlich ist ein FT Kurs hilfreich. Ob man all das Erlernte dann im Hochgebirge auch umsetzen sollte, ist eine andere Frage.
 
... nochmal ein Fahrtechnikkurs zu machen. ...
:daumen:
Manches spielt sich aber glaub im Kopf ab. Vielleicht traue ich mich jetzt auch mehr ...
m.M.n. ist der Kopf der wesentliche Teil ;) - was da "nicht möglich" ist, kann auch das beste Rad (die dicksten Reifen, der längste Federweg usw.) nicht ermöglichen.

Ansonsten wie schon geschrieben:
... alleine unterwegs? Da ist es eh ratsam, lieber etwas defensiver zu fahren statt einen Abgang zu machen. ...
:)
 
Ja, ich bin in der Tat immer alleine unterwegs. Ich bin jetzt auch nicht unglücklich mit meinen Fahrkünsten. Wenn man erst mit Mitte 40 mit dem Mountainbiken anfängt, sollte man auch nicht zu viel erwarten. Aber für meinen Geschmack muss ich einfach bergab zu viel laufen. Und wenn das dann keinen Spaß macht, muss an irgendeiner Schraube gedreht werden. Fully habe ich jetzt, Kurs kommt hoffentlich noch, wenns dann nicht besser wird, muss ich eben anders planen oder damit leben. Problem ist halt, dass man ja i.d.R. vorher nicht weiß, wieviel man wirklich fahren kann.
 
Toller Bericht, Danke dafür, dass Aosta Tal ist einer meiner weißen Flecken in den Alpen, vielleicht ändert es sich ja dieses Jahr mit der Inspiration. Wegen schieben bergab mach Dir keinen Kopf, ohe zu stürzen die Tour beenden ist das Einzige was zählt. Ich mach mittlerweile nur für Urlaub in den Alpen einen klebrigen Enduroreifen vorne drauf, das erhöht mein Sicherheitsgefühl drastisch (und gleicht die altersbedingt nachlassende Risikofreude ein wenig aus, bin 57....). Wiegt mehr, rollt schlechter, aber bei solchen Touren sind 500g Mehrgewicht für den Reifen vernachlässigbar bei dem ganzen Krempel, den man sonst noch dabei hat. Für diese Erkenntnis musste ich die 50 aber überschreiten....:ka:
 
So nun zu Tag 4. Die beiden letzten Tage waren eine Rundtour über Malatra und Rifugio Fallere. Abends wechselte ich erstmal den Standort und verbrachte die Nacht im Mont Velan in St. Oyen. Als ich vor 2-3 Jahren das erste Mal Bilder vom Steilhang am Malatra gesehen habe, war die erste Reaktion ungelogen: "Wie komplett bescheuert muss man sein, da mit dem Rad hochzugehen". Aber wie es halt so ist, wenn man nach Tagestouren im Aostatal sucht, kommt doch immer wieder mal der Malatra ins Spiel und irgendwann denkt man dann, warum eigentlich nicht. Trotzdem habe ich mich selbst abends noch gefragt, ob das clever ist. Man liest ja dann doch ab und zu, dass man beide Hände braucht. Extra für die Tour eine Tragehilfe kaufen und die dann zwei Tage rumschleppen wollte ich aber nicht. Dafür schmiss ich alles aus dem Rucksack, was nicht unbedingt in zwei Tagen gebraucht wird und nahm wenigstens leichte Wanderschuhe mit, damit ich nicht mit den Klickpedalschuhen wandern musste.

Schon um 7:20 Uhr gings bei wolkenlosem Himmel los. Bisschen frisch noch, da meißt im Schatte, dafür aber fast ohne Verkehr Richtung Grand Saint Bernard und später auf einem kleinen Sträßchen zur Arp de Jeux.
Schon hier gabs schöne Ausblicke
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Dort angekommen ging es weiter auf Schotter, angenheme Steiung, auch mal Flachstücke und sogar ne kleine Zwischenabfahrt. Das alles auf gut zu fahrendem Belag. Bald schon kommt das nächste Etappenziel in weiter Ferne in Sicht, die Tza Merdeux auf 2.270 m Höhe und damit das Ende des fahrbaren Teils.
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Blick von der Tza Merdeuz ins Tal.
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Dort kam ich um 9:30 Uhr an, machte eine erste Frühstückspause und wechselte das Schuhwerk. Dann ging die Wanderung los.

Zwischen Tza Merdeux und Rifugio Frassati, anfangs noch gut zu schieben.
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Später (wahrscheinlich wieder zu spät) wanderte das Rad auf die Schultern. Hübsche Ausblicke lassen die Anstrengungen vergessen. Bald schon kommt das Rifugio in Sicht, sind ein paar Höhenmeter extra, macht aber Sinn, hier kann man noch mal gemütlich Pause machen und die Wasserflaschen füllen. Von der Tza zum Rifugio brauchte ich ca. 40 Minuten
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Hier traf ich auch ein paar Wanderer. Normalerweise liebe ich ja die Einsamkeit und je weniger Menschen ich unterwegs treffe, desto besser. Aber hier am Malatra war ich schon froh, immer mal wieder jemanden zu sehen. Wenn ich oben Schwierigkeiten kriegen würden, könnte eine helfende Hand nicht schaden.

Tolle Ausblicke vom Rifugio ins Tal
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Dann ging es zunächst schiebend und sogar ein paar Meter fahrend weiter. Irgendwann hat man den ersten Hügel erklommen und dann kommt er in Sicht und man denkt unweigerlich: Eyeyei, was mach ich hier!
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Das Rad wanderte jetzt wieder öfters auf die Schulter, dann kam der Malatra in seiner vollen Pracht zum Vorschein.
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Eine Mischung aus mulmigem Gefühl und Stolz jetzt wirklich hier zu sein machte sich breit. Der Pass meint es aber gut mit einem. Die letzten Meter bis zum Steilhang sind flach und man kann sich ausruhen. Außerdem wirkt das Bild mit jedem Meter weniger furchteinflößend und wenn man dann am Steilhang steht, stellt man fest, dass zumindest der Teil gar kein Problem ist.

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Den ersten Teil hab ich noch geschoben, dann wurde das Rad optimiert. Ich wusste dass die Seilsicherung irgendwann auf der linken Seite kommt und hatte ein wenig Angst, dass ich dann mit dem Vorderrad anstoßen könnte. Nach 2/3 des Steilhangs habe ich daher ne kurze Pause eingelegt, nochmal durchgeschnauft, das Vorderrad ausgebaut und mit den Beinlingen am Hinterrad befestigt. Dann ging das Rad auf die Schulter.
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Für die Seilpassage wäre das denke ich nicht nötig gewesen und für den Rest wohl eher auch nicht. Leider habe ich danach nicht mehr viele Bilder. Ich wollte das Rad in dem steilen Gelände nicht mehr ablegen und unterwegs mit einer Hand am Handy rumfummeln ging auch schlecht.

Hier noch der Blick zur Passhöhe
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und zurück zur Seilsicherung
Anstieg%20Col%20Malatra26.jpg


Mit kamen auch immer mal wieder Wanderer von oben entgegen. Aber alle machten immer Platz (ich natürlich auch) und es gab keinen blöden Kommentar. Die Seilpassagen und auch die Trittstufen waren eigentlich keine große Schwierigkeit. Man sollte natürlich einigermaßen trittsicher sein. Außerdem spürte ich schon die Anstrengung bis hierher, also Zeit lassen und zwischendrin Puls runterbringen und konzentriert bleiben sollte man schon. Die letzten Metern waren dann eigentlich die kniffligsten. Das Gelände ist nicht so steil, dass man sich mit den Händen festhalten kann aber auch nicht so flach, dass man problemlos hochwandern kann. Da muss man dan einfach ein bischen nach dem besten Weg suchen. Sind aber nur 10 Meter.

Dann war ich oben und einfach nur geflasht.
Blick auf die Abfahrt und den Mont Blanc im Hintergrund
Aussicht%20Col%20Malatra3.jpg


Blick in die andere Richtung
Aussicht%20Col%20Malatra.jpg
 
Zuletzt bearbeitet:
Lange Mittagspause 🤭

Danke für die intensive Beschreibung des Malatra und die passenden Bilder!
Ich kenne bisher nur die Beschreibung von Stuntzi und ein zweiter Eindruck ist immer gut.
Glückwunsch für den Übergang. Und das in so jungen Biker-Jahren.
 
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Anfang Juli war da auf der Wiese unterhalb vom Frassatti aber deutlich mehr los 😄
Die Rindviecher haben uns beim Zustieg auch ne Menge Zeit gekostet weil die Herde sich genau in dem Moment an den Aufstieg machten als wir unten an der Alm vorbei gekommen sind. Und wir mussten uns dann das ganze Steilstück hoch in die Herde eingliedern weils in der matschigen Wiese keine Chance zum überholen gab.
@duke7 was für ein Fully hast du dir den gegönnt? Ich bin nach wie vor mit einem alten BMC Speedfox unterwegs und immer noch top zufrieden weils in Schiebe oder Tragepassagen top zu handeln ist.
 
Vielen Dank für den schönen Bericht:

Dann fange ich mal "Das ist Geschmackssachediskussion" an. Besserwissermodus auf "An" und los:. Man merkt halt schon die Rennradvergangenheit - Beinlinge, Klickpedale, Hardteil nicht gerade mit Enduro-Geo :-).
Folgende Gedankliche Anregungen: Statt extra Schuhe in den Rucksack: Flatpedals, Lange Socken/Protektoren zum Runterfahren. Mehr Kleidung zum Anziehen - Für ne Tagestour kann man auch mal ne dünnen Daunenjacke für den Gipfel einpacken (ja - ist warm auch wenn das Trikot feucht ist). Mit einem "vollen Rucksack" trägt es sich leichter.

Der einzige Vorteil von Klickies ist (falls man nicht Halbprofi und Uphill-Maschine oder im Bikepark Super-Airtime hat) ist, dass man weniger Löcher in Waden und Schienbeinen beim Schieben hat :-)
 
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