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Bilder und kurzer Bericht: 5 Tage Aostatal

Fahr jetzt ein Statera Scor 2030 mit Flatpdalen. Ein Problem also schon mal gelöst. Fahren hier viele mit Protectoren bergab? Bringen die was außer als Schutz vor Stürzen? Mach jetzt mal noch weiter mit der Abfahrt vom Malatra.
 
Ich machte oben eine sehr lange Pause, immer wenn ich los wollte, hab ich noch nen Foto geschossen.
Ist aber auch schön
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Die Abfahrt war dann auch zu Beginn für mich nicht komplett fahrbar. Alle gefühlt 50 Meter kam ein kurzer Schotterabgang mit größeren Steinen, wo ich mich nicht traute drüber zu fahren. Erst nach etwa 20 Minuten war die Steinwüste vorbei und es wurde etwas flacher und somit für mich fast komplett fahrbar.
Sieht gar nicht schlimm aus, Flow wars für mich trotzdem nicht
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Dann begann ein 45 minütiges Drama als ich dachte ich hätte mein Handy verloren und somit ging es auf und ab auf dem Trail. Schon am Rande der Verzweiflung habe ich dann festgestellt, dass es nur in der Lenkertasche ganz nach untern gerutscht war :wut:

Schöner Wiesentrail

Abfahrt%20Col%20Malatra3.jpg


Dann wurde es noch flacher und völlig untypisch die Aussicht noch besser
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Es folgte noch mal ein steilerer Teil, bei dem ich manchmal absteigen musste, ehe es wieder flacher wurde und ich um ca. 14:30 das Rifugio erreichte. Hier war ne Menge los. Etliche Wandergruppen schon da und immer neue trafen ein. Einige waren auch auf dem Weg zum Malatra. Ich bog dann in den Balcon Ferret ein. Die Strecke ist von der Aussicht her schon topp, aber ein ständiges Auf und Ab. Beides oft nicht fahrbar und da ständig Wandergruppen entgegenkamen, bin ich auch deswegen oft vom Rad. Einer hat mich dann auch darauf aufmerksam gemacht, dass man hier nicht fahren darf. Ich hatte kein Schild gesehen, erst bei Lechey Damon und da bog ich eh ab.

Einmal 180° Blick von verschiedenen Standorten auf dem Trail.
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Abfahrt%20Col%20Malatra9.jpg

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Bei Lechey Damon bog ich dann in einen steileren Trail Richtung Tal ab. Den fand ich dann klasse, weil er genau mein Schwierigkeitslevel hatte. Bis auf ganz wenige Stellen konnte ich ihn komplett durchfahren, manchmal versetzte ich sogar das Hinterrad, wobei das sicher nicht nötig war. Im Tal angekommen ging es auf Straße nach Morgex wo ich mir im Casa Netto ein Zimmer gebucht hatte. Für die Tour standen 17 Uhr nach 51 km, 1.850 hm und eine reine Fahrtzeit von ca. 6:35 h zu Buche.

Noch ein Wort zum Balcon Ferret. Ich habe glaube ich hier gelesen, dass er gesperrt wäre, habe aber selber zu Beginn kein Schild gesehen. Zu der Zeit war schon einiges los. Ich hatte da kein schlechtes Gewissen, den Weg mache ich sicher nicht kaputt und wenn mir jemand entgegenkam, hab ich eben Platz gemacht. Aber das muss jeder für sich entscheiden. Wenn ich die Strecke noch mal fahren würde, würde ich versuchen ne andere Zeit zu wählen. Gerne früher, aber das dürfte schwer werden und evtl. nicht viel bringen. Wenn man deutlich später dran ist, dürfte das die Situation entspannen. Und noch was habe ich gelernt. Wenn ich die Wanderer richtig den Nationen zugeordnet habe, dann vertragen Chinesen keine Kälte, die waren alle eingemummt als ob es 0 Grad hätte und Inder sind entweder sehr langsam oder Spätaufsteher.
 
Fahren hier viele mit Protectoren bergab? Bringen die was außer als Schutz vor Stürzen?

Schutz vor Stürzen wohl eher nicht, aber Schutz vor den Folgen von Stürzen ;)
Ist das nicht genügend Vorteil?
Wenn man unter Kopfkino leidet, fungieren sie außerdem noch als Schutz vor Sturz-Paranoia. Auch das ist viel wert. Für meinen Teil hab ich gern das volle Programm an: Ellbogen, Knie, Kinnbügel, und noch irgendwas am Rücken (Sastec Platte im Rucksack, oder Rückenprotektor). Weil: warum auch nicht? Im Auto schnall ich mich ja auch an und hab einen Airbag im Lenkrad.
Ein wenig Schutzausrüstung könnte dir sicherlich auch helfen bei einigen "Kopfsache" Passagen, wie z.B. bei dem Schotterfeld hinterm Malatra. Muss ja nicht gleich das Komplettprogramm sein, am Sinnvollsten fängt man mit Knieschonern an. Wenn du schon's Hinterrad versetzen kannst, kann die Fahrtechnik ja sooo rudimentär eh nicht sein. Liest sich zumindest so als würde dich oft eher der Kopf als die Technik vom Rad absteigen lassen.
 
Protektoren auch gerne auf engen Trails (Felsen, Bäume, Äste, Dornen). Oft ist es so, dass man etwas unkontrollierter absteigt (Kein Sturz) und nur mal das Knie sanft aufsetzt oder mal kurz cheaten und mit dem Knie am Felsen abstützen -》Aua.

Und Scylla hat es gut auf den Punkt gebracht.

Aber ehrlich gesagt gibt es die Diskussion eher bei den Umsteigern Rennrad/Tourenradlern.
Ich treffe auf mittelschweren Trails fast keine Nackedeis.

Ausserdem sind Protektoren auch kuschlig warm ;-)

Aber sorry für das Offtopic
 
Der Malatra sieht echt schnuckelig aus 😍
Muss ich vielleicht doch mal hin.
Danke für die Impressionen.

Balcon Ferret bin ich auch schon lang (später Nachmittag). Kann mich ebenfalls nicht an Verbotsschilder errinnern. Ist aber auch schon mind. 5 Jahr her. Ich erinnere mich aber noch an fürchterlich matschige Passagen.

Wenn hier jeder sein Technik-Setup kundtut, mach ich das auch mal:
Seit 30 Jahren mit Klicks und Knieschoner wenn's ruppig wird. Fully ist nicht nötig, das bringt ja keine Fahrtechnik. Das Rad sollte nicht zu abfahrtslastig sein, denn mind. 3/4 der Zeit verbringt man mit berghoch.
Von Kursen halte ich nicht viel. Die Erfahrung machts. S2 reicht für Spaß auch aus, ohne zu oft vom Rad zu müssen. Wenn's an guten Tagen auch mal für S3 reicht, natürlich besser.
(S4 und S5 braucht man höchstens als Training, damit es einem aufs Schiffsüberfahrten nicht schlecht wird. Nicht wahr @scylla ?)
 
@duke7: Sehr schöner Bericht mit tollen Bildern. :daumen: Danke, macht echt Lust auf den kommenden Sommer! :bier:

Hehe, die 53 habe ich dieses Jahr schon hinter mich gebracht. Sieht man ja auch irgendwie am Datum der Registrierung im Forum bzw. der User-ID
Du meinst, da gibt es Zusammenhänge zischen dem Registrierungsjahr und dem realen Alter? ... kurz nachrechnen 🧐 ... Passt! 😳 Faszinierend! 🤣
 
Mega schöne Bilder 🙂 Malatra geht also auch mit Panorama , wir hatten damals leider keines.
Viel Spaß mit dem neuen Bike! Da wirst die kniffligen Trails mit Sicherheit ein bissl entspannter fahren können.
Bin mir nicht sicher ob dir ein Fahrtechnikkurs wirklich weiter hilft. Ein bissl rumrollen im Mittelgebirge, womöglich auf gebauten Trails, wird dir im ausgesetzten alpinen Gelände vermutlich auch nicht mehr Sicherheit geben. Besser wäre bestimmt eine geguidete Alpentour mit einer Gruppe. Da bist dann nicht mehr ganz auf dich allein gestellt und kannst dir bei anderen was abschauen.
 
Danke für den Bericht!

Ansonsten auch von mir noch fünf Cents:

Bei Protektoren ist Helm natürlich Pflicht, spätestens wenn es grob steinig wird oder man harte, kantige Gegenstände im Rucksack hat eigentlich auch ein Rückenprotektor. An Kopf und Wirbelsäule kann einfach zu viel Wichtiges kaputtgehen. Dann auf jeden Fall Knieschützer, allerdings sollte man sich dann auch ein wenig damit beschäftigen, wie man im Falle richtig und gezielt “stürzt”, da helfen dann Knieschützer ungemein (hat ja @McNulty schon richtig geschrieben). Ellbogenschutz kann bei langsamen, technischen Passagen sinnvoll sein, aber wenn es um die Abwägung geht, was nimmt man mit, wäre mir da im Zweifel ein Schutz für die Kinnlade oder auch ein kombinierter Rücken/Brustschutz wichtiger. Voll ausgestattet geht man auf Touren eh nie.

Fürs Fahren sind drei Dinge wichtig: Kopf, Koordination und Kraft. Alles drei kann man im Prinzip in jedem Alter trainieren. Außerdem gibt es für alle drei Dinge in der Ausrüstung Hilfe: bei der Kraft ist das Federweg, bei der Koordination die richtige Bike-Geometrie, die es dir vereinfacht, die passende Position auf dem Rad zu finden/halten, und für den Kopf wie von @scylla angesprochen eventuell Protektoren fürs Kopfkino. In allen drei Fällen ist aber der Fahrer mit seinen Fähigkeiten immer wichtiger und ausschlaggebender als jedwede Ausrüstung.

Das Gute ist nun: Training bringt was, und vor allem bringt Training viel mehr, wenn man auf niedrigerem Niveau ist. Ist man schon top und will sich verbessern, braucht es viel Aufwand, auf niedrigem Niveau (zum Beispiel als Neueinsteiger) bringt jedes bisschen Training Fortschritte, auch in fortgeschrittenem Alter (btw, ich hab dem TE in der Hinsicht etwas voraus). Für den Kopf sich eventuell mal ein bisschen mit Sportpsychologie und dem Thema “Fokus” auseinandersetzen, wirkt Wunder bei kniffligen Stellen. Idealerweise kommt man beim Fahren in den Flow State, dann ist das alles kein Thema mehr. Für Kraft/Fitness würde ich vor allem die Körperspannung ansprechen. Dafür reichen 15 Minuten am Tag mit ein paar einfachen Übungen (immer mal was anderes), die man überall machen kann, um einen wirklichen Unterschied zu machen, wenn man sonst immer nur am Rad sitzt. Und für die Koordination kann man auch vieles machen, im Prinzip hilft hier aber Fahren eh am meisten.

Allerdings gibt es beim Fahren zwei Dinge zu beachten: Man muss wissen, was man machen sollte am Rad, und genauso, was man aktuell macht. Und zweitens sollte man sich regelmäßig fordern beim Fahren, um auch Fortschritte zu machen. Letzteres geht am besten, wenn man immer wieder herausfordernde, aber nicht überfordernde Trails (das heißt dann auch bekannte Trails) fährt und danach aktiv reflektiert, was gut war und was nicht. Für die Koordination kann ein Techniktraining gut sein, muss aber nicht - und das in zwei Dimensionen: Erstens ist nicht jedes Techniktraining gut (was übrigens sehr individuell sein kann, das muss nicht daran liegen, dass das Training objektiv falsch ist) und zweitens kann man auch ohne Techniktraining voran kommen, wenn man sich z.B. über Videos anschaut, was richtig ist, und man sich gleichzeitig (!) selbst einschätzen kann. Für letzteres hilft es, wenn man schon mal einen anderen Sport auf höherem Niveau betrieben hat, ansonsten sind Videoaufnahmen von einem selbst sehr hilfreich (muss man aber auch richtig interpretieren). Am besten ist aber, wenn man mit jemandem fährt, der besser ist als man selbst. Demjenigen dann einerseits mal hinterher fahren, andererseits den Besseren hinterher fahren lassen und sich die Einschätzungen anhören (wenn derjenige das etwas kann mit dem Einschätzen). Das alles kann natürlich für einen Kurs sprechen, aber regelmäßig im kleineren Kreis etwa durch eine Fahrgemeinschaft/Verein/… und eigener Initiative in den oben genannten Punkten ist sicherlich effektiver.

Ride on!
 
Schutz vor Stürzen wohl eher nicht

Und jetzt muss ich mir nochmal selbst widersprechen...

Warum hast du dich denn die grobschottrigen Passagen nicht getraut? Vermutlich weil der Schweinehund im Kopf weiß, dass man im groben Schotter nicht alles zu jeder Zeit komplett kontrollieren kann. Irgendwann verspringt halt mal das Rad, das passiert auch den Besten.
In einem Gelände wo ein Sturz oder ein Abweichen von der Linie zwangsläufig schwere Verletzung oder gar Tod bedeuten würde, ist es imo eh gesund, sich nix zu trauen. Wenn es potentiell tödlich ist, ist es auch keine Schande auf S0 zu schieben, das verlängert nur das Leben und den Spaß aufm Trail. Im Schotterfeld hinterm Malatra, was könnte da passieren? Die Wahrscheinlichkeit für eine schwere Verletzung ist eher gering, aber mit hoher Wahrscheinlichkeit haut man sich blöd das Knie auf, wenn man in die Steine fliegt. Kann auch ziemlich dumm sein, und zudem ziemlich peinlich, falls man im schlimmsten Fall vor Schmerzen nimmer vom Berg käme und für so eine blöde Lappalie die Bergrettung bräuchte. Einfach nur mit ein paar Protektoren hast du das Risiko für so ein Szenario gewaltig gesenkt. Musst also rational gesehen keine Angst haben und kannst es mal probieren.
Was passiert wenn man Angst hat, und es mit Angst trotzdem probiert? Man ist verkrampft, nervös und unkonzentriert, weil man mehr Aufmerksamkeit auf "was wäre wenn?" verschwendet als auf den Trail. Und dann haut's einen tatsächlich hin, sobald das Rad mal verspringt. Hinter dem ganzen blöden Kopfkino steht dann auch noch "q.e.d.", und bei der nächsten Stelle hat man daher nur noch mehr Angst. Noch blöder.
Hat man keine übertriebene Angst und steht locker und selbstbewusst aufm Rad, dann gleicht man die meisten Verspringer intuitiv aus, und weiter geht die lustige Fahrt.

Langer Rede kurzer Sinn: wenn man das Kopfkino dank Protektoren/Risikominimierung austricksen kann und dadurch besser aufm Rad steht, dann kann das theoretisch sogar vor Stürzen schützen.
Ich weiß wovon ich rede, ich bin nämlich genau so ein Overthinker. Hab ich keine Protektoren an, dann bräuchte ich sie weil ich verkrampft bin und es mich genau deswegen hinhaut, hab ich welche an, dann bräuchte ich sie normalerweise nicht weil ich sicherer fahr... und genau deswegen brauch ich sie umso mehr. Jeder tickt da anders, muss nicht jedem so gehen. Versuch macht kluch.
 
Vielen Dank erstmal an alle für die Anregungen. Wäre bisher nicht auf die Idee gekommen, Protektoren mitzunehmen bzw. überahupt welche zu kaufen. Ich hab tatsächlich das Gefühl, dass der Kopf ne große Rolle spielt. Ich habe im heimischen Revier viele Stellen, die ich mich lange nicht getraut hab zu fahren. Nachdem ich das erste Mal runter bin und gemerkt hab es geht, war die Stelle nur noch halb so schlimm. Und wenn man ein paar Mal runter ist, fragt man sich, warum man davor eigentlich Schiss hatte. Die Fahrtechnik hat sich in der kurzen Zeit ja dann sicher nicht verbessert, nur der Kopf weiß jetzt dass es geht.

Vielleicht wäre ein geeigneter Bikepark auch mal ne Idee. Hier zuhause gibts genau einen Trail den ich nicht fahren kann, weil sehr enge Spitzkehren und steiles Gelände, den Rest kann ich mittlerweile fahren. Da wirds halt mit Üben schwer. Durch die Liftunterstützung im Bikepark kommt man ja auch viel schneller auf entsprechende Tiefenmeter.

Werd heute abend dann den Abschluss noch posten, da gings übers Rifugio Fallere und den Col de Metz.
 
Hier zuhause gibts genau einen Trail den ich nicht fahren kann, weil sehr enge Spitzkehren und steiles Gelände, den Rest kann ich mittlerweile fahren. Da wirds halt mit Üben schwer.
Da würde ich gerne widersprechen. Der Anspruch steigt oft mit der Geschwindigkeit, einfach weil die Zeit zwischen einzelnen Elementen auf dem Trail kürzer wird und man mit mehr Präzision und Effizienz unterwegs sein muss. Gleichzeitig hilft Geschwindigkeit oft und viele schwierigere Trailpassagen sind ohne einen gewissen Grundspeed nicht vernünftig fahrbar. Man sollte sich also an die höhere Geschwindigkeit herantasten und das geht am besten auf Trails, die man einerseits gut kennt und beherrscht und wo es andererseits Room for Error gibt, wenn es mal nicht so klappt wie geplant.
 
... Ich hab tatsächlich das Gefühl, dass der Kopf ne große Rolle spielt. ...
:daumen: Dein Gefühl trügt Dich nicht ;) ... und @scylla hat sehr treffend beschrieben, dass z.B. Protektoren nicht nur im Falles eines Sturzes schützen, sondern - m.M.n. noch wichtiger - alleine durch das Sicherheitsgefühl entspannen und einen deutlich (!) besser / lockerer :) fahren lassen.
 
So letzter Tag. Es ging früh morgens auf Straße los nach Runaz, das war zum Beine locker fahren auch genau richtig. Dann gings direkt steil los, auch noch auf Ashpalt. Wetter war wieder prima.
Als (Ex)-Rennradfahrer ein schöner Ausblick, Serpentinen und Berge
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Nach einer Stunde erreicht man einen schönen Rastplatz und kann noch mal nen Blick auf den Mont Blanc wechseln. Der verschwindet dann für den Rest des Tages. Nach einer kurzen Abfahrt nach Saint Nicolas gehts auf einer kleinen aber steilen Straße weiter.
Schöne Ausblicke bei Saint Nicolas
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Ich merkte hier schon, dass es ein harter Tag werden würde, wobei mir das schon aufgrund der nackten Zahlen vorher klar war. Aber nen anderen sinnvollen Weg zurück zum Auto hatte ich nicht gefunden.
Bei Vetan Villette endet dann der Asphalt und es geht in eine gut zu fahrende Schotterstraße übrig.
Ausblick zu Beginn der Schotterstraße
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Der Anstieg ist in der Folge sehr unrhythmisch mit teilweise recht steilen Abschnitten. Das kostete zusätzlich Körner. Man trifft hier auch immer mehr Wanderer und E-Biker.
Blick zurück
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So ab 2.200 Metern Höhe fangen dann die ersten Holzschnitzerein an. So ein wirkliches Thema habe ich nicht ausgemacht, viele Tiere irgendwann kommen Römer dazu, jedenfalls hilft es auf den letzten Metern die Schmerzen zu vergessen :-)
Irgendwann taucht im Hingergrund dann auch der Col de Metz auf, au weia ist der noch weit weg
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Dafür kommt dann auch das Rifugio Fallere als erstes Etappenziel in Sicht
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Um 12 Uhr war ich am Rifugio, da war dann gut was los, weshalb ich relativ schnell weiter fuhr. Wäre hier die Tour zu Ende gewesen, wäre es wahrscheinlich ein guter Tag gewesen, alles was danach kam, hat's dann nur schlechter gemacht. Ich sollte weiter zum Lago Fallere und habe da evtl. schon den falschen Weg genutzt. Jedenfalls ging es unfahrbar weil steil erstmal hoch und danach sehr unrhytmisch weiter. Teilweise war hier auch Tragen angesagt.
Auf dem Weg zum Lago Fallere
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Am Lago Fallere war ich dann leicht enttäuscht, irgendwie hatte ich mir von dem Bergsee mehr erhofft. Wohl auch weil ich körperlich langsam durch war, verfuhr ich mich anschließend gleich zweimal. In der Summe war der Umweg wohl nur 140 Höhenmeter, aber vielleicht waren es die entscheidenden. Ich merkte von Minute zu Minute mehr, dass der Ofen eigentlich aus ist. Die nächsten beiden Anstiege zum Col de Metz und Punta Chaligne kannte ich aus dem letzten Jahr und da kamen mir beide relativ einfach vor. Diesmal war es ein Kampf um jeden Meter.
Der Col de Metz kommt in Sicht
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Blick zurück auf den Trail zum Col de Metz. Den ersten und letzten Teil habe ich geschoben, im mittleren Abschnitt getragen.
Anstieg%20Col%20de%20Metz3.jpg


Kurz vor dem Col de Metz, der Blick auf Aosta
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Es ist schon krass wie unterschiedlich Wahrnehmungen sein können. Im Jahr zuvor staunte ich über mich selbst, als ich ins Tal blickte und war total euphorisiert, dass ich es bis hier her geschafft hatte. Morgens war ich mir noch sicher, dass ich die Tour gar nicht fahren würde, weil ich die Tage davor schon Kraft gelassen hatte. Diesmal war ich einfach nur hundemüde.

Nächster Gipfel Punta Chaligne, auch dieser ist gefühlt gewachsen :-)
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Die Aussicht von dort ist eigentlich schon phantastisch, aber ich konnte das alles nicht mehr genießen.
Blick auf den Monte Fallere
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und runter zum Col de Metz
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Vom Punta Chaligne runter war es erst ein Wechsel zwischen Schieben und Fahren, dann folgt die wunderbare Hangquerung, diesmal gespickt mit hunderten Grashüpfern, Ausweichen nicht möglich.

Abfahrt%20Punta%20Chaligne4.jpg

Kommt der Wald in Sicht wird es deutlich steiler und zum Teil leicht verblockt, für mich war wieder öfters Laufen angesagt. Erreicht man einen kleinen Rastplatz, ist der Spuk vorbei und es geht auf einem einfacheren Trail zum Rifugio Chaligne. Ich hab ab der Hangquerung genau noch ein Bild gemacht. Zum einen einfach zu müde, zum anderen wusste ich ja, dass ich die aus dem letzten Jahr schon hatte.

Blick runter auf dem steileren Abschnitt
Abfahrt%20Pointe%20Chaligne8.JPG


Am Rifugio hab ich mir wieder kurz verlaufen. Man muss wirklich direkt oberhalb des langen Gebäudes bis zum Ende entlang, dann landet man auf dem Weg der nochmal sehr steil ein paar Höhenmeter macht. Danach folgt ein eigentlich schöne aber schon ordentlich steiler Trail der unten raus immer einfacher wird. Immer mal wieder kreuzt man eine Schotterstraße und man muss aufpassen, dass man den Einstieg zur Suone nicht verpasst. Die ist dann eigentlich auch super schön zu fahren. Man merkt gar nicht dass man bergauf fährt und es sind auch kaum Wanderer unterwegs.

Anstieg%20Etroubles.jpg


Ab Etroubles dann noch mal ein kurzes steiles Stück auf Straße und endlich wars geschafft. Nach 73 km, 2.650 hm und einer reinen Fahrtzeit von 8:20 h war der letzte Tag und damit der Urlaub vorbei.

Fazit: Tolle Gegend, tolles Wetter, hammer Aussichten und schon auch sehr schöne Trails. Ich bin halt ein bischen zu viel gelaufen für meinen Geschmack. Den letzten Tag hab ich mir halt komplett versaut. Vielleicht lern ich das auch mal irgendwann, dass man nicht völlig über seinen Trainingszustand planen darf.
Hier noch der Link zum Bericht auf meiner Homepage
und zum Fotoalbum Gleich oben links sind die Bilder der Tour.

Falls Interesse besteht, kann ich die Tracks auch noch hochladen.
 
Zuletzt bearbeitet:
habe da evtl. schon den falschen Weg genutzt.
Hattest du kein GPS dabei?
73 km, 2.650 hm und einer reinen Fahrtzeit von 8:20 h
Saubere Leistung! Aber vielleicht solltest du bei der Tplanung ein bisschen weniger planen. 2.000 hm würde ich als Level setzen. Dann hat man am Ende noch etwas Spielraum. Musst halt dann die Strecke passend umplanen. Dein Tourenplaner wirft dir doch die geplanten hm aus.
Was hättest du gemacht, wenn du eine Panne gehabt hättest? Hattest du Licht/Stirnlampe dabei? Würde ich bei solch einer langen Tour immer einpacken.
Trotzdem vollen Respekt für deine Leistung. Kannst schon stolz darauf sein.
Punta Chaligne sind wir auch drüber. Kenne die Gegend ein wenig. Col de Metz sagt mir jetzt nichts. Werde mir die Route auf deiner homepage ansehen. Da hast du doch die Strecke verlinkt?
 
Wenn man vom Lago Fallere zur Punte Chalinge hoch stapft, kommt man zwangsläufig am Col Metz vorbei, bevor der finale Anstieg über den Wiesenhang folgt.
Eine Übernachtung im Rif. Fallere ist sinnvoll, um den Tag entspannt angehen zu können.

Punta Chaligne
2021-09-16_11h00m07_20210916_110006.jpg
 
Vielen Dank fürs berichten. Der letzte Tag war ja echt heftig. Da leidet man beim lesen richtig mit.
Das du dich an einem eh schon langen Tag mehrfach verfährst ist natürlich echt ärgerlich. Das kostet viele Körner und vor allem nervt es. Aber du hast es geschafft und der Tag wird lange in Erinnerung bleiben 😏
 
Erreicht man einen kleinen Rastplatz, ist der Spuk vorbei und es geht auf einem einfacheren Trail zum Rifugio Fallere.

Du meinst sicherlich das Rifugio Chaligne, oder?

Und noch ein Tipp spezifisch für (Ex- / Auch-)Rennradfahrer, um herrlich überplante Tage als Urlaub genießen zu können, ohne sich dabei fertig zu machen. Das Aosta-Tal ist perfekt dafür dafür, geht aber auch in vielen anderen Gebieten sehr gut. Wir nennen das "Rennradshuttle". Hat zwar mit Shutteln nichts zu tun, fühlt sich aber so an:
Man sucht sich eine Unterkunft im Haupttal, möglichst weit unten und möglichst zentral. Da stellt man ein Rennrad (oder Gravel) ab. Morgens fährt man mit dem Mtb im Auto so hoch wie der Asphalt geht, und startet die Tour von dort aus. Ist der Trail geschafft rollt man zur Unterkunft, trinkt einen Kaffee, pellt sich in frischgewaschenes Lycra, und "rettet" mit dem Rennrad das Auto vom Berg. Du weißt ja, wie sich 1000hm Asphalt mit dem Rennrad anfühlen, vs dem nicht wirklich dafür geschaffenen Mtb. Und eine "alternative Sportart" fühlt sich auch manchmal erfrischend an zwischendurch ;)

Btw, auch bei einem reinen Mtb-Kringel würd ich das wo immer möglich so machen: erst mal mit dem Auto hochfahren, soweit es geht, und die Tour von der halben Höhe aus starten. Lieber am Ende nochmal ein Uphill, als alles kumuliert gleich zu Anfang. Ich finde, das nimmt Stress aus dem Tag, und bringt mehr Spaß auf der Abfahrt, weil man dann noch frischer ist. Ist man dann erst mal unten kann man Bestandsaufnahme machen und schauen, ob man sich nochmal die Kante geben will, oder gemütlich hoch leidet, und in welchem Zustand man oben ankommt ist auch schon egal, weil man ja dann nix mehr vor hat am Tag.
 
Du meinst sicherlich das Rifugio Chaligne, oder?

Und noch ein Tipp spezifisch für (Ex- / Auch-)Rennradfahrer, um herrlich überplante Tage als Urlaub genießen zu können, ohne sich dabei fertig zu machen. Das Aosta-Tal ist perfekt dafür dafür, geht aber auch in vielen anderen Gebieten sehr gut. Wir nennen das "Rennradshuttle". Hat zwar mit Shutteln nichts zu tun, fühlt sich aber so an:
Man sucht sich eine Unterkunft im Haupttal, möglichst weit unten und möglichst zentral. Da stellt man ein Rennrad (oder Gravel) ab. Morgens fährt man mit dem Mtb im Auto so hoch wie der Asphalt geht, und startet die Tour von dort aus. Ist der Trail geschafft rollt man zur Unterkunft, trinkt einen Kaffee, pellt sich in frischgewaschenes Lycra, und "rettet" mit dem Rennrad das Auto vom Berg. Du weißt ja, wie sich 1000hm Asphalt mit dem Rennrad anfühlen, vs dem nicht wirklich dafür geschaffenen Mtb. Und eine "alternative Sportart" fühlt sich auch manchmal erfrischend an zwischendurch ;)

Btw, auch bei einem reinen Mtb-Kringel würd ich das wo immer möglich so machen: erst mal mit dem Auto hochfahren, soweit es geht, und die Tour von der halben Höhe aus starten. Lieber am Ende nochmal ein Uphill, als alles kumuliert gleich zu Anfang. Ich finde, das nimmt Stress aus dem Tag, und bringt mehr Spaß auf der Abfahrt, weil man dann noch frischer ist. Ist man dann erst mal unten kann man Bestandsaufnahme machen und schauen, ob man sich nochmal die Kante geben will, oder gemütlich hoch leidet, und in welchem Zustand man oben ankommt ist auch schon egal, weil man ja dann nix mehr vor hat am Tag.
Naja, ob das entspannter ist muss jeder selbst entscheiden, wenn man dann zwar früher im Tal ist, dafür den Druck hat, noch mit dem RR das Auto holen zu dürfen,ganz zu schweigen von der unnötigen Fahrerei!

Deshalb war ich auch immer noch nicht auf der Wallfahrt in Susa, da fahren ja auch die meisten die ersten 1600hm Auto:spinner:.Lieber früh starten, realistisch planen, und um halb sechs einen Americano oder Aperol geniesen, sogeht das in Italien!

Oder einfach besser mit Hütte planen, und für bessere Bergaufperformance leichtlaufenden HR montieren, mit viel Luft, die kann man oben ja wieder raus lassen.
 
Man sucht sich eine Unterkunft im Haupttal, möglichst weit unten
Nein, man macht Rundtouren und bleibt möglichst weit oben 8-):bier:

Aber zu dem Bericht: Man bleibt mal entspannt nen Stündchen auf der (vollen) Hütte, isst was, wartet bis der Speicher wieder etwas voller ist und geht entspannt die nächste Etappe an.

Bei Erschöpfung schaltet das Hirn aus weil verfügbare Enegie woanders gebraucht wird - da habe ich schon öfters (vor GPS) falsche Abzweige genommen, nach dem Motto: Der Abzweig sollte zwar erst in 1000m kommen aber das wird schon der sein wo ich gerade stehe -> Super-Fail
 
Zuletzt bearbeitet:
Hattest du kein GPS dabei?
Da hab ich mich schlecht ausgedrückt. Ich bin schon so gefahren wie ich es geplant hatte, fand den Weg aber nicht wirklich prickelnd. Ich habe dann auf der Karte gesehen, dass es auch noch ne andere Möglichkeit gegeben hätte vom Rifugio zum See zu kommen. Sehe aber eben, dass das auch nicht besser wäre. Dann müsste man nämlich genau da rauf, wo ich runtergekommen bin, von der Tza der Morgnoz zum See und das wäre komplett tragen. Würde ich die Runde nochmal fahren würde ich vom Rifugio runter Richtung Tza de la Comba und von dort auf Schotter Richtung Col de Metz.

2.000 hm für die Tourenplanung ist tatsächlich so meine Grenze. Da hänge ich halt auch immer noch den Touren vom Rennrad hinterher, da waren 2.000 hm fast schon ein halber Ruhetag. Bei meinem Fitnesszustand wären so 1.500 - 1.750 pro Tag in Ordnung, wenns dann mal 2.000 sind oder knapp drüber kann das auch gut gehen, aber über 2.500 ist halt Quatsch.

Auf meiner Homepage habe ich keine Tracks hinterlegt, aber ich lade die heute abend hier hoch.
 
Du meinst sicherlich das Rifugio Chaligne, oder?
Danke, ist korrigert.
Der Tipp mit dem Rennrad ist interessant, werde ich mir merken. Grundsätzlich fände ich es nicht so prickelnd, quasi am Ende der Tour noch mal ein Stück bergauf zum Auto zu fahren und nicht nen Pass zum Ziel zu haben. Aber wenn man mal wieder so nen Tag plant der halt nur mit vielen Höhenmetern geht oder gar nicht, ist das sicher ne Option.
 
Nein, man macht Rundtouren und bleibt möglichst weit oben 8-):bier:

Aber zu dem Bericht: Man bleibt mal entspannt nen Stündchen auf der (vollen) Hütte, isst was, wartet bis der Speicher wieder etwas voller ist und geht entspannt die nächste Etappe an.
Das wäre wohl auch besser gewesen.

Bei Erschöpfung schaltet das Hirn aus weil verfügbare Enegie woanders gebraucht wird - da habe ich schon öfters (vor GPS) falsche Abzweige genommen, nach dem Motto: Der Abzweig sollte zwar erst in 1000m kommen aber das wird schon der sein wo ich gerade stehe -> Super-Fail
:daumen:Genau so, zum richtig auf dem Handy oder der Karte gucken, ist man ja zu müde :-)

Hüttenübernachtungen gehen bei mir leider gar nicht. Ich schlaf schon zuhause nicht gut, im Urlaub in fremden Betten noch schlechter. Zur Erholung brauche ich da dann schon ein Minimum an Komfort. Gehe mal davon aus, dass Hüttenübernachtung dann eher Mehrbettzimmer heißt.
 
Hüttenübernachtung dann eher Mehrbettzimmer heißt.
Hängt halt ganz von der Hütte und der Jahreszeit ab. In so große bekannte Hütten mit vielen Wanderern würde ich auch nie rein. Beispiel: die Hütte unterhalb des "Grand Col Ferret" mit riesigem Schlafsaal, wo die Nacht dann schon um 4 Uhr vorbei ist.
Gibt aber auch kleinere Hütten, wo wir im Lager praktisch alleine waren oder solche die 4 Bett Zimmer haben.
Gibt halt auch Touren, wo einem kaum was anderes übrigbleibt als dort Station zu machen.
Muss man halt vorher nachfragen.
Da liebe ich die Gites in Frankreich, dort wo du oft auch mit der Familie isst. Haben wir letztes Jahr schöne locationes in den Cevennen gehabt. Wenn man dann noch ein wenig französisch spricht, gibt es schöne Abende .
 
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