Bilder und kurzer Bericht: 5 Tage Aostatal

Vielen Dank fürs Teilhaben! Habe mitgelitten, auch wenn ich die Menge an Höhenmeter nicht schaffen würde.
Allein unterwegs ist schon echt kritisch - jeder kleine Fehler in einer Region, wo selten einer hinkommt, kann einen schon an die Überlebensgrenzen bringen. Wollte mal am nördlichen Talrand des Aostatals alleine über den Punta Leisser nach Westen Richtung Morgex. Ride meinte das wäre toll und total einsam aber fast aufgegeben (jetzt nicht mehr in der Datenbank habs jedenfalls nicht gefunden).
Habs an der ersten kleinen Kletterstelle abgebrochen und bin umgedreht. Hatte vorher einen streunenden Jungwolf gesehen und auch wenn das Tier nicht so imposant war, hat es fürs Kopfkino gereicht. Gerade in der Ecke war damals der Handyempfang unzuverlässig.
 
Erstmal Danke für den Bericht.
Außer dem Übergang Malatra war ich bereits mehrfach dort unterwegs.

Würde das definitiv nicht alleine angehen.
Dein Kopfkino spricht Bände...
 
Erstmal Danke für den Bericht.
Außer dem Übergang Malatra war ich bereits mehrfach dort unterwegs.

Würde das definitiv nicht alleine angehen.
Dein Kopfkino spricht Bände...
Sehe das mittlerweile weniger kritisch. Bei gutem Wetter ist man da oben nicht alleine unterwegs. Da war die Tour über das Fenetre Durand letztes Jahr schlimmer. Durch das Unwetter zuvor waren einige Brücken zerstört und es wurden gerade erst behelsmäßig neue errichtet. Evtl. war der Übergang offiziell noch gesperrt. Das Wetter war auch nicht prickelnd. Ich hatte da überhaupt keine Probleme, bin mir aber sicher, dass ich der einzige war, der an den Tag drüber ist. Letztlich kann man das nicht am Pass festmachen, sondern muss immer die Gesamtsituation betrachten.
 
Noch ein Wort zum Balcon Ferret. Ich habe glaube ich hier gelesen, dass er gesperrt wäre, habe aber selber zu Beginn kein Schild gesehen. Zu der Zeit war schon einiges los. Ich hatte da kein schlechtes Gewissen, den Weg mache ich sicher nicht kaputt und wenn mir jemand entgegenkam, hab ich eben Platz gemacht. Aber das muss jeder für sich entscheiden. Wenn ich die Strecke noch mal fahren würde, würde ich versuchen ne andere Zeit zu wählen. Gerne früher, aber das dürfte schwer werden und evtl. nicht viel bringen. Wenn man deutlich später dran ist, dürfte das die Situation entspannen. Und noch was habe ich gelernt. Wenn ich die Wanderer richtig den Nationen zugeordnet habe, dann vertragen Chinesen keine Kälte, die waren alle eingemummt als ob es 0 Grad hätte und Inder sind entweder sehr langsam oder Spätaufsteher.
Dazu gibt es das hier, du dürftest also im erlaubten Bereich unterwegs gewesen sein. Vom Bertone direkt nach Courmayeur dürfte für dich eventuell eh nicht so optimal gewesen sein, also alles richtig gemacht.

Hier noch die Kurzfassung, soweit ich das dem mir nicht so geläufigen Italienisch entnehme:
Zwischen 10 und 4 sind für (E-)MTB gesperrt die Wege von Lechey Damon über die Bertone Hütte nach Courmayeur, der Weg zum Bertone über den Rücken von der Testa Bernarda beginnend etwas unterhalb vom Col Sapin und auf der anderen Seite der Weg vom Lac Checrouit hinter ins Val Veny bei Arp Vieille. Es sei denn ihr habt einen zertifizierten Guide dabei. Im Sommer macht es auf diesen Wegen aber wohl eh mehr Sinn, in den Randzeiten zu fahren, von dem her eine vernünftige Regelung.
 

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Zum letzten Tag noch:
Am effektivsten außer ohne Berg außenrum von Morgex zurück nach Etroubles bzw. St. Rhemy als Ausgangspunkt vom Malatra dürfte das/die Fenetre de Sereina sein. Wäre zwar zu Beginn derselbe Hang wie bei deinem dritten Tag gewesen, ist aber deutlich kürzer und man spart sich auch einige Höhenmeter.
 
Deshalb war ich auch immer noch nicht auf der Wallfahrt in Susa, da fahren ja auch die meisten die ersten 1600hm Auto:spinner:

Weil die meisten anderen wegen ihren eigenen Gründen das anders machen als du es für gut hältst, lässt du den Berg lieber aus? Muss man jetzt auch nicht verstehen. Es ist glaub nicht verboten sich die 3000hm am Stück zum Frühstück zu gönnen, oder zu versuchen in der Hütte eine Nacht lang Schlaf zu finden, wenn dir das so lieber ist?

Am Ende muss ja jeder selber wissen wo die Präferenzen liegen. Hüttenübernachtungen mach ich auch nur, wenn es garnicht anders geht. Übernachten im Tal hat von einem praktischen Standpunkt aus gesehen halt einfach Vorteile: meistens ist der Komfort deutlich größer, der Preis geringer, man schläft besser, kann seine Wäsche vernünftig waschen (lassen), und hat ein reichhaltigeres Frühstück (oder Optionen sich noch was zusätzliches zu besorgen falls das doch nicht hinkommt). Klar, wenn man Hüttenflair des Ambientes wegen bevorzugt, dann macht man das halt aus subjektiv persönlichen Gründen so, aber ein Dogma für jeden muss man auch nicht draus machen. Manche "brauchen" ja auch unbedingt den Gardasee als Ende eines vernünftigen Alpencross, andere radeln halt einfach wo's ihnen gefällt.
 
Zum Susa Thema: da würde ich eignes Auto für die drittbeste Lösung halten, weil der Trail vom Rifugio der bessere Teil der Abfahrt ist. Ich glaube das Rifugio ist nicht so supervoll, falls nicht gerade was Religiöses ansteht. Aber alles Gesagte stimmt: Italienische Rustikalhütte :-) muss man durch
 
Zum letzten Tag noch:
Am effektivsten außer ohne Berg außenrum von Morgex zurück nach Etroubles bzw. St. Rhemy als Ausgangspunkt vom Malatra dürfte das/die Fenetre de Sereina sein. Wäre zwar zu Beginn derselbe Hang wie bei deinem dritten Tag gewesen, ist aber deutlich kürzer und man spart sich auch einige Höhenmeter.
Kannst du was zum Sereina sagen. Uphill dürfte ab Rantin schieben und tragen sein. Wie sieht die Abfahrt aus?
 
Kannst du was zum Sereina sagen.
Hab ihn auch schon gemacht. Ist genau so, ab Rantin entspannte 200 hm schieben oder tragen, weiss nicht mehr so genau. Abfahrt habe ich als ziemlich gut in Erinnerung. Glaub einige verblockte Abschnitte, aber grösstenteils fahrbar.

Edit:
Hab grad in meinem Blog von 2014 nachgeschaut, die Abfahrt war doch nicht so berauschend. Vielleicht war das aber auch nur auf meine totale Erschöpfung zurückzuführen. Mit den heutigen Bikes und Droper ist sicher viel mehr fahrbar.
 
Zuletzt bearbeitet:
Witzig wie unterschiedlich die persönlichen Präferenzen sind. Ich plane Touren, sofern möglich, immer so, dass ich am Ende iwie bergabrollend zur Unterkunft komme. Mein Kopf packt es nicht, wenn am Ende noch Höhenmeter auf dem Tagesplan stehen. 😁 Hab da bei der Planung schon den ein oder anderen Fehler gemacht und z.B. nicht genau geschaut, wo in Livigno das Hotel war. Ergebnis: fertig von der Tagestour, 3 Aperol im Gesicht und dann noch auffi auf n Berg. 🙈😉
 
Kannst du was zum Sereina sagen. Uphill dürfte ab Rantin schieben und tragen sein. Wie sieht die Abfahrt aus?
Wie @Ventoux. hab ich den auch eher entspannt in Erinnerung. Also was heißt entspannt, von Morgex ist es halt schon ne lange Auffahrt, aber das im Prinzip das Gleiche wie zum Fetita. Das Gelände ist aber beidseitig recht gemäßigt, von dem her wird das nirgendwo extrem. Berghoch gut zu tragen - ich trage generell lieber, kann sein, dass es auch gut zu schieben geht - und nur 200 Hm, ist also überschaubar. Runter zu hab ich den Anfang etwas schottrig in Erinnerung, später eher erdig/steinig, unten dann etwas botanischer.
 
Weil die meisten anderen wegen ihren eigenen Gründen das anders machen als du es für gut hältst, lässt du den Berg lieber aus? Muss man jetzt auch nicht verstehen. Es ist glaub nicht verboten sich die 3000hm am Stück zum Frühstück zu gönnen, oder zu versuchen in der Hütte eine Nacht lang Schlaf zu finden, wenn dir das so lieber ist?

Am Ende muss ja jeder selber wissen wo die Präferenzen liegen. Hüttenübernachtungen mach ich auch nur, wenn es garnicht anders geht. Übernachten im Tal hat von einem praktischen Standpunkt aus gesehen halt einfach Vorteile: meistens ist der Komfort deutlich größer, der Preis geringer, man schläft besser, kann seine Wäsche vernünftig waschen (lassen), und hat ein reichhaltigeres Frühstück (oder Optionen sich noch was zusätzliches zu besorgen falls das doch nicht hinkommt). Klar, wenn man Hüttenflair des Ambientes wegen bevorzugt, dann macht man das halt aus subjektiv persönlichen Gründen so, aber ein Dogma für jeden muss man auch nicht draus machen. Manche "brauchen" ja auch unbedingt den Gardasee als Ende eines vernünftigen Alpencross, andere radeln halt einfach wo's ihnen gefällt.
Naja, für die 3k am Stück bin ich wohl zu alt🙈, oder zu schlecht trainiert. Abgesehen davon muss man dann ja auch das gleiche Stück wieder runter, und glaub dafür sollten noch Körner übrig sein. Vielleicht bleib ich ja doch mal auf der oberen Hütte über Nacht. Irgendwie mag ich diese italienischen Hütten, immer gutes Essen, und oft schön rustikale Zimmer 🤣. Nur die Mezzalama Hütte kann ich nicht unbedingt empfehlen.
 
Naja, für die 3k am Stück bin ich wohl zu alt🙈, oder zu schlecht trainiert. Abgesehen davon muss man dann ja auch das gleiche Stück wieder runter, und glaub dafür sollten noch Körner übrig sein. Vielleicht bleib ich ja doch mal auf der oberen Hütte über Nacht. Irgendwie mag ich diese italienischen Hütten, immer gutes Essen, und oft schön rustikale Zimmer 🤣. Nur die Mezzalama Hütte kann ich nicht unbedingt empfehlen.
Von welchem Pass/Gipfel habt ihr es denn gerade?
 
Zum Susa Thema: da würde ich eignes Auto für die drittbeste Lösung halten, weil der Trail vom Rifugio der bessere Teil der Abfahrt ist.

Hmmm, man stellt das Auto ans Straßenende, latscht hoch, fährt ganz runter, und denkt sich aus wie man das Auto da wieder runter kriegt, Möglichkeiten gibt's ja genug. Notfalls auch am nächsten Tag. Trails lässt man da keine aus. Es ist nur eine Methode um sich Körner für die Abfahrt zu sparen, ohne auf der Hütte zu übernachten und es auf zwei Tage aufzuteilen.


Von welchem Pass/Gipfel habt ihr es denn gerade?
Rocciamelone

Wie @Ventoux. hab ich den auch eher entspannt in Erinnerung. Also was heißt entspannt, von Morgex ist es halt schon ne lange Auffahrt, aber das im Prinzip das Gleiche wie zum Fetita. Das Gelände ist aber beidseitig recht gemäßigt, von dem her wird das nirgendwo extrem. Berghoch gut zu tragen - ich trage generell lieber, kann sein, dass es auch gut zu schieben geht - und nur 200 Hm, ist also überschaubar. Runter zu hab ich den Anfang etwas schottrig in Erinnerung, später eher erdig/steinig, unten dann etwas botanischer.

Ich trage auch lieber, aber da hab ich nur geschoben, geht nur eine Wiese hoch, nicht allzu lang oder steil. Auch runter kann ich deine Erinnerung bestätigen. Hinterm Pass ist erst mal ein längeres Schotterfeld, auch mal etwas steiler. Dann geht es meist über Wiesen oder durch Buschlandschaft flowig aber sehr überwachsen bergab, manchmal muss man den Weg eher anhand des GPS Geräts erraten, weil man ihn nicht wirklich sieht. Ausgesetzt ist es nirgends. Landschaftlich fällt's halt ein bissel ab gegenüber dem Rest im Aosta. Wenn man es trailtechnisch ein wenig deftiger mag ist der Citrin nebenan die bessere Wahl.
Sind aber beides eher einsame Übergänge, allein unterwegs gibt das Kopfkino.
 
Wenn man es trailtechnisch ein wenig deftiger mag ist der Citrin nebenan die bessere Wahl.
Citrin ist halt doppelt so viel zu tragen und steiler, deshalb fiel damals meine Wahl auf Sereina. Ist der Citrin an sich empfehlenswert? So wie ich das im Kopf hab, las sich das jetzt nicht so überzeugend, als dass es mir das damals wert gewesen wäre. Sind halt beides eher Pässe als Mittel zum Zweck, deshalb ist da auch nicht so viel los.
 
Citrin ist halt doppelt so viel zu tragen und steiler, deshalb fiel damals meine Wahl auf Sereina. Ist der Citrin an sich empfehlenswert? So wie ich das im Kopf hab, las sich das jetzt nicht so überzeugend, als dass es mir das damals wert gewesen wäre. Sind halt beides eher Pässe als Mittel zum Zweck, deshalb ist da auch nicht so viel los.

Ja isso, steiler und mehr. Wobei ich auch beim Citrin den Großteil schieb weil's mir zum Tragen immer noch zu flach ist, aber wenn du am Sereina trägst, dann trägst du am Citrin erst recht.
Ist schon ganz gut, auch wenn er mit einigem anderen in der Gegend nicht mithalten kann*. Im Vergleich zur Chaligne hat er mir viel besser gefallen, bei der Chaligne rollt man halt nach der oberen Hälfte gefühlt nur noch raus, der Citrin wird unten immer besser, das bleibt dann positiv in Erinnerung. Zum Sereina würd ich immer den Citrin bevorzugen, wenn der Trail das Kriterium ist und nicht Höhenmeter, Tragestrecke oder Energieersparnis. Der Sereina taugt wie du sagst eher als Mittel zum Zweck, den Citrin kann man schon auch einfach so wegen dem Trail fahren.
Oben sehr flowig (sandig), dann etwas vegetativ über die Wiese so wie beim Nachbarn auch. Das beste kommt zum Schluss, in der unteren Hälfte im Wald ist es ein schön steiler Rumpel-Techflow. Dort sollte man dann aber schon Spaß an S3 haben, sonst steigt man zu oft ab.
Am besten ist der als Runde, wenn man anschließend noch die komplette Entroube bis zurück ins Haupttal einsammelt (um die spaßig auf Zug fahren zu können besser nicht an Sonn- und Feiertagen, sonst zu voll) und am Ende einen von den "kurzen" Trails unterhalb der SR41 Straße, z.B. bei Bellun, abfährt. So wird ein erfüllter abwechslungsreicher Trailtag draus, nur den Citrin und dann "nix mehr" würde ich hingegend nicht als lohnend empfinden.

(*) Um mal die Relation zu wechseln, ein Kollege der die Westalpen nicht auswendig kennt und zum ersten Mal im Aosta war, hat den Citrin als eine der besten Touren überhaupt bezeichnet.
 
So ab 2.200 Metern Höhe fangen dann die ersten Holzschnitzerein an. So ein wirkliches Thema habe ich nicht ausgemacht, viele Tiere irgendwann kommen Römer dazu, jedenfalls hilft es auf den letzten Metern die Schmerzen zu vergessen :-)
Ich hatte vor ein paar Jahren auf dem Rif. Fallère übernachtet, kurz bevor die Winterpause anfing und es entsprechend leer war. Da hatten die Wirte (zwei Brüder) etwas Zeit, sich mit den Gästen zu unterhalten. Einer der Beiden ist Hobby-Holzschnitzer - eher Bildhauer mit Kreissäge und später feinerem Werkzeug. Er hat schon mehrere Preise gewonnen. Als Aufheiterung für die Gäste liegt neben dem Fußweg zum Rifugio schon mal eine Kreuzotter aus Holz ... Am nächsten Morgen standen zwei Gämsen auf dem Hang oberhalb vom Haus. Erst nach fünf Minuten wurde mir klar, dass eine von beiden echt war.

Anekdote am Rande: Als ich abends ankam (in der Gegenrichtung von Étrouble über den Point Chaligne und Col de Metz) begrüßte ich den Wirt mit "Buona Sera" und die Antwort war "Bon Soir". Er und sein Bruder haben konsequent mit mir nur Französisch gesprochen, für den anderen Gast (holländischer Wanderer) gebrochen Englisch, z.T. habe ich für ihn auf Deutsch übersetzt. Als der Koch nach dem Abendessen aus der Küche kam, setzte er sich zu den Brüdern und alle drei sprachen miteinander nur Italienisch ...
 
Als Aufheiterung für die Gäste liegt neben dem Fußweg zum Rifugio schon mal eine Kreuzotter aus Holz ...

Da liegt alles möglich zur Aufheiterung.

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War bisher nur wandernd auf m Rifugio Fallere. Fand aber sogar ich als Erwachsener witzig, auf m Hochweg so viele Holzfiguren wie möglich zu entdecken. Zum Teilen waren die Dinger ja nur wenige Zentimeter groß in iwelchen Astgabeln gesessen.
 
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