MTB-Verkäufe sinken: Warum verkümmert das Mountainbike?

Das emtb wird mehr verkauft durch eine höhere teilhabe von Menschen die aus irgendwelchen Gründen kein mtb fahren können oder wollen
Es zb. Durch leasing leichter geworden ist an hochpreisige Räder zu kommen
Ein ebike preislich attraktiver wirkt , bei manchen nur ein minimaler Aufpreis aber + Motor und Akku = sieht nach deutlich mehr für fast das selbe geld aus
Eben. Das ist der Mehrwert für Otto Normabiker. Man wäre ja dumm, wenn man für das gleiche Geld noch komplett alleine treten muss. Warum sich das Leben unnötig schwer machen?
Wir Freaks waren doch schon immer eine Nische. Mal mehr, mal weniger.
Es gibt sicherlich jetzt mehr Radfahrer, weil Radfahren in der Gesellschaft angekommen ist und jetzt noch leichter als vorher ist. Ist nicht mehr das Auto des kleinen Mannes. Oder für Kinder.
Allerdings hinkt der Vergleich: besser Rad fahren als Auto fahren.
Dass es irgendwann keine "Biobikes" mehr gibt, glaube ich nicht.
Allein für Rennen müssen die Hersteller liefern. Und es wird auch noch genug Kunden geben, die keine Antriebshilfe wollen.
 
Ein bisschen ein differenzierter Blick auf das Thema wäre vielleicht nicht verkehrt.
Mir fehlen so ca. 20 Jahre Lebenserfahrung im Vergleich zu Dir, aber bei einem bin ich mir ziemlich sicher. Hätte es vor 30 Jahren schon potente E-Enduros gegeben hätte ich mir garantiert ein solches statt eines ungefederten Trek 8000 Hardtails gekauft.
Damals war schlicht unglaublich was mit einem MTB im Vergleich zu konventionellen Rädern möglich war. Objektiv gesehen war das ganze ziemlich lächerlich. Ich weiß noch wie ich mich gefeiert habe als ich es endlich geschafft hatte 300hm ohne Pause durchzufahren. Bergab war einfach dauerbremsen auf Forststraßen angesagt.
Im Vergleich zu heute war "Mountainbiken" völlig anders definiert und die Grenzen was möglich ist viel, viel enger.
Wir älteren hatten schlicht das Glück das sich unsere Fähigkeiten parallel zur Entwicklung des MTB-Sports entwickelt haben. Wir standen nie vor der Problematik das wir besonders große Defizite hinsichtlich Kondition bzw. Fahrtechnik im Vergleich zum "durchschnittlichen MTBer" hatten. Im Gegenteil wir haben den Sport "mitgestaltet und geprägt".

Wer heute neu einsteigt ist meist sowohl fahrtechnisch als auch konditionell meilenweit vom "ambitionierten Mountainbiker" entfernt. Der "ambitionierte Mountainbiker" fährt heute 2000hm Touren mit dem 18kg Enduro um anschließen eine S2-S3 Abfahrt runter zu ballern. Objektiv gesehen ist das leistungsorientierter Amateursport mit sehr zeitintensiven Trainingsaufwand.
Wer innerhalb von 2-3 Jahren eine vergleichbare Fitness wie Du oder ich sie uns in über 30 Jahren (mehr oder weniger nebenbei aufgebaut haben) erreichen will muss ein Leben wie ein Leistungssportler führen.

Auch wenn man "nur" 300hm fahren will, braucht das einiges an Training um das zu schaffen.

Wer seine persönliche Befriedigung nicht aus dem Leistungsorientierten Training zieht wird kaum Spaß an einem konventionellem MTB haben. Es ist für einen Anfänger schlicht eine brutale Schinderei!

Natürlich entscheiden sich die meisten für ein Ebike. Wir wollten damals auch ein möglichst "leichtes" Bike. Wir wollten uns das Bergauf fahren so leicht wie möglich machen, oder?

So sensationell viel besser ein MTB vor 30 Jahren war. So sensationell "besser" ist heute eben ein Ebike im vergleich zu einem konventionellen Rad.
Man muss schon sehr, sehr fit sein, das ein Ebike für einem persönlich die schlechtere Wahl ist.

Objektiv gesehen wäre es natürlich positiver wenn sich gesunde Menschen für das normale Bike entscheiden. Aber wie bei so vielen Dingen im Leben muss jeder selber entscheiden welchen Weg er wählt.
Ein sehr guter Vergleich und gut argumentiert ( Kann mich noch an einen Artikel aus ca. 1990 in der bike erinner: "Warum ein 9kg Bike Kraft spart".)- man darf bei Einsteigern heute tatsächlich nicht von sportlich-fitten Menschen ausgehen. Kein Neuling quält sich gerne einen Berg hinauf. Und genau deshalb bringt ein E-Bike mehr Menschen zu Bewegung und hält sie länger dabei.
 
Wer mit e-mtb einsteigt, wird das vermutlich so nicht machen. Wer aber umsteigt und vorher ohne Motor gezielt trainiert hat, könnte das durchaus tun. Konjunktiv! Reden von % oder sind wir schon bei Promille?

Ich sehe keine Lycras auf e-mtb. Lycras sehe ich nur auf Fahrrädern ohne Motor. Irgendwie habe ich Zweifel, dass Lycra-XC-Rider ihre Wettkampf-GA auf e-mtb dann in Baggies erfahren. => Promille?


Dazu musst du kein Wettkampfsportler sein. Ein Charme von Bikeparks mit irgendeiner Form des Uphill-Support ist das Fahrtraining gerade für Anfänger effektiver ist, weil sie durch Wiederholung einen höheren Trainingseffekt haben als 1-2x/ Woche auf dem Home-Trail. Mit dem e-mtb kannst du dieses Training nach Hause verlegen.

Du musst hier die Vergleiche verschieben und dann ist richtig und realistisch:
  • ab 55 (dann geht das familiär meist wieder)
  • doppelt so viel bewegen wie mit 40
  • halb so viel essen, wie mit 20

Irgendwie schon

"Respekt, wer es selber macht."

GA1 Training: wie hat man das vor 10y und die 100y zuvor gemacht?
HF2 am Berg nicht möglich? Ich kann es nichtmals in der Ebene. Es ist für mich so langsam, dass ich es nicht schaffe. Es erfordert ungeheure Disziplin, sich sportlich zu betätigen, aber eben irgendwie doch nicht.
Am Berg ist oder wäre es durchaus denkbar, wenn sich die Steigung nicht ändern würde. Wenn ich mich bei 4% eingegroovt habe kommen 7% und ich schieße durch.
Ich sehe da mit e-mtb erstmal keinen wirklichen Unterschied, denn der Motor verflacht den Anstieg ja nur. Das Gefühl meines Körpers, gerade Sport zu machen aber keine Leistung zu erzeugen, käme genauso, wie das Phänomen, dass der Wechsel der Steigung ja auch wieder "triggert".

Ich sage nicht, dass es im (seltenen) Einzelfall stimmt und funktioniert.
Wir verblödeten Bios leugnen nur in seltenen Fällen, dass es sinnvolle Einsatzbereiche für e-mtb gibt. Nur erscheint es in vielen Fällen mehr Probleme schafft als löst.
Ein vernünftiger Meinungsaustausch ist in größeren anonymen Gruppen unmöglich, weil es anstatt Fakten und Einsicht ganz schnell Provaktion und Hating gibt.

Ja, der Text ist sehr lang. Sorry. Aber ich muss die Anzahl meiner Beiträge reduzieren. Dafür werden sie jetzt länger.
😝
Schon okay, das mit den langen Beiträgen kenn ich ;-)

Noch mal zur Klärung: Es ging mir nicht direkt um Grundlagenausdauertraining mit dem E-MTB, das war nur ein Punkt der von Vorteil (vor allem für Untrainiertere/Ältere) sein kann. Es passiert sozusagen automatisch, dass man leichter eine höhere TF aber niedrigere HF schafft und mehr in Ga1/2 unterwegs ist.
Ist doch gut.

Ich wollte mit meinem Beitrag nur aufzeigen, dass es auch objektive Vorteile von E-MTBs gibt. Das ist alles, es ging nicht gegen eine bestimmte andere Gruppe (nur etwas gegen die uneinsichtigen Hater ;-))
 
Bei Tonzone muss man glaube ich auch die MTB-Sozialisierung berücksichtigen. Ist halt Österreich, da hast zu 95% nur die Möglichkeit "Forststraße hoch, Forststraße runter", und das nur auf ausgewiesenen "Mountainbike-Strecken", sonst Besitzstörungsklage, Trails gibt´s offiziell nur in Bikeparks.

Ich denke wennst da vor 30 Jahren mit dem Biken angefangen hast, definierst MTB anders.
Einspruch! Österreicher hier, 37 Jahre MTB - manche gehen halt mit der Zeit und probieren Neues aus (eigentlich die meisten in meinem Bekanntenkreis, Marathon stirbt aus - wechseln alle zu Triathlon, dann Rennrad, jetzt Gravel oder gar Skibergsteigen...)
 
Das finde ich absolut ok. Ich finde es nur nicht ok, dass hier fast schon militant versucht wird anderen Menschen zu erzählen, was sie gefälligst zu empfinden haben und wie minderwertig sie doch sind, weil sie irgendwas tun oder nicht tun.

Vor allem die Helden auf meiner Ignoreliste. :D

Du scheinst ziemlich genau zu wissen, was die Helden auf deiner Ignoreliste so schreiben 🙂. Kann es sein, dass die irgendwo ein Loch hat?
 
Mit einer grundsätzlich negativen Einstellung gegenüber E-MTBs und dem E-Mountainbiken hast Du Dir ein Rad mit dem derzeit brachialsten Motor gekauft und dieses vermutlich, ohne die Fahrmodi mal runterzuregeln und damit zu experimentieren, im Turbo den Berg hochgejagt.

Wenn ich ein E-Bike fahren würde, tät ich bei dem mit Sicherheit gar nix runterregeln. Wenn ich schon mit Motor fahre, dann soll's bergauf auch brummen. Ich bin mit meinem E-Bike aber auch nie Eco gefahren. Ich fahre heutzutage in der Stadt dienstlich mit dem E-Bike, auch nur volle Unterstützung.
 
Schmeiß mal Google an und du wirst sehen, daß da noch ganz viele Bankrott gehen können.
Dänemark hat sein Gesundheitssystem auf Vordermann gebracht. Um auf deren Zahlen zu kommen können über die Hälfte der deutschen Kliniken dicht machen.

Gleichzeitig sinkt die Lebenserwartung in D. Man könnte an sinnlose Überversorgung denken.
Ja, die Zahlen stimmen vielleicht aber die Versorgung in DK bzw. das dänische Gesundheitssystem ist so schlecht, dass die über die Grenze zu uns nach SH kommen, um sich behandeln lassen. Ist kein Gerücht. Radkumpel ist Zahnarzt hier in Kiel und ist gut mit Kollegen in Flensburg vernetzt. In DK gibt es zudem einen Mangel an Hausärzten.

Wir haben das auch live erlebt..Frau > Wurzelbehandlung in Nord-DK und nur ein Zahnarzt im Umkreis von 60km im Klinikum verfügbar. Fachärzte gibt es ausschliesslich nur in Kliniken bzw. deren Notaufnahmen. Hier in D wäre das unvorstellbar...

Bzgl. sinkende Lebenserwartung in D muss man da echt schauen, wie eng das alles beieinander liegt.
....

Was ich hier beobachte, ist eine starke Verlagerung von MTB zu Gravel. Viele Vereine bieten inzwischen auch "Marathon-Distanzen" für Gravel an.
..
Ich habe 20 Jahre einen MTB-Treff jeden Sonntag für den Verein angeboten und geguided und es kamen immer mehr E-Biker, die mitfahren wollten dazu...hat einfach nicht gepasst. Mittlerweile ist das Thema MTB total geschrumpft und zum reinen Fortbewegungsmittel für E geschrumpft in einem gesättigten Markt.
 
Ich hab in der Hälfte schon mal meinen Senf dazu gegeben und ab und an hier reingelesen.

Als ich fit und gesund war, habe ich mich auch über die eBiker genervt, welche mich bergauf an den unmöglichsten Stellen teilweise rücksichtslos überholt haben.

Nun soll/darf ich nicht mehr in der roten Zone und möglichst nicht in der aneroben Zone trainieren. In meinem Alter heisst dies nun, ich soll mich in einem Pulsband zwischen 120 bis 145 Puls bewegen (Ruhepuls ist bei 48 bis 52). Da es auch auf der kleinsten MTB-Runde am Feierabend mind. 300 Höhenmeter hat, eher 500, wird dies im Winter bei weichen Böden und meinem Gewicht schwierig. Und Rolle indoor ist nicht meins. Und mit dem Renner bei Nässe machts keinen Spass neben den Autos.

Mit dem eBike im Modus Tour+ kann ich aber die Rollentrainings gut auch bei Shitwetter draussen machen und komme so täglich auf 1.5h mit Durchschnittspuls 125 (mind. 3-mal die Woche). Sobald es trocken ist, fahre ich auch im Winter 1mal pro Woche die Runde nach dem Feierabend mit dem Biobike.

Man kann mit einem eBike sehr wohl trainieren. Im Alter. Oder gesundheitlichen Einschränkungen. Mit 30 und einem Trainingspuls von 135 bis 170 wohl eher nicht. Da wäre ich wohl auch mit voller Pulle den Berg hoch um den Trail runter zu heizen. Aber das sind auch nicht diejenigen, welche sich ein MTB kaufen und in der Gruppe am Sonntag ausfahren.

Warum hier viele nach dem Motto "There can be only one" argumentieren erschliesst sich mir nicht. MTB wie eMTB haben ihre Daseinsberechtigung. Was meiner Meinung nach verboten gehört sind die 45km/h-ler
8-)
 
Zuletzt bearbeitet:
Die überfettete, bewegungsarme Gesellschaft wird in Zukunft erst Kosten verursachen.
Die Kassen müssten doch nur in E-Bikes für diese Beitragszahler investieren. Wenn man all den gesundheitlichen und sportlichen Aspekten der E-Bike-Vertreter Glauben schenken darf, dürfte sich diese Anlage bald armotisieren.
 
Einspruch! Österreicher hier, 37 Jahre MTB - manche gehen halt mit der Zeit und probieren Neues aus (eigentlich die meisten in meinem Bekanntenkreis, Marathon stirbt aus - wechseln alle zu Triathlon, dann Rennrad, jetzt Gravel oder gar Skibergsteigen...)
Ich weiß, aus dem sonnigen Kärnten 🥰. Bin ja sehr oft in Tirol (Unterland) unterwegs. Da wird halt traditionell viel auf Forstwegen XC gefahren, weil man halt nur da, auch nur eingeschränkt, fahren darf. Dadurch definieren die älteren MTB eher mit "bergauf"...aber seit paar Jahren sind auf den Forstwegen die Mehrheit gefühlt mit E unterwegs, und zum Glück werden im Brixental und Kitzbühel immer mehr Trails gebaut...es entwickelt sich.
 
Ein sehr guter Vergleich und gut argumentiert ( Kann mich noch an einen Artikel aus ca. 1990 in der bike erinner: "Warum ein 9kg Bike Kraft spart".)- man darf bei Einsteigern heute tatsächlich nicht von sportlich-fitten Menschen ausgehen. Kein Neuling quält sich gerne einen Berg hinauf. Und genau deshalb bringt ein E-Bike mehr Menschen zu Bewegung und hält sie länger dabei.
Gut wenn man sich so ein Video aus Ende 80er anschaut dann merkt man das die Leute vom Rennrad und/oder Bergsport kommen und die Zeit danach geprägt haben. Ich hab lange nicht verstanden was es mit dem "sich Quälen" auf sich hat, Radfahren war ne schöne Abwechslung zum Alltag(der einen genug f*ckt), egal ob Dirtpark, Skatepark, Trails, Touren mit dem Trekkingrad...ne gute Zeit stand im Vordergrund
 
Kein Neuling quält sich gerne einen Berg hinauf. Und genau deshalb bringt ein E-Bike mehr Menschen zu Bewegung und hält sie länger dabei.
Nur nicht quälen heißt die Devise!

Dazu braucht es auch nicht unbedingt einen Berg. Bei uns in der Firma benutzen die allermeisten Mitarbeiter auch nur wegen des Höhenunterschieds einer Etage den Aufzug, obwohl die Treppe direkt daneben ist, man also bei normaler Gehgeschwindigkeit dabei schneller ist.
 
Nur nicht quälen heißt die Devise!

Dazu braucht es auch nicht unbedingt einen Berg. Bei uns in der Firma benutzen die allermeisten Mitarbeiter auch nur wegen des Höhenunterschieds einer Etage den Aufzug, obwohl die Treppe direkt daneben ist, man also bei normaler Gehgeschwindigkeit dabei schneller ist.
nach der logik von @trailproof fördert der Fahrstuhl die körperliche Fitness. Man muss ja noch Ein/Aussteigen - so lernen Neulinge die ersten Schritte zur Bewegung.
 
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