Fahrtechnik Unterschiede Alpencross Anbieter

gum

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12. Februar 2026
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Hallo liebe Gemeinde,

ich stehe kurz vor dem Entschluss diesem Sommer eine geführte Alpencross zu machen. Dabei habe ich die (scheinbar sehr beliebte) Route von Garmisch nach Riva ins Auge gefasst, die eigentlich von allen angeboten wird als 2-Level, falls ich mich doch übernehmen sollte ;) . Beim Vergleich der Anbieter fällt es mir jedoch schwer zwischen der Anforderung der Fahrtechnik zu unterschieden.

Alpenevent zum Beispiel schreibt beim der Level 2 Variante "Nach der Singletrailskala haben die Wege bis S1 - Charakter." - Das klingt erst mal relativ öde.
bikeAlpin nennt ihr Variante 2 Mittelschwer, aber verweist dabei nicht auf die STS.
Rock my Trail hat einen etwas anderen Anspruch mit mehr Single Trails (Füssen-Riva), zumindest werben sie damit und sagen "Die Single-Trails sind größtenteils S1 (mit gelegentlichen S2-Passagen in der Sport-Gruppe, die notfalls geschoben werden können)" - Klingt technisch schon interessanter, aber auch nicht so wirklich greifbar.

Gibt es nennenswerte Unterschiede bei den Routen unterschiedlicher Anbietern, oder mache ich mir da zu viele Gedanken? Ich mache mir leichte Sorgen, dass es entweder technisch zu langweilig wird, oder so anspruchsvoll, dass ich nur am schieben bin.
Oder sollte ich den Fokus lieber auf die einzelnen Etappen legen und was die Besonderheiten sind? Immer wieder ins Auge gefallen ist mir dabei zum Beispiel der Blindseetrail oder die Uina Schlucht, die Teil vieler Routen sind.

Hat da jemand Erfahrung und kann mir helfen ? :)

Gruß
Stephan
 
Ein guter Mix von S1-S3 würde ich sagen fahre ich am liebsten. S4 ist eigentlich schon deutlich über meinem Niveau.
 
Dein Ernst ? Wenn Du bis S3 fährst, wirst Du keine Sekunde über genannte Touren nachdenken...
Wie meinst du das? Weil sie viel weniger anspruchsvoll sind?

Also S3 ist häufig schon außerhalb meiner Komfortzone. Außerdem lebe ich aufm Flachland und fahre nur ein paar mal ins Jahr ins Sauerland. Denke, das muss man da auch mit einbeziehen.
 
Ich hatte eine geführte Tour die ging über die Grenzkammstraße und dort hätte man auch die schwierigeren Abfahrten wählen können und sich unten wieder getroffen. Da konnte man so etwas mit dem Guide absprechen. Das war mit Alps aber vielleicht ist das auch vom Guide abhängig
 
Hallo, ich denke dass Du bei einer klassischen Transalp keine reinen Trailetappen S2-S3 erwarten kannst, einfach deshalb, weil ja auch Strecke gemacht werden muss! Ich habe sehr gute Erfahrungen mit Alpenevent, wenn Du einen höheren Singletrailanteil bei der Transalp willst, schau Dir doch das an:

https://www.alpenevent.de/de/mtermi...ario1b-stanton-comersee?choosedate=2026-07-11

Und wenn genügend Teilnehmer sind, gibt es auch mehr als zwei Gruppen, da kommst Du dann schon auf Deine (Trail)kosten ;-)
 
@gum
Fährst du S2 kontrolliert 1000 HM am Stück (mit Rucksack) im Rahmen einer Tagestour mit 5-6 Stunden Netto-Fahrzeit?

Dann wird dich kein Anbieter mit einer Medium-Tour überfordern

Die spannende Frage: Meinen wir das gleiche S2? Das geht viel durcheinander...

Meine Erfahrung: Männer schätzen sich oft besser ein, als Sie sind

btw: S2 ist im Sauerland das gleiche S2 wie am Alpenhauptkamm :)
 
Schon klar. Was ich damit sagen wollte ist, dass bei einer Alpencross deutlich mehr körperliche Herausforderungen dazu kommen, als an einem Tag im Bikepark und der gleiche S2 Trail alleine dadurch schon anspruchsvoller wird.
Die STS hat mit Bikepark überhaupt nix zu tun. Die ist entstanden, um alpine Trails zu bewerten.
Keine Sprünge, keine Anlieger, usw.

Wie meinst du das? Weil sie viel weniger anspruchsvoll sind?

Also S3 ist häufig schon außerhalb meiner Komfortzone. Außerdem lebe ich aufm Flachland und fahre nur ein paar mal ins Jahr ins Sauerland. Denke, das muss man da auch mit einbeziehen.
Beschreib doch mal näher was Du fährst.
Und was gibt's im Sauerland 🤔

In erste Linie sollte so ein Alpencross allerdings Spaß machen...
Da zählen nicht nur die STS sondern auch Höhenmeter und Kilometer.
Und das Sitzfleisch nicht vergessen..
 
Zuletzt bearbeitet:
Danke für die ganzen Anregungen. Aber zurück zum eigentlichen Punkt: Routen der Anbieter und die Vergleichbarkeit. Denn auch wenn Start und Ziel das gleich sind, scheinen sich die Routen ja schon deutlich zu unterscheiden.

Ich komme auch immer wieder auf Rock my Trail zurück, da ich bei denen schon Fahrtechnikkurse gemacht habe. Die präsentieren sich auch irgendwie anders, als alle Anderen und werben mit vielen (neuen) Single Trails, was ich als sehr positiv empfinde. Oder ist das mehr Marketing als sonst was?
 
Derselbe S2 fährt sich im Sauerland morgens mit frischem Mut anders als abends abgekämpft und müde. Gilt vermutlich auch für die Alpen.
Da hast du recht.
Auf Erschöpfung nimmt die STS keine Rücksicht. Ebenso wenig auf nassen Untergrund, Hungerast oder dünne Luft in der Höhe.

Deswegen fragte ich den TO
Fährst du S2 kontrolliert 1000 HM am Stück (mit Rucksack) im Rahmen einer Tagestour mit 5-6 Stunden Netto-Fahrzeit?
 
@gum

Rock my Trail Füssen:
vermutlich schwerster Abschnitt: Blindseetrail, zumeist S2, kurze Stellen S3, ca. 700 Tiefenmeter
2-level Tour, das heißt, du kannst jeden Tag switchen
ist halt sehr bikepark-lastig (Fiss, Reschen, Andalo)
weniger Abenteuer und Bergeinsamkeit

Bikealpin: erste Hälfte viel Talgerolle am Inn, UINA rauf schiebst du eh, nach Schlinig runter wenig trails
Zweite Hälfte schöner mit Val Mora, Gavia und Brenta
Wirst du mit S2-skills keine Probleme haben...

Alpenevent: würde mich am wenigsten von den dreien ansprechen. Sehr viel Talgerolle und zwei wenig lohnende aber zähe Auffahrten (Naturnser Alm und vom Etschtal rauf nach Andalo), wenig schöne trails

Wie wärs damit?
Sind wir mit ULP gefahren. Sehr schöne Tour! Und mit S2 auch gut zu machen...
 
Hi,

Ich war mit Rock my Trail in der Toskana. Ich kann die rein von der Organisation sehr empfehlen. Die bieten auch einen Vorbereitunskurs für die Transalp an.
 
Ich habe schon einige dieser geführten Transalps gemacht. Die genannten Touren zwar noch nicht, aber einzelne Etappen davon kenne ich. Die Trails die dort gefahren werden sind in der Regel relativ einfach (grün und maximal blau auf der Farbskala von Trailforks). Mit deiner Erfahrung solltest du das meiste problemlos fahren können. Die Routen sind für ein breites Publikum gemacht, vom Hardtailfahrer bis zum Rentner mit dem E-Bike. Daher auch nicht wundern wenns mal den Forstweg statt Trail bergab geht. Wie schon erwähnt, ist vieles vom Guide und der Gruppe abhängig.
 
Also die Rock My Trail Route klingt interessant.
Ein paar Trails, die da gefahren werden, kenne (und mag) ich sogar. Den Blindseetrail oder den Frommestrail würde ich aber auf gar keinen Fall als „blau“ klassifizieren. Interessanterweise sind beide Trails auch immer sehr unterschiedlich auf der STS klassifiziert :ka:
Mein persönlicher (!) Eindruck: Beide S2 mit S3 Stellen (gerne verbessern, wenn nötig). In meiner Erinnerung ist der eine mal schmaler und es geht steiler die Seite runter, der andere ist länger und gerade oben herum ist man der Witterung mehr ausgesetzt.
Der Uphill zur Alm vor dem Frommestrail reizt mich aber nicht :D Da wäre ich zu fertig für den schönen Trail 8-)
 
Soviel zur Verbindlichkeit von STS Einschätzungen. Ich habe gerade gesehen, dass auf OSM der Blindseetrail mit S3 angegeben ist. Selbst würde ich den aber auf S2 einschätzen und auch nicht wirklich S3 Stellen darin sehen. Okay, ich bin den jetzt einige Zeit nicht gefahren (dafür recht oft über lange Zeit davor), aber wenn dem nicht jemand ernsthaft mit der Schaufel auf die Pelle gerückt ist, wüsste ich nicht, was sich da geändert haben sollte. Der Trail hat weder größere Absätze noch wirklich enge Kurven noch ist er irgendwie verblockt. Er hat ein paar etwas steilere Abschnitte, aber richtig steil ist er auch nicht. Was er hat, ist im unteren Teil ein exponierter Abschnitt, aber das hat ja nichts mit der technischen Schwierigkeit zu tun. Den Teil kann man übrigens auch als technisch guter Fahrer gerne schieben, selbst wenn der Teil eher Richtung S1 geht. Ein Fehler kann immer passieren und ein Ausritt nach links wäre da schnell tödlich. Aber wie gesagt, das ist nicht in der STS abgebildet (die für die STS nicht unwesentliche Hofer Skala hatte deswegen auch zusätzlich eine Gefahrenwertung, und die etwas andere, aber sehr vergleichbare, in Frankreich übliche Skala - T1 bis T6 für Schwierigkeit und E1 bis E4 für Exposition - hat das auch). Der Blindseetrail ist natürlich nicht kurz und er ist auch nie richtig entspannend, und wenn man alpine Umgebung nicht gewohnt ist, mag sich das durchaus luftig anfühlen (obwohl oben wegen der Latschen nie echte Absturzgefahr besteht). Sprich der Trail ist schon anspruchsvoll für weniger erfahrene Mountainbiker in alpinem Terrain, aber speziell technisch anspruchsvoll ist er halt nicht.

Man muss bei der STS immer bedenken, dass das einerseits sehr subjektiv ist, andererseits ist halt alles jenseits S3 zwingend nicht mehr mit normalem Fahren zu bewältigen. S3 ist dann mit normalem Fahren - also keine Sachen wie Backwheel Drops oder Nosepress Turns - gerade noch zu bewältigen, und damit geht halt doch noch deutlich mehr als der Blindseetrail. Man darf nicht vergessen, dass S5 den absoluten Top-Fahrern vorbehalten ist (S6 ist per Definition nicht fahrbar, S5 geht dann Richtung The Ridge von Danny MacAskill) und S4 dann ein Level ist, das nicht viele, aber doch eben eine ganze Menge Fahrer hat. Ich gehöre nicht zu den S4 Fahrern, fahre aber sicher deutlich technischere Sachen als den Blindseetrail. Wenn der Blindseetrail S3 wäre, geht sich das einfach nicht mehr aus. Genauso kenne ich aber auch Fälle, wo Trails mit S2 bewertet werden und wo ich die dann schon eher zäh für S2 finde. Gibt also Irritationen in beiden Richtungen. (Auch nicht vergessen hinsichtlich Bewertung: Viele Serpentinen zum Beispiel fahren sich mit Nosepress entspannter, erfordern die aber nicht zwingend. Das gilt genauso für andere Techniken, die oft das Leben erleichtern, etwa bei hohen Stufen, aber wirklich notwendig oft erst bei sehr anspruchsvollen Stellen sind.)

Was will ich damit sagen? An STS Einschätzungen würde ich mich nicht zu sehr aufhängen, vor allem wenn man nicht weiß, woher sie kommen, was bei OSM eigentlich immer so ist. Bei Portalen wie Ride hat man den Vorteil, dass da der Autor und damit der Urheber der Bewertung steht. Kennt man einige andere Touren, hat man eine Referenz. Man darf darüber aber auch nicht vergessen, dass es eine Tagesform gibt, und das gilt sowohl für einen selbst als auch für den Autor. Also Schwankungen gibt es immer, genauso wie regionale Differenzen. Grundsätzlich würde ich aber bei Anbietern eher davon ausgehen, dass sie Schwierigkeiten eher zu hoch ansetzen als zu niedrig. Wenn Kunden das bewältigen, fühlen sie sich gut, und das wird Marketing-technisch mehr Wert haben als die Gefahr, dass man Kunden wegen zu hoher Schwierigkeiten abschreckt. Die meisten Fahrer schätzen sich von ihren Fähigkeiten eh zu hoch ein, dann passt das wieder…
 
Servus GUM, einen Alpencross plane ich aus folgenden Gründen nicht am Limit meiner Fahrtechnik Skills:
  1. ich bin vielleicht weniger erholt als bei Tagestouren
  2. habe ev. keine Schoner dabei aufgrund limitiertem Packvolumen/Gewicht
  3. ich weiß noch nicht, wie das Wetter sein wird (erinnere mich an einen AlpenX während eines Adria-Tief oder an Schnee Anfang August am Pfitscher Joch)
  4. ich möchte am Ziel ankommen und nehme daher weniger Risiko
wenn nur wenige fahrtechnisch grenzwertige Stellen: einfach schieben, z.B.
Die Uina Schlucht sehe ich in Bezug auf Fahrtechnik nicht relevant, denn da ist ohnehin schieben angesagt.
 
Ich mache mir leichte Sorgen, dass es entweder technisch zu langweilig wird, oder so anspruchsvoll, dass ich nur am schieben bin.
Ich habe nach dem vielen Geschreibe hier das Gefühl, dass du immer noch auf dem Falschen Dampfer bist. Du willst einen Alpencross machen. Ein normaler Alpencross (und die von dir vorgeschlagenen sind alle "normal") ist fahrtechnisch sehr einfach. Du wirst selten technisch anspruchsvolle Alpencrosse finden, und wenn, werden die entsprechend gekennzeichnet.

Diese normalen Alpencrosse haben alle das Problem, sowohl eine schöne Landschaft zu präsentieren, tolle Trails zu beinhalten, und Strecke zu machen (sonst kommst du einfach nicht vorwärts). In der Regel fallen dann die Trails weitgehend raus, weil Strecke machen zwingend ist und eine tolle Landschaft auch eine der herausragenden Eigenschaften von einem Alpencross ist.

Wenn du also tolle Trails haben willst, darfst du dich nicht an den normalen ACs orientieren. Umgekehrt, wenn du einen schönen AC fahren willst, darfst du keine Trailfeuerwerke erwarten.

Wenn du mit S2 sehr gut zurecht kommst, und S3 so lala (wobei S3 schon sehr heftig sein kann), wirst du bei den vorgeschlagenen Strecken keine Probleme mit Überforderung haben, eher Unterforderung.

Am Ende zählen andere Merkmale für die Auswahl der Strecke vom Alpencross:
Passt das zu meinen konditionellen Fähigkeiten?
Liegt mir die Strecke landschaftlich?

Wenn dir die Trails wichtig sind, würde ich mich vom Gedanken an einen Alpencross etwas verabschieden. Da halte ich Angebote an einem Standort (z.B. Vinschgau) oder Rundstrecken in einem eng begrenzten Gebiet (z.B. rund um Livigno) sinnvoller.
 
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