Gewichtslimit für DT-Felgen abhängig Lochzahl

Registriert
24. Juni 2022
Reaktionspunkte
4.987
DT Swiss gibt für Felgen ein Höchstgewicht an, z. B. 120 kg. Was mich aber wundert: das ist nicht abhängig der Lochzahl. Die RR 521 z. B. gibt es von 24 bis 32 Loch. Sind beide denn gleich belastbar? Und haben Speichen nicht auch Einfluss? Ein Laufrad mit Competiton Speichen müsste doch mehr aushalten als eins mit Revolution Speichen. Oder ist das das Limit für die denkbar schlechteste Konfiguration, also eine Felge mit 24 flimsigen Speichen hält 120 kg und eine mit 32 starken Speichen dann viel mehr?
 
DT Swiss gibt für Felgen ein Höchstgewicht an, z. B. 120 kg. Was mich aber wundert: das ist nicht abhängig der Lochzahl. Die RR 521 z. B. gibt es von 24 bis 32 Loch. Sind beide denn gleich belastbar? Und haben Speichen nicht auch Einfluss? Ein Laufrad mit Competiton Speichen müsste doch mehr aushalten als eins mit Revolution Speichen. Oder ist das das Limit für die denkbar schlechteste Konfiguration, also eine Felge mit 24 flimsigen Speichen hält 120 kg und eine mit 32 starken Speichen dann viel mehr?

Das Thema kann man ganz schön hartnäckig bis in noch so kleine Details hinein verfolgen.... will ich aber gerade nicht wirklich machen.

Ich fasse es mal grob mit den Wörtern zusammen, die meine Kinder "lieben": Das kommt drauf an.
:D

Hast du ne starke, steife Felge, dann kommt diese auch mit wenig Speichen gut klar. Allerdings sollte dir immer bewusst sein, was es heißt, wenn weniger Speichen für mehr Arbeit herhalten müssen. Gibt es doch mal einen Defekt, dann werden alle umliegenden Speichen noch mehr belastet. Sitzt du mit 120kg auf 24 Speichen und eine davon geht Hopps - nun ja, dann werden die restlichen 23 das nicht gerade pralle finden, schon allein weil die meisten Laufräder keine symmetrische Speichenspannung besitzen, weshalb die anfallende Mehrbelastung anteilig sogar noch unterschiedlich unter diesen restlichen 23 Speichen aufgeteilt wird. Wer hier mehr Speichen als Abnehmer besitzt, der hat zumindest etwas mehr Redundanz im System.

Je weicher/flexibler die Felge wird, desto suboptimaler ist der Weg möglichst wenig Speichen zu verbauen. Aber die reinweg zumutbare Belastung der Laufräder hängt vorerst vor allem an den Felgen selbst und ist nicht all zu stark von der Speichenanzahl abhängig, aber es ist definitiv ein bilaterales System. Nicht nur die Felge gibt vor, was damit alles geht, auch die Speichen haben so ihren Einfluss. Sollte aber wohl für jeden relativ intuitiv klar sein, wenn er vor einem LRS steht den es in 24, 28 und 32H Auswahl gibt, dass er bei Ausreizen der max. angegebenen Belastung nicht die minimal mögliche Speichenanzahl verwenden sollte.
Aber es gibt hier nicht die eine allgemeingültige Antwort, bis zu welchem Gewicht eine Nutzung von 24H sinnvoll ist. Es kommt halt immer auf Felge, Fahrverhalten, Belastung, Speichenwahl usw. drauf an, ob das jetzt ein eher gut oder eher schlecht passendes Gesamtkonzept ergibt.
Vg
Hexe
 
Danke erstmal für deine ausführliche Antwort. Konkret geht es um eine M 462 (bis 120 kg, aber ASTM 4) und eine RR 481 (bis 130 kg, aber ASTM 2). Die 462 ist mit 32 Comp Speichen aufgebaut, die 481 mit 28 Stück Revolite. Nun will man mir trotzdem nicht glauben, dass das Laufrad mit der M 462 wesentlich stabiler ist, obwohl es "nur" 120 kg statt 130 aushält.
 
Na du bist doch nicht Prediger der ASTM Skala, wenn es dir keiner glaubt, wen juckts?

Aber kannst ja mit etwas Physik ausrechnen, 120kg Drop ins Flat aus 120cm ist gleich Kraft X usw. vs. 130kg nur die Bordsteinkante gerollt.
 
Zuletzt bearbeitet:
Sehr komplexes Thema.
Danke erstmal für deine ausführliche Antwort. Konkret geht es um eine M 462 (bis 120 kg, aber ASTM 4) und eine RR 481 (bis 130 kg, aber ASTM 2). Die 462 ist mit 32 Comp Speichen aufgebaut, die 481 mit 28 Stück Revolite. Nun will man mir trotzdem nicht glauben, dass das Laufrad mit der M 462 wesentlich stabiler ist, obwohl es "nur" 120 kg statt 130 aushält.

Breitere Felgen mit mehr steifen Speichen ergeben das seitensteifere Laufrad.
Und klar spielt der Einsatzzweck eine Rolle.
Afaik sind in den Einsatzzwecken die Sprunghöhen festgelegt. Die sind bei ASTM 4 deutlich höher als bei ASTM2. 120 cm vs 15 cm?

https://www.dtswiss.com/de/support/astm-klassifizierung


In Sachen gemütliches Dahinrollen mit hohen Lasten kann man heutzutage die meisten Felgen recht entspannt fahren. Die sind deutlich steifer als damalige 13 bis 15C Felgen. Aber selbst damit hat man mit 32 bis 36 Speichen stabile Laufräder für Cyclocross und für leichtes bis mittelschweres Reisen aufbauen können. Allerdings musste man beim Laufradbau auch etwas mehr Aufwand hineinstecken.
 
Vielleicht kann man die 26" Aera nicht mit heute vergleichen. Ich kann mich auch nicht erinnern, dass man von ASTM, Sprunghöhen und Systemgewichten sprach.

Ich kann nur sagen, meine Wenigkeit hatte damals schon 100kg +/- und Räder habe ich damals schon selber eingespeicht. 32er habe ich so regelmässig geschrottet, dass es kein Zufall sein kann. Mit 36 war dann Ruhe. Im Zweifelsfall würde ich auch heute noch zu mehr Speichen greifen - die paar Gramm mehr ist es mir allemal wert...
 
Vielleicht kann man die 26" Aera nicht mit heute vergleichen. Ich kann mich auch nicht erinnern, dass man von ASTM, Sprunghöhen und Systemgewichten sprach.

Ich kann nur sagen, meine Wenigkeit hatte damals schon 100kg +/- und Räder habe ich damals schon selber eingespeicht. 32er habe ich so regelmässig geschrottet, dass es kein Zufall sein kann. Mit 36 war dann Ruhe. Im Zweifelsfall würde ich auch heute noch zu mehr Speichen greifen - die paar Gramm mehr ist es mir allemal wert...

Ich sprach vom Dahinrollen bis zum leichten Hüpfen mit 28 Zoll (CX und leichtes/mittelschweres Reisen). Wer richtig schwer war oder viel Gepäck hatte, musste sich halt die Rigida DP18, die Remerx Taurus oder Mavic CXP30 ans Hinterrad bauen. Ich selbst war mit einem Lebendgewicht von 80 bis gut 100 kg auf Mavic Open Pro und CXP33 unterwegs. Am Vorderrad hatte ich auch die windige Open Sport mit 36 1,5 mm Speichen.
Ich bin auch erstaunt, wie viel damalige vordere Mavic Aksium Laufräder mit 20 breiten Messersspeichen oder Shimano WH-R500 Laufräder mit 20 2 mm Rundspeichen aushalten.

Da sind heutige Felgen weiter. Durch die Scheibenbremsen sind aber teils höhere Speichenzahlen notwendig, damit das Speichengerüst nicht so stark arbeitet.
Besser ist auch eine höhere Speichenzahl und dafür etwas dünnere Speichen, um die Speichenbohrungen der Felge zu schonen, gerade bei Leichtbaufelgen.
Ein bisschen wird ja versucht die Kraft mit Unterlegscheiben in die Fläche zu verteilen.
 
Verrückt, wenn ich an die alten Felgen denke. Ich sollte mal den LRS von einem Koga Miyata retten, die Felgen waren ähnlich fest wie überlagerter Kaugummi.
Na du bist doch nicht Prediger der ASTM Skala, wenn es dir keiner glaubt, wen juckts?

Aber kannst ja mit etwas Physik ausrechnen, 120kg Drop ins Flat aus 120cm ist gleich Kraft X usw. vs. 130kg nur die Bordsteinkante gerollt.
Dass die ASTM-Klassifizierung bzgl. Stabilität "nicht so wichtig" sei wurde damit begründet, dass man ja sonst Laufräder für Reiseräder nur mit MTB-Felgen aufbauen würde.
 
Verrückt, wenn ich an die alten Felgen denke. Ich sollte mal den LRS von einem Koga Miyata retten, die Felgen waren ähnlich fest wie überlagerter Kaugummi.

Dass die ASTM-Klassifizierung bzgl. Stabilität "nicht so wichtig" sei wurde damit begründet, dass man ja sonst Laufräder für Reiseräder nur mit MTB-Felgen aufbauen würde.
Geht es um ein Reiserad? Mit dem wird man ja auch seltener 120cm ins Flat droppen. Gibt es "MTB" Felgen vs "Reiserad" Felgen?

Ich kann mir vorstellen, dass für Reiseräder und Bikepacking die Dauerhaltbarkeit von Einspeichung und Felge sowie die Beulentoleranz bei Tubeless wichtiger sind, als extreme Lastspitzen.
Laienhaft würde ich da nicht zu steife Felgen mit möglichst vielen Speichen als sinnvoller als super steife (also sprödere) Felgen mit wenigen Speichen vermuten - lieber ein leicht eierndes Laufrad, mit Kombizange gerade gebogenes Horn, als ein kollabiertes Felgenbett und ausgerissene Speichen.
Aber welche Felgen das wären, kA. Und Revolite wären mir insgesamt zu schwabblig, Champion aber zu hart.
 
Die Nötigkeit der Diskussion überhaupt macht doch deutlich, wie wenig Realbezug die meisten System- oder Fahrergewichtsbeschränkungen haben.
Selbst innerhalb verschiedener produkte und/oder deren Varianten ist es nicht konsistent.

Diese Werte werden nicht einheitlich ermittelt oder gar entern kontrolliert.

Wir bezeichnen diese Werte i.d.R. als nicht anderes als ein Maß für das Selbstbewusstsein des Herstellers aber eher nicht als technische Kenngröße die Rückschluss auf Steifigkeit oder Haltbarkeit zulässt.

Gruß, Felix
 
Auf die Speichen hat der Hersteller keinen Einfluss, das ist klar. Aber dass unabhängig von Lochzahl und Durchmesser das Gleiche Maximalgewicht genannt wird, ist nicht so toll.
Extrembeispiel U 663: laut DT in 20 Zoll mit 36 Speichen bis 180 kg belastbar. Aber man könnte meinen, das müsste bei 29 Zoll und 28 Speichen deutlich weniger sein: aber nein, auch 180 kg. Inzwischen denke ich, dass sind nur sehr grobe Anhaltspunkte. Macht nicht nur DT Swiss so, bei Duke halten alle Felgenausführungen eines Modells auch unabhängig von Breite oder Lochzahl gleich viel aus.
 
Zurück