1x10 am Crossrad - Fragen und Antworten

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Guest
Guten Abend,

ich möchte auf diesem Wege ein Fragen-Antworten-Thema über 1x10 Schaltung am Crosser einrichten, weil im Antriebs-Sub immerwieder klargemacht werden muss das ein Cyclocrossrad eben kein MTB ist. Es soll eine Art Sammelthema werden und es darf rege diskutiert werden.

Anfangen möchte ich mit einem (leider) Problem meinerseits.



Mein Kaffenback 1 ist mit MTB-Kurbel und 38t Raceface NarrowWide Kettenblatt ausgestattet. Das Blatt habe ich samt U-Scheibenspacer weiter nach innen gesetzt damit ich eine etwas geradlinigere Kettenlinie von 47,5mm bekomme, sodass die großen Ritzel besser angesteuert werden können und es sauber im 5. Gang liegt.

Leider spinnt mein Antrieb. Wenn ich im Wald zügig schalte kommt es oft vor, dass die Gänge schlecht angesprochen werden und die Kette zwischen dem Wunschgang und einem darunterliegenden springt. Meist tritt dies auch bei kleineren Hops auf.

Als Hauptproblem seh ich aber den 10. Gang an. Von 9 in 10 hakt es, nur widerwillig will die Kette in die richtige Flucht. Einmal drin läuft sie tadellos. Zuerst lockerte ich etwas den Zug, ein wenig Besserung, allerdings auf Kosten von Gang 1+2 weil das Schaltwerk nicht genügend Zugspannung hatte um diese anzusteuern. Es folgte eine Vermittlung sodass ich die leichteren Gänge fahren konnte.

Der Antrieb ist bis auf das Kettenblatt komplett neu und frisch gewesen, alles hat dieselbe Laufleistung. Die Zughüllen und Endkappen sind von Jagwire und neu, der Zug läuft sauber und ohne Knicke bis zum Schaltwerk. Anschläge sind auch sauber eingestellt und es rasselt nichts. Abstand Röllchen-Ritzel ist auf minimal möglich eingestellt, aktuell ca. 6-8mm, weniger lässt das Schaltwerk nicht zu weil die B-Screw schon so weit wie möglich rausgedreht ist. Kassette ist 11-34, Schaltwerk X7 Type2 medium.

Was mache ich falsch? Wo könnte der Fehler liegen das es nicht sauber schaltet? Fährt jemand auch 1x10 am Crosser und kann ähnliches berichten? Springen die Gänge bei "normalen" Cross-Schaltungen (Rennrad) auch?
 
ist das schaltwerk richtig montiert?

die obere leitrolle sitzt ja ganz schön vor der kassette, und nicht darunter.
oder täuscht das auf dem bild?

normalerweise kann man den käfig ja fast in eine linie mit dem parallelogramm bringen.
wenn ich mir das bei dir vorstelle, dann steht der käfig fast waagerecht. normal ist das nicht.
 
Erfahrung ist zwar vom MTB nach dem Umbau auf 1x10. Wenn das Schaltwerk sauber steht und eigentlich auch sauber schaltet. Solltest du mal mit deiner Kettenlinie experimentieren.
Mein Problem war, dass mit zwei Unterlegscheiben Stärke knapp 1mm Gang 10 hörbar geschliffen hat. Probleme während des Schaltvoeganga hatte ich nicht mitbekommen, habe dann experimentiert und bin am Ende bei einer Unterlegscheiben mit ca. 1,5mm Stärke gelandet. Läuft seitdem richtig gut und wird vorerst nicht angefasst.
Die großen Ritzel haben auch nicht das Problem, dass sie am nächstgrößeren Ritzel schleifen.
Schau dir die kleinen an, wie die abrollen und das du die Kette da besser in Linie bekommst.
 
@k_star ja, denke schon. Viel falsch machen kann man nicht wenn nach Anleitung vorgegangen wird.

@EinsRakete also mit der Kettenlinie experimentieren, check. Wie dramatisch ist der Schräglauf im Bezug auf die großen Ritzel?
 
Sicher das die Zugspannung richtig eingestellt ist? Gerade das unsaubere Einrasten der Gänge und das nicht präzise Schalten deutet eigentlich auf ne falsche Zugspannung hin was du ja schon behoben hast und du dann nicht mehr in die kleinsten Gänge kommst - richtig?

Wie bist du beim Einstellen des SW vorgegangen? Gerade die äußeren Gänge sollten ohne Probleme laufen...
 
Ich ging nach Sram Anleitung vor. Erst mit dem Hebel auf den größten Gang (10) schalten.
Schaltwerkanschläge mit H und L, sowie Abstand, eingestellt. Zug ins Schaltwerk gefädelt, mit leichter Zugspannung geklemmt, nur soviel das sich das Schaltwerk nicht bewegt.

Dann durchgeschaltet und ggf. die Zugspannung etwas korrigiert.
 
ich meine nicht die einstellung an sich, sondern die montage am schaltauge.

mach mal bitte ein größeres bild von schaltauge und befestigung. auch von hinten, damit man den anschlag für die b-screw sieht.

die kettenlinie würde ich ausschließen, da das schalten mit einer 3fach kurbel ja auch funktioniert.
 
Vielleicht hilft dir das?

1725352-xdhey31431hg-kaffenbackcrosser_02-large.jpg
 
Die Kettenlinie schließe ich auch aus. Die sorgt für mehr oder weniger Verschleiß auf den Ritzeln, zu denen das Kb schräger oder gerader steht, sonst aber nichts.

Schaltwerkanschläge mit H und L, sowie Abstand, eingestellt. Zug ins Schaltwerk gefädelt, mit leichter Zugspannung geklemmt, nur soviel das sich das Schaltwerk nicht bewegt.

Dann durchgeschaltet und ggf. die Zugspannung etwas korrigiert.

Dass die Gänge je nach Korrektur des Zuges entweder im 1. und 2. oder 9. und 10. Gang springen oder nicht sofort "wollen",
hört sich für mich nach nicht optimaler Einstellung der oder des Anschlages an. Es fehlt der L-Schraube wahrscheinlich einfach eine halbe oder ganze Umdrehung, damit das obere Ritzel näher in Richtung Speichen kommt.
Die Gänge dazwischen berührt das nämlich kaum oder gar nicht, macht sich an den Polen aber deutlich bemerkbar.

Mein Tipp: Zug wie oben beschrieben klassisch klemmen, sodass der 9. und 10. Gang wie gewohnt funktioniert und dann die L-Schraube noch etwas kommen lassen.
 
noch ein fehler önnte die falsche klemmung des schaltzuges am schaltwerk sein.
ist der schaltzug auf der richtigen seite der klemmschraube verlegt?
 
Guten Abend,

Fährt jemand auch 1x10 am Crosser und kann ähnliches berichten? Springen die Gänge bei "normalen" Cross-Schaltungen (Rennrad) auch?

Ich fahre eine Rennradkassette Shimano Ultegra, und von der 3x10 vorne das mittlere Blatt, allerdings von außen montiert wegen der Kettenlinie.
Die Kette springt nicht und schaltet in alle Gängen sauber, allerdings nicht mehr mit dem originalen Brems/Schaltgriff, sondern mit einem 10-fach Microshift Schalthebel.

Darf ich fragen, ob du den Schaltzug wegen Schutz vor Dreck bis zum Oberrohr in der Hülle laufen lässt? Passen Zug und Hülle zusammen? Wenn der Zug viel kleiner im Durchmesser ist als die innere Öffnung der Hülle, könnte sich das bei so einem langen Weg auf die Schaltpräzision auswirken. Ist aber nur eine wage Vermutung, weil ich so eine lang gekapstelte Schaltzugverlegung so noch nicht gesehen habe...

Schönes Rad!
 
@k_star ja, richtig verlegt und geklemmt an der Kerbe des Blechs. So stehts auch in der Anleitung.

@FlowinFlo werde ich heute Abend testen.

@schaumat ja, der Zug soll an der Stelle vor Dreck geschützt werden. Der Rahmen bietet leider keine andere Verlegung mit Zuganschlag, sodass ich die Außenhülle einkürzen könnte.

Züge und Hüllen passen bzw. sind beide aus dem Jagwire-Set. Zug lässt sich auch ohne Widerstand bewegen.
 
@k_star ja, denke schon. Viel falsch machen kann man nicht wenn nach Anleitung vorgegangen wird.

@EinsRakete also mit der Kettenlinie experimentieren, check. Wie dramatisch ist der Schräglauf im Bezug auf die großen Ritzel?

Obenrum hat es sich minimal geändert, habe nicht nachgemessen. Aber wichtig war mir, das Laufgeräusch weg zu bekommen und die Reibung der Kette am 9er Ritzel wenn ich auf dem kleinsten war. War zumindest bei mir der Fehler.
 
Ich hab den Plunder jetzt neu eingestellt mit dem Hinweis von @EinsRakete. U-Scheiben raus vom Kettenblatt und jetzt ist die Linie bei 49mm und der 9. und 10. Gang läuft deutlich besser. Der erste macht ganz wenig Geräusch, aber das ist tolerierbar. Schaltverhalten am Ständer sah jetzt gut aus und es gab keine Springerei. Sauberes einrasten von 8-10.

Wird sich morgen auf dem Arbeitsweg zeigen ob es sauber läuft. Mit der Kettenlänge bin ich skeptisch. Nehme ich jetzt 1 Glied raus steht das Schaltwerk wie das X9 von @k_star s Foto. Aber so richtig gespannt wird durch das untere Röllchen dann nicht mehr, die Kette hängt dann quasi untem Röllchen. Das ist dann aber auch zu wenig Kette, nicht?
 
Zwischenbericht.
Heute morgen gings bei 1°C auf die Arbeit mit dem Rad. Schaltung lief gut, nur unter Last im Wiegetritt ist ab und an ein Gang gesprungen. Daraufhin hab ich den Zug etwas gestrafft via Zugeinsteller. Nachmittags dann mit Höchstgeschwindigkeit Heim geradelt, auch hier lief das Schaltwerk vom 4-10. Gang ziemlich sauber und geräuschlos. Heimgekommen, Longbib an und dann ab ins Gelände. Erst 2km Bergauf - größtes Ritzel abwechselnd mit Wiegetritt und Normal belastet. Läuft fast geräuschlos. Oben angekommen via Wander- und Waldweg mit Höchgeschwindigkeit entlanggebrettet. Bei Holperpassagen ist ab und an der Gang eins höher (5->6) gesprungen und dann wieder normal. Hab dann den Zug etwas mehr gestrafft und es lief erstmal besser. Daheim am Ständer nochmal durchgeschalten und die L-Schraube eine Viertel Umdrehung weiter reingedreht. Lief dann wieder recht sauber von 1-10 durch. Morgen früh wieder testen.

Im großen und Ganzen bin ich damit zufrieden.
 
Neuer Zwischenbericht.

Heute gings wieder viel über Asphalt, dann steil bergauf, und oben über Wiesen und Ackerwege. Schaltverhalten war mäßig. Bei jeder größeren Unebenbenheit ist der Gang gesprungen. Nach einigen Kilometern schaute ich mir das Treiben an und stellte fest das sich die Kette nochmal ordentlich gelängt hatte. Leider bekam ich das Kettenschloss nicht auf und konnte nicht kürzen. Zugspannung war okay.

Daheim angekommen kürzte ich die Kette um ein Glied und hing das Schloss ein. Der Schaltarm war nicht überstreckt, die Schaltpräzision nahm zu. Hat jemand ähnliche Probleme das bei Unebenheiten die Gänge springen?
 
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