Hi
Im Winter werden meine Bikes immer komplett zerlegt. In alle Einzelteile. Verschleißteile wie Seilzüge, ggf. Kette, Antriebsteile usw. werden erneuert, alle bewegelichen Teile gereinigt und danach entsprechend ihrer Funktion gefettet, geölt, gewachst usw. Hierbei gilt oftmals weniger ist mehr. Fett kommt wenn dann nur da hin wo es sein muss. Standardsteuersätze (die mit den offenen Kugeln) sind hier ein Punkt. Ggf. ein Innenlager oder das Innenleben einer ALTEN Nabe. Bereiche die an der frischen Luft liegen sollten sehr selten mit Fett behandelt werden, da dieses zum einen Dreck magisch anzieht und zum anderen aushärtet mit der Zeit. Ketten werden schon mal gar nicht gefettet sondern gewachst oder ganz fein geölt (letzteres öfters, da sich Öl schneller rausarbeitet).
Naben werden auf Spiel kontrolliert und ggf. nachgestellt, fertig. Der Freilauf bleibt wie er ist und wird nur kontrolliert und von außen gereinigt.
Der Hinterbau des Fullys wird zerlegt, gereinigt und auf Spiel überprüft.
Scheibenbremsen werden entlüftet (habe DOT
Bremsen), Beläge gecheckt, Scheibe auf gerade Lauf geprüft und alles entfettet.
Laufräder checken auf geraden Lauf, keine Kanten/Scharten in den Felgenflanken und
Reifen auf Beschädigungen prüfen und die
schläuche ebenfalls. In Tirol ist uns ein
Schlauch geplatzt weil dieser über die Jahre innen porös wurde. Lässt sich ja vermeiden.
Gabel und Dämpfer werden gereinigt und die Laufflächen und Dichtungen geschmiert (Brunox, nicht übermäßig).
Sattelstütze und Sattelstützrohr nicht vergessen zu reinigen und danach nehme ich immer nur ein klein wenig Brunox. Zieht keinen Dreck an, muss aber regelmäßiger erneuert werden.
Am Ende dann alles wieder zusammengebaut mit Hilfe eines Drehmomentschlüssels und gescheit eingestellt. Am Ende dann noch eine leichte Ölschicht (Brunox) auf den Rahmen da mein Fully im Winter viel steht und dann nicht gammelt.
Letzter Tip: Bei klassischen Rahmenformen (auch Hardtails) die Sattelstütze mal eine Nacht raus und den Rahmen über Kopf hinhängen/stellen. So kommt die Feuchtigkeit raus, die über die Sattelstütze eindringt.
Das Ganze dauert bei mir ca. einen Tag, wenns schlecht läuft (Kaffeemaschine verlangt mehr nach mir) dann auch mal zwei. Das lohnt sich immer wieder, da ich mit meinen Bikes die geringsten Ausfallquoten im Team habe. Außerdem lernt man sein Bike kennen und es übt die Reparaturen. Nicht umsonst bin ich der schnellste Schrauber im Team der auch mal die Not-OP auf 2000m Höhe nicht scheut

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