Einmal Friedhof einfach, bitte!

An dem Video ist überhaupt nichts Cleveres oder gar Originelles, das ist die Standard audiovisuelle Schockbildchen-Retorte, die die Versicherer die letzten Jahre immer wieder aus dem Hut zaubern, um uns alle "aufzurütteln"..
Erst wird Set und Setting XY eingesetzt, dann kurz ne emotionale Bindung zu den Protagonisten hergestellt, und dann machts "Patsch!". Diesmal wars halt n Business Hipster auf nem Fahrrad anstatt dem üblichen Autofahrer, ganz großes Kino.. :rolleyes: :lol:
 
versicherungsäffchen halt. :o

rangieren auf der "cool und beliebt"-liste gleich hinter iiieh-bikern und immobilienmaklern.
 
Zuletzt bearbeitet:
Bei aller Vorhersehbarkeit war der Spot ja durchaus unterhaltsam. Dieses unterschwellige Prickeln, weil man sich dann eben doch fragt, wann es endlich knallt. Aber beim letzten Ausweichmanöver war's ja dann klar. Schön satter Aufschlag, allein die Audiospur gefällt mir schon echt gut.

Und ja, ich denke auch, dass das mal wieder ein typisches Schweizer Machwerk ist, um die Leute aus Angst wieder ins Auto zu treiben. Gerade hier in Zürich ist das echt ein Thema. Radfahrer leben hier gefährlich (über 450 schwere Unfälle von Radfahrern pro Jahr). Tödlicher Ausgang gar nicht mal selten. Letzter Fall vor nicht allzu langer Zeit am Schauspielhaus. LKW überrollt Radler - "hab ihn nicht gesehen". Tja, bist halt immer der Schwächere. Das ist einer der Gründe warum ich hier in Zürich mir zweimal überlege, ob ich grad unbedingt mit dem Rad auf die Strasse muss. Und wenn ja, dann immer im Geiste alle Idioten vorauskalkulierend, aus reinem Selbsterhaltungstrieb.
 
Laut der Statistik (des TE) ist die Anzahl von 100 Unfällen, an denen mehr als eine Person beteiligt ist und der Radfahrer schuld ist, 3,2. Das heißt 97 % der Verursacher werden in diesem Video gar nicht angesprochen. Was sagt man dazu?
 
Das heißt 97 % der Verursacher werden in diesem Video gar nicht angesprochen. Was sagt man dazu?

Das ist, wie zuvor erläutert, Absicht. Die Autos, das Tram, die LKW, die Ampeln, die Fussgänger, die Verkehrsplaner, die Politiker u.v.a.m: Alle werden nicht erwähnt. Es werden einzig Fehler in der Fahrtechnik gezeigt, für die der Velofahrer ganz alleine verantwortlich ist.

Das Video bringt den Velofahrer in die unangenehme Situation, dass ihm all seine üblichen Ausreden, weshalb er sich nicht an die Abmachungen hält, genommen werden.

Die Suva geht für die Jahre 2010 bis 2014 von durchschnittlich 16‘750 Unfällen mit Velos im Strassenverkehr aus. 80% davon sind Selbstunfälle. Bei den verbleibenden 20% liegt die Schuld zur Hälfte bei den Velofahrenden. Andersrum gesagt: Bei 10% der Velounfälle ist der Velofahrer nicht der Verursacher.
 
Die Suva geht für die Jahre 2010 bis 2014 von durchschnittlich 16‘750 Unfällen mit Velos im Strassenverkehr aus. 80% davon sind Selbstunfälle. Bei den verbleibenden 20% liegt die Schuld zur Hälfte bei den Velofahrenden. Andersrum gesagt: Bei 10% der Velounfälle ist der Velofahrer nicht der Verursacher.
Bitte verlinke doch mal deine Quelle bluecat.
Hier ist die Verkehrsunfallstatistik 2016 des Bundesamtes für Strassen der Schweiz. Auf Seite 21 geht es um Fahrradunfälle.
Denn dann liest sich das ganz anders:
Demnach gab es in der Schweiz 3.417 Unfälle im Straßenverkehr mit Personenschäden bei dem ein Fahrrad involviert war.
Davon war in 1.878 Fällen der Lenkende Fahrradfahrer der Unfallverursacher.
Und nur von diesen 1.878 Fällen handelt es sich bei 1.124 Fällen um sogenannte Schleuder- oder Selbstunfälle.
Also bitte Ball flach halten!
Ca. 50% der Unfälle sind nach wie vor von anderen verschuldet das gilt auch in der Schweiz.
 
Zuletzt bearbeitet:
Anscheinend legt es die SUVA gerade echt darauf an, sich Radfahrer als Kunden fernzuhalten:
http://www.blick.ch/news/wirtschaft...i-unfaellen-von-bike-akrobaten-id6612415.html

Das gilt bei denen auch für Downhill-Unfälle
https://www.suva.ch/de-ch/praevention/freizeit/gefaehrliche-sportarten-wagnisse/
Bei der Allianz ist Sport = Sport https://www.allianz.de/vorsorge/unfallversicherung/extremsport-versicherung/
Also Augen auf bei der Versicherungswahl!
 
Sind ja schön seklektiv, die Herrschaften:
beim DH ist schon das Training ein Wagnis, auf zwei Brettern erst: "Ski-Geschwindigkeits-Rekordfahrten"
D.h. normale Skirennen sind gar keine Wagnisse. Ja nee, ist klar.

Die Allianz bemüht Statistiken, wie uncool:
"Man glaubt es kaum, doch vergleicht man die Unfallzahlen, heißt es: Wer auf den Adrenalinkick im Tiefschnee, beim Bungee-Jumping oder an der Felswand steht, ist dabei statistisch sicherer aufgehoben als beim Alltagssport zu Hause."
 
Die Allianz bemüht Statistiken, wie uncool:
"Man glaubt es kaum, doch vergleicht man die Unfallzahlen, heißt es: Wer auf den Adrenalinkick im Tiefschnee, beim Bungee-Jumping oder an der Felswand steht, ist dabei statistisch sicherer aufgehoben als beim Alltagssport zu Hause."

Man muss auch hier fairerweise sagen, dass das reine Interpretation der Statistik ist. Die Aussage ist auf Arztbesuche/Jahr ausgelegt. Die Frage ist ja dann, ob man in einem Jahr genauso oft powdern, klettern oder bungeejumpen geht als kicken. Das wage ich zu bezweifeln.
 
Sofern man nicht huberbuammäßig unterwegs ist, halte ich Klettern und Bouldern für wesentlich ungefährlicher als Fußballspielen. In meiner Oberstufenklasse, in der sehr viele Fußball spielten, gab es keinen Tag im Jahr, an dem nicht mindestens einer mit Krücken und Gips/Schiene über die Gänge gekrüppelt ist.
 
Aber Verletzungen beim Fußball sind in aller Regel Banalitäten, die nach zweimal Pusten und abwarten wieder heile sind, ergo den Versicherer nicht viel kosten. Donnerst du dagegen mal mit 50 Sachen gegen einen Baum oder ein Auto, sind die Behandlungsfolgen in aller Regel umfangreicher.
 
Muss man wissen!
55b551bfa7e05c39e32972920940e16c.jpg
 
Gab es hier nicht mal einen Thread, in dem Downhiller und Fußballer darüber stritten, wer härter sei und am Ende kamen alle Beobachter zum einhelligen Ergebnis, dass beide Gruppen verweichlichte Schwuchteln sind?
 
Bitte verlinke doch mal deine Quelle bluecat.
.

Mach ich; das Thema ist noch jung, das sollten die meisten Texte noch Online sein. Bitte etwas Geduld.

Das Problem der unterschiedlichen Zahlen ist einfach zu erklären:
  • Die SUVA ist der grösste Unfallversicherer für Berufstätige
  • Es gibt noch weitere Unfallversicherer
  • Nichtberufstätige sind via Krankenkasse gegen Unfall versichert
Konsequenz daraus: Die Gesamtzahl der Velounfälle ist noch höher die von der SUVA genannte Zahl
  • Eine Unfallmeldung hat keinen "Bonusverlust" zur Folge
  • Die Schuldfrage ist nicht relevant für die Zahlung
  • Ein Polizeirapport ist nicht notwendig
Konsequenz daraus: Unfall wird gemeldet, sobald er Gesundheitskosten verursacht
  • Die Polizei erfasst nur die Unfälle, zu denen sie gerufen wird.
  • Diese Unfälle fliessen in die Statistiken der Bundesämter und Kantone ein
Konsequenz daraus: Ganz andere Zahlen

Das hat aber auch Vorteile. So existiert die amtliche Unfallkarte. Unter https://map.geo.admin.ch kannst Du sie aufrufen. Der screenshot zeit, wie das geht.


upload_2017-5-4_20-22-42.png
 

Anhänge

  • upload_2017-5-4_20-22-42.png
    upload_2017-5-4_20-22-42.png
    284,5 KB · Aufrufe: 58
in etwa zu dem Thema - aus facebook...

[Zitat]

Michael Gogl
20 Std. ·
Wichtig!!!!

TAG für TAG setze ich mich und meine Kollegen aufs Fahrrad, um unsere sportlichen Ziele zu verfolgen und wahr werden zu lassen.

Ich wende mich heute mit einer persönlichen Bitte an euch. Es kann so nicht weitergehen. Wir Sportler sehen uns immer mehr Gefahr und Aggression im Straßenverkehr ausgesetzt. Brenzliche Situationen sind genau so auf meiner Tagesagenda, wie die unzähligen Kilometer die ich auf den öffentlichen Straßen abspulen muss/kann/darf. Es sterben täglich Leute auf den Straßen und es werden immer mehr Profisportler verletzt oder getötet.

Hinter jedem Fahrradfahrer steckt ein Mensch, ein Sohn, eine Tochter, eventuell Familienvater oder Mutter. Würden Sie Ihre eigenen Kinder mit völlig überhöhter Geschwindigkeit und 50 cm Seitenabstand überholen? Ich kenne die Antwort.

Die paar Sekunden die man verliert, wenn man hinter einer Gruppe Radfahrer bleibt und erst überholt, wenn genug Sicht vorhanden ist, können Leben retten.

Ich trainiere fast schon täglich mit Tagfahrlicht, aber meine Angst wird immer größer. Täglich höre ich viel zu schnelle Auto's heranrasen und täglich überholen mich Sattelschlepper viel zu knapp. Ich trainiere großteils auf Nebenstraßen mit wenig Verkehr, um mich nicht zu gefährden.

BITTE respektiert Fahradfahrer, Sportler, Menschen auf den Straßen und denkt dran, mit eurem Handeln könnt ihr nicht nur ein Leben nehmen, sondern euer eigenes Leben ebenso zerstören!

Oft sind es nur ein paar Sekunden Geduld, die wirklich jeder aufbringen kann, die ein Menschenleben beschützen können.

R.I.P. Julia Viellehner
R.I.P. Nicki Hayden
R.I.P. Michele Scarponi

Athleten, die heuer ihr Leben auf den Straßen verloren haben.

aus dem Höhentraining in Teneriffa,

Michael

[Zitat Ende]
 
Zurück