Enduro MTB in Bosnien Herzegowina

Dabei seit
28. Juni 2015
Punkte Reaktionen
10
Ort
München
Kurzer Reisebericht zu Bosnien:



Wir planten unseren Urlaub für den Sommer, nur zwei Wochen Zeit, nach Süden in den Balkan soll es gehen.



Da standen dann einige Länder zur Auswahl:
- Kroatien -> schon oft besucht und im Süden im Hochsommer doch sehr warm
-Montenegro -> beinahe zu weit
-Albanien -> zu weit
-Bosnien Herzegowina -> Entfernung passt

Also Stand der Plan auf nach Bosnien.

Die Planungen beginnen und für viele Aktivitäten war tatsächlich schnell was gefunden.

Wandern und Bergsteigen mehr als genug in jeder Schwierigkeit.

Klettern auch über alle Schwierigkeiten und vom Bouldern bis zu 500m Alpinrouten alles da.

Stellplätze und Kulturelles im Überfluss.




Daher wird Bosnien unser Urlaubsziel, der Freundeskreis ist zum Teil sehr skeptisch es gibt viele negative Vorurteile:

"Euer Auto kommt doch nie wieder zurück!"
"Das sind da doch alles Kriegsverbrecher!"
"In ein Land mit so vielen Minen kann man doch nicht hinfahren!"


Davon lassen wir uns nicht Abschrecken, aber beim Biken in Bosnien konnten wir nicht sehr viel finden, Trailforks kennt eine Handvoll Trails um Sarajewo, sonst sieht es schlecht aus. Beinahe finden wir uns damit ab das die MTBs wohl gegen die Gravelbikes getauscht werden müssen für diesen Urlaub.
Doch dann eine Woche bevor es losgeht finden wir dann doch eine Website die Day und Week Shuttle Touren in Kupres anbietet.
Also muss dort ja doch mit dem MTB was zu finden sein.

Den Betreiber (Miro) angeschrieben das wir gerne mal vorbeischauen würden. Schnell stellt sich heraus das er sogar Deutsch spricht und für uns in der kommenden Woche Zeit hat. Also kommen nun doch die MTBs mit!





Dann geht es Freitag Nachts los ab nach Österreich rüber nach Slowenien weiter nach Kroatien und Morgens um halb 5 endlich rein nach Bosnien.

Unser erster Tag wird dann doch erst mal nur schlafen und Kultur die Fahrt hat halt doch geschlaucht.
Zweiter Tag nimmt das Klettern ein wobei wir dort schon die ersten Eindrücke der Berge bekommen in denen es dann zum Biken geht.

IMG-20210829-WA0025.jpg


Und das schaut schon gut aus beinahe so wie in unseren Alpen, also freuen wir uns auf den nächsten Tag.
Wir hatten mit Miro ausgemacht der wir einen Tag gerne nen Shuttle hätten.

Jaice Wassermühlen



Am nächsten Morgen kurz mit Miro einen Treffpunkt in dem kleinen Ort Kupres ausgemacht und losgeht es.
Im Ort angekommen sammelt uns Miro direkt ein und führt uns zu seinen Haus wo wir parken können und uns bereit machen für den Shuttle Tag.

Also schnell die Bikes fertig gemacht und in den Träger am Nissan X Trail festgemacht und schon geht es los auf dem Weg zu den ersten Trail stellt sich raus das Miro etliche Jahre in München gearbeitet hat, und seit ein paar Jahren um Kupres MTB Trails baut und sogar ein paar Tage zuvor das erste Enduro Rennen in Bosnien ausgerichtet hat.

IMG-20210829-WA0016.jpg


Der Nissan bringt und schnell und Komfortabel über die ausgewaschenen Pisten den Berg hoch vom Wendepunkt schieben wir noch 50hm den Trail hoch und der Trail schaut schon super aus( Anlieger genug stellen zum abziehen alle Wurzeln und Baumstümpfe die gefährlich werden könnten sind Top markiert).

IMG-20210829-WA0015.jpg


Miro guidet uns auch und fährt die Trails mit uns. Der erste Trail den er uns zeigt war eine der Rennstages und es ist ein verdammt guter kurviger steiler anspruchsvoller Trail. Der uns sofort zeigt das das Enduro hier ernst gemeint ist. Aber das grinsen ist aus unseren Gesichtern nicht mehr weg zubringen, uns wird sofort klar das es Gold richtig war die MTB mit zunehmen. Die nächsten Trails werden nicht schlechter, schnell, Naturbelassen, Staubig, einfach nur super Spaßig. Einige Abfahrten später zeigt er uns dann die Finale Stage des vergangen Rennens. "Monster Trail" der Name verspricht schon einiges auch die Aussage von Miro das dieser deutlich anspruchsvoller ist macht uns extrem Neugierig. Und das zurecht extrem schnelle Kurven gefolgt von Natur Drops und gebauten Sprüngen und Drops sowie der ein oder andere Rockgarden zeigen einen schon wie hart man eine Stage bauen kann. Für mich ist es ein riesen Spaß, für Kathi eher nicht da die Strecke ohne eine vorherige Begehung doch einfach sehr viele Tücken hat.

IMG-20210829-WA0014.jpg

IMG-20210829-WA0020.jpg


Aber nach diesem Trail sind wir endgültig fertig für Heute und sehnen uns nach einem Bier und was zu essen. Genau zu diesem werden wir von Miro dann eingeladen, er heizt den Grill ein während wir bei ihm Duschen können, Dusche hat unser Camper nämlich nicht. Bei einem Kalten Bier und gegrillten steht dann auch fest das wir doch länger bleiben. Miro erlaubt uns das wir mit dem Camper bei ihm stehen bleiben können. Er erzählt uns noch von anderen Trails die er mal gebaut hat. Wovon man nicht zu jeden hin Shuttlen kann und genau diesen wollen wir uns morgen einmal anschauen. Also erklärt Miro uns wo es lang geht und wir machen uns auf.

Erst fahrend dann schiebend und dann Tragend geht es zum Gipfel von dem man eine verdammt gute Aussicht hat. Und dann geht es hinein in den Trail. Ein absoluter Traum an Flow und Speed erwarten und hier. So gut das keiner mehr Fotos macht sondern einfach nur durch zieht.

IMG-20210829-WA0022.jpg

IMG-20210829-WA0021.jpg


Wieder an Miros Haus angekommen zeigt er uns noch ein paar weitere Trails die alle echt spaßiges Biken ermöglichen und dann ist auch schon der Zweite Tag rum und wir sind mega Happy das wir die Bikes mit genommen haben. Wir schlafen noch eine Nacht bei Miro und brechen am nächsten Morgen in Richtung Sarajewo auf.

IMG-20210829-WA0019.jpg




Die Entfernung ist nicht weit aber Reisen in Bosnien dauert schon seine Zeit da es sehr bergig ist und die Straßen nicht immer Perfekt sind.

Am Nachmittag sind wir dann am Hausberg von Sarajewo, dort waren ja auch einige Trails eingezeichnet. Also Camper geparkt und erst mal auf die Suche gemacht wo den wohl die Trails sind und vor allem wie man am besten hoch pedaliert. Als ein Weg Hoch und ein Trail runter ausgemacht war ging es hoch über gute Fortstraßen bis zum Einstieg des Trails. Der Trail stellte sich als die UCI DH Strecke vom Rennen in Sarajewo in 2019 heraus. Massive Roadgaps und weite Sprünge warten auf uns und zum Glück auch die ein oder andere Chickenline. Unten an gekommen waren dort ein paar Lokals am trainieren. Einer sprach uns sofort an ob wir uns auskennen würden oder ob er uns ein paar Trails zeigen. Das nahmen wir dankend sofort an und er zeigte uns einige echt schöne Trails. Und auch diesmal wurden wir wieder zu Bier und Essen eingeladen.

IMG-20210829-WA0024.jpg

IMG-20210829-WA0017.jpg

Am Trebevic gibt es auch die alte Bobbahn von 1984 die nach dem Krieg nie mehr in Betrieb ging. Genau diese kann man jetzt wenn es nicht so voll ist wie bei uns mit dem Bike herunter knallen. Die Lokals erreichen über 80 Sachen. Leider waren bei uns zu viele Menschen zu Fuß in der Bahn unterwegs.

Die Aussage der Lokals zufolge sei zum Biken dort auch für längere Touren echt was geboten. Da es den nächsten Tag aber regnete machten wir einen auf Kultur in Sarajewo und am nächsten Tag ging es zum Klettern hoch in die Berge von Sarajewo. Darauf folgten Wandern und Bergsteigen und die ein oder andere Pisten Tour mit dem Camper und noch weiter Klettern Tage. Bis wir am Blidinjsko See einige XCM Runden ausmachen konnten der auch von MTB Rennen übergeblieben waren. Danach ging es noch zum Klettern und Bergsteigen und dann war der Urlaub leider schon wieder vorbei ein Zwischenstopp in Jamnica (Slowenien) rundete den Trip ab.


Würden wir Bosnien zum Biken empfehlen?

Ja auf alle Fälle die Lokale Szene ist stark am wachsen und es entstehen einige neue Trails.
Vor allem lohnt sich ein Besuch bei Miro in Kupres ->Miros Website


Fahren wir wieder nach Bosnien zum Biken?

Ja das nächste MTB Rennen in Kupres wollen wir nicht verpassen!

Wie ist es nun mit den ganzen Vorurteilen?

Wir haben keinerlei negative Erfahrungen gemacht überall wo wir hingekommen sind wurden wir mit einer für uns in Deutschland nicht bekannten Gastfreundschaft empfangen ( Einladungen zu Ihnen nach Hause, zum Essen, auf ein Bier oder Schnaps) Angst um unsere Bikes die auf dem Träger draußen parkten hatten wir fast nie beinahe immer wurde uns von Einheimischen schon nahe zu garantiert das dem Auto und Rädern dort wo wir Parken nichts passieren würde. Genau so war es auch beide Räder und sonstiges Geraffel ist alles da geblieben.

Die Minenfelder sind in Apps die auch offline arbeiten eingezeichnet und müssen natürlich gemieden werden. Im Zweifel am besten Einheimische fragen die helfen immer gerne und wissen meist bestens Bescheid. Auf Wegen die offensichtlich befahren begangen werden besteht solange man diese nicht verlässt auch kein Risiko, die Bosnier sind ja auch nicht lebensmüde.



Alles in allem können wir es jedem nur empfehlen auch Bosnien als Bike ( kombiniert mit Klettern oder Wandern) als Top Ziel empfehlen. Auch wenn man jetzt kein Finale Ligure dort erwarten kann, aber es hat das potenzial dazu!



MFG Kathi und Alex

 
Oben