Gesucht: Einsteigerliteratur Laufradbau

RobGonzoo

Angstbremser
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Ruhrgebiet / Herne
Hi,

ich möchte mich langsam mit dem Thema Laufradsatzbau beschäftigen.

Da hätte ich gerne eine Literaturempfehlung. Bzw. gibt es ein Standardwerk?
Die Bibel des LRS-Baus?

Beste Grüße

Rob
 
hi

wenn es dir nur darum geht, die einen satz lafräder selber zu bauen bzw. bestehende zu reparieren, so gibt es genug tutorials im netz.
da muss es kein komplettes buch sein.
in einen augen ist dieses buch auch nicht mehr auf dem aktuellen stand der technik.
ich habs nie gelesen, aber wenn daraus zitiert wird, stehen mir die haare zu berge.

felix
 
Die Schwierigkeit besteht ja darin, als Ahnungsloser direkt die Spreu vom Weizen zu trennen. Eine einfache Anleitung wie: In jedes vierte Loch eine Speiche stecken... Das ist nicht das Problem. Ich möchte es gerne auch verstehen. Warum, wieso, weshalb und weshalb nicht. Also etwas mehr Wissen als die berühmten "Best Practice".

Hast Du denn eine Quelle für aus dem Netz für mich, die in Deinen Augen aktuell und seriös ist?
 
was willst du verstehen. erstmal beim einspeichen gibt es nix, was ich nicht irgenwie für nicht nachvollziehbar halte.

eine konkrete quelle kann ich dir nicht nennen. ich habe das einspeichen damals bei einem alten meister gelernt und über die jahre seine weißheiten für mich weiterentwickelt und neue aspekte und erFAHRungen mit einbezogen.

das scheint z.b. bei schraner nicht der fall, er argumentier eher in richtung, das hab die früher so gemacht und es hat funktioniert, hält immernoch und bedarf keiner weiteren optimierung.

im endefekt ist mein anspruch an den laufradbau so hoch, und diese arbeit so alltäglich gewurden, dass für mich schon viel als selbstverständlich oder selbsterklärend gilt.
auch habe ich z.b. noch kein tutorial gefunden, dass genauso einspeicht wie ich. das liegt zum einen dass es versch. methoden und auch meinung über effekte im fertigen laufrad gibt, zum anderen auch daran, das jeder auch ein bisschen in seiner methodik festfährt.

gruss, felix
 
Welche Form hat die optimale Nabe? Welche Vor- und Nachteile haben unterschiedliche Varianten der Einspeichung? Wann sollte man welche Speichen einsetzen? Bis zu welchem Gewicht ist was praxistauglich? Wie verändert sich die Belastung bei der Verwendung von Scheibenbremsen? Wie würde in der Theorie das perfekte Laufrad aussehen? Wie beurteile ich die Qualität von Laufrädern, des Laufrad-Bauers? Wie verhalten sich Laufräder unter Belastung? Wo sind die kritschen Belastungsstellen?
All die theoretischen Fragen, am liebsten mit FEM Bildchen, ein paar Formeln.. Einfluss von Konifizierungen und Legierungen... Lebensdauerberechnung...

Es gibt eine Menge Dinge, die mich interessieren würden. Und da würde ich gerne bei Adam und Eva beginnen.

Es ist ja Kunst und Wissenschaft zugleich. Ich möchte mir gerne erst eine gesunde theoretische Basis aneignen, um mir auch meine eigenen Gedanken machen zu können.
 
ich kenne das schranerbauch nicht, aber ich befürchte, bis zum FEM-bildchen kommt er nicht.

halt ich auch für blödsinn, dass alle jetzt scharf sind auf die bunten grafiken.
ich habe mir selber viele gedanken gemacht um mein laufradbauen noch ein wenig zu verbessern oder theorien zu verifizieren.
schon alleine die frage der lastannahmen beim antriebs und bremsmoment haben gezeigt, dass es hier nahezu unmöglich ist auf einen gesunden nenner zu kommen.
formeln und bildchen nützen also nix, wenn es schon bei der konkretisierung der lastannahmen schwer fällt.

ich weiß ja nicht, wie weit du im berich der mechanik bewandert bist, aber entweder der sinn von konifizierten speichen erschließt sich dir, oder aber am bloßen verstehen hängt ein riesiger rattenschwanz an weiteren erklärungen.

viele sachen, leider sehr verstreut findest du oftmals simpel und praxisnah erklärt hier im forum. hier gehts ab post #9 mal wieder um den einfluss von nabengeometrie und speichenspannung auf die laufradsteifigkeit.

aber dennoch mein vorschlag:
such dir eins der vielen tutorials, und bau dir ein laufrad erstmal selber.
was nützt dir der ganze theoriekram, wenn du noch nie einespeiche eingfädelt hast.
wenn das alles klappt, macht es sinn, mit den neu gesammleten erfahrungen aus der praxis auf die jagt nach weiterer optimierung zu gehen.
aber gut, ich bin auch ein mensch der praxis, der lieber was anpackt als bücher zu wälzen.

gruss, felix
 
Natürlich kann man durch sehr viel Praxis sich an ein Optimum rantasten. Durch die passende Vorbereitung braucht man aber wahrscheinlich weniger Zeit.

Und auch jede Ausbildung funktioniert so: Erst Grundlagentheorie, dann geht es in die Praxis. Und die höchste Form ist eigene Theorien zu erstellen und dann die Praxis zu revolutionieren ;)

Die Links werde ich mir natürlich ansehen, aber ich finde es extrem mühsam, sich so ein Wissen aus einem Forum zusammenzusuchen, wenn man ganz am Anfang steht.

Ein konkretes Beispiel: Mit meinem Fahrrad habe ich mir auch direkt das Buch Fachkunde Fahrradtechnik und das Blaue Buch von Parktool gekauft. Zusammen fast 60 Euro, aber die Zeit, die ich dadurch spare, gezielt die fachlich richtigen Sachen herauszusuchen, wenn sich mir eine Frage stellt, ist das Geld in jedem Fall wert. In Foren ist es unglaublich schwer das "Hintergrundrauschen" herauszufiltern.

Dinge zu verstehen und zu bewerten gehört auch ein wenig zu meinem Job. "Das ist halt so" war für mich noch nie eine befriedigende Antwort.
 
hi

ich habe gesern abend schon eingesehen, dass ich mehr der praktische mensch bin.
bevor ich ein buch aufschlage, wirds sofern die mittel vorhanden sind, erstmal ausprobiert (zumindest am bike)

dennoch denke ich, dass du mit dualen herangehensweise schneller und einfacher zum ziel kommst.
ich geh da aber auch sehr von mir aus, wenn ich behaupte, dass man viele zusammenhänge auch erst dann (besser/schneller) begreift, wenn man wirklich schon mal ein laufrad selbst gebaut hat.
in meinen augen ist theorie auch immer so eine art "ist eben so", was ich für mich in der praxis erst verifizieren muss.

natürlich spricht gegen die lektüre dieser bücher nichts, wenn man sich selbst noch raum durch aktuelle einflüsse offen lässt.

gruss, felix
 
Ich werde so schnell wie möglich versuchen ein LowBudget Laufrad aufzubauen. Aber selbst wenn ich mir sage: So, jetzt gehts los. Da stellt sich direkt die Frage: Mit welchen Komponenten fange ich an? Und da fängt es wieder mit dem Grundwissen an. Theorie ist auch schön und gut, doch in der Praxis zeigen sich teilweise erstaunliche Dinge, die man vorher nicht mit einbezogen hat, da hast Du natürlich Recht. Nur möchte ich mich dem "Probieren geht über Studieren" nicht ganz ohne Vorbehalt anschliessen.

Ich such mir mal die notwendigsten Infos aus dem Netz zusammen, das ist noch die günstigste Variante.
 
wenn du erstmal mit einem low-budget LR rumprobierst, ist es doch erstmal vollkommen egal, was du für speichen nimmst.

wenn hier nicht alle fragen aufs mal kommen, können wir hier aber gerne versuchen ein tutorial zu starten.


gruss, felix
 
@Felix
An einem HowTo Artikel / Tutorial würde ich auch mitarbeiten.

@Heiko
Danke, den Thread hatte ich mehr weiter verfolgt, aber da sind ja einige Links drin. Super.


Dann werde ich erstmal etwas lesen.

Da kann ich auch direkt mein erstes Ziel definieren: Einen Strassentraining Laufradsatz für das MTB erstellen. Einen Zentrierständer habe ich noch aus meiner ersten aktiven Zeit vor 14 Jahren. Tacx Scorpion. Haber nur kein Bild davon im Netz gefunden. Ist aber wahrscheinlich auch nicht so wichtig.
 
ok, dann zäumen wir da pferd mal auf:

was wiegst du denn?
- "straße" klingt nach wenig stoßbelastung, also muss es nix mega-robustes sein
- "training" suggeriert mir, dass minimales gewicht nicht primäres ziel ist und langlebigkeit und zuverlässigkeit im vordergrund steht.
- teuere edelparts fallen fürs training sicher auch raus.

willst du 28" fahren? dann sicher disc?!
 
Gewicht: 84kg + Ausrüstung
Strassentraining würde für mich wirklich Asphalt bedeuten, keine Sprünge, kein Gelände. Sehr schmaler Reifen, eben für Grundlagenausdauereinlagen, oder Fahrten zur Arbeit wenn ich verschlafe.. Eben Radsatz wechseln und direkt 10 Minuten auf der 13km Strecke aufholen ;)

28 Zoll dürfte im Hinterbau nicht passen.

Bremsen sind Discs.

Interessant wäre ein Diagramm mit den Faktoren: Kosten, Haltbarkeit u. Gewicht. :)
 
hi

28" mit rennreifen passt in jeden MTB hinterbau und in die gabeln.

welche bremsenaufnahme hast du? 6-loch oder centerlock?

diagramme gibts hier nicht, nur gute ratschläge.

jetzt ist auch noch die frage der optik, muss es eine disc-only felge sein, oder kanns auch eine ganz normale rennradfelge werden?
die rennradfelgen sind schön schmal und halten hohem reifendruck stand.
disc-only-felgen kommen aus dem 29er MTB-bereich und sind meistens breiter und auch schwerer (im selben preisberich)

ich streue jetzt bereits das erste beispiel eines solchen LRS ein:



wenn man hier das mehrgewicht von ca. 200gr nicht scheut, kann man mit günstigen speichen und XT-naben ebensoviele €uros sparen.

gruss, felix
 
Das man auch 28er Räder in jedes MTB packen kann wusste ich nicht. Gerade habe ich mal grob den verbleibenden Abstand zwischen Reifen und Hinterbauverstrebung gemessen. Das war recht knapp an einem Zoll. Aber viel Luft brauche ich ja eh nicht, werde ja nicht durch Schlamm damit fahren.

Bzgl. der Felgen würde ich sagen: form follows function. D.h. wenn für das Strassentraining eine 28er Rennradfelge deutlich mehr Vorteile hat, dann natürlich die.

Bremse ist mit 6-Loch. Da wäre die nächste Frage, da ich damit noch keine Erfahrung gemacht habe. Für Centerlock auf 6-Loch gibt es ja Adapter. Ich dachte das betrifft nur die Bremsscheibe an sich. Oder ist die Positon der Bremscheibe grundsätzlich eine andere als bei 6-Loch, dass eben die Ausrichtung des Bremssattels nicht mehr stimmt?
 
zuersteinmal zum bremssystem.
gleich die ernüchterung vornweg: selbst wenn du in beiden LRS die selbe nabe hast, wirst du bei nahezu jedem radwechsen probleme mit schleifenden scheiben haben.
die meisten naben haben am kontaktpunkt achse-rahmen/gabel eine riffelung, die sich in den rahmen/gabel eindrückt und aber beim radwechsel nie die selbe position bekommt. damit hast du immer wieder eine minimal andere position der scheibe im bremssattel.

hier wäre es also mindestens empfehlenswert die selben naben zu verwenden um hier schonmal die gleichen startbedinungungen zu schaffen.
was hast du im MTB-LRS für naben verbaut?

wenn du also mit der bremsflanke leben kannst, sind günstige rennradfelgen die bessere wahl. leichter oder günstiger als der 29er-kollege auf jeden fall.

gruss, felix
 
An das ständige Justieren der Bremse nach jedem Radwechsel habe ich mich schon gewöhnt. Wenn ich absehen kann, dass ich zwei oder drei Tage das Stollenprofil nicht brauche, dann wechsel ich zumindest die Mäntel. Aber jetzt nach 3 1/2 Monaten habe ich festgestellt, dass mir Biken richtig Spass macht und kann mir Gedanken um weitere Investitionen machen.

Aktueller LRS ist Alexrims EN21 mit nicht konifizierten Speichen und Shimano XT 2008.
 
Bin davon ausgegangen, dass das 2008 Naben sind, weil am Bike ein Shadow Schaltwerk dran ist.

HB-M756
FH-M756

steht auf den Naben.

3845.jpg
 
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