Leute, Leute ...
Ich kann mich dran erinnern, dass ein gewisser ronja nachgefragt hat, ob wir ihm hier die Technik das Hinterradversetzens näherbringen könnten. Ich frag mich grad, was er sich jetzt wohl von uns denkt... Im Übrigen finde ich es ehr schade, dass dieser Thread nun zu einer teilweise beleidigenden Diskussion verkommen ist. Das war sicherlich nicht im Sinne des TE.
Eines vorweg: ich kann beides verstehen. Beide Techniken Versetzen und Driften - haben ihren Reiz! Aber in den jeweilig dafür geeigneten Terrains! Und noch was: Ich habe die Erfahrung gemacht, dass diejenigen am meisten schimpfen, die es am wenigsten können! Das gilt auch fürs Driften!
Es macht schon Spass, auf Schotterstrassen oder im Bikepark mit beiden Rädern durch den Scheitelpunkt einer Kurve zu sliden... Der Kitzel, sich an der Grenze der Physik zu bewegen, ist nicht ohne!

Ob man das dann noch kontrollieren kann, lass ich mal offen. Ich hab mal gelernt, das ein Rad nur eines richtig kann: entweder
bremsen oder lenken. Beides zusammen ist eher selten anzutreffen. Oder hat es schon einmal einer geschafft, auf ner Eisfläche zu
bremsen und gleichzeitg zu lenken ohne Spikes versteht sich.
Auf Bergpfaden und Wanderrouten ist aber nicht nur die andere Technik gefragt hier geht es um viel mehr!
Der Pfad/Wanderweg/Trail an sich ist bereits ein Eingriff in die Natur ... ! Ein Fahrrad sauber innerhalb eines Pfades zu bewegen, hat also nichts mit Schonung der Natur zu tun. Ich würde eher sagen: Schonung der vorhandenen Möglichkeiten!
Zum Einen wirklich aus dem Grund, den Pfad nicht unnötig zu verbreitern. Ich heb den Hintern meines Bikes auch nicht jedes Mal ums Eck. Aber manche Kehren lassen es einfach nicht zu, einfach durchzurollen, ohne im Kurveninneren über die Botanik zu rumpeln. Gut, man kann auch durchdriften... Dem Weg wirds egal sein! Im Gegenteil so kann er wenigstens nicht zuwachsen! Beispiele gibts hierfür leider genügend...
Ich und viele andere denken hier eher an das, was nach uns kommt. Wanderer und Radler zum Beispiel sollen ja unserer Vorstellung nach in den Bergen gleichbereichtigt sein. Wir alle sind Naturnutzer! Hier mal folgende Szenarien:
1. Wanderer sieht einen Radler, der um die Kehre driftet ...
2. Wanderer sieht einen Radler , der langsam an der Kehre heranfährt, das Hinterbeinchen hebt und aufm Weg weiterrollt ...
3. Wanderer sieht einen Radler, der mitm Hinterrad über das Kehreninnere poltert und dabei ein paar Büschel Gras ausreisst ...
Ich persönlich habe mit zweiterer Methode die positiveren Begegnungen. Und darum mache dann ich für meinen Teil auch ein solches Gschiss mit dem Hochheben des Hinterrades. Sollte dann in der Kehre der Boden tatsächlich vom Vorderrad aufgerissen sein, hab ich kein Problem damit, abzusteigen und die Stelle wieder fest zu treten. Hmmm - aber eventuell ist es auch ein Defizit in der Fahrtechnik ...?!
Oder aber, das Hinterradversetzen hat mit Freude an Fahrtechnik zu tun...? Mit dem Ehrgeiz, eine Sektion überhaupt zu bewältigen. Dabei gehts dann darum, das ganze Rad in einer schwierigen Stelle in die Richtige Position zu bringen. Sollte es nicht nötig sein auch ok, warum schwerer machen, als es ist! Nach den 120 Kehren einer meiner Hometrails bin ich auch nicht mehr so scharf drauf.

Dennoch möchte ich, dass der Trail auch nach 100 Radlern noch so aussieht, wie ich ihn gern vorfinden möchte: Schön eng und technisch und nicht ausgebremst und breit wie ein Scheunentor.
Also Leutz setzt eure Techniken dort ein, wo es Sinn macht und denkt bitte auch mal über den eigenen Radstand hinaus! Denn das ist die beste Werbung, die wir für unseren Sport abgeben können: Ein gutes Miteinander mit der Natur und allen ihren Genießern!
Gruß
Gerhard
PS: sollte Ronja ein Mädel sein, dann bitte ich um Entschuldigung!
