Jagdgesetz neu 27 September 2020 allgemeines Bikeverbot

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Grias enk Liebe Schweizer/innen!

Nachdem bei euch ein allgemeines Bikeverbot durch eine Volksabstimmung droht möchte ich hier in diesem Forum darauf aufmerksam machen um möglichst viele Mountainbiker zu mobilisieren.

Ich bin Österreicher und lebe in Tirol.
Deshalb kann ich leider meine Stimme nicht abgeben. Aber zumindest kann ich sie hier erheben:

Auch bei uns wollen viele Menschen und Jäger und Förster das Mountainbiken möglichst rigoros einschränken. Single Trails sind das schlimmste überhaupt.
Ich bin seit Jahren mit meiner Leidenschaft illegal unterwegs. Ich bin sozusagen ein krimineller Wiederholungstäter. Das wollte ich eigentlich nie werden.
Nun könnt ihr Schweizer euer Schicksal als Mountainbiker am 27 September mit bestimmen. Bitte mobilisiert euch und sorgt dafür, dass euch Mountainbikern mein Schicksal als Krimineller erspart bleibt.

Noch ein Wort : Ich liebe die Natur und ich liebe Tiere: Haustiere und die wild lebenden. Das kann man von vielen Jägern nicht unbedingt sagen. Deren Interessen sind mir oft suspekt. Stichwort:Trophäe.
Ich bin fest davon überzeugt, dass wir Mountainbiker in unserem Ökosystem Platz haben.
Warum sollen nur die Radfahrer beschränkt werden?
Mir ist die Natur ebenso wichtig wie das Biken.
Das eine hat ohne das andere keinen Sinn für mich. Genau deshalb bin ich auch überzeugt davon, daß dieses "Naturerleben" positiv für den Erhalt unserer Umwelt ist. Wer die Natur liebt zerstört sie nicht.

Ich würde mich freuen wenn wir in Österreich als Bevölkerung auch die Möglichkeit hätten in solchen Angelegenheiten abzustimmen.

Bitte verbreitet mein Anliegen wenn ihr dem zustimmen könnt.
Bitte geht zur Abstimmung.

Hier noch der link zum Artikel in dem ich davon erfahren habe :



Danke und ein herzliches Grüezi aus Tirol Veit Streli
 
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Danke @aaaa4444

Ich als Schweizer bin genau Deiner Meinung.

Bei diesem neuen Jagdgesetz geht es nach meine Meinung nur darum, dass sich ein kleines Grüppchen, meisten aus älteren, wohlhabenden Herren noch mehr „Macht“ aneignen können.

Die Probleme welche sie mit diesem Jagdgesetz ansprechen und lösen wollen, sind auch ohne diese Gesetz lösbar (Wolf, etc.)

Ich hoffe dass wir Schweizer dieser Mogelpackung keine Chance geben und abstimmen gehen!
 
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Ja, hoffentlich geht das gut aus.
Ich denke genau deshalb sollte man das so weit wie möglich verbreiten, auch an Menschen die nicht selbst biken, aber aufgeschlossen sind.
Ich halt mal die Daumen!
 
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Ich kenne viele Jäger und bin aus BaWü. Hoffentlich wird das nicht angenommen! Verstehe auch nicht warum da nur auf der Pro-Seite mobilisiert wird.
 
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Verdammt knapp geworden! 51,9 Prozent waren dagegen. Wäre es nicht um den Wolf gegangen wäre es vielleicht fürs biken schlecht ausgegangen.
Schön, daß viele Wolfsympatisanten auch uns Radlern geholfen haben!
Also weiter mit dem Motto : Liebe die Umwelt, liebe die Menschen. Dann wird alles gut.
Euch allen noch schöne Herbstfahrten.
 
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Ein neues Gesetz ist ja schon in der Pipeline. Hoffen wir mal dass das dann nicht wieder problematische Passagen enthält. Die Schweizer könnten uns ja hier auf dem Laufenden halten.
 

RedOrbiter

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Das neue Jagd Gesetz das abgelehnt wurde, hätte für Mountainbiker genau nichts geändert!
Biken auf Wanderwegen im Jagdbann Gebiet war schon vorher verboten!
Meine Meinung: Falsch Informationen (neudeutsch FAKE-News) verbreiten ist heute leider trendy...

RedOrbiter
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Selbst wenn dem so wäre (und das ist ja letzendlich eine Auslegungs- und Durchsetzungssache) war es auch in Punkto präventiven Wolfsabschüssen sowie der Bejagung von anderen bedrohten Arten nicht zuletzt in der Verbindung mit der Wilderei im Wallis ein No-Go.

So wie ich das verstehe sollte ein schwammiges Verbot konkretisiert werden:

Mit Fusswegen der Klasse 6 sind konkret Singletrails gemeint. Dieses explizite Verbot ist neu, auch wenn Wildhüter bisher immer wieder von Bike-Verboten in Wildschutzgebieten sprachen, dafür aber nie die nötigen Gesetzesparagraphen vorweisen konnten. Mit dem neuen Jagdgesetz soll dies nun klangheimlich eingeführt werden. Vor diesem Hintergrund ist denn auch die Ergänzung des Bafus zu verstehen: «Es werden die bisherigen Verbote zum Befahren des Geländes oder von Wegen in den Wildtierschutzgebieten neu geordnet und klarer geregelt. Grundsätzlich ändert sich nichts an der inhaltlichen Bestimmung, diese wird jedoch eindeutig gefasst. Insbesondere geht nun klar hervor, dass das Velofahren, auch mit Mountainbikes, auf Fusswegen der Klasse 6 nicht gestattet ist»
Warum man da jetzt von Fake-News schwadronieren muss ist mir schleierhaft. Das war ja irgendwie die ganze Zeit die Haupt-Argumentation der Befürworter. Aus unserer Sicht hätte das Gesetz jedenfalls eher Nachteile und ganz sicher keine Vorteile. Es ist vielleicht auch ganz gut dass die Jagd- und Landwirtschaftslobby an der Wahlurna mal gezeigt bekommt was Sache ist. Es war knapp, aber Mountainbiker gibt es immer mehr und wenn die mal merken dass die Fraktion politisches Gewicht entwickelt wird auch anders mit uns umgegangen.

Ist ja auch irgendwie lustig dass sie das Jagdverbot in den Wildruhezonen einerseits lockern wollen, andererseits aber den Wolf am liebsten ausrotten würden:

 

RedOrbiter

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@Tabletop84
Die FAKE Aussage die hier reingestellt worden ist,
dass sich für die Mountainbiker im Jagdbanngebieten mit dem neuen Gesetz etwas geändert hätte.
Das stimmt so einfach nicht!
Verbot ist Verbot - egal wie es neu formuliert worden wäre.

Alles übrige, wie Wolf, Hase abschiessen/schützen usw., stand hier in MTB-news Forum konkret nie zur Diskussion!

RedOrbiter
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Naja wenn ich aus der Ecke sowas höre bin ich grundsätzlich vorsichtig und wenn das Gesetz eh scheiße ist was regst du dich dann so auf? Wir haben ja davon nix. Ich höre immer nur Verbote und Forststraßen. Es wird Zeit dass die Sache mal in eine andere Richtung geht und nicht immer nur Rückzugsgefechte ausgefochten werden.

Und was soll eine "Fake Aussage" sein? Es steht doch klar da was gemeint war. Ein Verbot sollte präzisiert werden. Warum wohl?
 
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@Tabletop84
Die FAKE Aussage die hier reingestellt worden ist,
dass sich für die Mountainbiker im Jagdbanngebieten mit dem neuen Gesetz etwas geändert hätte.
Das stimmt so einfach nicht!
Verbot ist Verbot - egal wie es neu formuliert worden wäre.


Alles übrige, wie Wolf, Hase abschiessen/schützen usw., stand hier in MTB-news Forum konkret nie zur Diskussion!

RedOrbiter
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Hallo RedOrbiter,
Ich glaube schon, daß der neue Entwurf auf eine Veränderung abzielt. Sonst würde man das ja nicht neu formulieren.
Kannst du hier den Gesetzestext einstellen wie er jetzt formuliert ist. Dann kann man das mit dem abgelehnten Entwurf vergleichen. Das wäre hilfreich und man würde evtl die Intention des Entwurfes besser verstehen, vielen Dank schöne Grüße Veit
 
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Danke, Red Orbiter.
Das ist sehr hilfreich.
Ich bin kein Jurist aber ich denke der Unterschied ist eindeutig. Falls Juristen anwesend sind wäre eine fachliche Aussage von euch dazu hilfreich.
Im bestehenden Gesetz ist das Befahren von Alp und Waldstrassen mit Fahrzeugen verboten. Zusätzlich ist allen anderen Fahrzeugen das befahren "ausserhalb" von Straßen Wald und Feldwegen verboten. Das heißt für mich, dass das Fahren auf Wegen nicht explizit verboten ist
Siehe Beilage mit pinker Einkreisung.
Im neuen Entwurf wird das korrigiert und das Befahren auf allen Wegen Inklusive den Klasse 6 Wegen wird generell verboten.
Der neue Entwurf sieht somit erstmals ein Verbot vor. Bisher hat es kein Verbot für Fahrzeuge (zB Fahrräder) auf "Wegen" gegeben. Nur auf Alp und Waldstrassen war es generell verboten.
E-Bikes sind natürlich motorisiert und müssen den beiden Gesetzen entsprechend zugeordnet werden.
Zusammenfassend kann man sagen, dass aus meiner Sicht eine wesentliche Verschlechterung der Rechte der Fahrradfahrer (mit und ohne Motor) entstanden wäre wenn der Entwurf angenommen worden wäre.

Danke nocheinmal Red Orbiter für dein rasches hochladen des Gesetzes!
Screenshot_20201001-063812_Chrome.jpg

Schöne Grüße an alle Fahrradbegeisterten.
 

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PS : genaugenommen stellt das Gesetz eine Verbesserung auf Alp und Waldstrassen für nicht motorisierte Fahrzeuge dar, weil diese dann dort fahren dürfen. Aber es stellt eine Verschlechterung für das Befahren von Wegen dar weil das verboten wird.

Liebe Juristen, bitte gebt eure Meinung dazu ab.
Das wäre interessant! Danke schöne Grüße Veit
 
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Ich bin zwar kein Jurist, gebe aber trotzdem meine Meinung dazu ab :)

Die alte Verordnung, die jetzt vorerst mal gültig bleibt, ist ja rund 30 Jahre alt. Die Verfasser haben sich damals noch gar nicht vorstellen können, dass eine grössere Anzahl Verrückter mit einem Fahrrad auf Alp- und Forststrassen herumfahren will (Ja, als Ü60 und damals schon Aktiver ist mir bekannt, dass es 1991 bereits Bikes gab. Aber bis in die Amtsstuben der Bundesverwaltung war diese Erkenntnis sicher noch nicht vorgedrungen). Bei dem Verbot war wohl nur das motorisierte Befahren gemeint. In der neuen Fassung sollte das einfach präzisiert werden.

Fusswege der Klasse 6 sind im Wesentlichen unsere Singletrails und eben gerade nicht in den Strassen, Wald- und Feldwegen enthalten. Man bewegt sich darauf ausserhalb der erlaubten Wegearten und RedOrbiter hat mit seiner Aussage recht, dass das auch heute schon verboten ist. Auch hier ging es in der neuen Verordnung um eine Präzisierung, damit es auch Leute wie Thomas Giger nicht mehr falsch verstehen respektive in ihrem Sinn interpretieren können.

Um das ganze noch ein wenig zu relativieren: die Verordnung betrifft nur die eidgenössischen Jagdbanngebiete. Das sind die Gebiete, die hier gelb schraffiert eingezeichnet sind. Überall sonst ist das Biken auf Singletrails so legal oder illegal wie immer schon und daran hätte sich auch mit der neuen Verordnung nichts geändert. Von einen schweizweiten Singletrailverbot kann keine Rede sein.
 
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...
Um das ganze noch ein wenig zu relativieren: die Verordnung betrifft nur die eidgenössischen Jagdbanngebiete. Das sind die Gebiete, die hier gelb schraffiert eingezeichnet sind. Überall sonst ist das Biken auf Singletrails so legal oder illegal wie immer schon und daran hätte sich auch mit der neuen Verordnung nichts geändert. Von einen schweizweiten Singletrailverbot kann keine Rede sein.
Könntest du das bitte noch etwas ausführlicher beschreiben?
Meines bescheidenen Wissens nach regelt das ja jeder Kanton für sich, oder?
 
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Zuerst einmal schön, dass die Diskussion hier stattfindet! Ich freue mich über alle die hier Engagement zeigen.
Ich denke, daß das Mountainbiken mittlerweile eine Bank ist. Es ist schön, es freut uns! Wir wollen das weiter machen und natürlich nicht nur auf Forststrassen.
Die Natur ist unser höchstes Gut weil sie unser Lebensraum ist.
Den müssen wir mit Sorgfalt behandeln, finde ich.
Umso wichtiger finde ich den Konsens den wir leben sollen. Verbote sind da glaube ich kontra produktiv. Ein miteinander müsste eigentlich möglich sein. Das hoffe ich zumindest. Deshalb sollten wir weniger an Gesetzen arbeiten als an diesem Miteinander.
Kompromissbeteitschaft ist nötig. Und Respekt von allen Seiten und zu allen Seiten ist hilfreich.
Hoffentlich können wir gemeinsame "Wege" mit allen gehen. Auch das Jagen gehört da dazu.
Das gilt natürlich nicht nur für die Schweiz.
Miteinander reden ist vielleicht der Schlüssel.
So wie das hier stattfindet.
Für mich war die Schweiz da bisher in meiner Wahrnehmung vorbildlich.
In Davos hat man mir (vor ca 12 Jahren) beim Lift eine Klingel mitgegeben damit ich Fußgänger aufmerksam machen kann wenn ich von hinten daher radle. Sicher nicht um mit Vollgas vorbei zu shredden. Einfach ein Zeichen, "Hallo da kommt wer, bitte nicht erschrecken" und dann langsam vorbeifahren.
Wenn ich in Tirol einen Fußgänger anklingle bin schon der Teufel in Person.....
Shared spaces sollte nicht nur in der Stadt ein Begriff sein...
Grüße aus Tirol Veit
 
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Da ist die Abstimmung ja nochmals gut ausgegangen. Ich habe ein solches Jagdbanngebiet in wenigen Kilometern Entfernung, leider befindet sich darin auch gerade einer der besseren Trails. Dies hätte bei Annahme bestimmt Ärger gegeben, es gab schon vorher Fälle in denen Biker vom Wildhüter angepfurrt wurden.

Der Druck auf die Natur wird weiter steigen, mehr Leute, mehr Biker. Eigentlich logisch, aber wir müssen ja unbedingt in ein paar Jahren eine zehn Millionen Schweiz haben.
Erfahrung aus meiner nächsten Umgebung (5km): Es werden Wege wieder genutzt, welche Jahrzehnte lang brach lagen, oder es wird sogar wild durch den Wald gefahren, wodurch neue Wege entstehen. Dies führt zum Teil zu massiver Erosion, nicht gut, und ist der Sache der Biker auch nicht gerade förderlich.

Es wäre aber eher mal eine Überlegung wert, ob elektrisch motorisierte Fahrzeuge auf Singletrails was zu suchen haben. Der Druck durch E-Bikes auf die Natur wird weiter steigen.
Gerade jüngere Leute sollten es doch noch aus eigener Kraft den Berg rauf schaffen, aber dass ist halt leicht anstrengend. In den letzten Jahren hat sich hier leider einiges zum negativen verschoben...
Sonst habe ich aber nicht gegen E-Bikes, richtig genutzt sind die sicher eine Tolle Sache!

Übrigens an alle Schweizer: Die Freiheit die wir hier in der Schweiz haben, ist alles andere als selbstverständlich. Wie unser österreichischer Kollege geschrieben hat, ist man in gewissen österreichischen Bundesländern auf Trails nicht erwünscht, und happige Bussen werden auch verteilt. Habe ich auch so schon von einem anderen Österreicher so gehört. Nicht so toll..
 
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In der NZZ gab es überigens vor ein paar Monaten einen guten Artikel zur aktuellen rechtlichen Lage (hier steht im Wesentlichen das, was schon im BFU Prospekt steht) und möglicher Entwicklungen. Lesenswerte Lektüre.
 
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