Kaufberatung modernes Trail/AM-Bike bzw. (Mini-)Enduro

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Hallo zusammen,

nach vielen Jahren auf meinem treuen Canyon Spectral (140/140mm FW) aus 2016, wird es langsam Zeit für ein Upgrade. Ich bin mit dem Bike grundsätzlich nach wie vor zufrieden, merke aber, dass es doch etwas unruhig wird, wenn es steiler und ruppiger wird (z.B. am Reschensee).
Der Plan wäre daher, ein potenteres Rad zu holen, das für eben solches Terrain Reserven und mehr Laufruhe bringt, in gemäßigterem Terrain Spaß macht, auf engeren Trails (Spitzkehren) noch fahrbar ist und gut bergauf geht: 29 Zoll (würde ich gerne mal ausprobieren), flacher Lenkwinkel, steiler Sitzwinkel, Alleskönner.
Einsatzgebiet sind hauptsächlich Hometrail-Touren in der schwäbischen Alb/Allgäu (gerne auch längere), gelegentliche Ausflüge ins benachbarte Ausland (Reschensee/Ligurien etc.). Reine Bikeparks mit Drops und Kickern eher weniger.
Kurz zu mir: 1.83m, SL 87cm, ca. 85kg. Budget: 4.500 EUR.

Interessant finde ich die folgenden Räder (im ersten Schritt unabhängig von der Verfügbarkeit):
  • Propain Hugene (mit 150mm Gabel)
  • Orbea Occam LT
  • Canyon Spectral 29
  • Last Glen
  • ?
Fallen euch weitere Bikes ein, die grob in diese Kategorie passen?

Fragen, die ich mir aufgrund fehlender Erfahrungswerte noch stelle sind :
  • Wie stark beeinflusst ein deutlich flacherer LW und 29 Zoll bei gleichem FW die Berg-ab-Performance im Vergleich zum aktuellen Setup?
  • Wie stark beeinflusst der deutlich steilere SW die Berg-auf-Performance im Vergleich zum aktuellen Setup?
  • Wenn die Berg-auf-Performance der o.g. Räder ohnehin vergleichbar mit deren größeren Enduro-Brüder ist, wieso dann nicht gleich ein richtiges Enduro kaufen? Hier wäre v.a. das Tyee/Rallon und Trek Slash interessant.
Ist natürlich recht subjektiv, aber vielleicht kann der ein oder andere ja etwas dazu sagen.
Eine weitere Frage, die ich noch mit mir selbst und meinem Geldbeutel klären muss, ist ob das neue Rad das Spectral ergänzen oder ersetzen soll.

Besten Dank vorab für euren Input und viele Grüße
Basti
 

Seebl

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  • Wie stark beeinflusst ein deutlich flacherer LW und 29 Zoll bei gleichem FW die Berg-ab-Performance im Vergleich zum aktuellen Setup?
So einfach ist das nicht. Du kannst dir keine Geo-Werte isoliert herausgreifen und zu analysieren versuchen. Das wird der Sache nicht gerecht.

  • Wie stark beeinflusst der deutlich steilere SW die Berg-auf-Performance im Vergleich zum aktuellen Setup?
Objektiv kaum, subjektiv tritt es sich aber schöner (m.M.n.) und man ist dadurch konstant etwas fixer weil die Motivation bleibt.

  • Wenn die Berg-auf-Performance der o.g. Räder ohnehin vergleichbar mit deren größeren Enduro-Brüder ist, wieso dann nicht gleich ein richtiges Enduro kaufen? Hier wäre v.a. das Tyee/Rallon und Trek Slash interessant.
Weil sie eher langweilig auf flacheren, "langweiligeren" Trails sind.

Sonst: Mir fallen soooo viel Threads ein mit den immer gleichen gesuchten Bikes, aus denen du dir Inspiration holen kannst. Du hast keine Maße, die außer die Norm fallen, bist also auch nicht auf eine speziellere Lösung angewiesen. Alles andere kann man sowieso nicht aus der Ferne bewerten.

Falls du dein Budget für andere, sinnigere Dinge verwenden willst:
 
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  • Wie stark beeinflusst ein deutlich flacherer LW und 29 Zoll bei gleichem FW die Berg-ab-Performance im Vergleich zum aktuellen Setup?
  • Wie stark beeinflusst der deutlich steilere SW die Berg-auf-Performance im Vergleich zum aktuellen Setup?
Ich persönlich bin ja ein absoluter Liebhaber und Verfechter von modernen Geos und 29 bei meinen 1,86m und SL88cm.

Grundsätzlich ist das Gesamtpaket heute für mich einfach stimmig.
Das sichere integrierte im Bike Gefühl und das Gefühl von oben zu Treten in die Pedale.
Hab gerade das Bike mit dem flachsten Sitzwinkel von ungenau gemessenen 74,4° auf Sitzhöhe verkauft. Ich mag einfach steile Sitzwinkel, das Feeling taugt mir enorm. Subjektiv tritt sich mein 15kg besser bergauf als damals mein 13,3 und 13,8kg Enduro. Hätte früher nie gedacht freiwillig einen 1,3kg Hinterreifen zu fahren. Für den Reschen super sinnvoll, hab dort auch schon einen gekillt, aber zwischenzeitlich auch auf den Hometrails im Allgäu.

Wenn die Berg-auf-Performance der o.g. Räder ohnehin vergleichbar mit deren größeren Enduro-Brüder ist, wieso dann nicht gleich ein richtiges Enduro kaufen? Hier wäre v.a. das Tyee/Rallon und Trek Slash interessant.
Einige der Bikes brauchen Grundspeed bzw Gefälle, davor sind sie lustlos und träge. Du musst dann richtig Arbeiten um irgendwelchen 120mm Bikes zu folgen.


  • Propain Hugene (mit 150mm Gabel)
  • Orbea Occam LT
  • Canyon Spectral 29
  • Last Glen
Das Last wird hier in meinen Augen am nächsten zu einem Enduro sein. Das kann schon richtig bügeln.
Orbea und Hugene würde ich ähnlich sehen, etwas allroundiger als das Last. Vermutlich eine Nuance.

Das neue Spectral fällt mir schwer ein zu schätzen. Vom Papier gut, mir fehlt etwas das Feedback bisher. Gefühlt wird es von vielen als AM Bike gekauft, mein Eindruck aus dem Thread hier, glaube wenige verirren sich damit an den Reschen.
 

Wern

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Das neue Spectral fällt mir schwer ein zu schätzen. Vom Papier gut, mir fehlt etwas das Feedback bisher. Gefühlt wird es von vielen als AM Bike gekauft, mein Eindruck aus dem Thread hier, glaube wenige verirren sich damit an den Reschen.
Ich kann in ca 4 - 6 Wochen was zum neuen Spectral sagen. Ersetzt mein 2015 Spectral EX (bis auf die 150er Gabel gleich wie das oben genannte).
Bin dann allerdings von L auf XL. Für hauptsächlich Mittelgebirge hätte ich wahrscheinlich das Hugene bestellt. Da ich aber zu 95% alpin unterwegs bin passt das Spectral besser.
Ein Enduro wie das Tyee finde ich für Mittelgebirge zu viel Rad.
 
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Das hugene mit 36er Gabel ist mit Sicherheit eine gute Wahl. Du scheinst ja auch nicht allzu weit von Vogt zu wohnen, daher würde ich das am besten mal probefahren.
Interessant wäre vielleicht noch ein scor 4060 st, das lässt sich bei Bedarf relativ leicht von 140 auf 160 mm ändern. So hättest du für die Hometrails ein bike mit mehr Effizienz und für die paar mal Enduro im Jahr baust du einfach um.
 
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ich denke das Spectral 29 kratzt schon stark an der Enduro Grenze. Besonders da die 22er modelle alle mit 160er Gabel kommen.
Wäre mein Favorit von den hier genannten Rädern für Reschen ect. Gerade in der Flachen Einstellung braucht es sich nicht vor den neusten Enduros zu verstecken.
Vlt findest du ja jemanden in deiner Nähe der dich das Bike mal testen lässt. Ist ja nicht gerade ein seltenes Modell.




PS: Wie verhält es sich eigentlich bei dem GLEN mit den 40% progression ab SAG? das ist ja quasi doppelt so viel wie bei anderen sehr progressiven modellen.


PPS: das Transition Sentinel Alu könnte noch in Frage kommen. Auch so ein Bike das die Grenze zwischen Enduro und Allmountain verschwimmen lässt..
 
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PS: Wie verhält es sich eigentlich bei dem GLEN mit den 40% progression ab SAG? das ist ja quasi doppelt so viel wie bei anderen sehr progressiven modellen.
Fährt ein guter Bekannter von mir mit ca 34% SAG. Soll schon gut bügeln.

PPS: das Transition Sentinel Alu könnte noch in Frage kommen. Auch so ein Bike das die Grenze zwischen Enduro und Allmountain verschwimmen lässt..
Ich kenne nur das V1. Das neue liest sich nicht so extrem wie das V1 für meinen Eindruck.
Aber das V1 ist sicherlich nur vom Federweg dazwischen, in der Realität blüht das erst am Reschen auf. Steil, ruppig und Grundspeed, dann fängt es an zu arbeiten. Hab mit deswegen noch das Trail-HT gekauft, auf flachen Sachen ist das Teil totaler Overkill und spaßlos.
Dafür tritt es sich vom Sitzwinkel genial nach oben.
 
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zuerst einmal vielen Dank für eure Antworten

Sonst: Mir fallen soooo viel Threads ein mit den immer gleichen gesuchten Bikes, aus denen du dir Inspiration holen kannst. Du hast keine Maße, die außer die Norm fallen, bist also auch nicht auf eine speziellere Lösung angewiesen. Alles andere kann man sowieso nicht aus der Ferne bewerten.

Falls du dein Budget für andere, sinnigere Dinge verwenden willst:

Ich hab vorher schon den ein oder anderen Thread mit einem ähnlichen Gesuch durchgelesen, wirklich neue Inspirationen habe ich aber nicht wirklich gefunden.

Das Polygon Siskiu T8 hatte ich auch auf dem Schirm. So wirklich warm werden will ich damit aber nicht.


Ich kann in ca 4 - 6 Wochen was zum neuen Spectral sagen. Ersetzt mein 2015 Spectral EX (bis auf die 150er Gabel gleich wie das oben genannte).

Sehr gerne


Das hugene mit 36er Gabel ist mit Sicherheit eine gute Wahl. Du scheinst ja auch nicht allzu weit von Vogt zu wohnen, daher würde ich das am besten mal probefahren.
Interessant wäre vielleicht noch ein scor 4060 st, das lässt sich bei Bedarf relativ leicht von 140 auf 160 mm ändern. So hättest du für die Hometrails ein bike mit mehr Effizienz und für die paar mal Enduro im Jahr baust du einfach um.

Das Scor finde ich optisch auch richtig schick und sonst scheint es ja auch ein sehr gutes Gesamtpaket zu sein. Das von Pinkbike getaufte "cradle of filth" verunsichert mich etwas. Bin jetzt nicht unbedingt der Typ, der nur bei feinstem Wetter fährt und sein Rad auch sonst nach jeder Ausfahrt putzt... :-D
4.299 EUR für ein NX-Gruppe und SRAM Code R Bremsen find ich allerdings echt happig. Die Gabel kann ich nicht bewerten.


ich denke das Spectral 29 kratzt schon stark an der Enduro Grenze. Besonders da die 22er modelle alle mit 160er Gabel kommen.
Wäre mein Favorit von den hier genannten Rädern für Reschen ect. Gerade in der Flachen Einstellung braucht es sich nicht vor den neusten Enduros zu verstecken.
Vlt findest du ja jemanden in deiner Nähe der dich das Bike mal testen lässt. Ist ja nicht gerade ein seltenes Modell.

[...]

PPS: das Transition Sentinel Alu könnte noch in Frage kommen. Auch so ein Bike das die Grenze zwischen Enduro und Allmountain verschwimmen lässt..

Das 29er Spectral sehe ich auch eher in der Enduro-Ecke, was mich aber nicht stören würde. Die Farbwahl von den 22er Modellen find ich aber schrecklich. Da waren die Vorjahresfarben deutlich schöner meiner Meinung nach. Wenn da mal eins in den Bikemarkt kommt, würde ich vermutlich zuschlagen.

Das Sentinel gefällt mir optisch auch. Nur die 16,x kg für die Alu-Modelle schocken mich etwas....
 

Wern

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Ich kann in ca 4 - 6 Wochen was zum neuen Spectral sagen. Ersetzt mein 2015 Spectral EX (bis auf die 150er Gabel gleich wie das oben genannte).
Bin dann allerdings von L auf XL. Für hauptsächlich Mittelgebirge hätte ich wahrscheinlich das Hugene bestellt. Da ich aber zu 95% alpin unterwegs bin passt das Spectral besser.
Ein Enduro wie das Tyee finde ich für Mittelgebirge zu viel Rad.
Ich hab im Nachbar Thread "Spectral vs. Spectral vs. Glen etc für alpine Trails" was zu meinen Erfahrungen mit dem neuen Spectral geschrieben.
Vielleicht noch als Ergänzung. Eine Bügelmaschine ist das neue Spectral nicht. Eher schon ein Trailbike mit Popp, lässt einen aber immer schön spüren dass Wurzeln im Weg rumliegen. Lenkwinkel 64° und Radstand, besonders in XL, lässt hier ja nichts zu wünschen übrig. Scheint also eher das Fahrwerk zu sein.
 

clowz

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nukeproof reactor passt eigentlich auch ganz gut auf deine beschreibung ... hab aber grad gesehen dass dies zurzeit einen kurs hat der jenseits von gut und böse ist ...

ich hab mir voriges jahr ein gebrauchtes nukeproof reactor angelacht und bin damit sehr zufrieden. man kann mit einem bike sicher vieles fahren, und für mich persönlihc ist die gattung eigentlich genau richtig, man kann damit quasi fast alles fahren was man sich traut trotzdem ists es nicht so dass man bei einfacheren strecken nicht komplett im kaugummifahrwerk versinkt. hatte zuvor von der größe nicht ganz passende enduro bikes, die sind dann fast komplett ignoriert worden und hab meist das hardtail denen vorgezogen.

was ich halt machen hab müssen, war ein etwas kürzerer vorbau (32mm) und einen andren lenker da der vorhandene zuviel rise für mich hatte (also der vorbesitzer war etwas größer und hat den standardlenker schon getauscht ghabt)

seit ich das nukeproof reactor hab fahr ich eigentlich nur noch das ausser es ist grad "krank".
meine andren kandidaten waren eben genau so wie bei dir das propain tyee, das rallon bzw das trek slash

natürlich kreisen die gedanken immer ob denn "manchmal" nicht fein wär mehr reserven zu haben usw.
aber solang ich kaum an der gondel baumle machts für mich einfach wenig sinn. beim gondelfahren merke ich halt, dass ich zuwenig kraft/fahrtechnik für die ärmchen hab um dann wirklcih viel spass zu haben .....
 
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