Und was soll daran schlimm sein?
Entscheidend für die Bremsleistung ist die resultierende Kolbenfläche, woraus sich das (hydraulische) Übersetzungsverhältnis ergibt. Mit einer 2-Kolbenzange mit 24er Kolbendurchmesser (exakt 24,041mm) hätte man das gleiche Übersetzungsverhältnis wie mit 4-Kolbenzange mit 17er Kolbendurchmessern. Ist aber nicht so sexy.... (4 Kolben sind halt mehr als 2...).
Und ob die 4 Kolben einer 4-Kolbenbremszange gleich groß sind, ist auch egal. s.u.
Und ob lange oder kurze
Bremsbeläge verbaut werden, ist egal. Entscheidend ist, dass der Belag gleichmäßig verschleisst, dass die Einlaufseite gleich weit verschlissen ist wie die Auslaufseite. Bedeutet dann, dass der Anpressdruck des Belags auf die Scheibe dann auch über die Länge gleich ist. Das "Reinzeihen" der Beläge soll beim
Bremsen verhindert werden, also unterschiedlischer Anpressdruck auf Einlauf- und Auslaufseite..
Spezielles Einstellen der
Bremsbeläge für gleichmäßigen Verschleiss ist von den guten alten Felgenbremsen (V-Brakes) her bekannt: Toe-in = die Einlaufseite steht von der Felge weg, bei Anpressdruck ziehts den Belag dann parallel an die Felge ran. Je nach Reibwert und Steifigkeit musste dann der Toe-in eingestellt werden.
Dieser gleichmäßige Verschleiss kann auf unterschiedliche Art und Wiese bei 4-Kolben-Scheibenbremszangen erreicht werden:
- Ein langer Belag symmetrisch/mittig auf den Kolben, aber mit unterschiedlichen Kolbengrößen auf der Einlauf- und Auslaufseite (z. 15/17mm bzw. 14/16mm bzw. ... ) --> hydraulischer Toe-in, bei Sram/Shimano/...
- Ein langer Belag, der mit Offset auf den Kolben sitzt. Die Einlaufseite steht weiter vom Kolben weg als die Auslaufseite. Wird bei 2-Kolbenbremsen schon immer so gemacht, bei 4-Kolbenbremsen nun auch --> geometrischer Toe-in, Intend,...
- Einzelne kurze Beläge, die so kurz sind, dass kein Reinziehen möglich ist. Der Belag sitz nur auf dem Kolben. --> kein Toe-in, MT5/7, ...
--> Also mal die Dicke eurer verschlissenen
Bremsbeläge auf der Ein-und Auslaufseite (gleiche Reibringhöhe (Abstand zum Rand) messen.
Ist die gleich, haben die Bremsenhersteller gut gearbeitet.
Ist die Einlaufseite deutlich dünner, besteht Verbesserungspotenzial... ;-)