Marin, mal wieder

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1991 Eldridge Grade

Ein kleiner Service des Hauses: Gleich ein neuer Beginn des Threads. Sozusagen die Essenz meines Projekts mit der zickigen Sattelstütze.

Entfernen / chemisches Auflösen einer festkorrodierten Alu-Sattelstütze aus einem Stahlrahmen unter der Nebenbedingung, dass der Lack erhalten bleiben soll:

Hallo, Ihr habt ja mitbekommen, dass ich mich an obigem Projekt ein Stück weit festgebissen habe. Jetzt, da es erfolgreich beendet ist – gut, ganz unbeschadet ist der Lack nicht geblieben – möchte ich mal meine Erfahrungen hier zusammenfassen; vielleicht kann einer von Euch bei ähnlich gelagertem Projekt damit etwas anfangen und einen meiner Fehler vermeiden.

Ein Tipp noch vorweg: Sägt die Sattelstütze nicht zu knapp oberhalb des Sitzrohres ab. Ich habe geschätzt 3 bis 4cm stehen lassen, was genug war, auch noch das Loch für den späteren Hebel bohren zu können, aber mit 7 oder 8cm beugt Ihr vielleicht dem Überlaufen besser vor.

Zum Equipment:
  • NaOH (1 KG in Linsenform)
  • H2O (flüssig in großer Menge aus dem Wasserhahn)
  • Butyl-Klebeband, ca. 20mm breit (hinreichend laugen- und säurebeständig, sowie bis 90° temperaturfest)
  • 3-4 alte Fahrradschläuche mit Loch (i.d.R. Schwalbe SV13 verwendet)
  • Gefühlt 15 Kabelbinder
  • Ausgediente Speiche

  • Schutzbrille (ich hatte eine von 3M, die einer Skibrille glich)
  • Schutzhandschuhe (Laugen- und säurebeständig, DIN-Norm reiche ich nach)
  • Atemschutz
  • Lange „Arbeits“kleidung (olles Zeug aus Baumwolle, nichts Spezielles)

  • Emaillierter 20L Eimer (Laugen- und säurebeständig)
  • Emaillierter 1L Messbecher (Laugen- und säurebeständig)
  • Kunststoff Eimer (10L)
  • Kunststoff Trichter (PVC-E, hinreichend laugen- und säurebeständig)
  • Wasserkocher
  • Topflappen
  • Grammgenaue Waage
  • Hilfreich: Montageständer
Zum Vorgehen:

Die Vorbereitung entscheidet über Erfolg oder Misserfolg der Aktion. Zum einen ist – offensichtlich – das sorgfältige Abdichten des Rahmens unerlässlich für den Erhalt des Lacks und zum anderen reduzierte Ihr dadurch das Risiko für Eure Gesundheit sowie das Maß der entstehenden Sauerei.

Neben dem Abdichten fand ich es hilfreich, eine Idee davon zu bekommen, wieviel Natronlauge ich anrühren, im ersten Schritt einfüllen und später nachkippen soll.

Zudem ist es gewiss sinnvoll, noch zwei ca. 6mm im Durchmesser messende, gegenüber liegende Löcher in die Sattelstütze zu bohren, um am Ende das Ding „bequem“ aus dem Rahmen zu hebeln.

Das Abdichten begann ich mit dem Einschrauben von Schrauben in die Flaschenhaltergewinde, was sich nach einem Test als untauglich, weil nicht dicht genug, herausstellte. Im nächsten Versuch habe ich ein vier Stücke vom Butyl-Klebeband zu Klümpchen gerollt und in die Flaschenhaltergewinde gedrückt. Ein dickeres dieser Klümpchen habe ich vom Tretlagergehäuse aus in die Öffnung zum Sitzrohr gedrückt und noch ein paar andere in weiter Öffnungen, wie z.B. die Gewinde in den Stegen zwischen Kettenstreben und denen zwischen Sitzstreben. Im nächsten Schritt habe ich die Schläuche zerschnitten und längs aufgeschnitten, sodass ich sie ähnlich wie Lenkerband schön straff um die Rahmenrohre wickeln konnte. Am allerwichtigsten ist hier das Sitzrohr und der „Knoten“ Sitzrohr/Oberrohr/Sitzstreben. Auch wichtig eben ums Tretlager herum, also Sitzrohr/Tretlagergehäuse/Kettenstreben/Unterrohr.

ACHTUNG: --- Hier glaube ich den größten Fehler gemacht zu haben, denn ich habe die Rohre umwickelt und das, was an den Engstellen nicht dicht zu bekommen war, dann mit dem Butyl-Klebeband erledigt/erledigen wollen. --- Bei nochmaligem Vorgehen würde ich zuerst die Bereiche um den Ausgang des Sattelrohres, sowie um das Tretlagergehäuse großzügig mit Butyl-Klebeband abdichten, dann darauf aufsetzend mit dem Wickeln des Schlauches beginnen (Sitzrohr - am Tretlagergehäuse) und enden (Sitzrohr - unterhalb des Oberrohrs/der Kettenstreben). Die Enden der gewickelten Schläuche mit Kabelbindern fixieren und dann etwaige Eintrittsmöglichkeiten für Flüssigkeit nochmals mit Butyl-Klebeband abdichten.

Um sicherzustellen, dass der Butyl-Pfropfen, der das Sitzrohr zum Tretlagergehäuse hin abdichtet, auch an Ort und Stelle bleibt, habe ich einen kaputten Schlauch links ca. 20 cm vom Ventil entfernt und rechts ca. 30 cm vom Ventil entfernt abgeschnitten (natürlich befand sich die undichte Stelle im Schlauch nicht in jenem Bereich). Die Enden habe ich stramm verknotet (um hier noch sicherer zu gehen zurrt man am besten noch kurz vor den Knoten Kabelbinder fest) und das längere Ende ins Tretlagergehäuse eingeschoben; Ventil lag außen am Tretlagergehäuse an. Dann die Pumpe angesetzt, ein paar Stöße Luft drauf gegeben und das dem Schlauchstück verliehene Volumen sowie Druck reichten aus, um dem Butyl-Propfen ausreichend Gegendruck zu bieten.

Mit kochendem Wasser habe ich dann mal einen Probelauf gestartet und festgestellt, dass alles erfreulich dicht war.

Das Abschätzen der erforderlichen Menge von Natronlauge ist simpel. Im ersten Schritt hatte ich mir eine Speiche geschnappt, diese in die bereits aufgeschnittene Sattelstütze gesteckt, den Speichenkopf in Richtung Sitzrohr gedreht, mit dem Sitzrohr in Kontakt gebracht und so weit wieder herausgezogen, bis er sich unten in der Sattelstütze einhakte. Kurz die Länge gemessen, Länge des herausstehenden Sattelstützenstummels gemessen und da war klar, wie weit die Stütze im Sitzrohr steckte. Dann die Länge des Sitzrohres bis Oberkante gemessen und noch bis Unterkante Oberrohr. Denn dass mir die Brühe ins Oberrohr läuft, wollte ich auf jeden Fall vermeiden.

Dann das Volumen von Tretlagergehäuse bis Unterkante der festsitzenden Sattelstütze errechnet (Rohrdurchmesser war ja sonnenklar, PI hat sich seit dem letzten Schaltjahr auch nicht geändert) und dann begann ich mal so langsam die Schutzklamotten anzuziehen.

Ich bin der Sattelstütze mit 40%-iger Natronlauge zu Leibe gerückt? Warum 40%? Bauchgefühl, educated guess... wie Ihr wollt.

Um die 40%-ige Natronlauge in gewünschter Menge (Volumen-Ermittlung siehe oben) herzustellen, habe ich den Messbecher auf die Waage gestellt, genullt und dann mal muntere 280 Gramm NaOH-Linsen (ich glaube, das war es im ersten Anlauf) reingekippt.

Dann den Wasserkocher angestellt und – LEUTE, HIER SCHEIßE VORSICHTIG SEIN – langsam das kochende Wasser in den Messbecher gekippt. Hier zischt, spritzt und sprotzelt es... das ist kein Spaß. A) ist es heiß, aber noch schlimmer B) hochkonzentrierte Natronlauge. Zu jenem Zeitpunkt eben noch nicht „nur“ in 40%-iger Konzentration.

(Nach dem zweiten Anlauf an jenem Abend hatte ich mir meine Schutzbrille mal genauer angeschaut und festgestellt, dass die Tropfen der Natronlauge abbekommen hatte; einziger Zeitpunkt, an dem das passieren konnte, war das Hinzugeben des kochenden Wassers zum NaOH. Ohne Schutzbrille in diesem Moment hätte das einen unschönen Verlauf gegeben... seid gewarnt!)

Kurz bevor es dann richtig spannend wurde, habe ich den emaillierten 20L-Eimer noch mit ca. 10L (kaltem) Wasser befüllt und mittig unter dem Tretlagergehäuse des im Montageständer fixierten Rahmens platziert. Zusätzlich habe ich noch den 10L Kunststoffeimer mit ca. 7 bis 8L kaltem Wasser befüllt und mal zur Seite gestellt.

Dann kam die Stunde der Wahrheit, ich habe den Trichter in die aufgeschnittene Sattelstütze eingeführt mit Topflappen den emaillierten Messbecher gegriffen und mal 250ml fast kochend heißer Natronlauge eingefüllt. Es dampfte ein bißchen, aber von der Reaktion war noch nichts zu merken. Ich vergewisserte mich nochmals, dass alles dicht blieb und kippte nach; gefühlte weitere 50ml und so langsam begann das Spektakel.

Die Reaktion ist für mich Nicht-Chemiker schon recht heftig, Ihr seht es im ersten Video, und ich bin davon überzeugt, dass ein weiterer Schlüssel zum Erfolg – neben sorgfältiger Vorbereitung – Geduld an dieser Stelle ist. Das Übersprudeln des Reaktionsproduktes verursacht den Hauptteil der Sauerei und beschädigt den Lack. Das Übersprudeln wird man wohl nicht komplett verhindern müssen, aber geduldiges Vorgehen hier zahlt sich meiner Ansicht nach aus. Mein Tipp also: Im Ersten Schritt gerade soviel Natronlauge ins Sitzrohr einfüllen, dass sie nur mit ein paar Millimetern der Sattelstütze in Verbindung kommt. Die Reaktion setzt dann schon ein. Wenn die Reaktion abflaut, 10 bis 20ml Natronlauge nachkippen. Die Reaktion wird sehr rasch wieder stärker. In dieser Frequenz würde ich dann geduldig weitermachen.

Nach dem jeweiligen Einfüllen habe ich den Trichter, der ja zwangsläufig mindestens mit der 40%-igen Natronlauge in Berührung war, in dem 10L-Wassereimer geparkt. Meine in den laugenbeständigen Handschuhen steckenden Hände habe ich für die Wartephasen unter reichlich laufendem Wasser abgespült, damit keine Blödheit passiert.

In meinem letzten Video seht Ihr den aus meiner Sicht optimalen Grad der Reaktion; alles brodelt schön vor sich hin, nichts läuft über und die Stütze löst sich langsam auf.

Soweit ich mich erinnere, habe ich Euch alles Wesentliche mitgeteilt. Ergänzungen können noch folgen, aber das kann nur noch kleine Details betreffen.

Falls noch etwas unklar ist, könnt Ihr auch gerne fragen.

Gruß,
Thomas


Der ursprüngliche Thread-Beginn, als der Ausgang noch ungewiss war:

Moin Gemeinde,

der miese Mic (@schnitzeljagt ) hat vor wenigen Jahren hier mal ein '91er Eldridge Grade hingezaubert, das mich gemacht hat verliebt in den Rahmen.
Nach eigentlich gar nicht allzu langer Suche hatte ich eins gefunden, dessen Lack gut in Schuss war und mit dem kommunzierten Mangel, Zitat VK: "Sattelstütze ist fest, mit WD40 habe ich's schon probiert" konnte ich mich arrangieren, da ich die Sattelstütze ziemlich selbstbewusst nicht als wirklichen Gegener ansah.
Erste Maßgabe war es, die Sattelstütze aus dem Rahmen zu bekommen und gleichzeitig die Sattelstütze zu erhaten. Nun, soviel vorweg: Das hat nicht geklappt. Weder mit roher Gewalt, noch mit Voodoo-Mittelchen, noch mit Gewalt in Verbidung mit Voodoo-Mittelchen.

Nachdem ich es dann mal in die Hände eines Profis gegeben hatte, war klar, dass mechanisch und zerstörungsfrei wohl nichts zu machen sein wird:


Also musste die Stütze, mit dem sowieso exotischen Maß von 29,5mm, dran glauben:



Nun galt es, die Vorbereitungen für die chemische Variante zu treffen, da das Wichtigste an dem Rahmen, die Lackierung, keinerlei oder nur geringstmöglichen Schaden nehmen darf.

Grob gepeilt, wieviel ich von der Suppe den überhaupt benötige:


Die Protagonisten:


Dann Schläuche zum Lackschutz gewickelt:


Noch was zum Abdichten des Tretlagergehäuses geknotet:


Und zur Überprüfung auf Dichtigkeit kochendes Wasser eingefüllt:


Das ist der derzeitige Bearbeitungsstand. Dicht sah vorhin noch alles aus, sollte sich das in Kürze bestätigen, dann geht es ans Eingemachte und die Natronlauge wird angerührt.

Falls Ihr nichts mehr von mir hören solltet :D, an dieser Stelle schon mal ein Dankeschön an diejenigen, die das vor mir exerziert haben und Input gaben, nicht wahr @fekko

Grüße,
Thomas
 
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Radsatz

Schrauber
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Sowas ist auch hilfreich u Lackschonend
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BigVolker

a licky boom boom down
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Auf das Einfachste bin ich natürlich nicht gekommen. Dachte man könntes bei Thomas' Aktion einbringen. Aber ich bin auch Schreibtischtäter.
 
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Ach ja dad Thema kenn ich :)
Da bin ich mal gespannt auf dad Ergebnis - die Vorbereitungen sehen besser als meine damaligen aus!

So ne verstellbare Reibahle ist ne Idee aber die muss man erstmal haben. Außerdem braucht man dafür Gefühl. Verhakt man das Teil kann beides schnell hin sein.

Thomas viel Erfolg!
 
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Eine verstellbare Reibahle womit man eine festgegangene Stütze ausreiben kann so einfach
ohne mit chemie rumzukleckern

Danke für die Erklärung, Gerd. Mir erschließt sich jedoch nicht, wie ich mithilfe dieses Werkzeugs das Problem löse. Bis ich mit sowas von (geschätzt) 24,5mm bis 29,5mm auf einer Länge von gut 15cm aufgerieben habe, muss einiges an Schweiß und Tränen fließen; bei ungewissem Erfolg. Oder stelle ich mir die Anwedung dieses Werkzeugs einfach falsch vor?

Gruß,
Thomas
 

Radsatz

Schrauber
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Danke für die Erklärung, Gerd. Mir erschließt sich jedoch nicht, wie ich mithilfe dieses Werkzeugs das Problem löse. Bis ich mit sowas von (geschätzt) 24,5mm bis 29,5mm auf einer Länge von gut 15cm aufgerieben habe, muss einiges an Schweiß und Tränen fließen; bei ungewissem Erfolg. Oder stelle ich mir die Anwedung dieses Werkzeugs einfach falsch vor?

Gruß,
Thomas

ist halt zeitauwändig da man max 0,1 mm zustellen kann pro Arbeitsgang
für mich ist sowas entspannung
 
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Danke, ich habe abgewogen, diesen Weg vor der chemischen Keule zu probieren, doch mich dafür entschieden, morgen mit NaOH + H2O vorzugehen. Dann werde ich feststellen, ob meine Vorbereitungen und Vorüberlegungen sorgefältig genug waren.

Mehr dann morgen Abend...

Gruß,
Thomas
 
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Bilder, Film - das wollen wir sehn :)

Kommt, inkl. Bericht, sobald ich wieder mehr als ein "Smart"phone für den Internetzugang zur Verfügung habe.

Hier mal der Zwischenstand (heute Morgen muss ich nochmal ran):



Mit meinen Überlegungen zum Abdichten des Tretlagergehäuses bin ich jedenfalls sehr zufrieden:
 
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Der Stand heute Morgen, bevor es in die zweite Runde ging:




Nach der zweiten Runde:


Begutachtung, welche Schäden entstanden sind... der Rahmen ist gezeichnet, irgendwo war wohl nicht sorgfältig genug abgedichtet:


Bisher habe ich Zweifel, dass die Stütze nachgibt. Einiges an Alu ist aufgelöst, aber wohl noch nicht genug. D.h., dass es heute Abend noch eine dritte Runde geben wird. Erst aber einmal erneut abkleben; diesmal noch ordentlicher.
 
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Die Intensität der Reaktion wird maßgeblich von der Temperatur des Wassers bestimmt. Die Konzentration der Lauge ist nicht das entscheidende.
Als ich zum ersten Mal mit Abflussreiniger Eloxal von Alu entfernt habe, habe ich zu kaltes Wasser genommen. Es muss richtig kochen, am besten direkt aus dem Wasserkocher.
Ansonsten muss man wohl einfach Geduld haben. Die Stütze hat ja auch eine ordentliche Wandstärke.

Auf jeden Fall hochinteressant das mal so hautnah und quasi in Echtzeit zu verfolgen...!


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der kO kommt wohl in Runde 5

Ich baue drauf, dass die Stütze in der dritten Runde k.o. geht.
Allerdings kommt jene erst am nächsten Wochenende, mit Muße.
Heute habe ich die Prioritäten geändert und das Material für die Ausfahrt morgen fit gemacht.

@AirTomac:
Das Wasser kam dirket aus dem Kocher und das ist eigentlich auch der kritischste Moment, in dem man froh um Schutzmaßnahmen ist. Sobald das kochende Wasser mit NaOH in Verbindung kommt, sprutzt es ganz ordentlich.
Die Konzentration, mit der ich gearbeitet habe, lag bei 40%.
Selbstverständlich habe ich nicht die gesamte angedachte Menge auf einmal reingekippt, sondern immer wieder nachgekippt.
Ich denke, dass das auch der Schlüssel zum Erfolg ist, denn die Reaktion ist schon recht deutlich und einiges der Suppe spritzt oben raus.
Nächstes WE werde ich noch etwas geduldiger vorgehen und nach abflauender Reaktion immer mal weitere 20ml nachkippen.
Womit wir beim Thema der Temperatur wären: Nur jeweils der erste Schwung (bei Anlauf eins, sowie bei zwei), war nahe kochend heiß. All das, was ich nachkippte, war schon eine ganze Ecke kälter (kein Topflappen mehr zur Bedienung nötig), die neu beginnende Reaktion nach frischem Nachschub, ließ aber an Intensität keinen Unterschied feststellen.
Im Video bspw. ist die Reaktion nach reingekipptem letztem Rest zu sehen; von kochend heiß war die Lauge da weit entfernt. Gut, aber immernoch über Badewassertemperatur :D

Gute Nacht, demnächst mehr in diesem Theater und ich schaue schon mal, wo ich mir einen elektrischen Fuchsschwanz mitsamt Holzsägeblatt leihen könnte :)
 
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Thomas danke Dir für das Teilen Deiner Erfahrungen.

Als ich das gemacht hatte habe ich kaltes Wasser genommen. Somit bin jetzt schon einmal schlauer.

Schade um den Lack - da muss dann ein Teil Repaint her. Vllt gibt es eine Art Knete die laugenbeständig ist? Somit könnte man den Rohrschutz wasserdicht versiegeln?
 
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Thomas danke Dir für das Teilen Deiner Erfahrungen.

Als ich das gemacht hatte habe ich kaltes Wasser genommen. Somit bin jetzt schon einmal schlauer.

Schade um den Lack - da muss dann ein Teil Repaint her. Vllt gibt es eine Art Knete die laugenbeständig ist? Somit könnte man den Rohrschutz wasserdicht versiegeln?

Der Lack ist nicht so sehr in Mitleidenschaft gezogen, wie es auf dem Bild aussieht. Im Bereich der Schweißnaht zwischen Oberrohr und Sattelrohr ist es häßlich geworden und dann tiefer runter das Sattelrohr kam es zu einer Verfärbung des Lacks, ggf. deshalb, weil es dort den Klarlack dahingerafft hat?
Die schwarzen Flecken im oberen Bereich des Sattelrohres (und angrenzend) SIND von der laugenbeständigen "Knete"; das sind Überreste von Butyl-Klebeband.
Mal schauen wie es aussieht, wenn ich den Rahmen sauber mache.
Im Idealfall kommt eine Schicht Klarlack drüber, und der Rahmen bleibt von der Aktion etwas gezeichnet.
 
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