Nebenbei müssten dann aber erst die Münchner Auto-Fahrer weg. Ich komme eigentlich aus dem Rheinland, wo die Leute auch nicht grad freundlich miteinander umgehen. Aber so ein motorisiertes asoziales Pack wie hier in München ist mir dort nur höchst selten untergekommen.

Du sprichst mir aus der Seele. Ich frage mich aus welcher Höhle die Masochisten kommen die unsere Stadt als "radlfreundlich" schönreden wollen.
Die ganzen Bemühungen in Richtung Radl und ÖPNV sollen offenbar die innerstädtischen Fahrten (also vorwiegend solche innerhalb des mittleren Rings) vom Auto auf das Radl (und den MVV) umschichten.
Das ist vom Prinzip her auch durchaus sinnvoll und hat erstmal nichts mit den Entscheidungen zum Bombenkrater oder den Isarpfaden zu tun.
Als ich dann aber gelesen habe, dass für dieses groß angekündigte Radlfest die Autobahn Altstadtring am späten Abend für stolze 2,5 Stunden gesperrt würde, da musste ich schon laut loslachen.
Und ich glaube ich höre erst wieder auf zu lachen, wenn innerhalb des mittleren Rings nur noch Anwohner und unvermeidlicher Lieferverkehr unterwegs sein dürfen. Oder vielleicht auch schon wenn auf München folgende Punkte nicht mehr zutreffen:
- die Nötigung als Radler durch giftverseuchte Bunkeranlagen wie den Paul-Heyse-Tunnel zu fahren,
- das abrupte Enden des Radwegs entlang des Altstadtrings in Richtung Norden kurz vor der Briennerstraße
- in der Maxvorstadt und anderen dicht bebauten Gebieten in fast allen Straßen mangels Radwegen bzw. entsprechender Straßenkennzeichnung das Leben einzig von der Gedult und Rücksichtnahme des jeweiligen Autofahrers abhängig zu machen,
- die meisten Radwege links durch Autotüren, in der Mitte durch Falschparker und auf der rechten Seite durch Fußgänger zu gefährden,
- viele Radwege in miserablem Zustand sind
- die Polizei an Ampeln wie z.B. der Einfahrt in den englischen Garten Ecke Königin- / Thiemestraße die Radler abzockt (diese Ampelanlage wurde wegen der offensichtlichen Irrelevanz mittlerweile sogar komplett abgebaut),
- die Liste von mir endlos weitergeführt werden könnte...
Solange das alles zutrifft, solange wird auch jede millionenschwere Werbekampagne verpuffen.
Bis dahin werden nur einige Fanatiker den inneren Stadtbereich in alle Richtungen und ganzjährig befahren.
Die ganzen anderen Normalradler sollten sich auf den englischen Garten, die Isarwege und möglichst wenig befahrene Nebenstraßen beschränken.
Das Geld wäre deutlich besser in die Radl-Infrastruktur investiert, wenn man schon als Autolobbystadt nicht mutig genug ist die von überall einströmenden KFZ aus dem Zentrum zu verbannen.
Ich fragte mich auf besonders kaputten Radwegen in letzter Zeit stets wo die 4,5 Mio an Zusatzmitteln abgeblieben sind, nun hat sich diese Frage wenigstens geklärt
