Muskelkater

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17. September 2004
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Hallo Leutz,

hab da mal ne Frage an die Fitness- Experten.
Ich bin am Montag ca. 1,5 h relativ stramm gefahren (Ebene, hoher Gang, fahr ich eher selten). In den letzten paar Wochen hab ich s fahren n bisschen schleifen lassen, arbeite aber gerade körperlich => geringe Motivation ;-) Nun habe ich aber erst heute Muskelkater bekommen - ziemlich Zeitverzögert oder ?
Ich nehm normalerweise vor bzw. nachm biken Magnesium, ich meine es hilft ein bisschen, vielleicht nur Einbildung? Naja auf jeden Fall möchte ich das in Zukunft vermeiden damit ich 2 Tage darauf wieder fahren kann. Ich bin auch am überlegen ob ich mir mal Eiweisspulver kaufe, hilft das gut zum regenerieren oder gibts ne günstigere Alternative?

Huch das war jetzt n bisschen viel auf einmal, auf jeden Fall viele dank schonmal für die replys.

Gruss CC-Dilletant
 
Also das der zeitverzögert kommt, kenn ich auch.
Ist meist nach ner längeren Pause und wenn man zuviel auf einmal gemacht hat.

Denke das ist normal und sollte dir nur ein Zeichen geben, es ein wenig aerober angehen zu lassen.

Von Eiweiß oder sonstigem Zeug halte ich nichts, es sei denn du willst unbedingt Fett abnehmen und Muskeln behalten und deine Leber schön belasten.

Magnesium kann in normalen Mengen auf jeden Fall hilfreich sein, vor allem um Krämpfe zu vermeiden, so aus persönlicher Erfahrung.
 
ja man sagt ja oft, dass der Muskelkater oft erst am 2ten Tag nach der Belastung so richtig 'fies' wird.

Hatte zwar schon laaaaange keinen Muskelkater mehr, am besten hat mir früher aber geholfen, wenn ich trotz muskelater ganz leicht trainiert habe....ein ganz lockeres GA1 Training zum beispiel oder noch weniger als Regenerationsfahrt oder so...Bewegung hilft den Muskelkater schneller loszuwerden...
 
Das mit den 1--2 Tagen Verzögerung ist völlig normal. Schmerzen unmittelbar nach Belastung wären eher bedenklich.

Die beste Vorsorge gegen Muskelkater ist: Muskelkater. Sonst hilft da relativ wenig. Erst recht kein Magnesium, Eiweiß oder dergleichen. Wenn Du dieselbe Belastung nun wieder hast, wirst Du kaum mehr Muskelkater kriegen. (Was bedeutet, dass man durch langsam aufbauendes Training Muskelkater natürlich vermeiden kann, aber das steht ja nicht zur Debatte hier.)

Muskelkater hat iÜ nix mit anaerober Belastung zu tun, auch ein Marathonläufer kann ihn kriegen.

Therapie: aussitzen. Oder sanft bewegen. Wärme, Massagen und dgl helfen nicht oder schaden gar. Reichhaltige, vielfältige Kost ist völlig hinreichend und besser als jedes Eiweißpulver, Mg auch hier sinnlos.
 
muskelkater erst am zweiten tag zu bekommen ist sicherlich nicht pathologisch......
nach einer ausgedehnten belastung solltest du kürzer treten, was nicht heißt die nächste woche komplett untätig zu bleiben.

versuch es mal am nächsten tag mit ein wenig joggen (30 min) um die muskeln zu durchbluten und eine etwas andere belastung zu erreichen. das hilft ein wenig gegen den muskelkater und vermeidet eine zu einseitige belastung.

versuch mal das magnesium nicht erst im anschluß an deine tour zu nehmen, sondern bereits auf deiner tour oder sogar in geringer dosis kurz vorher.
 
carmin schrieb:
Das mit den 1-2 Tagen Verzögerung ist völlig normal. Schmerzen unmittelbar nach Belastung wären eher bedenklich.

Da kann ich mich nur anschliesen ! :daumen:

Magnesium ist was gegen Krämpfe und hat nichts mit Muskelkater zu tun, soweit ich weiß ;)

Mein Mittel dagegen -> Entspannungs Bad nach der Belastung aber ganz wichtig auf gar keinen Fall zu heisses Wasser !!! Sonst geht der Schuß nach hinten los !!!

Und am nächsten Tag lockeres rollen !
 
Ich sags mal in einfachen Worten.
Muskelkater sind (wenn ich mich richtig erinner) feinste Risse der Muskelfasern, die durch eine Überanstrengung der Muskeln enstehen. Je nach Art des Trainings ist dieser Effekt gewünscht. Beim Bodybuilding wird der Muskel immer ebsichtlich bis zur Erschöpfung belastet um diesen Effekt hervorzurufen.
Der Körper hat nämlich einen Schutzmechanismus der auf eine solche Überanstrengung reagiert. Da er sich den Schmerzen nicht wieder aussetzen will reagiert er mit Muskeloptmierungen, also auch Muskelfaserquerschnittvergrößerung, um "das nächste Mal" besser auf eine solche Anstrengung reagieren zu können. Das ist auch der Grund, warum man bei gleichbleibendem Training keinen Muskelkater mehr bekommt, bzw. warum man im Bodybuilding in Abständen das Gewicht erhöhen muss. Das ist auch der Grund, warum man einen Muskel beim Bodybuilding nur 1-2 Mal in der Woche trainieren sollte, da der Muskel nämlich zwischen den Trainingseinheiten und nicht beim Training wächst.

Kälte ist natürlich absolut tabu, da sich dadurch der Muskel noch weiter zusammenziehen würde, was die Risse vergrößern würde. Die Regeneration wird durch Durchblutung gefördert, da dadurch die Schlaken und Abfallprodukte der Reparation abtransportiert werden können. Also moderates "Belasten" der Muskulatur oder auch in einem gewissen Maß Wärme. Stretching sollte vor allem vor und nach dem Training (in manchen Sportarten auch während, beim Radfahren nicht so einfach) angewandt werden um den Muskel auf die Belastung vorzubereiten. Während dem Muskelkater nicht unbedingt, da durch falsches Sretching ebenfalls die Risse vergrössert werden können.

Zum Thema Eiweiß, ihr dürft mich schlagen, aber ich bin ein Befürworter von Eweißnahrungsergänzungmitteln, aber das soll jeder selbst mit sich ausmachen und da darf auch jeder seine Meinung haben. Es hilft in jedem Fall bei der Regeneration der Muskeln, da Eiweiß (also die Aminosäuren) der Baustein ist, der für die Reparatur bzw. den Aufbau der Muskeln benötigt wird. Ob die Aminosäuren in Form von Quark oder Pulver genommen wird ist jedem selbst überlassen. Bei einem Bedarf von 1-2,5 Gramm Eriweiß pro Kilo Körpergewicht und einem Gewicht von (in meinem Fall) 90 kg finde ich es schon recht schwierig, den Bedarf über normale Nahrung zu decken, ohne gleichzeitig Unmengen zu essen und damit auch Fette und Kohlenhydrate in mich hineinzupumpen die ich nicht will, darum mein Weg Pulver und es hilft bei mir, ist auch bei mir bewiesen, da ich den Unterschied deutlich merke, wenn ich mal ne Woche ohne probiere. Da hab ich deutlich mehr Muskelkater bei gleichem Pensum. Wie gesagt, muss jeder selbst beurteilen.
 
carmin schrieb:
1. Du hast jede Woche Muskelkater?
2. BB-Ernährung != Bikerernährung
3. Wo steht, dass nicht jeder seine Meinung haben darf?

zu 1. Nein, wobei ich die Erfarung gemacht habe, dass ich Muskelkater bekomme, wenn ich die Eiweißzufuhr weglasse, da ich jeden Tag Rad fahre und beinahe jeden Tage recht flott (nahezu am Limit, ich mag das :) )
zu 2. das ist mir klar, wollte ja nur den Zusammenhang zwischen Muskelkater und Eiweiß herstellen und bin den Umweg gegangen. Wobei es natürlich auch beim Biken unterschiedlilche Zielsetzungen gibt, zum Beispiel Ausdauer oder Sprint, das muss ja komplett unterschiedlich angegangen werden. Einer der Tour de France fährt wird auch vermutlich nie so Oberschenkel wie ein Bahnrad-Sprinter haben (wollen).
zu 3. nirgends, jedoch wurde manch einer in anderen Threads schon "zerfleischt" weil er Supplements konsumiert.

Wollte nur meine Erfahrungswerte weitergeben. Mir hilft's halt :D
 
Hey cool, danke für die ganzen ausführlichen Antworten.
Dann werd ich Eiweiss mal vorerst weglassen und es einfach ein bissl langsamer angehen.
Denn fahr ich mal los, trotz des schlechten Wetters ;-)

Gruss CC-Dilettant
 
Meine eigene Beobachtung:

-Muskelkater tritt auf wenn die spezielle Bewegungsform ungewohnt ist.
Da muß die Belastung garnicht mal so besonders sein.
-Schmerzhöhepunkt erst nach 2-4 Tagen
-Bereits beim 2. Mal gleicher Belastung schon viel weniger Muskelkater.
-Beim 3. Mal kein Muskelkater mehr.

Ein paar Monate die Übung /Sportart nicht gemacht - Muskelkater.

Meine Theorie/ Folgerung:

-Ursache ist nicht der mangelnde Faserquerschnitt, der "wächst" ja auch nicht so schnell, sondern die mangelnde "intramuskuläre Koordination".
-Ohne genaue Abstimmung der Muskelbündel untereinander innerhalb eines Muskels können bei einer komplexen kräftigen Bewegung Risse durch Längsverschiebungen gegeneinander entstehen.
-Die notwendige "intramuskuläre Koordination" trainiert sich auch nach wenigen Übungstagen und die Wirkung hält länger an.

Wenn das wirklich so funktioniert wie ich das dargestellt habe dann hilft eigentlich nix außer langsamer mit den Übungen anzufangen.
Oder eben den Muskelkater zu geniessen, ein bisschen finde ich jedenfalls ganz angenehm.

Gruß von Würfelglück
 
Hmm, ja das stimmt so schon auch, ich denke dass beides eine Rolle spielt. Für Ausdauersportarten liegt beim Training sicherlich der Schwerpunkt auf der Verbesserung der intramuskulären Koordination. Auch bei Sportarten wie Klettern (hab ich früher gemacht) liegt hier der Schwerpunkt, da man ja nicht unnötig Masse mit sich herumschleppen will. Aber bei Kraftsportarten wird sowohl Muskelfaserquerschnitt als auch intramuskuläre Koordination benötigt.

Aber man muss schon genug Muskelfaserquerschnitt haben. Denn es gibt ja Anforderungen, bei denen selbst 100% Zusammenarbeit der Muskelfasern (was gar nicht geht, ich glaub das maximum liegt knapp über 80%) nicht ausreichen würden. Das spielt halt alles komplex zusammen.

Darum haben wir ja auch alle Recht :D
 
Jou, würfelglücks Beschreibung erklärt das Phänomen des Muskelkaters ziemlich gut. Ergänzt sei noch, dass der Schmerz nicht von den Verletzungen der Z-Streifen selbst kommt (denn die hat man ja sofort), sondern wahrscheinlich auf einen erhöhten Gewebedruck zurückgeht, der sich eben erst im Laufe des Reparaturprozesses ergibt.

Bike-am-B.see schrieb:
Aber bei Kraftsportarten wird sowohl Muskelfaserquerschnitt als auch intramuskuläre Koordination benötigt.
Wobeis hier ja nicht drum geht, was man braucht oder trainiert, sondern, wie Muskelkater entsteht und ob/wie man ihm abhelfen kann...

Zum Proteinbedarf wollte ich nochmal anmerken:

Unsere Skelettmuskulatur wird rechnerisch ca. alle vier Wochen komplett ausgetauscht. Für diesen (eigentlich erstaunlich schnellen) Erneuerungsprozess brauchen wir natürlich laufend Protein. Muskelkater mag da den Bedarf durchaus steigern, aber sicherlich nicht dramatisch, sondern wird eher "nebenbei" erledigt.

Und man sollte sich vergegenwärtigen, dass diese Erneuerung auch bei Bewohnern Südamerikas oder Asiens anstandslos funktioniert, wo die durchschnittliche Proteinaufnahme teilweise nur ein Drittel bis die Hälfte unserer Rate beträgt. Vor diesem Hintergrund ist Proteinpulver für einen normal trainierenden und normal essenden Westeuropäer in etwa so sinnvoll wie das Gießen von Unterwasserpflanzen.

ps, Daniel, gehörst Du zu "the mellers"? Dann haben wir uns ggf schon mal gesehen ;)
 
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