Neanderlandsteig

Ich bin den Weg im letzten Jahr per MTB gefahren und hier sind meine Erfahrungen:

Allgemeines:
Der Neanderlandsteig ist als Wanderweg in 17 Etappen aufgeteilt, ca.240 km mit 3000hm.
Ich bin die Strecke mit dem Rad in 3 Etappen gefahren, zweieinhalb Tage habe ich dafür gebraucht,
die Etappen waren:
von Velbert-Nierenhof nach Haan Gruiten, ca 50km mit 1300hm
von Haan-Gruiten nach Erkrath incl südlicher Teil (Monheim, etc), ca 90km mit 400hm
von Erkrath nach Velbert-Nierenhof, ca 100km mit 1300 hm.
Gestartet bin ich in Velbert-Nierenhof, was grundsätzlcih als Startpunkt nicht sooo schlecht ist,
weil dort auch ein S-Bahnhof ist. Aber man muss sich schon im klaren daüber sein, dass es dann auch direkt
Höhenmeter gibt.

Zur Strecke:
Man muss jetzt nicht Begriff STEIG wörtlich nehmen, es werden größtenteils normale Wanderwege benutzt,
die vielfach den normalen Rundwanderwegen folgen, z.B. Rund um Düsseldorf oder Ratingen oder Solingen...
aber durchaus auch mit einigen Ausnahmen, dort wo extra neue Wege angelegt wurden, z.B. mit Baumscheiben als Wegbefestigung.
Da wirds dann spannend und da merkt man auch, dann sich die Beteiligten dort sehr viel Mühe gegeben haben.
In anderen Passagen, z.B. im Gebiet Düsseldorf sieht das schon ganz anders aus. Da heisst es, Augen zu und durch.
Am interessantesten ist die Strecke dort, wo auch Hügel und Berge sind, also so grob zwischen Kettwig, Velbert, Neviges und Solingen.
Dort werden auch 90% der Höhenmeter gemacht. Der gesamte südliche Teil ab zwischen Hilden und Ratingen ist doch recht flach (mit einigen Ausnahmen),
aber trotzdem soll man nicht glauben, dass man dann unbedingt schnell vorwärts kommt, da die Streckenführung mit unerwarteten Abbiegungen überrascht.
Es heisst also immer: auf die Beschilderung aufpassen.

Zur Beschilderung:
Grundsätzlich ist der Steig mit roten Schildern gekennzeichnet.
Abbiegungen und Richtungswechsel werden mit einem kleinen weissen Dreieck auf dem roten Schild gekennzeichnet, was nicht immer sofort zu erkennen ist, wenn man gerade auf Tempo ist.
Das weisse Richtungs-Dreick fehlt aber, wenn das rote Schild mit anderen Wanderweg-Kennzeichen am Baum ist, dann muss man der Hauptwanderwegrichtung folgen.
Nach einem Richtungswechesel sollte nach ca 20-30 m noch ein weiteres rotes Schild folgen, sonst ist man womöglich falsch abgebogen.
Es gibt aber auch Abbiegungen, die mit großen Schildern an Holzpfahl gekennzeichnet sind. Daran befinden sich dann auch immer noch Kilometerangaben zum nächstmöglichen Ziel.
Die Beschilderung ist top, man könnte glatt ohne jegliche Hilfe fahren, wenn nicht Schilder irgendwelchen Pannemännern zum Opfer gefallen sind. Insbesondere im Bereich Mülheim fehlten in einigen Waldgebieten die Schilder schon fast komplett, da geht ohne Navi nix. In anderen Gebieten fehlt hier und da schonmal ein Abbiegungszeichen, was unschön ist, aber vom Kreis Mettmann ich hoffe schnell wieder korrigiert wurde.
Meine Empfehlung: auf jeden Fall ein Navi mitnehmen, oder auf die Neanderlandsteig-App zurückgreifen.

MTB Relevanz:
Ich bin mit einem Hardtail gefahren, was durchaus okay war, AM wäre aus meiner Sicht zu viel des Guten.
Ich bin die Runde im Uhrzeigersinn gefahren, aber das war die falsche Wahl. Ich empfehle auf jeden Fall gegen
den Uhrzeigersinn fahren, 10:1 schönere Abfahrten, insbesondere im Bereich Velbert und Kettwig.

Zur Neanderlandsteig-App:
Es gibt eine App zu dem Neanderlandsteig, mit outdooractive Karte.
Eigentlich ganz nützlich, wenn man sonst kein Navi hat.
Man kann sich die Etappen auf der Karte anzeigen lassen, muss dazu aber zuvor die Etappe (1-17) ausgewählt haben. Die gesamte Strecke ist auch als Etappe D hinterlegt.

Zur Verpflegung:
Auffallend wenige Verpflegungsmöglichkeiten an der Wegstrecke, oder man nimmt Umwege in Kauf.
Man sollte also auf Selbstverpflegung vorbereitet sein.

Fazit:
Schöne Strecke für eine Mehrtagestour im hiesigen Raum.
Selbstverpflegung + Navi obligatorisch
 
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